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Probefahrt G650X in der Eifel

Erstellt von MP, 27.06.2007, 17:15 Uhr · 4 Antworten · 3.963 Aufrufe

  1. MP
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    Lächeln Test G650Xchallenge, Xcountry und Xmoto

    #1
    Moin, moin,

    ich hatte am 16.06.07 die Gelegenheit, alle drei G650X-Modelle mal zu fahren. Anbei meine persönliche und selbstverständlich rein subjektive Meinung.

    Hinweis: ich verfüge über keinerlei Hardcrosser o.ä. Erfahrung. Ich würde mich bestenfalls als "Gelegenheitsendurowanderer mit R1100GS" bezeichnen.

    Die Xchallenge wartet auf mich. Mit ihren 930 mm Sitzhöhe empfinde ich sie im ersten Moment als sehr hoch, obwohl ich mit 184 cm nicht gerade klein bin. Ich komme auf beiden Seiten so gerade mit den Zehenspitzen an die Erde. Auf dem Trialparcour fehlt mir daher zunächst ein wenig Sicherheitsgefühl. Ok, es ist a) ein unbekanntes Motorrad und b) nicht mein Motorrad. Das spielt sicher eine Rolle. Später auf der Straße und auf der ebenfalls gefahrenen Schotterpiste bereitet mir die hohe Sitzposition dann überhaupt kein Problem mehr.

    Stehend, im ersten und gelegentlich im zweiten Gang zirkele ich über die Wiese. Den kleinen Parcour meistere ich nach ein paar Runden zunehmend besser und ich gewinne Vertrauen. Die Lenkerposition passt bestens zum Enduro-Fahren im Stehen. Die schmale Taille und der engen Knieschluss überzeugen. Der neue Rotax-Eintopf liefert verwertbaren Vortrieb ohne Hacken ab ca. 2500 U/min und zieht sauber ab ca. 3000 U/min. Der Kraftschluss lässt sich wunderbar exakt und deutlich über die leicht zu bedienende Kupplung regeln. Die Bremswirkung des 650 ccm Motors fällt erstaunlich gering aus. Sauber überträgt er seine Kraft auf das Hinterrad. Kein Ruckeln im Endantriebsstrang vermiest die Linie. Der Spritvorrat im Rahmendreieck trägt spürbar zum niedrigen Schwerpunkt bei. Ich bin begeistert. Noch nie hatte ich mit einer BMW auf langsamen, trialartigen Passagen so viel Spaß.

    Ich führe die Xchallenge auf die Straße. Die Challenge ist mit Metzeler Enduro 3 bereift, einem eher straßenorientierten Pneu als z.B. TKC80 oder Karoo. Das Fahrverhalten ist absolut neutral und vertrauenerweckend. Der 21" Vorderreifen verlangt etwas mehr Nachdruck wenn man in die Kurve geht und man merkt natürlich auch die quer eingebaute Kurbelwelle. Ich finde das Fahrverhalten allerdings erheblich besser als z.B. mit der F650GS Dakar oder der KTM LC4. Die sind spürbar träger. Das Getriebe lässt sich sauber schalten. Die Schaltwege sind angenehm kurz und die Gänge rasten sauber ein. Ab etwa 100 km/h sind deutlich Kribbelvibrationen am Allerwertesten zu spüren. Vom Rüttelplattencharme der LC4 ist die BMW jedoch Lichtjahre entfernt.

    Ich biege ab und nehme einen geschotterten, stellenweise sehr welligen Forstweg unter die Räder. Die Regenfälle der vergangenen Tage haben Ablaufrinnen in die Fahrbahn gegraben. Das Luftfederbein finde ich auf der Schotterpiste einfach nur genial. Im Vergleich zu meinem Eisenschwein namens R1100GS ist es, als ob man über die Buckel, Rillen, Kanten und Löcher nur so fliegt. Ich kenne die Schotterpiste ziemlich gut. Die Stellen, die ich sonst mit der GS eher meide, sind mit der Challenge einfach nur ein Riesenspaß. Das feine Fahrwerk sorgt für guten Bodenkontakt, optimalen Grip und steckt auch grobe Schläge sauber weg. Wie bei der Xmoto erledigt bei der Marzocchi-Gabel der linke Holm die Auswärtsdämpfung, der rechte Holm die Einwärtsdämpfung. So können Zug- und Druckstufe bequem von oben justiert werden. Das Luftdruckfederbein lässt sich wie bei der HP2 mittels Luftpumpe und Libelle einstellen.

