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Erfahrungsbericht: Kreuzspeichenräder schwarz pulvern lassen...

Erstellt von ziro, 09.05.2007, 09:22 Uhr · 35 Antworten · 4.935 Aufrufe

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    #21
    Zitat Zitat von ziro Beitrag anzeigen
    Hallo Foristen,

    wollte Euch mal an meinem Schicksal teilhaben lassen...

    Im April 2006 habe ich bei Firma M. aus H. (Speziallist für Kreuzspeichenräder) meine HP2 Räder bearbeiten lassen.

    Ich wollte hinten die HP2 auf eine 4" Felge stellen. Die Felgenring Paarung gab es nicht in der gleichen Farbe. Ich entschied mich für schwarze Räder. Eloxieren war meine Grundidee. Der Chef der Firma riet mir davon ab, weil schon einmal eloxoierte Felgenringe, bei erneuter eloxierter Schwarzfärbung, evtl. fleckig werden können. Er riet mir zur Pulverung.

    Also habe ich meine Nagelneuen ungefahren Felgen, und einen ebenfalls neuen 4" Felgenring nach Hagen geschickt.

    Nach zwei drei Wochen bekam ich die Räder fertig zurück. Ich war ein sehr zufriedener Kunde. Alles sah toll aus.

    Dann bin ich sieben Monate nur Strasse gefahren. Ich nutze meine HP2 nicht im Gelände.

    Ich putze mein Motorrad nicht wirklich regelmäßig, bin mehr so der Fahrtyp.

    Als ich dann zum Winter hin, meine Q ein bisschen pflegen wollte, bemerkte ich rund um die Speichen kleine "Spinnennetze". Könnt Ihr Euch auf dem Foto unten ansehen.

    Ich traute meinen Augen nicht! Unter der Pulverung war irgend etwas in Gange. Und zwar fieseste Oxidation!

    Telefonat mit dem Chef in Hagen, und natürlich das übliche..."haben ich so noch nie gesehen, kenne ich nicht, blabla.."

    Räder nach Absprache vor einer Woche eingeschickt. Jetzt seine Antworten per mail...Die Felgenringe sind sehr stark durch Oxidation beschädigt. Dort wo die Speichen in die Felge gehen. Dort wo die Köpfe sitzen, ist nix.
    Er kann es sich nicht erklären, an Ihrer Qualitätsarbeit kann es jedenfalls nicht liegen. Er meint meine HP2 müsse ein Elektrikproblem haben. Schlecht geerdet oder etwas in der Art.
    ICH solle ihm jetzt einen Vorschlag machen, was mit den Rädern zu tun sei....
    Keine Garantie, keine Kulanz, einfach ein Arschtritt.

    Wenn es nicht so viel Kohle kosten würde, fände ich es witzig.

    Wie ihr Euch denken könnt, bin ich jetzt kein zufriedener Kunde mehr.

    Meine Räder sind gerade auf dem Rückweg. Natürlich unbearbeitet, also Schrott. Grund: Das Vertrauen in die Arbeit in Hagen, ist bei mir auf dem 0-Punkt.

    Ich habe nun eine HP2 aufgebockt in der Garage stehen. Keine Einsatzbereiten Räder. Werde jetzt wohl neue Felgenringe bestellen, und sie Eloxieren lassen, so wie ich es von Anfang an machen wollte.

    Hat einer von Euch ähnliche Erfahrungen mit BMW Kreuzspeichenrädern gemacht?

    Hat BMW etwas in die Motorräder eingebaut, dass die Maschine ihre nicht originalen Räder selber zerstören kann?

