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Blickführung in Kurven

Erstellt von LGW, 17.03.2010, 12:26 Uhr · 42 Antworten · 8.657 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard Sitzen

    #21
    Hallo Zusammen!

    Ich hatte letztes Jahr -eher zufällig- bei einem Schräglagentraining teilgenommen. Ich hatte nämlich oftmals eine "Kurvenangst", wenns um enge (Rechts)Kurven ging. Deshalb wollte ich eine Art Fahrsicherheitstraining machen. Zum Glück bin ich aber ins kalte Wasser geworfen worden. Das Schräglagentraining hat mir sehr viel geholfen.

    Mein eigentliches Problem war tatsächlich die Blickführung. Ich scannte ständig die Straße vor meinem Vorderreifen nach Steinen, Dreck...ab. Ich hab sogar immer dem Dosenfahrer ins Auge geschaut, der mir entgegen kam. Kein Wunder, dass ich langsame und eckige Kurven gefahren bin.

    Der Instruktor stellte auch fest, dass ich mein Bike immer in die Kurve drücke. FALSCH! Das Bike in die Kurve drücken soll man nur in langsamen und unübersichtlichen Kurven, oder wenn viele, kleine Kurven folgen.
    Bei Linkskurven soll man beispielsweise den Kopf zwischen linken Aussenspiegel und Windschild nehmen. Das brachte mir total viel!

    Außerdem bin ich bis dahin auch falsch gesessen. Meine Hacken ruhten immer auf den Fußrasten, meine Ballen jeweils neben Schalthebel/Bremse. Immer bereit zum schalten/bremsen (sog. Froschposition). Ich hatte nämlich auch immer Angst, dass ich mit meinem Füßen bei entsprechender Schräglage am Boden schleife (utopisch, ich weiss).
    Hab dann probiert, meine Fußballen auf den Rasten zu lassen und nur beim bremsen/schalten meine Füße zu bewegen.

    Was der Instruktor auch gemeint hat war, dass man den Lenker locker anfassen soll. Man soll den Lenker nicht soweit ausdrücken, bis das Wasser rauskommt. UND: Ellenbogen locker lassen.

    Vor allem soll man mit dem Motorrad "ruhig" in die Kurven fahren. Das heißt, VOR der Kurve bremsen/schalten, sodass das Bike in einer stabilen Lage in die Kurve fährt. Wer in der Kurve bremst, stellt das Bike auf. Sanfter Zug am Gas dagegen verkleinert sogar den Kurvenradius!

    Fazit:
    - Ballen auf die Rasten
    - Kein "Drücken" bei langgezogenen Kurven, sondern "Legen"
    - Lockerer Griff, hängende Ellbogen
    - bei Linkskurven Kopf zwischen linken Spiegel und Windschild, bei Rechtskuven natürlich anders rum
    - und natürlich-nicht vor das Rad schauen

    Probiers mal-hat mir sehr viel geholfen.

    dani

  2. LGW Gast

    Standard

    #22
    Danke für die ausführliche Beschreibung

    Bei mir wird's auch täglich besser. Fahre viel, und gebe mir Mühe immer drauf zu achten was ich genau tue, und was ich anders mache als empfohlen.

    Vor allem war das Lenken noch sone Sache: die Nummer mit dem "Drücken am Lenkerende Kurvenseitig statt Lenkeinschlag" kannte ich zwar aus der Theorie, habe das in der Praxis aber nicht wirklich "absichtlich" gemacht.

    Inzwischen drücke ich ganz bewusst gegen den Lenker (nach vorne), statt zu "Lenken", und verlagere dabei in Tateinheit ganz bewusst das Körpergewicht für die Schräglage. Ergebnis ist vor allem ein sehr gutes "Gefühl" für die Kurve, alles läuft viel ruhiger ab.

    Blickführung klappt jetzt auch, aber das mit der Kopfposition werde ich mal ausprobieren.

    Um meine Füße hab' ich mir noch nie Sorgen gemacht, die sind bei der Dakar ja soweit oben aufgehoben...

