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Annäherung an DDR Methoden ?

Erstellt von confidence, 23.10.2009, 20:06 Uhr · 141 Antworten · 12.097 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Nachdem ich mich jetzt am Stück durch das Thema durchgekaut habe, nun auch mein Senf dazu:

    Als ehemaliger DDR-Bürger trauere ich ehrlich gesagt der Überwachung im DDR-Straßenverkehr nach.
    In Dresden ist man seinerzeit als Jugendlicher üblicherweise mit dem Moped (Simson) in das im Zentrum befindliche Rundkino gefahren. Die einfache Strecke betrug von zu Hause aus etwa 7 km, auf diesen insgesamt 14 km wurde man in den 80-ern durchschnittlich 3 mal von der Polizei angehalten (keiner sprach übrigens von Vopos) und kontrolliert: Papiere, Fahrgestellnummer, technische Prüfung (Licht, Blinker, Hupe etc.). Das Ergebnis war: alles funktionierte, Profiltiefe war okay, Dokumente i.O. und wer kein "passendes" Gefährt hatte fuhr als Sozius mit.
    Angehalten wurde man auch für das Fahren auf dem Fußweg, über eine Sperrlinie, bei Rot etc..
    Und wenn ich mir heute ansehe, was auf den Straßen los ist, angefangen bei den Radfahrern und aufgehört bei den Nicht- oder Bestätigungsblinkern, dann gab es in der DDR einfach Regeln (StVO) und die wurden eingehalten, ansonsten war die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass man zahlen durfte, Stempel bekam oder Sonnabend Vormittag bei der Verkehrsteilnehmerschulung verbrachte (für letzteres musste ich nur mal eben nach dem Grün-Gelb noch bei Gelb fahren).
    Dazu kam, dass ein eventueller Unfallschaden am Fahrzeug nicht so einfach zu reparieren war (Ersatzteilmangel, keine Werkstatttermine etc.) und somit ein heiles Auto auch (20 Jahre lang) heil bleiben musste. Man ist einfach langsamer, vorsichtiger, mitdenkender und dadurch miteinander und nicht gegeneinander gefahren.
    Die andere gute Seite der Überwachung war, dass ein geklautes Moped in der Regel innerhalb von zwei Woche wieder da war, wenn man Glück hatte sogar vollgetankt und geputzt.
    So, und übermorgen muss ich wieder den ganzen Tag mit dem Taxi in den Krieg ziehen und bin froh, wenn ich die Kiste abends heil beim Chef abgeben kann.

  2. TomTom-Biker Gast

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    Ich beobachte diesen Thread jetzt schon eine ganze Weile und verstehe eigentlich die ganze Diskussion nicht so recht.

    Ich habe seit 1975 meinen FS und bin innerhalb dieser gerade drei mal in eine Verkehrskontrolle geraten. Die Tickets kann ich auch gerade mal an zwei Händen abzählen. Und Verkehrskontrollen habe ich bislang auch nur wenige gesehen. Darunter eine, die der beschriebenen sehr nahe kommt. Hier allerdings nicht mit fernglas, sondern versteckt hinter einem Brückenpfeiler und mit Sprechfunk bewaffnet. Und daß ich diese Wahrnehmung liegt nicht daran, daß ich schlecht sehe, auf dem Land wohne oder nur zu nachtschafender zeit durch die gegend fahren, sondern einfach daß es wirklich wenig Kontrollen sind. Und da von Polizeistaat zu sprechen finde ich etwas seltsam.

    Aber was ist an Kontroolen verkehrt, auch wenn ein Fernglas als Hilfsmittel verwendet wird? Wie soll man es sonst anders machen wenn man kontrollieren möchte, um damit schwarze Schafe rauszufischen. Meines Erachtens könnte noch viel intensiver kontrolliert werden. Damit könnte man beispielsweise dann auch notorische Linksfahrer, Rechtsüberholer und Drängler bzw. Nötiger rausfischen. Denn die gefährden alle und nicht nur sich selbst. Und schon würde etwas ruhiger zugehen auf deutschen Straßen. Nur es fehlt das Geld und es fehlen demzufolge auch die, die kontrollieren und die entsprechende Sanktionen auch verhängen können.

    Und zum Thema angurten:
    Ich habe 1975 meinen Autoführerschein gemacht. Damals war das Gurten zwar noch keine Pflicht, wie es übrigens 1973 auch noch keine Helmpflicht gab, das Gurten wurde in der Fahrschule aber schon praktiziert. Und ich habe es mir angewöhnt und kenne es auch nicht anders. Genauso wie der Schulterblick und das Nach hinten schauen wenn ich aussteige. Automatismen die sich einstellen wenn man nur will. Und da ich immer angegurtet fahre habe ich auch grundsätzlich keine Probleme mit besagten Kontrollen.

    Es ist für mich ohnenhin erstaunlich, daß es noch Autofahrer, inkl. Beifahrer, gibt, für die das Angurten keine Selbstverständlich ist. Aber die muß es ja geben, sonst würde ja wohl nicht kontrolliert werden. Nur verstanden haben diese so genannten Gurtmuffel wirklich nichts. Auch hier wird vermutlich die Einsicht erst mit der Erfahrung kommen.