    Es grüßt ein sehr enttäuschter ziro
    Hallo Leute,
    schönes Forum habt ihr hier, werde wohl öfters mal vorbeischauen. Das Bildchen kommt mir irgendwie bekannt vor. Meine Borbet Autofelgen haben auch diese Würmer unter dem Klarlack, immer da, wo mal Steinschlag war und insbesondere um das Ventil herum. War allerdings eigene Dummheit, war vorletzten Winter zu faul die Guten abzuschrauben, habe sie mir wohl im Streusalz versaut, obwohl ich immer gleich hinterher bin. Kriegt man leider nicht mehr raus. An meiner GS sind die Felgen noch orig., sehen noch ganz ansehnlich aus, etwas Bremsstaub, will nicht zuviel reiben wegen dem Eloxal. Die Speichenlöcher in der felge sind ganz mehlig weiß und die Ränder etwas angeknabbert. Was haltet ihr davon wenn man die mit Silikon dicht macht. Fahre auch mal gern im Winter wenn die Straße frei ist. Was da erst einmal drin ist , kommt so schnell nicht wieder heraus. Mußte mal im Urlaub zwei gebrochene Speichen wechseln, das war ein mittleres Drama, da die Dinger so fest zuoxidiert waren, das mein Bekannter auch noch das Gewinde absägen mußte, damit die Dinger sich herausziehen ließen.
    Na ja, was geht heute schon ohne Probleme. So hat man wenigstens etwas zu erzählen. Dann mal bis zum nächsten Beitrag Jungs.

  2. BMWHP2 Gast

    Standard Guten Morgen Kollegen

    #22
    Zitat Zitat von ziro Beitrag anzeigen
    Hallo Foristen,

    Hat einer von Euch ähnliche Erfahrungen mit BMW Kreuzspeichenrädern gemacht?

    Hat BMW etwas in die Motorräder eingebaut, dass die Maschine ihre nicht originalen Räder selber zerstören kann?

    Es grüßt ein sehr enttäuschter ziro
    Darf ich auch ein bisschen über etwas das Thema loswerden.

    Das ZIRO Foto zeigt mir eine erhebliche Kontaktkorrosion im Bereich der Speichdurchführung.
    Ursache : Kontaktkorrosion - denn wir haben es grundsätzlich mit zwei unterschiedlichen Materialien zu tun - Edelstahlspeichen - Alu Legierung Felgen.
    Wenn man nun das Alu nicht gegen das Edelstahl schützt ( z. B. chromathältige Grundierung oder Epoxy KTL Lackierung) dann opfert sich das unedlere Material dem edleren - OK ?

    In diesem Fall hat der Beschichter nicht darauf geachtet, dass das ursprüngliche Eloxal nach dem entfernen ( strahlen ) durch eine entsprechende Grundierung (siehe oben ) nachhaltig gesichert wurde und hat einfach munter Pulverbeschichtet.

    Aluminium und artverwandte Legierungen sind für jeden Beschichter / Lackierer eine sehr große Herausforderung, da der Einsatz von chromathältigen Produkten defacto verboten wurde und die Epoxy KTL Grundierung auch ihre Tücken hat ( Schichtsärken usw. )

    Wenn ihr also so einen Ausflug wie Kollege ZIRO macht , gebt ganz klare Anweisungen, was ihr euch erwartet.

    Friedl

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    Standard

    #23
    Zitat Zitat von BMWHP2 Beitrag anzeigen
    Darf ich auch ein bisschen über etwas das Thema loswerden.

    Das ZIRO Foto zeigt mir eine erhebliche Kontaktkorrosion im Bereich der Speichdurchführung.
    Ursache : Kontaktkorrosion - denn wir haben es grundsätzlich mit zwei unterschiedlichen Materialien zu tun - Edelstahlspeichen - Alu Legierung Felgen.
    Wenn man nun das Alu nicht gegen das Edelstahl schützt ( z. B. chromathältige Grundierung oder Epoxy KTL Lackierung) dann opfert sich das unedlere Material dem edleren - OK ?

    In diesem Fall hat der Beschichter nicht darauf geachtet, dass das ursprüngliche Eloxal nach dem entfernen ( strahlen ) durch eine entsprechende Grundierung (siehe oben ) nachhaltig gesichert wurde und hat einfach munter Pulverbeschichtet.

