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Bei Mike gibt es Eintopf...

Erstellt von MikeHH, 18.07.2007, 10:09 Uhr · 3 Antworten · 810 Aufrufe

  1. Registriert seit
    14.05.2007
    Beiträge
    199

    Standard Bei Mike gibt es Eintopf...

    #1
    Moin Moin
    Gestern Abend habe ich dann nun zum finalen Tausch angesetzt und
    meine Muh beim Freundlichen abgestellt, damit sie heute den neuen
    Scheinwerfer bekommt. Wie gewohnt gab es wieder eine Leihmaschine.
    Diesmal viel sie etwas kleiner aus, als die letzten Male...


    BMW G 650 Xmoto



    Hubraum 652 ccm
    Nennleistung 39 kW (53 PS) bei 7.000/min
    max. Drehmoment 60 Nm bei 5.250/min
    Verdichtungsverhältnis 11,5 : 1
    Trockengewicht 147 kg

    Motorsteuerung Elektronische Saugrohreinspritzung
    BMW-Motormanagement, Doppelzündung
    Abgasreinigung geregelter 3-Wege-Katalysator, Abgasnorm EU-3
    Höchstgeschwindigkeit ca. 170 km/h



    Mike schwingt sich also auf den Bock, um mit einem geplanten Umweg,
    den Heimweg in Angriff zu nehmen. Als erstes vielen mir die Instrumente
    ins Auge. Alles sehr klein gehalten, kein Drehzahlmesser, Digitalanzeige
    und viele kleine Lämpchen für Blinker, ABS, Reserve usw...

    Die Bedienung an den Handgriffen für einen BMW-Fahrer mehr als
    gewöhnungsbedürftig. Sie erinnern mich sehr an die japanischen Kollegen
    in dem Hubraum und Motorradsegment. Blinker alles links an einem
    Knopf, dort auch zu finden das Aufblendlicht und die Hupe. Rechts der
    Startknopf, ein Killknopf und die Abschaltung des ABS. Alles auch sehr
    klein gehalten, man gewöhnt sich aber sehr schnell dran.

    Also rauf auf die Strasse. Als erstes fällt mir die eigentliche Grösse des
    Moppeds auf. Auf dem Ständer sieht sie sehr hoch aus, aufgesattelt
    kommt man sich vor wie auf einem Rennsemmel. Kurz, klein, handlich
    und bissig am Gas, eben alle Akzente die eine Supermoto auszeichnet.

    Durch den Ort fahre ich die Kleine um unteren Drehzahlbereich und sie
    lässt sich gut dosieren. Allerdings schon nach wenigen Kilometern reizt
    dieses Mopped einfach mal am Gas zu drehen. Sie fordert einfach die
    Dehzahlen, da der Fahrer einfach den Sound des Einzylinders hören
    und ihren Biss spüren will. Ob es sich auf Dauer mit dem Punktekonto
    in Flensburg verträgt, bleibt fraglich.

    Einige Bremsungen sind angesagt, da auch hier das Verhalten
    ausgetestet werden muss. Die Upside-Down-Gabel ist nicht nur für mein
    Gewicht zu weich eingestellt. Da passt die Federung hinten einfach
    besser. Die Bremsen sind gut dosierbar, aber auch bissig im Ernstfall.
    Später musste ich bei einer starken Bremsung feststellen, das das
    Hinterrad trotz dem ABS durch das geringe Eigengewicht zum
    Überbremsen neigt.

    Auf der Landstrasse also mal die ersten Kurven antesten, hui, welch ein
    Gaudi. Das Mopped zeigt sich sehr stabil und durch den Kettenantieb ist
    auch der Lastenwechsel in Schräglage kaum spürbar. Aber dieses Gefühl
    noch etwas mehr am Gas zu drehen, sitzt einem einfach immer im
    Nacken.

    Wo wir grade bei sitzen sind. Die Sitzhaltung ist für den durchschnittlichen
    Mitteleuropäer bei einer Größe von bis zu 178cm sicher ok. Auch das
    Gewicht des Fahrers und die Auslage des Hinterteils sollte nicht über das
    Normalmaß hinaus gehen. In diesem Punkt muss ich leider passen. Ich
    habe ständig das Gefühl die Sitzbank verschwindet dort, wo es im
    Regelfall immer dunkel ist und drückt einfach nur auf den Schließmuskel.
    Es hat einfach nichts von einem bequemen Sitzmöbel. Auch bei einer
    Größe von 193cm sitze ich eigentlich mehr auf dem Platz des Sozia, wenn
    ich eine gute Beinhaltung für Schnelles Wedeln haben will.