    Gruß
    Thomas

  3. RAINI Gast

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    Zitat Zitat von Roter Oktober Beitrag anzeigen
    Du mußt ja auch, bist ja Instruktor


    Ne, Spaß an'e Seite, Gurten ist richtig und Spielregeln sind zum einhalten da.
    Faaahrlehrer Aaaaandi,Faaaahhhhhrlehrer

    Und nebenbei noch Servierkraft auf der Almhütte,Ex-Car-Mech,Grillmeister,Fassader,Treiber,Koch,Frisör,Win terdienstler beim Schilift und und und.......Mensch bin ich guuut

    Jetzt geh i owa schloffa,guad Nocht Buam

    RAINI

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    Zitat Zitat von RAINI Beitrag anzeigen
    Faaahrlehrer Aaaaandi,Faaaahhhhhrlehrer

    Und nebenbei noch Servierkraft auf der Almhütte,Ex-Car-Mech,Grillmeister,Fassader,Treiber,Koch,Frisör,Win terdienstler beim Schilift und und und.......Mensch bin ich guuut

    Jetzt geh i owa schloffa,guad Nocht Buam

    RAINI
    Sach ich doch Herr Lehrer und dazu noch vielseitiger als ich

    Schlaf gut Raini

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    Zitat Zitat von SPW 70 Beitrag anzeigen
    Als ehemaliger DDR-Bürger trauere ich ehrlich gesagt der Überwachung im DDR-Straßenverkehr nach.
    ...
    Die einfache Strecke betrug von zu Hause aus etwa 7 km, auf diesen insgesamt 14 km wurde man in den 80-ern durchschnittlich 3 mal von der Polizei angehalten
    Wie krank bist du denn, dass du das gut fandest ???

  6. RAINI Gast

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    Zitat Zitat von Roter Oktober Beitrag anzeigen
    Sach ich doch Herr Lehrer und dazu noch vielseitiger als ich

    Schlaf gut Raini
    Danke Andi,.....hab sehr gut geschlafen!

    Schönen Tag noch.

  7. HP2Sascha Gast

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    Zitat Zitat von Schonnie Beitrag anzeigen
    Wie krank bist du denn, dass du das gut fandest ???
    Na, das sprüht doch vor Ironie.

  8. Registriert seit
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    Zitat Zitat von HP2Sascha Beitrag anzeigen
    Na, das sprüht doch vor Ironie.
    Das wäre ihm zu wünschen ... kenne leider einige aus diesem Teil der Republik, die tatsächlich so drauf sind. (Anm.: Smilies gibts nicht ganz ohne Grund ...)

  9. TomTom-Biker Gast

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    Als Schon-Immer-Wessi kann ich schlecht beurteilen, ob Verkehrskontrollen in der ehemaligen DDR gut waren oder nicht. Drei Kontrollen auf 14 km halte ich jedoch auch für übertrieben und für mich auch nur damit erklärbar, daß es den betreffenden Staatsorganen wohl an Alternativbeschäftigungen fehlte.

    Dennoch steckt für mein Empfinden durchaus Wahrheit in dem was Jörg gesagt hat, auch wenn vielleicht etwas unglücklich formuliert und damit eine Steilvorlage für alle die, die auf den Zug „DDR-Methoden“ aufspringen möchten.

    Soweit ich das richtig verstanden habe spricht er von Regeln die es gab. Und die es selbstverständlich auch bei uns gab und immer noch gibt, und von sich-dran-halten, weil das Risiko erwischt zu werden und die Folgen das dann ausbaden zu müssen eben auch kalkulierbar hoch waren. Und genau hier deckt sich seine Aussage mit der von mir bereits gemachten Aussage, einige Stellen weiter hinten, daß bei uns heute ein gewisses Missverhältnis zwischen Regeln erkennen und Regeln einhalten besteht. Weil es sportlich ist, weil man ein anderes Rechtsverständnis hat, weil man der Meinung ist immer alles und zu jeder Zeit sicher im Griff zu haben, weil die Regeln eh nur für die anderen gemacht sind und ganz einfach weil das Risiko erwischt zu werden kalkulierbar niedrig ist.

    Und da ich die Folgen dieser Denkweisen immer wieder erlebe wenn ich unterwegs bin und da Einsicht eben nur über den eigenen Schaden und den Geldbeutel kommt, bin ich auch für mehr aber angemessene Kontrollen. Und das ist für mich dann normal und hat mit DDR-Methoden absolut nichts zu tun. Dieser begrifft assoziiert ganz andere Dinge.


    Gruß
    Thomas

  10. Registriert seit
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    Danke Thomas, besser hätte ich mich selbst nicht aus der "Affäre" ziehen können.
    Dass drei Kontrollen auf 14 km überzogen waren und fast nur Mopedfahrer betrafen - es war eben so und man hat sich entsprechend angepasst - das waren echte DDR-Methoden, wobei auch hier der Schäuble-Spruch zutraf: wer sich nichts zu Schulden kommen lässt, hat auch nichts zu befürchten.

    In Zeiten, in denen nachts um zwei mit in Mülltonnen versteckten Blitzern die Einhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen überwacht wird und als sonstige verkehrsüberwachende Maßnahme offenbar nur noch Falschparker verpetzt werden, wünsche ich mir eben bei dem herrschenden Chaos auf den Straßen einfach etwas mehr Kontrolle und damit einhergehend wieder etwas mehr Ordnung.


 
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