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ADAC Mitgliedschaft als Motorradfahrer

Erstellt von AMGaida, 12.07.2010, 10:59 Uhr · 58 Antworten · 16.743 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard ADAC Mitgliedschaft als Motorradfahrer

    #1
    Hallo zusammen,

    aus aktuellem Anlass will ich mal meine Erfahrungen zum ADAC schildern. Ich arbeite da nicht und hab auch sonst nichts mit denen zu tun, nur vorsichtshalber erwähnt.

    Wir hatten uns am letzten (leider extrem heißen) Wochenende mit 5 Leuten in der Eifel getroffen, um eine schöne Eifelrunde zu fahren. Die Jungs kamen vom Bodensee, aus Hannover und aus der Gegend von München. Um es kurz zu machen... innerhalb der ersten 120 km der Tour haben sich von 5 Moppeds 2 auf die Nase gelegt. Was genau die Gründe waren, ob es wirklich zu heiß war (38°C im Schatten im Moseltal), ich weiß es nicht, darauf will ich auch gar nicht näher eingehen. Mir geht es darum: der eine Fahrer war im ADAC, der andere nicht. Und das ist ein großer Unterschied!

    Früher hab ich den ADAC eher als Pannenhelfer verstanden, doch gerade als Motorradfahrer ist es meiner Ansicht nach wichtiger denn je, ADAC-Mitglied zu sein.

    1. Beispiel bzw. 1. Crash:
    Der Fahrer war nicht Mitglied beim ADAC. Er ist ausgangs einer engen zumachenden Kurve gestürzt, unsere erste Vermutung war "Schlüsselbein", was sich nach Eintreffen des Krankenwagens auch bestätigte. Er wurde bereits am Sonntag morgen operiert und liegt jetzt an der Mosel (400km weg von zuhause) im Krankenhaus. Soweit so gut, die medizinische Versorgung zahlt seine Krankenversicherung. Aber... sein Mopped (nur leicht lädiert) stand da am Straßenrand, er konnte nicht mehr fahren, wir waren noch 4 Leute mit 4 Moppeds... was also tun???
    Ein Anruf beim ADAC brachte hervor, dass er zwar Mitglied werden kann, die Mitgliedschaft läuft aber erst ab dem nächsten Tag, er muss alles komplett selbst zahlen. Abschleppen der Maschine kostet "ab 89,- Euro". Als der lokale Abschlepper anrief, sprach er schon von ca. 250 Euro für das Abschleppen in den nächsten Ort (20 km). Bis nach Hause (Hannover) kämen da "einige Hundert Euro" zusammen. Wir haben abgelehnt und ich hab nen Kumpel angerufen, der was organisieren konnte. Nun steht das Mopped in der Südeifel in der Garage eines Motorradhändlers, der Fahrer wird für mehrere Wochen nicht fahrbereit sein und liegt 30km weiter im Krankenhaus. Es stellen sich einige Fragen und Probleme. Wie kommt der Fahrer an die Klamotten in der Pension? Wohin kommt das Mopped bzw. wie kommt das Mopped nach Hause? Was kostet das bzw. wer zahlt das?

    2. Beispiel bzw. 2. Crash:
    40 km nach dem ersten Crash, nach 2-stündigem Warten auf Polizei, Krankenwagen und Abschlepper fuhren wir weiter... wieder eine schöne perfekt asphaltierte Kurve, die am Ausgang zumachte. Mein Kollege mit seiner ziemlich neuen Super Duke verschwindet plötzlich aus dem Rückspiegel, ich denke "das kann doch nicht..." und drehe um. Er hat das Ding frontal in die Leitplanke gestopft, Mopped nicht mehr fahrbereit, ihm ist aber außer Prellungen nichts passiert. Er war ADAC-Mitglied. Wir haben den ADAC gerufen, der kam innerhalb 1 Stunde vorbei und hat Mopped und Fahrer eingepackt. Das Mopped kommt per Sammeltransport innerhalb der nächsten 10 Tage zurück zum Händler nach München, der Fahrer fuhr per Taxi (kostenfrei) zur nächsten Vermietstation, bekam einen ADAC-Leihwagen und kam abends mit dem Auto in die Pension und fuhr am nächsten Tag klimatisiert nach Hause.

    Davon abgesehen, dass der Tag unterm Strich total verhunzt war und das die bescheuertste Tour war, die ich je erlebt habe, hat sich für mich deutlich herausgestellt, dass man als Motorradfahrer im ADAC sein sollte. Denn bei einem Autounfall passiert in den allermeisten Fällen dem Fahrer nichts, das ist bei Motorradunfällen aber anders. Wenn aber der Fahrer des Motorrads nicht mehr fahren kann, gibt´s ein Problem... und dann muss sich jemand um die Logistik kümmern. Das wird in den meisten Fällen ziemlich teuer und da ist jede ADAC-Mitgliedschaft erheblich günstiger.

