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Simmerringwechsel nach 1600 KM

Erstellt von hjsima, 17.09.2014, 20:50 Uhr · 25 Antworten · 1.974 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    #11
    Da ich meine Maschine immer warmfahre, bevor ich sie auf Drehzahl bringe, seh ich darin nicht so das große Problem. Und für Kurzstreckenfahrten wird sie auch nicht verwendet.

    Was schlimmes genau passiert denn, wenn man das Motorrad so einfährt wie ich es getan hab?

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    #12
    Hallo zusammen.

    Muss Wolfgang A. leider zustimmen. Nicht das hier irgendein unerfahrener Neuling den Tipp mit dem "gut eingefahren" nachmacht.

    Zur Erklärung:
    Wenn ein neuer Motor egal welchen Fabrikats und Hubraum am Anfang lange (und 100km ist da schon lange!) bei nahezu konstanter Drehzahl im gleichen Gang gefahren wird, also genau das was man auf der Autobahn nun mal macht, dann kann das mechanische Probleme bringen. Jeder neue Kolben muss sich erst in seinem ebenso neuen Zylinder "einlaufen", hier gehts im Durchmesser um 100ertstel Millimeter, deshalb gibts zum Abdichten ja auch Kolbenringe, und bei neuen Mopeds ein dickflüssigeres Einfahröl, das dann bei der "1000er - Einfahrkontrolle" gewechselt wird.

    Wenn also nun dieser (heiße) Kolben immer den gleichen Hub hat wegen lange gleicher Drehzahl, dann bildet sich im weicheren Zylindermaterial ein kleine "Kante", weil, bedingt durch die Massenträgheit des Kolbens, dieser immer an der gleichen Stelle seinen oberen Totpunkt hat. Das Material des Zylinders wird hier minimal weggeschliffen. Deshalb ist es am Anfang wichtig, immer in verschiedenen Drehzahlen zu fahren, d.h. Stadtverkehr und kurvige Landstrasse. Nur dann wird der Zylinder gleichmäßig abgeschliffen und es bildet sich keine Kante, weil der Totpunkt des Kolbens sich mit veränderter Drehzahl auch verändert.

    Hat sich durch falsches Einfahren einmal eine kleine Kante gebildet, dann kanns gefährlich werden. Natürlich tritt deshalb kein Öl aus, und das Moped schnurrt bis 120 (Deine Einfahrgeschwindigkeit) tatsächlich wie ein Kätzchen. Das ist aber kein Kriterium für "Gut eingefahren". Durch Wärmeausdehnung und die besagte Kante, die sich gebildet haben kann, kann es plötzlich bei höheren Drehzahlen zum fiesen Kolbenklemmer kommen, weil der Kolben ein kleines Stückchen höher rutscht (oberer Totpunkt) also über die Kante und dann hängen bleibt.

    Einen solchen Kolbenklemmer brauche ich ja wohl nicht weiter zu erklären, kann SEHR böse enden. Blitzartige Blockade des Hinterrades, und das bei hoher Geschwindigkeit, na Gute Nacht.
    Gutes Einfahren kann man von aussen leider nicht erkennen, weder an Geräuschen, noch an der Leistung. Kein Ölverlust bei einem neuwertigen Moped ist ja wohl selbstverständlich und das es gut "zieht" ist auch kein Kriterium für "gut eingefahren".

    Meine G650GS hab ich im Mai (2014) bekommen, megasanft eingefahren, und erst jetzt bei über 6000km geh ich ab und zu mal in den Begrenzer. Nicht immer, aber immer öfter. Die ersten 1000km war ich nicht einen Kilometer auf der Autobahn, bis 2000 nicht einmal im Begrenzer. Jetzt sagt Ihr bestimmt, das sei "zu sanft" gewesen, aber glaubt mir, meine "verliert auch kein Öl und schnurrt auch wie ein Kätzchen".
    Ein Moped gut einfahren ist leider Vertrauenssache, und wenn man die Zusammenhänge nicht kennt (s.o.) dann weiß man gar nicht, was man da eigentlich macht, schade eigentlich. So, genug klug ..........!


