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Bericht über mein Endurotraining in Kenzingen...

Erstellt von boro, 05.05.2015, 10:11 Uhr · 13 Antworten · 2.131 Aufrufe

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    Standard Bericht über mein Endurotraining in Kenzingen...

    #1
    Obwohl ich seit über 20 Jahren Motorrad fahre und auch viel Fahrpraxis habe, werde ich bei lockeren Untergrund sofort sehr unsicher.

    Um diese Unsicherheit mal wenigstens etwas zu verkleinern, hatte ich mich für ein Endurotraining für "Dickschiffe" bei Stehlin in Kenzingen angemeldet.
    Reiseenduro

    Am 2.5.2015 war es soweit.


    Mittwoch davor kamen neue Reifen auf die 120er GS. Das erste mal in meinem Leben etwas grobstolliges:
    Heidenau K60

    Mir hat das im Herz etwas geschmerzt. Die alten Reifen hatten gerade mal Halbzeit. Aber egal, es war gut dass ich die Heidenau gekauft habe. Dazu aber erst später.
    Habe dann gleich mal eine Runde zum einfahren der neuen Pneus gemacht.

    Das ist doch am Anfang alles sehr "gewöhnungsbedürftig". Geht der Reifen am Anfang doch willig in Schräglage, will er dann aber mit festen Griff dazu gezwungen werden.
    Der Grip von den Reifen ist abartig. Man spürt wie sich das Profil in den Asphalt "krallt". Auch bei Vollbremsungen oder voller Beschleunigung fühlt sich das alles sehr gut an.

    Das erste Mal in meinem Leben habe ich mit voller Absicht Waldwege gesucht um dort den Reifen zu testen. Das war jetzt alles nichts wildes. Aber auf trockenen, lockeren Untergrund hatte ich das erste Mal in meinem Motorradleben ein sehr sicheres Gefühl und traute mich auch Gas zu geben. Ja, das fühlt sich gut an.

    Am Ende des Tages war auch das Gefühl in den Kurven viel besser als am Anfang.



    Freitag ging es im Dauerregen nach Freiburg im Breisgau wo ich mich bei einem Freund einnistete.
    In den Nachrichten kamen schon Meldungen von Rekordregen im Schwarzwald, Flüsse steigen an usw.

    Samstag bin ich pünktlich am Übungsplatz. Karin, eine Schweizerin, ist unsere Trainerin. Wir sind 8 Teilnehmer, 4 Schweizer und 4 Deutsche.
    Nach dem ersten Hallo, erst einmal Topcase, Spiegel usw. abbauen.




    Bei einer kleinen Aufwärmrunde (ohne Motorrad) über den Platz wird schnell klar, dass das heute arg wird. Der ganze Platz steht mehr oder weniger komplett unter Wasser und ist eine einzige Matschgrube.




    Nachdem uns mitgeteilt worden ist, dass man beim Endurofahren ohne Seitenständer auf und absteigt und wir das bisschen geübt haben hat das fahren angefangen. Wir machten mehrere Übungen.
    Kurven, enge Kurven mit Gewichtsverlagerung, keine Angst vor dem Wasser. Später ging wurde bergauf und bergab fahren geübt.

    Mit jeder Stunde fühlte ich mich überforderter auf dem Motorrad. Das war so glitschig, ich fühlte mich mehr als Passagier als Fahrer des Motorrad.
    Karin hat gute Tipps gegeben und wenn man die beachtet hat, kam man auch gut durch.
    Trotzdem, für mich war es Kampf und das anspruchsvollste was ich ja auf dem Motorrad gemacht habe.

    Am Nachmittag wurde anfahren am Berg gemacht. Da habe ich mich dann ausgeklingt. Das war dort so steil und vor allem ging es auf der anderen Seite wieder steil und ganz eng runter.
    Da hatte ich Angst davor. Ich wollte mein Glück auch nicht über strapazieren. Bei den 2,5 Stürzen von mir, ist nichts passiert. Ich bin heil und das Motorrad auch.