  2. Registriert seit
    30.08.2007
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    13.983

    Standard

    #2
    Wir haben mit dem ADAC bei Unfällen und Pannen in der Gruppe auch nur gute Erfahrungen gemacht.
    Auch mein altes Auto war bei einer Panne schon mal auf dem Abschlepper unterwegs und die Abwickung war völlig problemlos.

  3. Wogenwolf Gast

    Standard

    #3
    Obwohl ich kein Auto besitze, bin auch ich im ADAC, auch wenn der Laden primär auf Autofahrer ausgrichtet ist!
    Die von Dir geschilderten Vorteile sagen eigentlich alles.
    Mich kostet der Spaß 68 Euro im Jahr.
    Imho gut angelegten Geld.
    Das Gefühl, in einer Notsituation nicht allein im Regen zu stehen, lässt mich einige Reisen entspannter angehen

  4. JOQ
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    27.04.2006
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    2.926

    Standard

    #4
    Ein Kumpel von mir hatte vor 4 Jahren auch einen Moppedunfall in Spanien. Die Abwicklung über den ADAC (Kranken- und Moppedrücktransport) hatten mich damals auch Mitglied werden lassen.

  5. Baumbart Gast

    Standard

    #5
    merken muss man sich allerdings, dass die Maschine niemals ein Totalschaden sein darf, muss reparierbar sein, sonst macht auch der ADAC nix mit Transport etc.

  6. Registriert seit
    12.11.2006
    Beiträge
    832

    Standard

    #6
    aber auch dann kuemmert sich der ADAC darum wie man ggf. wieder nach Hause kommt... Bin aus den von Andreas angefuehrten Gruenden ebenfalls Mitglied in dem Verein...

    mfg tweise

  7. Registriert seit
    17.04.2004
    Beiträge
    12.705

    Standard

    #7
    Hi
    Es ist eine Wirtschaftlichkeitsabschätzung.
    Ein Mietwagen kostet mich 39 EUR/t, das Zustallen noch mal 10 EUR.
    Das Abschleppen, wenn es ein Händler macht, kostet sicherlich nicht 250 EUR.
    Kann ich es selbst organisieren, dann rufe ich einen Spezl an der mich mit dem Anhänger holen kommt.
    Schlecht ist, wenn ich es nicht kann weil ich womöglich bewusstlos im KH liege. Da brauche ich Kumpels wie im Eingangsbeitrag beschrieben, die das für mich organisieren.
    Nachdem all das in den letzten 15 Jahren nicht notwendig war, habe ich offenbar 680 EUR an Beiträgen gespart. Dafür "musste" mir einmal ein Freund ein Hinterrad bringen (Brutalplattfuss) und einmal verröchelte die Benzinpumpe und ein Anderer holte mich ab.
    Auch hier im Forum klappt es. Ein Aufruf "Mein Mopped steht zwischen X und Y, ich liege im KH. Kann das bitte mal einer sicherstellen?"
    Einige Stunden später kam die Meldung "Steht bei mir, kann solange stehen wie Du willst"
    Das ist jetzt kein Votum gegen den ADAC, sondern nur eine Erfahrung
    gerd

  8. Registriert seit
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    Beiträge
    6.882

    Standard

    #8
    Moin,

    letztes Jahr hat sich ein ADAC-Mitglied in Italien platt gemacht. Die dortige Vorgehensweise und Abwicklung wären ein Grund die Mitgliedschaft sofort zu kündigen. Letztendlich mußten wir alles selbst regeln. Auch den Abtransport des fahrtüchtigen Motorrades (Kumpel kam mit Anhänger aus dem ~150 KM entfernten Hotel). Ca. zwei Stunden aus dem Ausland hin und her telefoniert, vom ADAC immer wieder weiterverbunden, keiner war richtig zuständig ... und selbst den Krankenwagen (Rippenbruch) haben wir dann ebenfalls mit Unterstützung Einheimischer selbst anrufen müssen.


    So kann es auch gehen.

  9. Registriert seit
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    6.602

    Standard

    #9
    Zitat Zitat von gerd_ Beitrag anzeigen
    Das ist jetzt kein Votum gegen den ADAC, sondern nur eine Erfahrung
    Klar, vollkommen korrekt... es gibt sicher viele Fälle, wo man beherzt sagen kann "brauche ich nicht". Aber deshalb habe ich es ja auch so geschildert, am Samstag war halt (leider) sehr genau der Unterschied zwischen ADAC-Mitglied und Nicht-Mitglied in der speziellen Situation (Inland, ländliche Region etc.) zu sehen. Daher war mir das einen Erfahrungsbericht wert.

  10. Registriert seit
    13.03.2010
    Beiträge
    5.549

    Standard

    #10
    ich bin schon seit 15 Jahren im ADAC und habe ihn erst 2mal gebraucht von daher ist er auch nicht "wirtschaftlich". Mir gehts darum "im Fall der Fälle" (mit meiner Freundin im Partnertarif) schnell, ordentlich und vernünftig versorgt zu sein...

    Ich seh das wie beim Auto als Sicherheitsgurt -- habe ich in 20 Jahren auch nur 1mal richtig gebraucht - trotzdem benutz ich ihn bei jeder Fahrt

    mfg


 
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