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480 Euro...

Erstellt von borromeus, 02.10.2013, 14:19 Uhr · 13 Antworten · 2.090 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    #11
    Ich gebe Dir ja halb Recht.....

    Aber er hätte auch im nächsten Jahr an einer widerlichen Krankheit zugrunde gehen können....
    Das sind leider dann alles Spekulationen und der Schaden, der erstetzt werden soll muss nachweisbar sein

    Ich gönne allen ein glückliches Leben, leider wäre aber eine Bezahleinstellung für die Versicherungen absolut unbezahlbar.

    So eine Sch**** braucht man in keinem Fall....kein Angehöriger....kein Verursacher....
    Und genau da liegt dann wohl der Grund für diese "milden Urteile"...zu Recht

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    #12
    Ser's,

    zu dieser Diskussion möchte ich auch etwas beitragen:

    Der junge Tiroler hat einen an sich nicht so großen Fehler begangen, jeder von uns hat in Straßenverkehr schon einmal etwas übersehen, und fast immer ist nix (oder fast nix) passiert.

    Diesmal ist das maximal Schlimme passiert, ein Mensch kam zu Tode, die Folgen daraus sind unabsehbar.
    Beginnend bei den finanziellen Problemen, die den Angehörigen auferlegt wurden über die menschliche Seite, das Fehlen des Partners, des Vaters, ....
    Teile dieser Folgen kann (und wird wohl auch) die Haftpflichtversicherung des Fahrzeuges (nicht des Fahrers, denn das Fahrzeug ist versichert, nicht der Fahrer) mindern.
    Das menschliche Leid kann nicht gemildert werden.

    Aber auf der anderen Seite steht ein junger Mann dem ein Irrtum (leider mit fürchterlichen Folgen) unterlaufen ist.
    Wir wissen nicht, welche Einkommensverhältnisser dieser arme Tropf hat, vielleicht ist er Student, dann hat er gar kein Einkommen. Möglicherweise ist er ein junger Familienvater, hat ein kleines Kind zu Hause ... - wir wissen es nicht. (Das Gericht aber schon)

    Wenn man so einer Person eine Strafe von 30.000 - 50.000 € aufbrummt, ist das der finanzielle Ruin (abgesehen davon, dass diese Summe nicht eintreibbar sein wird). Und dann hängen andere auch noch drinnen (zB seine Familie) - da muss man schon aufpassen, dass das nicht Sippenhaftung ausartet.
    Ein Fahrverbot ist in so einem Fall im österreichischen Recht nicht vorgesehen (sollte ich mich irren, bitte um Korrektur).
    Und Punkte haben wir in der Form nicht, unsere Vormerkdelikte (ja so heisst das hier in Ö) beinhalten keine Vorrangverletzung.

    Eine Strafe hat angemessen zu sein: Wir können nicht beurteilen, was für den jungen Mann leistbar ist.
    Und eine Freiheitsstrafe wäre zwar sicher möglich (immerhin schwere Körperverletzung mit Todesfolge - wenn auch nur fahrlässig und nicht absichtlich) - aber das hilft auch niemandem.

    "Strafe muss auch weh tun" - ja, wenn das Delikt absichtlich begangen wurde - also zB Einbrecher, Mörder, ............., Betrüger, ....
    Aber im öffentlichen Straßenverkehr wird im Allgemeinen kein Vorsatz zu finden sein (Ausnahmen abgesehen), die wenigsten nieten irgenwen mit Absicht um.

    Ob und in wechem Umfang vermeidbare Unaufmerksamkeit (zB Telefonieren oder so) und damit vorsätzliche Fahrlässigkeit vorgelegen hat, wird wohl das Gericht überprüft und beurteilt haben.

    Die zivilrechtlichen Folgen (also zb Schmerzensgeld, oder Begräbniskosten oder Unterhaltskosten) werden von der Haftplichtversicherung gedeckt (bis zur maximalen Versicherungssumme). Die Versicherung kann sich auch nicht herauswinden (sofern keine Gründe wie Alkoholisierung vorliegen).
    Damit hängt es auch nicht von der "Geisteshaltung" des Unfalllenkes ab, wie die Angehörigen des Unfallopfers versorgt werden.

    Unabhängig davon kann so eine Tragödie nie vollständig entschädigt werden, zumindest nicht in dieser Welt.

