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R80GS auf Verschleiß gefahren - renovieren

Erstellt von Again, 07.05.2011, 23:33 Uhr · 18 Antworten · 3.838 Aufrufe

  1. Registriert seit
    07.05.2011
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    Standard R80GS auf Verschleiß gefahren - renovieren

    #1
    Hallo,
    wie in der Vorstellung der Neuzugänge schon gesagt, habe ich viele Fragen an Euch.

    Die gute alte Dame, die ich reanimieren möchte, wurde vor ihrer Standzeit wenig gepflegt und hatte wohl auch beidseitig Bodenkontakt.
    Nun ist es so, daß außer den Zulassungsunterlagen nix da ist und ich sowohl auf Empfehlungen als auch auf technische Auskünfte hoffe.

    Erste Frage: Welche Literatur ist für einen Heimschrauber Pflicht - und woher bekomme ich sie?

    Nun stelle ich erst einmal das Mopped vor.

    Die GS ist BJ 91 und startete erst einmal nicht.

    Beim ersten Durchsehen der Maschine stellte ich folgendes fest:
    - keine Spiegel
    - rechter Handschutz ist mit Kabelbinder am Bremsflü-Behälter befestigt, linker fehlt
    - Tacho zeigt im Stand 100km/h an
    - Faltenbälge der Telegabel kaputt
    - Deckel des Bremssattels fehlt
    - Bremsscheibe sehr riefig
    - Schalter unten rechts im Cockpit ist fest (Ist das die Griffheizung?)
    - Sitzbank überholungsbedürftig
    - Am Sitzbankschloß paßt kein Schlüssel
    - Batterie hat keine Befestigung - steht nur im Kasten
    - Batteriekasten überholungsbedürftig
    - Krümmer arg verrostet, Auspuff ebenso
    - unter dem Scheinwerfer hängen zwei Kabel (grün/grau und braun) frei herum (wofür könnten die sein/gewesen sein?)
    - Hauptständer schief (Maschine steht nach rechts schräg)
    - Im Zylinderbereich ist die Maschine beidseitig feucht (evtl von den Rohren der Stößelstangen)
    - linke Zündkerze feucht, rechte verrußt
    - Choke am rechten Vergaser: klemmt, Feder außer Funktion
    - Gas/Choke-Bowdenzüge brüchig
    - Unterdruckschläuche brüchig
    - Luftfilter ist ein Backstein
    - Benzinfilter und -schläuche müssen raus

    Bisherige Gegenmaßnahmen:
    - Batterie geprüft und geladen
    - Anlasser und Magnetschalter geprüft
    - Vergaser zerlegt, gereinigt, im Ultraschall gebadet und wieder montiert
    - neue Vergaserdichtungen geschnitten

    Zu den Problemen:
    Nun sprang die Maschine nicht an. Es klackte laut und alle Anzeigen erloschen. Um Zahn-auf Zahn auszuschließen, kamen der Kickstarter und Schieben im hohen Gang zum Zuge. Keine Besserung - auch nicht mit Starthilfe.
    Also nahm ich den Anlasser raus und prüfte sowohl den Magnetschalter als auch den Anlasser. Beide arbeiteten sowohl mit der Batterie der GS als auch an einer Autobatterie. Also alles wieder rein.
    Keine Besserung... Weder mit der eigenen Batterie, noch an der Autobatterie oder mit Beiden.
    Zum Schluß zog ich die Kerzen und startete ohne Kompression. Jetzt lief der Motor mit Starthilfe durch. Also Kerzen rein und nochmal probieren. Nach etwas Leiern startete der Motor doch. Es ist unglaublich - jetzt startet sie auch mit eigener Kraft.
    Hat jemand von Euch eine Erklärung für das Syndrom? Ich tippe auf einen verbrannten Magnetschalter. Kann das sein?