    Aluminium und artverwandte Legierungen sind für jeden Beschichter / Lackierer eine sehr große Herausforderung, da der Einsatz von chromathältigen Produkten defacto verboten wurde und die Epoxy KTL Grundierung auch ihre Tücken hat ( Schichtsärken usw. )

    Wenn ihr also so einen Ausflug wie Kollege ZIRO macht , gebt ganz klare Anweisungen, was ihr euch erwartet.

    Friedl
    Hallo Friedl,

    du scheinst etwas davon zu verstehen !

    meine 1150 GS Felgen sind doch eloxiert, wie können dann die Eisblümchen aus meinen Speichenlöchern wachsen, ist doch ein ganz schöner Mist mit diesen Rädern. Bei meinen 100Gs Rädern hatte ich damals nicht so ein Theater und das waren noch die rohen polierten Akrontfelgen. Ab und zu putzen mußte man die allerdings schon. Die waren damals absolut roh poliert und wurden häufig mit VA-Speichen instandgesetzt, das hat wunderbar funktioniert. Die neuen Modelle kommen auch alle nur noch mit VA- Speichen. Komisch ist nur, dass andere Motorräder dieses Problem mit der sogenannten Kontaktkorrosion anscheinend nicht haben, und Alunaben und Alufelgen haben die fast alle heute. Hatte mir mal eine meiner Speichen angeschaut for dem Einbau, unter dem Kopf ist da immer so ein scharfer Grat vom 2-teiligen Werkzeug, der sich bestimmt gleich in die Alufläche schneidet. Frag mich jetzt, warum an der Kopfseite nie Kontaktkorrosion auftritt. Hat jemand ne Idee ? Die Löcher in den Naben sind nach dem Beschichten sogar noch frisch angesenkt aufs rohe Aluminium.(ab Werk versteht sich ) Das muß mir noch jemand erklären.Es scheint mir, als haben die da bei BMW keine Ahnung davon.

  4. BMWHP2 Gast

    Standard Die Möglichkeiten

    #24
    sind wie schon beschrieben sehr - sehr vielfältig .

    Wenn die Eisblümchen da sind, hast Du hervorgerufen durch ein Elektrolyt eine Reaktion unterschiedlicher Materialien.
    Gehen wir nun einfach so weit in unserer Annahme, dass die Speichen unterschiedliche Spannungen haben ( aufnehmen müssen ) und dadurch das Eloxal ( durch Reibung ) abgebaut wird - dann hast Du an diesen Stellen keinen wie immer gearteten Schutz mehr und sie Sache nimmt ihren Lauf.

    Nachdem wir natürlich auch nicht wissen welche unterschiedlichen Legierungen bei den diversen Motorradmodellen eingesetzt wurden, sind wir leider nicht in der Lage eine sachliche Auskunft zu erteilen.

    Zusammenfassend kann ich nur sagen, ALU ist ohne entsprechende Behandlung ( chromatierung .......... ) einem extremen Stress ausgesetzt und reagiert auf Elektrolyte mit " Verfall "

    Iss leider so - sollte man einfach wissen

    Friedl

  5. Registriert seit
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    Standard

    #25
    Zitat Zitat von BMWHP2 Beitrag anzeigen
    sind wie schon beschrieben sehr - sehr vielfältig .

    Wenn die Eisblümchen da sind, hast Du hervorgerufen durch ein Elektrolyt eine Reaktion unterschiedlicher Materialien.
    Gehen wir nun einfach so weit in unserer Annahme, dass die Speichen unterschiedliche Spannungen haben ( aufnehmen müssen ) und dadurch das Eloxal ( durch Reibung ) abgebaut wird - dann hast Du an diesen Stellen keinen wie immer gearteten Schutz mehr und sie Sache nimmt ihren Lauf.

    Nachdem wir natürlich auch nicht wissen welche unterschiedlichen Legierungen bei den diversen Motorradmodellen eingesetzt wurden, sind wir leider nicht in der Lage eine sachliche Auskunft zu erteilen.