    Möge niemandem von uns ein solch folgenreicher Irrtum unterlaufen.

    liebe Grüße

    Wolfgang

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    Standard

    #13
    Zitat Zitat von PitBremen Beitrag anzeigen
    Hallo,
    du hast Recht aber Strafe muss auch weh tun, sonst ist es keine. Ich würde 30000 bis 50000 Euro mit entsprechenden Zahlungsmodalitäten persönlich für gerecht befinden. Das ist gerade mal der Gegenwert eines Mittelklassewagens und ruiniert auch nicht gleich.
    Gruss
    Pit
    Also doch, Strafe als Rache.

    Der Junge muß sowieso schon Gerichtskosten und Anwälte zahlen. Seinen eigenen Schaden und Schmerzensgeld, abgesehen davon, das er mit sich ausmachen muß, jemanden umgebracht zu haben. Wahrscheinlich wird er auch zu einer Rentenzahlung verknackt.

    Körperverletzung ist ein Offizialdelikt und wird deswegen zur Anklage gebracht. Das Gericht darf nur die objektiven ermittelbaren Umstände zum Zeitpunkt der "Tat" berücksichtigen. (Bei Fahrlässigkeit ist der Täterwillen und/oder Erfolgswillen nicht ausschlaggebend, sonst wäre es nicht fahrlässig). Zudem wird die Strafe (in D jedenfalls) in Tagessätzen ermittelt, auf Grundlage des Monatseinkommens. Sprich, ein Student zahlt für eine fahrlässige Tötung im Straßenverkehr weniger Strafe, als ein Manager.

    Die Strafe soll auch nicht für das Opfer angemessen sein, sondern für den Täter. Die Opferjsutiz haben wir glücklicherweise abgeschafft. Dem Täter soll die soziale Eingliederung wieder gelingen, insbesondere in solchen Fällen.

    Wie soll das gelingen, wenn er keine Perspektiven mehr hat? Wie soll er jemals die Opfer entsädigen, wenn er mehrere Jahreseinkommen Strafe an den Staat zu zahlen hat? Glaubt jemand wirklich, das er ein aufmerksamerer Autofahrer wird, nur weil er 50.000 statt 480 zahlen muß oder das deswegen andere besser aufpassen?

    - - - Aktualisiert - - -

    Zitat Zitat von IamI Beitrag anzeigen


    Ob und in wechem Umfang vermeidbare Unaufmerksamkeit (zB Telefonieren oder so) und damit vorsätzliche Fahrlässigkeit vorgelegen hat, wird wohl das Gericht überprüft und beurteilt haben.
    Vorsatz und Fahrlässigkeit schließen einander aus.

    (Leichte) Fahrlässigkeit - Du hast die nötige Sorgfalt walten lassen, Dir ist aber ein Fehler unterlaufen -
    Grober Fahrlässigkeit - Du hast die nötige Sorgfalt ausser acht gelassen und billigend in Kauf genommen, das etwas passieren könnte -
    Vorsatz -Das was eingetreten ist wolltest Du erreichen-

    Auf den Fall übertragen:
    Vorsatz - Er wollte den Motorradfahrer in den Unfall verwickeln
    Grobe Fahrlässigkeit - Er hat mit dem Handy telefoniert und war deshalb unaufmerksam und hat den Unfall verursacht
    Fahrlässigkeit - Er hats sich verhlaten wie er soll (Gegenverkehr abgewartet) und ihm ist ein Fehler unterlaufen (Motorrad übersehen)

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    #14
    Zitat Zitat von Uli G. Beitrag anzeigen
    Die HP ersetzt, vollumfänglich, die Leistungen des (ev. alleinverdienenden) Familienvaters?
    Lebenshaltungskosten, Ausbildungskosten, Kosten für Aufsichtspersonen (da fehlt jetzt eine. Keine Woche Wellnessurlaub für "Sie", während "Er" die Kinder hütet) bis zur Volljährigkeit der Kinder, ev. darüber hinaus? Lebenshaltungskosten für "Sie" (ev. bis zum Lebensende, falls er Alleinverdiener war) usf?
    Grüße Uli
    Hallo Uli,

    ja wenn es denn überhaupt so wäre. Das Schadensrecht ist in Österreich nicht viel anders als in Deutschland.
    Bei einem Normalverdiener gibt es meist nicht viel mehr als die Beerdigungskosten.
    Warum? Frau und Kinder erhalten Witwen- und Waisenrenten, und die werden auf den möglichen Schadensersatzanspruch angerechnet, und dann bleibt oft nix mehr übrig.

    Traurig, ist aber so: Der Unfalltote ist oft nicht viel teurer als ein mittelschwerer Blechschaden beim Auffahrunfall


 
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