    Karin, unsere Trainerin


    Um 17 Uhr war die Luft bei allen draußen und das Training war zu Ende.


    Das war jetzt bisschen blöd, dass der Platz so nass war. Für einen Offroad Anfänger wie ich, sind das sicher erschwerte Bedingungen. Aber ich muss mir zugestehen, dass ich abends besser war als noch am Morgen. Und ich kann auch paar Tipps für mich mitnehmen.

    Ich muss locker auf dem Motorrad bleiben und vor allem auf meine Blickführung achten. Dann bin ich im stehen oft zu weit hinten mit dem Arsch. Sobald ich das Gewicht wieder auf das Vorderrad verlagere, geht alles viel besser. Dann traue ich mich auch mehr Gas zu geben. Und mit bisschen Zug in der Karre geht alles gleich besser.


    Daher muss ich sagen, dass sich das Training gelohnt hat. Aber ein Endurofahrer werde ich in meinem jetzigen Leben vermutlich keiner mehr.


    Noch ein paar Eindrucke:








    Im Dreck gelegen:





    War gut, dass ich die Reifen gewechselt hatte. Mit den Tourance Next wäre ich dort keine 10m weit gekommen. Eine Teilnehmerin hatte die Reifen auf ihrer Africa Twin. Das war kein Spaß. Die hat nach 2 Stunden aufgegeben und sich für den Nachmittag eine Beta Alp von Stehlin gemietet.
    Ein anderer hatte vorne die Ur-Tourance drauf. Da ging auch nichts.

    Mitte Mai fahre ich ins Trentino. Mal schauen, wie der Reifen sich dort bewährt. Und nach dem überstandenen Training im Matsch habe ich jetzt weniger Schiss, auch mal auf eine Strecke mit lockeren Untergrund zu treffen.


    Gruß
    Jochen

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    Standard

    #2
    Schöner Bericht, Jochen. Kann mir gut vorstellen, wie kräftezehrend so ein Training ist - und dann auch noch bei diesen Witterungsverhältnissen. Eure Trainerin hatte ja gut lachen mit ihrem Moped-Leichtgewicht. Wusste ich es doch: jeder feilt an seiner Performance, um im Trentino die Nase vorn zu haben (kleiner Spaß).

    Grüße,
    Thomas

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    #3
    Zitat Zitat von Thomas FFM Beitrag anzeigen
    Wusste ich es doch: jeder feilt an seiner Performance, um im Trentino die Nase vorn zu haben (kleiner Spaß).
    Nein, keine Sorge:
    Ich habe keinerlei Ambitionen irgendwo vorne zu sein. Mir sagt man da sogar oft fehlenden Ehrgeiz nach.

    Hauptsache es macht Spaß.
    In 11 Tagen geht es los.


    Gruß
    Jochen

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    #4
    gleich beim ersten Mal echt erschwerte Bedingungen, aber dafür ist der Lerneffekt vermutlich noch größer. Schaden kann das niemals, aber ich würde das mit eigenem Mopped niemals machen. Ich notiere mir ja hier schon seit Jahren usernamen, die gepostet hatten, wie ihre Karre im Dreck lag und wie oft, damit ich nicht aus Versehen deren Gebrauchte kaufe )

    Ich kann mich an ein Clubrennen in den 80ern erinnern, wo die gesamte Strecke ein einziges Schlammloch war. Kurz vor Rennende, ich lag noch nicht einmal schlecht, bin ich in der Auffahrt Steilhang voll auf die Fresse geflogen. Wollte das Mopped aufheben und gleich weiter fahren, aber mit den glatten Sohlen der Crosstiefel und dem durch den aufgesammelten Dreck nahezu verdoppeltem Moppedgewicht, hatte ich keine Chance und als der Letzte an mir vorbei war hatte ich das mit Zuschauern zusammen geschafft.

