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Der etwas andere Kettenschmierer

Erstellt von gondolf, 29.04.2010, 21:46 Uhr · 128 Antworten · 31.187 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    So mancher meint O-Ring Ketten brauchen kaum noch Schmierung, und Oel oder Fett sind heute hauptsächlich zum Korrionsschutz gedacht. Das ist ist der augenscheinliche Punkt. Aber das ist eigentlich die geringste Aufgabe.

    Viel wichtiger ist die Schmierung, speziell der Rollen. Das Öl oder das noch nicht ausgelüftete Kettenspray haben sehr gute kapillare Eigenschaften. Schmierpunkte hier:



    Aus der Grafik ergibt sich auch warum das feucht halten der O-Ringe ebenso oder vielleicht fast noch wichtiger ist ... und noch weniger augenscheinlich! Beides geschieht am allerbesten kontinuierlich.

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    Wie Peter schon schreibt wird die meiste Reibung bei einer Rollenkette an der Fläche zwischen der Kettenhülse (Bushing) und der Unterseite der Kettenrolle (Roller, hier Hellgrau dargestellt) erzeugt. Das innere Gelenk Bolzen und Hülse der Kette wird ja durch die Fettschmierung geschmiert.
    Läuft eine Kette ohne Schmierung entsteht bei der Drehbewegung der Rolle zur Hülse so viel Reibung, dass die Kette sehr heiß wird. Die Fettfüllung wird flüssig und dehnt sich aus. Jetzt ändert das Fett sein Volumen und der Dichtring kann die Fettfüllung nicht mehr halten. Das Fett tritt aus und das Gelenk bekommt eine Mangelschmierung. Nun reibt sich der Bolzen und die Hülse gegenseitig auf und bekommen Spiel. Das ist dann Kettenlängung.
    Viele Menschen glauben Kettenlängung ist das Langziehen der Laschen, das ist natürlich Käse.
    Nun wird die Kette permanent zu heiß im nicht geschmierten Gelenk. Der Dichtring überhitzt und bekommt Risse. Wasser dringt in die Kette ein und spült den Abrieb nach außen, zusammen mit den letzten Fettresten. Das zeigt sich an den rostigen Stellen um den Dichtring.
    Nun geht es sehr schnell. Die Kette muss permanent nachgespannt werden und ist eigentlich schon hinüber.

    Übrigens kann eine Kette, die nicht verschlissen ist im Straßenbetrieb nicht abspringen. Dazu muss sie über die Zähne der Zahnräder gelangen. Das geht nur, wenn sie massiv gelängt ist, sprich das Kettengelenk so viel Spiel hat, dass sie über die Zähne des Kettenrades oder des Ritzels passt.

    Eine perfekte Schmierung durch einen Öler, der eben den Ölfluss genau passend hällt ist auch hier ein deutlicher Vorteil. Denn bei einfachen Ölern kommt nicht nur mal zu viel Öl, sondern auch mal zu wenig.

    Allzeit gute Fahrt

    Heiko

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    Ein Extremfall von dem was der Heiko meinte:



    Wer roten "Staub" auf seiner Kette sieht, der darf sie getrost als Müll ansehen, auch wenn es meist weit weniger offensichtlich ist.

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    Standard McCoi Kettenöler

    Hallo zusammen,

    bin immer noch nicht fertig mit dem Thema. Hab mittlerweise Hobbits Einwände gefressen und verinnerlicht. Prinzipiell hat er recht. Habe da aber auch nach Alternativen zu geregelten Kettenölern mit Regen- und Geschwindigkeitssensoren etc gesucht. Und ich bin fündig geworden.

    Hat irgendjemand Erfahrungen mit dem McCoi Kettenöler? Scheint mir neben CLS und Scotty auch kein schlechter Ansatz zu sein, auch wenn man keine 2 linke Hände haben sollte wenns denn preiswerter gehen soll. Zusätzliches Leckerchen bei der teuersten Variante dann aber im gleichen Preisniveau wie die beiden Mitbewerber: USB-Anschluß mit zusätzlicher Einstellmöglichkeit per Schlepptop.