    In beiden Vergasern fand ich größere Mengen eines weißen Pulvers. Links stand es etwa 1cm hoch. Keine Ahnung, was das war. Jetzt sind die Vergaser sauber, leichtgänging und erst einmal montiert.
    Aber:
    Müssen die beiden Bohrungen im Drosselschieber nach vorn oder hinten zeigen?
    Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Choke-Schieber rechts wieder richtig zusammengesetzt habe oder um 180° drehte. Wo liegt in geschlossenem Zustand (Choke gezogen) das Langloch?



    Dann habe ich erst einmal folgende Fragen:
    In welche Ecken muß ich noch schauen, wenn ich die Maschine ordentlich wieder herrichten möchte?

    Ein Synchrontester muß nun wohl auch ins Haus. Welcher (bitte möglichst mit Quelle) ist empfehlenswert.
    Welches Öl - und wieviel davon kommt serienmäßig in den Motor?
    Welche Zündkerzen gehören hinein - und sind die entsprechenden Platinum /Iridium-Varianten beim Boxer sinnvoll?
    Welcher Elektrodenabstand ist nötig?
    Gibt es Ersatzteile, die ich besser bei BMW kaufe?
    Edit: Im Moment dreht die Maschine im Lehrlauf mit knapp 4000 Umdrehungen. Links brennt heißer als rechts (Messung am Krümmer). Gibt es Tips zur Abhilfe?

    Sooo, nun hoffe ich auf Eure Hilfe, durchforste weiter das Forum und danke für Eure Zeit und Unterstützung.

    Gruß,
    Again

  2. Registriert seit
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    Standard Booah eyh

    #2
    das kann Dauern

    Du hast ne Dauerbaustelle und die wird Dich so um die 3 Mille kosten

    Das weiße Pulver ist Oxydation

    Tank ist sicher innen auch nich so toll, Mach erst mal alles ab und sauber. Dabei wirst Du jede Menge Baustellen finden und hier im Forum diejenigen die Dir helfen können und auch werden ..

    Deine Fragen lassen erkennen ,dass Du Dich noch nicht mit BMW 2V beschäftigt hast. Ich würde vorschlagen, dass Du Bauabschnittmäßig Deine Fragen stellst und es wird Dir sicher jemand helfen können.

    Ach ja ! WAS isses denn für ne 8oer ?? (Bj ?) und evtl schau mal bei den Spezis ins Forum 2v-ventiler.de (sorry , aber da isser sicher auch gut beraten..)

  3. Registriert seit
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    Standard

    #3
    Hallo,
    ich kann Dirk nur zustimmen. Das wird eine größere Aktion. Willst Du die GS nur zum Fahren oder soll sie auf Dauer auch optisch aufgemöbelt werden?
    Als Synchrontester kann ich den Twinmax empfehlen: http://www.twinmax.de/
    Vergaser gereinigt war schon mal gut. Wieviel km hat die GS gelaufen? Nach ca. 50 tkm sollten die Zylinderköpfe überholt werden (Ventilführungen neu).
    Tacho kann man instandsetzen lassen (http://www.ka-ja-tacho.de/site.php).
    oder gebrauchten kaufen.
    Wenn die Kiste erst mal läuft, kannst Du alles weitere nach und nach machen. In der Nachbarkneipe (http://www.2-ventiler.de) gibt es auch sehr kompetente Köpfe. Viel Erfolg!!

  4. Registriert seit
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    Standard

    #4
    Danke für Eure Verweise ans andere Forum. Dann werde ich mich mal dorthin aufmachen.

    Die Fragen bzgl. Choke und Drosselschieber sind inzwischen geklärt. Es gab Vor-Ort-Hilfe.

    @Dirk Baujahr steht doch oben: 1991. Der Tank sieht übrigens gut aus (war mit nem Endoskop drin.
    Ist klar, daß ich mich mit den Geräten noch nicht beschäftigt hab. Bisher bestand ja auch kein Grund, denn das Einzige Mopped an dem ich ab und zu schraube, ist die 600er Suse vom Nachbarn.