    Zusammenfassend kann ich nur sagen, ALU ist ohne entsprechende Behandlung ( chromatierung .......... ) einem extremen Stress ausgesetzt und reagiert auf Elektrolyte mit " Verfall "

    Iss leider so - sollte man einfach wissen

    Friedl
    Das leuchtet mir ein !
    Dann liegts wohl am System der schlauchlosen Felgen, denn da kommen die Speichen mit dem Alu in Kontakt. Andere Bikes haben das nicht so und die Alunaben bekommen wieder keine Korrosion wegen anderer Legierung. So isses. An der blöden Alumischung der Behrfelgen wirds dann wohl liegen !! Speichen arbeiten nun mal und reiben dann im Löchle das Eloxal weg. Da kann man dann wohl nichts dran machen.
    Aber warum haben wir keine Korrosion unter dem Speichenkopf ? Der hat doch diesen scharfen Grat der in die Felge einschneidet. Was meinst du eigentlich mit Elektrolyt ?

  6. LGW Gast

    Standard

    #26
    Elektrolyt:

    Ein Elektrolyt (von gr. ἠλεκτρόν elektron, „Bernstein“ i.ü.S „elektrisch“ und λυτικός lytikós, „auflösbar“) ist ein (üblicherweise flüssiger) Stoff, der beim Anlegen einer Spannung unter dem Einfluss des dabei entstehenden elektrischen Feldes elektrischen Strom leitet
    Im "einfachsten" Fall ist das im Straßenverkehr dann Regenwasser, oder, schlimmer, Wasser mit Streusalz.

    Sobald Aluminium und bspw. Edelstahl direkt aufeinander zu liegen kommen, und dann eine leitende Flüssigkeit da ist, geht's los. Deswegen darf man bpsw. in einem Aluminium-Motorblock auch nicht einfach so Edelstahlschrauben verbauen.

  7. Registriert seit
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    Standard

    #27
    Zitat Zitat von LGW Beitrag anzeigen
    Elektrolyt:



    Im "einfachsten" Fall ist das im Straßenverkehr dann Regenwasser, oder, schlimmer, Wasser mit Streusalz.

    Sobald Aluminium und bspw. Edelstahl direkt aufeinander zu liegen kommen, und dann eine leitende Flüssigkeit da ist, geht's los. Deswegen darf man bpsw. in einem Aluminium-Motorblock auch nicht einfach so Edelstahlschrauben verbauen.
    Ja nee is klar !

    Dann fließen da irgendwelche Ströme.

    Bei meinen Borbets sind ja auch die Würmer unter dem Lack, dann kommt das auch vom Streusalz wie ich schon dachte. Allerdings habe ich keine Nirospeichen dortdrin, ha ha... sähe aber vielleicht nicht schlecht aus !!!

  8. LGW Gast

    Standard

    #28
    Man braucht dafür ja keine Stromquelle im herkömmlichen Sinne. Der Effekt wird ganz bewusst als Roststchutz eingesetzt, Verzinkung beruht auf genau dem gleichen Prinzip, mehr gibt's unter dem Stichwort "Opferanode" zu lesen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Opferanode

    Und ne Alufelge ist wirklich zu schade als Opferanode...

  9. Registriert seit
    09.09.2009
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    Standard Oxidation von GS- Kreuzspeichenrädern

    #29
    Hab jetzt auch etwas gefunden über Oxidation unter Sauerstoff.
    Bitte laßt das nicht meinen Felgen zustoßen !!
    www.chemie-master.de/FrameHandler.php?loc=http://www.chemie-master.de/lex/exp/a01.html

    Wie ist das denn wenn man WD 40 in die Löcher sprüht, schützt das etwas, obwohl das Kontaktspray heißt ?

  10. LGW Gast

    Standard

    #30
    WD40 ist kein Kontaktspray, das wäre dann eher Kontakt 60 oder sowas

    WD40 ist ein Schmierstoff, der auch gut ist in Wasserverdrängung - hilft also ein bisschen, weil es das Wasser fern hält. Aber halt nur so lange es da ist. Ausserdem wäre ich ein bisserl vorsichtig was das Gummi angeht, nicht dass sich da irgendwann der Reifen auflöst...


 
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