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Tacho spinnt bei Kälte

Erstellt von bigben92, 06.02.2012, 18:53 Uhr · 14 Antworten · 3.330 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    #11
    Zitat Zitat von cowglide Beitrag anzeigen
    Hallo Ben,

    im Nachbarforum hatte ich vergangenen Herbst das selbe Problem an meiner PD geschildert.
    Antwort des dortigen Instrumentespezialisten war den Tacho auszubauen und mit dem Zifferblatt nach oben in den Backofen zu legen. Werksseitige Temperaturauslegung ist max.60°C.

    Hier der Link zum wenig ergiebigen Fred
    http://2-ventiler.de/vbboard/showthr...light=cowglide

    und hier die ergiebigere Antwort des Spezialisten:

    "...normalerweise ist Zeigerpendeln ein Zeichen für Fremdkörper oder beginnende
    Schäden in der Kupplung; allerdings könnte ich mir da einen Temperatureinfluss
    nicht vorstellen. Es hört sich fast an, als wäre Fett in der Magnetkupplung.
    Ist es kalt und das Fett zäh, nimmt die Magnetscheibe die Aluglocke sporadisch mit.
    Ist es wärmer, hört der Effekt auf; wäre jedenfalls eine treffende Erklärung.
    Da die Instrumente für 60° Umgebungstemperatur ausgelegt sind, würde ich den
    Patienten mal bei dieser Temperatur für eine Stunde in den Backofen stellen.
    Sollte die Fettidee richtig sein, müsste das Symptom nachher geringer oder weg sein...."

    Daraufhin hab ich den Tacho ausgebaut, den Backofen auf 50°C (sicherheitshalber weil mein Backofen eine alte Kiste ist...) eingestellt und den Tacho etwa eine Stunde dringelassen. Wieder eingebaut funktioniert er auch bei niedrigen Temperaturen ohne Symptome wieder. Demnach muß die Fetttheorie für meinen Fall zutreffend gewesen sein.
    Wie gut er derzeit bei den extremen Temperaturen tut kann ich nicht sagen, weil mir zum fahren schlichtweg zu kalt ist.

    Viel Glück beim Nachmachen!

    Gruß
    Frank
    Vielen Dank für den tip, das werd ich wenn ich zeit hab mal ausprobieren. Ist ja zumindest eine sehr kostengünstige lösung.

    Zitat Zitat von Hermann (aus E) Beitrag anzeigen
    ...das würde vielleicht erklären, warum sich mein Tacho selbst repariert hat. Meine Methode muss dann wohl schöner, aber vielleicht auch teurer gewesen sein...
    Ich war bei über 30 Grad im Schatten auf Sardinien und bin Mopped gefahren

    Gruß Hermann
    Oder ich warte bis es Sommer wird und machs wie hermann.

    lg ben

  2. Registriert seit
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    #12
    Die mechanischen Tachos haben eine mit Silikon-Fett gefüllte Dämpfungsdose eingebaut. Diese verliert ihre Funktion mit steigendem Alter, einerseits durch Fettaustritt andererseits durch Aushärtung des Fetts. Die Folge davon ist starkes Zeigerpendeln oder auch eigenartige Zeigersprünge im Betrieb.

    Die Funktionsweise eines mechanischen Tachso ist ja sehr einfach: Über die Tachowelle wird ein Dauermagnet im Tacho gedreht. Dieser befindet sich in einer Aluglocke, in welcher Wirbelströme induziert werden und dadurch wird diese Glocke mitgedreht. Da diese Glocke gegen eine Feder anläuft, daher mit steigendem Drehwinkel die Rückstellkraft grösser wird, zeigt der Verdrehwinkel recht zuverlässig die Drehzal der Tachowelle an. An dieser Glocke ist die Tachonadel befestigt, welche dann auf dem Zifferblatt die gefahrene Geschwindigkeit anzeigt. Um die Ausseneinflüsse wie Vibrationen, Beschleunigungen, Bodenwellen, etc. abzudämpfen, ist diese Dämpfungsdose eingebaut.
    Wenn nun die Dämpfung nicht mehr stimmt, kommt es zu Fehlern in der Anzeige. Auch bei kalten Temperaturen, wenn die Viskosität des Fetts zunimmt, kann es zu Fehlern kommen. Temperaturbehandlungen wie beschrieben können nur eine sehr kurzfristige Lösung darstellen.
    Man kann die alten Tachos revidieren und auch die Dämpfungsdose wieder neu befüllen, wobei es auch falsch laufen kann. Nach einer Revision hatte ich zu viel Dämpfung. Beim Losfahren blieb die Nadel lange bei Null, um dann schlagartig auf die tatsächlich anliegenden 80-100km/h zu hüpfen. Beim Anhalten gabs den gleichen Effekt, die Nadel blieb bei 80 stehen und kam nur sehr langsam wieder runter auf Null, obschon das Motorrad schon lange stand.
    Optimal wäre nun ein Umbau der Mechanik, in dem man die Drehzahl elektrisch misst und die Nadel entsprechend elektrisch betreiben würde. Sowas habe ich allerdings noch nie gesehen.

    Greetz

  3. Registriert seit
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    #13
    Moin,
    der Dämpfer scheint mit einer Art Silikonfett befüllt zu sein.
    Das dürfte kaum verhärten.
    Der Dämpfer ist nach oben offen und die Fettfüllung kann austreten.
    In Kombination mit Abrieb kann es dann dazu kommen dass sich da sowas wie "Fremdkörper" bilden die sich irgendwo dazuwischen setzen und Unruhe stiften.

    Ich hab mal vor Jahren einen GS Tacho mit den selben Problemem komplett zerlegt und den Dämpfer mit ganz normalen Silikonfett (aussm Fahrradladen) neu befüllt.
    Das gefrickel die Tachonadel in einer brauchbaren Position wieder aufzustecken war dabei das größte Problem.
    Der Ring mit dem das Glas befestigt ist sieht sehr beschissen aus (hab halt den alten Ring den ich vorher mit Schraubendreher und Zange geöffnet hab mangels besserer Alternativen wieder verwendet), aber seither tut der Tacho wie ne eins.

    Zufall werden die einen sagen. Genau das selbe behaupte ich auch

    Gruß
    Frank

  4. Registriert seit
    01.03.2009
    Beiträge
    195

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    #14
    Hallo, Probleme mit dem Tacho der GS gibt´s also auch bei Anderen.
    Meine hat das Wackeln wenn sie warm wird und auch die Aussentemperatur höher liegt (über 25C°). Sonst ist Ruhe.
    Woher könnte das denn kommen?

    Gruss Ralf

    P.S. Tacho überholen hab ich früher mal bei KAJA-Tachodienst machen lassen. Was zwar bei einer 750 Four, geht bei der GS bestimmt aber auch!

  5. Registriert seit
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    250

    Standard

    #15
    Es gibt nur 2 Ursachen für's Wackeln: Welle oder Dämpfung.

    Greetz


 
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