    @Andi
    Den tester werde ich mir mal näher ansehen. Das Pendelprinzip gefällt mir besser als Einzeluhren.
    Zuerst soll das alte Mädel technisch überholt werden. Danach geht es dann an das Ausbessern der optischen Kleinigkeiten. Im Prinzip wird das ein Sonntagsmopped. Zum Kilometerstand kann ich nix sagen insofern ist die Arie mit den Ventilsitzen evtl. ratsam.

    Gruß,
    Again

  5. Registriert seit
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    Standard

    #5
    Hi,
    Literatur hab ich das Rep.-Handbuch von der R100R von Bucheli, ist billiger und steht auch alles drin was du für die 80/100 GS für die Motoren/Getriebe Inspektion oder auch Überhohlung brauchst.
    Grundvoraussetzungen des Schraubens sollten aber gegeben sein.
    Und so wie Di@k schon schrieb, viel Zeit und Geld und auch dass die Lust nicht ausgeht!!!!!!!!!!

    Gruss Ralf

  6. Registriert seit
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    Standard sie läuft wieder

    #6
    Sooo, nun darf ich mich auch GS-Treiber nennen.

    Die gute alte R80 läuft wieder. Das war ein hartes Stück Arbeit an solider Grundsubstanz. Trotzdem habe ich häufig geschluckt, wenn ich wieder ein neues Problem fand.
    Die tatsächliche Arbeitsliste ist lang. In Summa kann ich sagen, daß das Getriebe und das HAG zu blieben. An die KW mußte ich auch nicht ran. Alles Andere schrie nach Hilfe. Auch Rost war ein Thema.

    Bei den geschätzten Kosten aus Euren Postings oben lagt Ihr gar nicht schlecht. Die Grundorientierung erschien mir zwar heftig aber dank Tacho (über 300) und Auspuffsammler (250) wurde das Ganze teurer als mir lieb war.

    Nun steht die Reifenfrage noch an, da die Metzeler zwar noch genug Profil haben, aber um die Blöcke Risse kommen.
    Im Dschungel der Reifenangebote fühle ich mich etwas im Wald stehend.

    Bei einer Sache bin ich noch am Grübeln: Gehe ich in eine Linkskurve, scheint das Hinterrad während des Hineinlegens plötzlich kurz nach außen weg zu wollen. Ein unangenehmes Gefühl. Nach rechts tritt das nicht auf.
    Habt Ihr Ideen zur Lösung?

    Anbei ein paar Bilder:
    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken staender.jpg   sammler.jpg   koffer_li-26.jpg   fertig.jpg  


  7. Registriert seit
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    Standard vielleicht

    #7
    ne blöde Frage: Wieviel Luftdruck ist drauf und wie alt sind die Reifen??

    Ich fahr auf beiden fahrbaren grad den BT 45 (Bridgestone)

  8. Registriert seit
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    Standard

    #8
    so blöd ist die Frage gar nicht. Vorne 2.5, hinten 2.8., Solobetrieb.
    Heute bin ich die erste zusammenhängende Tour gefahren und glaube fast, daß das Syndrom mit der langen Steherei zusammenhing, denn es nahm mit der Farbveränderung der Pneus ab.

  9. Registriert seit
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    Standard

    #9
    Zitat Zitat von Again Beitrag anzeigen
    so blöd ist die Frage gar nicht. Vorne 2.5, hinten 2.8., Solobetrieb.
    Heute bin ich die erste zusammenhängende Tour gefahren und glaube fast, daß das Syndrom mit der langen Steherei zusammenhing, denn es nahm mit der Farbveränderung der Pneus ab.
    Das wäre jetzt auch meine Vermutung gewesen - Pnöö eckig gestanden oder gefahren. Oder eben bockelhartes Gummi...
    Glückwunsch zur Fleissarbeit!

  10. Registriert seit
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    Standard

    #10
    Mein Reifentipp:

    Conti Trail Attack. Sehr handlich und klebt wie die Sau.


 
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