    Hab ich das alles so richtig dargestellt, oder kanns jemand noch besser erklären?

    Liebe Grüße aus Kassel, Reiner








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    #13
    Sorry Reiner,

    aber was Du da schreibst ist technisch nicht nachvollziehbar.
    Der Hub des Kolbens ist immer konstant, egal bei welcher Drehzahl und Belastung.
    Es geht um die Komponenten rundherum, wie unter verschiedenen Belastungszuständen eingefahren werden sollten.

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    #14
    Natürlich ist der Kolbenhub immer gleich, den gibt nun mal die Kurbelwelle vor, insofern hat Wolfgang.A vollkommen recht.

    Konstante Drehzahl (besonders relativ hohe) treibt die Motortemperatur in die Höhe und genau dies sollte man während der Einfahrphase vermeiden. Das Material soll sich möglichst langsam aufeinander einspielen. That´s all.

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    #15
    Das mit der Kante hab ich allerdings auch mal gelesen, jedoch mit zu langsamen einfahren
    Eins vorweg, ich glaube da nicht dran, aber wenn die Theorie stimmen würde, wäre das schnelle einfahren bis in den Begrenzer ja dann das Mittel der Wahl, oder . Der Kolben macht ganz weit oben die Kante.
    Der Theorie nach ist der Hub des Kolbens, abhängig von der Drehzahl minimal unterschiedlich. Bei geringer Drehzahl wird der Kolben durch die Fliehkraft nicht so hoch, hier geht's um (mikrometer), geschleudert, wie bei Maximaldrehzahl. Dadurch entsteht die "Kante". Von kolbenklemmern hab ich in dem Zusammenhang noch nicht gehört, aber, dass dann die Kiste im oberen Drehzahlbereich weniger power hat, weil sie ja von der "Kante" eingebremst wird. (Laut der Theorie die ich gehört hab entsteht die Kante so oder so)
    Nichtsdestotrotz, ich denke nicht, dass mich jetzt noch ein Kolbenklemmer erwartet, wenn ich sie bis in den Begrenzer treibe. (1000 mal berührt, 1000 mal ist nichts passiert)
    Ihr hab natürlich recht, optimal war es nicht und wenn man die Wahl hat sollte man das Möp nicht so einfahren. Wollte damit auch nur ausdrücken, dass die Kiste das aber auch aushalten müsste. Auch denke ich das BMWs länger brauchen zum einfahren als Reiskocher das merke ich jetzt, wo sie knapp 15k runter hat.

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    #16
    An Wolfgang A. und Vierventilboxer:
    Hallo Leute.

    Ich glaube, wie ich das geschrieben habe wars missverständlich. Grundsätzlich ist der Hub natürlich immer gleich und durch die Kurbelwelle begrenzt. Wenn ich von einer "Kante" rede, die sich bildet, dann meine ich im Hundertstel-Millimeter-Bereich. Das kannst Du weder sehen, noch mit dem Finger fühlen, trotzdem kann sowas passieren.

    Am oberen Ende der Pleuelstange (heißt das Teil so?), ist der Kolben i.d.R auf einem Nadellager gelagert. Bereits hier ergeben sich geringe Differenzen, die bei der Erwärmung noch größer werden. Wenn der Kolben also lngsam bewegt wird (niedrige Drehzahl), dann schnellt er nicht ganz so weit hoch, wie bei hoher Drehzahl. Lass es vielleicht 0,01mm sein. Das kommt durch die Massenträgheit und die enormen Fliehkräfte die beim Hochschnellen entstehen. Außerdem dehnt sich das Material bei warmen/heißen Motor auch noch etwas aus. Und genau deshalb verändert sich der obere Totpunkt des Kolbens mit entsprechender Drehzahlveränderung ganz minimal, und kann zu den beschriebenen Problemen führen.