    Die letzten Kilometer sind wieder Stadtbereich. Hier versuche ich mal
    mein Glück mit etwas mehr Drehzahl. Ab 3.000 Touren wird die Xmoto
    zum Wolf. Bei unsachgemäßer Haltung ist man sicher schneller auf einem
    Rad, als man denken kann. Alleredings wird bei höheren Drehzahlen auch
    die Hitzeentwicklung eine andere. Diese ist sehr deutlich an der linken
    Wade bis zum Knie spürbar. Dort läuft der Krümmer, der sich mit einer
    mächtigen Abstrahlung schon eher unschön bemerkbar macht.

    Die Kupplung ist sehr, fast zu sehr, leichtgängig. Der Sound annimiert
    wieder zu schnellem Schalten, Drehzahlen und dem zupfen am Gas.
    Das Tacho ist zum Glück nicht so gut einsehbar, ich hätte immer ein
    schlechtes Gewissen. So lässt es sich gut durch die Großstädte räubern,
    würde nicht immer mein Hinterteil diese Schmerzen von dem schmalen
    Brötchen als Sitzfläche melden.

    Zuhause angekommen, hatte ich ein lachendes und ein weinendes Auge.
    Das Mopped ist ein wahrer Spassfaktor. Super Eintopf-Sound, Vorschub
    wenn man am Gas zupft und ohne Frage super handlich. Wer da seine
    Grenzen nicht kennt, wird schnell mal den Kontakt zur Realität verlieren.
    Gute Laune verbreitet das Fahren allemal.

    Allerdings bin ich zu gross und zu schwer für die Maschine. Mein zartes
    Hinterteil ist nicht "Sitzbänkchen-konform" und der Schmerz macht sich
    auch schon nach nicht einmal 10 Km bemerkbar. Auch die Gefahr, dass
    der Übermut siegt und das Punktekonto sehr belastet wird, oder gar der
    Lappen mal zum Entstauben nach Flensburg müsste, wär mir auf Dauer
    zu groß. Ich bin froh, wenn ich heute Abend die Muh zurück habe...


    Mike

  2. Registriert seit
    07.12.2006
    Beiträge
    665

    Standard

    #2
    Schöne Rezession !

  3. Registriert seit
    13.06.2005
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    6.602

    Standard

    #3
    Ui, der schmeckt aber lecker... vielen Dank für die Probe-Verkostung.

  4. Registriert seit
    29.01.2006
    Beiträge
    209

    Standard noch ein "tester"

    #4
    bei meinem letzten service durfte ich dieses böckchen ebenfalls für die heimfahrt reiten.
    aus dieser erfahrung kann ich mike in allen punkten zustimmen.
    wenn man ne 12er GS gewöhnt ist, hat man anfangs das gefühl, auf einem fahrrad mit überdampf zu sitzen, der einzylinder hat erstaunlich viel kraft und ist aber verhältnismäßig kultiviert (da kenn ich ganz andere...)

    für mich is das ding leider gar nix, da ich wohl auch das gewicht überschreite, für das dieses teil gebaut wurde (da stimmt schon rein optisch das verhälnis fahrer zu maschine nicht ). außerdem dürfte es wohl erst im gelände richtig spaß machen, wo ich null erfahrung hab.
    und wenn man mehr als 60 min darauf verbringt, hat man schnell den eindruck, dass die sitzbank eher zierde ist (im gelände sitzt man ja auch nur zwischendurch ).

    ich war denn auch nach 160 km (so weit isses von der werkstatt nachhause und retour) sowas von froh, endlich meine GS wieder zu haben, der linke schenkel war gut durchgeröstet, die nerven ob des starken einknickens bei scharfen bremsmanövern angekratzt...

    außerdem negativ aufgefallen ist auch mir, dass man den tacho wegen der darüber(!)liegenden bremsleitung nur mit verrenkung einsehen kann und ohne drehzahlmesser hab ich immer angst, ich könnte das ding überdrehen...


    fazit:
    wer auf downhill-races mit mountainbikes steht, wird dieses teil wohl lieben.
    ich fand aber eher, es is ein japaner-gatsch-hupfer mit bmw-logo für den trainierten rally-fahrer, auf glattem, kurvenarmem asphalt scheint sich das maschinchen doch sehr zu langweilen.

    so long
    wolfgang the bear


 

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