    Wäre mal interessant zu hören obs einer schon verbaut hat. Egal in welcher Variante.

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    Zitat Zitat von moeli Beitrag anzeigen
    ...
    Hat irgendjemand Erfahrungen mit dem McCoi Kettenöler?
    ...
    Ich! Vor etwa 4 Jahren habe ich mich an ihm versucht.
    Und ich gestehe, ich bin beim Zusammenlöten der Komponenten auf ganzer Länge gescheitert. Entweder waren die Lötstellen zu "kalt" oder zu "heiß" (gibts´s das?). Die Mechanik einzubauen, war kein größers Problem, aber das Löten eben. Gäbe es diesen Öler fertig zu kaufen, dann würde ich ihn für mich aber durchaus in Betracht ziehen.

  6. Registriert seit
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    Also auf der Website kann man den McCoi auch als fertig montiertes Teil kaufen, nix mit Löten...

    Grüße!!

    PS: http://www.mccoi.de/

    Edit: Ok, nur die limitierte USB-Version gibt es fertig gelötet und kostet 220,-. Alle anderen "Komplett-Sets" müssen auch selbst gelötet werden...

  7. Registriert seit
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    Ich weiss aus Berichten anderer Motorradfahrer das der gut funktioniert. Aber man muss mit dem Lötkolben umzugehen wissen.

    Ich denke, dies ist der ernste Konkurrent zum CLS200. Muss halt jeder selber wissen ob er das zusammenbasteln möchte.

  8. Registriert seit
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    Hallo,

    mal nach oben mit dem Fred .

    Ich schwanke gerade zwischen dem Kauf eines Oilers und dem Kauf so eines Carbon Schmierblocks für die F 650 meiner Frau. Den Fred habe ich gelesen und viele andere in weiteren Foren. Auch das Videos habe ich mir angesehen. Jetzt kann es ja aber durchaus sein, dass anfängliche Probleme behoben wurden oder die Montage in den Negativfällen nicht optimal war. Daher bin ich noch ein wenig unschlüssig.

    Mich würde interessieren, ob von den "Pionieren" hier noch jemand die Feststoffschmierung verwendet und welche Langzeiterfahrungen vorliegen. Oder sind alle wieder davon weg? Dann würde ich wohl auch eher die Finger davon lassen.

    Regelmäßig Kettenfett nehmen ist keine Option, die Diskussion habe ich hinter mir. Wer mag, kann gerne noch mal sein Glück versuchen .

    Viele Grüße
    Carsten

  9. Registriert seit
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    Die Problematik ist , dass der Festschmierstoff nicht unter die Rollen gelangt. Das ist eigentlich keine Anfangsschwierigkeit sondern ein Fehler im System selbst. Schunk ist ursprünglich davon ausgegangen (das stand auch so mal online auf der HP von Carbon for Bikes), dass man bei einer Motorradkette die Schmierung auf der Fläche der Rolle und des Zahnrades braucht. Da das System aber genau das macht funktioniert es nicht.

    Ich habe auch dieses Jahr wieder Motorradfahrer getroffen, die dieses System verbaut hatten. Wenn man die Kette nach einer Fahrt anfasst ist diese sehr warm um nicht zu sagen heiß. Das kommt durch die Reibung zwischen der Rolle und der Hülse. Ergo ist da keine ausreichende Schmierung vorhanden.