    Ich weiß schon, warum ich irgendwann den Sport aufgegeben habe, aber klasse war es trotzdem

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    #5
    Ich überlege mir auch, dasselbe Training zu absolvieren... Könntest du uns die Kurszeiten verraten? Bzw wann beginnt das Ganze am Morgen? Danke!

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    #6
    Zitat Zitat von der_ploepp Beitrag anzeigen
    Ich überlege mir auch, dasselbe Training zu absolvieren... Könntest du uns die Kurszeiten verraten? Bzw wann beginnt das Ganze am Morgen? Danke!
    Bei uns war 08:30 Uhr Treffzeit. Feierabend war von Lust und Kondition der Teilnehmer relativ offen.
    Ob das bei jedem Training so ist, weiß ich nicht.


    Gruß
    Jochen

  7. Registriert seit
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    #7
    Ähnliches wie du habe ich vor ca. 6 Jahren auch gemacht. Auch ich fühle mich auf der Straße am wohlsten... Gelände ist nichts für mich.
    Es war eine eintägige geführte Veranstaltung mit gestellten Enduros. Gefahren wurde ausschließlich auf Sand.
    Meist wurde stehend gefahren. Ergebnis: Hat mächtig Laune gemacht. Es wird aber ein einmaliges Erlebnis bleiben.
    Ich hatte Schmerzen an Stellen, von denen ich nicht mal wusste, dass ich sie überhaupt habe
    Ich konnte eine Woche lang nicht richtig gehen .
    Tja, dass kommt davon, wenn man mit Mitte 50 untrainiert ins Gelände geht.

  8. Registriert seit
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    #8
    Ganz großen Respect @ Boro ,ich werde es wohl niemals machen dieses Training meine Adventure ist mir einfach zu schwer.

    Obwohl ,manchmal muss man es einfach ,durch den Dreck wenn man im Urlaub im Gebirge eine Schotterpiste rauffährt und ein Umdrehen unmöglich ist .

    was mir aber am besten gefällt , Dein Katzenklo ist nicht drauf.

  9. Registriert seit
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    #9
    Hallo Jochen,

    zuerst mal danke für den informativen Bericht.

    Da ich schon mal mit Dir fahren durfte, weiss ich, dass der zwiespältige Eindruck den Du gewonnen hast,
    nicht an deinem fahrerischen Können liegt.
    (An diesem Freitag war ich auch in der Gegend im Dauerregen unterwegs. Aber überwiegend auf Asphalt).

    Auf solchem Untergrund sollte man bei solchem Wetter, mit unseren Motorrädern, vor allem als Gelände-Anfänger
    nicht fahren. Das kann einem nur den Spaß verderben.
    Bei überwiegend trockenem Gelände bin ich mir sicher, hättest Du Spass und Motivation für weitere "lose Untergründe" gehabt.

    Maximal eine 800 er, mit was richtig Grobstolligem drauf, ist hier von einem Erfahrenen Reiter, artgerecht zu bewegen.
    Mach sowas nochmal bei ordentlichem Wetter, (trockenem Gelände), und Du wirst das spielerisch bewältigen.
    Sowieso ist 1 Tag, um sicher zu werden, viel zu wenig. Das ist auch bei ordentlichem Untergrund nur ein "reinschnuppern".

    Gruß Rolf

  10. Registriert seit
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    #10
    Zitat Zitat von Nolimit Beitrag anzeigen
    was mir aber am besten gefällt , Dein Katzenklo ist nicht drauf.


    Ich denke auch, dass man mit derlei Reifen (ist doch ein Heidenau, oder?) bei nassem Untergrund und dem Moppedgewicht als Enduro-"Anfänger" keinen wirklichen Spaß haben kann. Bei so einem Untergrund macht nix über 120kg und ohne richtige Stollen wirklich Spass.

    Vielleicht startest Du ja bei trockenem Wetter nochmal einen neuen Vesuch?!?

    Danke für Deinen Bericht.
    Jan


 
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