    Unmittelbar nach der Challenge bin ich auf die Moto umgestiegen. Ich empfand sie im direkten Vergleich zur Xchallenge als ungeheuer nervös. Man gewöhnt sich aber nicht nur sehr schnell daran, sondern man lechzt geradezu nach der nächsten Kurve. Ich bin vom Fahrtwind über Liers und Obliers die Micky-Maus-Serpentinen nach Lind raufgefahren und dann wieder runter ins Ahrtal nach Ahrbrück. Die Strecke fahre ich mit der GS ziemlich oft. Ich muss sagen, dass die Strecke noch nie so viel Spaß gemacht hat. Es war ein völlig neues, ich muss gestehen auch sehr berauschendes Fahrgefühl. Ich kam ziemlich aufgeputscht und ekstatisch wieder im Fahrtwind an. Was für ein geiles Gerät.

    Auch die Xcountry bin ich gefahren, allerdings nur kurz auf dem Trialparcour. Fahrerisch gefiel sie mir überhaupt nicht. Man ist von der Sitzposition zu festgelegt. Irgendwie ist das Motorrad nicht Fisch, nicht Fleisch. Naja, kann sein, dass gerade das das Konzept ist. Die Optik gefällt mir aber weiterhin recht gut, eigentlich immer noch am besten von den dreien.

    Als Fazit muss ich sagen, dass sowohl die Challenge als auch die Moto die knackigsten BMW-Eintöpfe sind, mit denen ich je gefahren bin. Ok, für den Wettbewerbseinsatz sind sowohl Xchallenge als auch Xmoto wohlzu schwer und zu schwach motorisiert. Wer aber wie ich gerne kleine, schmale Straßen fährt und dabei an (kaum) einer geschotterten Piste vorbei fahren kann, der hat mit der Challenge enorm viel Spaß. Reiselustige müssen sich aber mit dem kleinen Tank, der schmalen und harten Sitzbank und den eingeschränkten Unterbringungsmöglichkeiten für Gepäck schon etwas einschränken. Auch auf der Autobahn macht die G650X, Challenge wie Moto sicher überhaupt keinen Spaß. Wer aber überwiegend Tagestouren fährt und nur gelegentlich mal auf Reise geht, für den ist die G650X aber ein erstklassiges Spaßgerät – (auch) auf Schotter die Challenge, auf der Straße die Moto. Wäre das fehlende Kleingeld nicht, ich könnte echt schwach werden.

  2. Registriert seit
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    #2
    Hallo Michael,

    spät entdeckt... aber umso interessanter zu lesen. Einzig *was* Dir genau an der country nicht gefallen hat, hab ich nicht verstanden. moto und challenge kann ich mir sehr gut vorstellen... danke für den Bericht!

  3. MP
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    Blinzeln XCountry

    #3
    Zitat Zitat von AMGaida
    ...Einzig *was* Dir genau an der country nicht gefallen hat, hab ich nicht verstanden. ...
    Hallo Andreas,

    Zitat Zitat von MP
    ... Man ist von der Sitzposition zu festgelegt. ...
    Ok, ich hätte das noch weiter ausführen können. Gemeint ist die Stufe in der Sitzbank, die mich für meinen Geschmack sehr nah an den Lenker zwingt. Kleinere Fahrer werden damit kein Problem haben.

  4. Registriert seit
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    #4
    schöner Bericht.

    Ich hatte die XMoto mal einen Tag und muss sagen, dass ich die Untermotorisierung viel krasser empfunden habe als Du. Richtig träge fand ich die. Ansonsten sehr handlich aber zu wenig Schräglagenfreiheit, da die Rasten zu schnell schleifen. Ich denke, dass die neue 60er Kati das alles besser kann

  5. Registriert seit
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    #5
    Ich denke die Xmoto fährt viel besser mit einen 15 zähne Ritzel und die Lufi deckel entfernt.

    Solange mann nur B-straßen fährst soll das reichen doch?


 

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