    Hier mal die Erfahrung eines eher zahm fahrenden Versysfahrers :

    Meine Feststoff geschmierte Kette hat 30000 km gehalten, also etwas länger als meine gesprühten.
    Mein Fazit fällt gemischt aus:
    Der Feststoff schmiert
    Die Kette wirkt trotzdem extrem ungepflegt, weil rostig
    Für die Laufleistung doch recht teuer (alle 10000km 35 € für eine neue Schiene)

    Ich sehe an Tine´s Scott geölter Maschine, dass das doch relativ gut funktioniert und schaue immer neidisch darauf, wie gepflegt die Kette im Vergleich aussieht.
    Werde die Reserveschienen, die ich habe, noch verwenden und schauen, ob ich das Rostproblem mit WD 40 in den Griff kriege; wenn ich dabei zuviel Aufwand treiben muss, war´s das und das System fliegt raus.

    Ich würde Die sehr zu einem Öler raten. Da ich der Chef von CLS bin, natürlich zu einem meiner Systeme. Ich bin im Frühjahr wieder auf einigen Messen. Vielleicht kannst Du, wenn Du Interesse daran hast Die die Sache live ansehen und ich kann Dir dazu auch noch mehr sagen.

    Allzeit gute Fahrt

    Heiko

    - - - Aktualisiert - - -

    Die Problematik ist , dass der Festschmierstoff nicht unter die Rollen gelangt. Das ist eigentlich keine Anfangsschwierigkeit sondern ein Fehler im System selbst. Schunk ist ursprünglich davon ausgegangen (das stand auch so mal online auf der HP von Carbon for Bikes), dass man bei einer Motorradkette die Schmierung auf der Fläche der Rolle und des Zahnrades braucht. Da das System aber genau das macht funktioniert es nicht.

    Ich habe auch dieses Jahr wieder Motorradfahrer getroffen, die dieses System verbaut hatten. Wenn man die Kette nach einer Fahrt anfasst ist diese sehr warm um nicht zu sagen heiß. Das kommt durch die Reibung zwischen der Rolle und der Hülse. Ergo ist da keine ausreichende Schmierung vorhanden.

    Hier mal die Erfahrung eines eher zahm fahrenden Versysfahrers :

    Meine Feststoff geschmierte Kette hat 30000 km gehalten, also etwas länger als meine gesprühten.
    Mein Fazit fällt gemischt aus:
    Der Feststoff schmiert
    Die Kette wirkt trotzdem extrem ungepflegt, weil rostig
    Für die Laufleistung doch recht teuer (alle 10000km 35 € für eine neue Schiene)

    Ich sehe an Tine´s Scott geölter Maschine, dass das doch relativ gut funktioniert und schaue immer neidisch darauf, wie gepflegt die Kette im Vergleich aussieht.
    Werde die Reserveschienen, die ich habe, noch verwenden und schauen, ob ich das Rostproblem mit WD 40 in den Griff kriege; wenn ich dabei zuviel Aufwand treiben muss, war´s das und das System fliegt raus.

    Ich würde Die sehr zu einem Öler raten. Da ich der Chef von CLS bin, natürlich zu einem meiner Systeme. Ich bin im Frühjahr wieder auf einigen Messen. Vielleicht kannst Du, wenn Du Interesse daran hast Die die Sache live ansehen und ich kann Dir dazu auch noch mehr sagen.

    Allzeit gute Fahrt

    Heiko

  10. Registriert seit
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    613

    Standard

    Ich habe das Schunk-System jetzt über 2 Jahre verbaut und die Kette ist immer noch top. Nach anfänglichen Flugrostproblemen benutze ich im Winter ab und zu etwas weißes Kettenspray und gut ist. Ansonsten null Pflege. Die Bestätigung über den guten Kettenzustand trifft übrigens auch mein Freundlicher bei den Inspektionen, wo ich ihn immer um einen besonderen Blick auf dieselbe werfen lasse. Und bei mir hält ein Graphitblock deutlich länger als 10.000 km!
    ich bleibe dabei!
    Übrigens verbaut Schunk das Feststoffschmiersystem eigentlich hauptsächlich bei Industrie-Großanlagen mit Kettenantrieben. Wenn das da nicht funzen würde, wären die bestimmt schon lange nicht mehr damit auf dem Markt.


 
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