    Das alle anderen Teile, wie Getriebe, sämtliche Lager etc. auch schonend eingefahren werden sollten ist doch eh klar.
    Also für mich klingt meine Erklärung durchaus logisch, auch wenn man sichs nur schwer vorstellen kann, da es so minimale Toleranzen sind.

    Hab auf die Schnelle nochwas im Web gefunden dazu:
    Motor Einfahren - simsonklinik
    googlets mal nach!

    Ist zwar auf den Zweitakter bezogen (Simson) aber das Prinzip mit Kolben und Zylinder ist ja hier das gleiche, nur n bisschen kleiner. Hier heißt es im 9. Absatz:

    Wichtigester Prozeß bei einem neuen Motor ist die Glättung der Kolbenlaufbahn im Zylinder. Der Kolbenhub - begrenzt vom oberen und unteren Totpunkt - bleibt aber über den gesamten Drehzahlbereich nicht konstant. Der Umkehrpunkt des Kolbens liegt, bedingt durch die auftretenden Fliehkräfte und massenträgheitsmomente, bei sehr hohen Drehzahlen um Milimeterbruchteile höher als bei niedrigen Drehzahlen. Da sich aber mit zunehmenden Verschleiß am Umkehrpunkt eine fühlbare Stufe in der Zylinderwandung bildet, sorgen wir eben durch das richtige Einfahren dafür, dass die obere Kolbenkante auch bei höchsten Drehzahlen genügend Bewegungsfreiheit behält und nicht etwa an eine Verschleißstufe stößt, die ausschließlich von niedrigen oder mittleren Drehzahlen (zu vorsichtiges Einfahren) fixiert worden ist.

    Ich hab mir das nicht ausgedacht, und eigentlich isses doch auch logisch, oder? Will hier nicht zu rechthaberisch auftreten, aber physikalisch isses doch nachvollziehbar, oder?

    Bin gespannt auf Eure Antworten!
    Gruß, Reiner

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    #17
    Zitat Zitat von Grandy Beitrag anzeigen
    Ihr hab natürlich recht, optimal war es nicht und wenn man die Wahl hat sollte man das Möp nicht so einfahren. Wollte damit auch nur ausdrücken, dass die Kiste das aber auch aushalten müsste. Auch denke ich das BMWs länger brauchen zum einfahren als Reiskocher das merke ich jetzt, wo sie knapp 15k runter hat.
    Hallo Grandy,

    mein Posting bezog sich nur auf Deine Aussage, dass Du Dein Moped damit optimal eingefahren hast.

    Wie bereits geschrieben denke ich, dass es einem aktuellen Motorrad ziemlich egal ist, wie Du ihn einfährst, aber mit konstanter Drehzahl und Belastung ist definitiv nicht "optimal".

  8. X-Moderator
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    #18
    Einen neuen Motor auf der Autobahn "Einzufahren" ist das Schlechteste was man machen kann....
    Deshalb nicht nach machen!!!!

    Gruß Andreas

  9. Registriert seit
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    Standard Simmerringwechsel nach 1600 KM

    #19
    @Wolfgang: ich hab eindeutig den Ironie-Smiley vergessen, das stimmt schon.
    @Andreasmc: Jeder darf wohl sein Motorrad behandeln wie es ihm beliebt, oder etwa nicht!
    Natürlich ist es nicht "perfekt" aber das hatten wir ja nun ausgiebig geklärt und ich auch meine Beweggründe dargelegt. Und wenn jemand in einer ähnlichen Situation wie meiner oder einfach aus Spaß, zur selben Schlussfolgerung kommt und dann genauso handelt, ist das wohl sein eigene Entscheidung!

    Gruß Grandy

  10. X-Moderator
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    #20
    Hallo Grandy,
    du kannst machen was du willst, ist mir Wurscht! Aber zu behaupten das autobahnfahren für ein neuen Motor gut ist, solltest du nicht.
    Aber jetzt wissen es fast alle....
    Gruß Andreas


 
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