    Inzwischen hab' ich ein neues Problem: taste mich ja ans Offroad-Fahren heran, aber die Sache mit dem "im Stehen fahren" ist mir noch total unklar. Wie macht man das bloß dabei noch zu kuppeln - aber das ist Material für einen neuen Thread.

  3. Baumbart Gast

    Standard

    #23
    Wie macht man das bloß dabei noch zu kuppeln
    auch beim stehend fahren dient der Lenker nicht als Haltestange. Dann klapptz auc hmit dem Kuppeln.

  4. LGW Gast

    Standard

    #24
    Zitat Zitat von Baumbart Beitrag anzeigen
    auch beim stehend fahren dient der Lenker nicht als Haltestange. Dann klapptz auc hmit dem Kuppeln.
    Ich weiss einfach nicht genau, wohin das Körpergewicht als "Ruheposition" muss. Wird nicht einfacher dadurch, dass ich zwar "nur" so 183cm lang bin, davon aber die Beine irgendwie den Hauptteil ausmachen - sehr hoher Schwerpunkt.

    Wenn wir jetzt eh dabei sind: was ist denn eine gute "Ausgangsposition" im Stand? Knie leicht eingefedert, Gewicht zentral über den Füßen, Hände am Lenkrad (empfiehlt sich )?

    An der Sache mit der Haltestange ist was dran - unwillkürlich versuche ich das Moped über den Lenker zu stabilisieren, statt wie sonst über den Hintern. Also im Stehen die Unterschenkel hernehmen, und den Lenker weiterhin eher "locker" halten? (Jaaa ich weiss, Hechlingen, aber dafür ist echt gerade kein Geld da )

  5. Baumbart Gast

    Standard

    #25
    Hände am Lenkrad (empfiehlt sich )?
    genau nicht. nimm die Hände weg (vielleicht nicht gerade auf einer belebten Kreuzung ), dann balancierst du sie am besten aus.
    Aber auch hier - geht nur praktisch, es muss ja nicht gleich Hechlingen sein, ein-Tages-Trainings für Einsteiger gibt's allenthalben für schmale Münze.

  6. LGW Gast

    Standard

    #26
    Oh Gott ich hab Lenkrad geschrieben.

    Hatte da noch keinen Kaffee, mache gerade freiwillig spätschichten - morgens ist das Wetter so gut

    Egal. Aber wenn die Hände nicht am Lenker sind... kippt die Fuhre ja um. Ne, klar, freihändig fahren wie beim Fahrrad geht, aber das Gas geht ja weg, dann ist doch der Motor aus?

    Standgas im zweiten geht. Also der Tipp ist, erstmal freihändig auf glattem Untergrund das stabilisieren ohne Hände zu üben, um dann später beide selbigen locker am Lenker liegen zu haben, wenn die Bodenwellen im Wald kommen?

    Ich würd' ja auch gerne mal jemandem in den Wald hinterher fahren, habe aber noch keine Freiwilligen gefunden. Hat jemand Empfehlungen für eine gute, aber kostengünstige "Enduro"-Trainingseinrichtung im Norden, so Großraum Bielefeld/Oldenburg/Bremen/Papenburg?

  7. Baumbart Gast

    Standard

    #27
    kenne in der Ecke nur den Hoope-Park, in dem Sandkasten bieten die glaubich auch Trainings an.
    Dieses Training richtet sich an Fahrer, die vielleicht schon immer mal im Gelände fahren wollten, aber die Grundlagen des Offroad-Fahrens fehlen oder auch erste Erfahrungen beim Befahren von unterschiedlichen Bodenverhältnissen, korrekte Körperhaltung, Auf- und Abfahrten, Bremsen, Kurvenfahren etc. vertiefen wollen.

    Auch für Reise-Enduros und Dickschiffe geeignet. Stollenreifen sind für unser Gelände empfehlenswert, aber nicht Voraussetzung.

    Kursdauer:
    09.00 Uhr - 17.00 Uhr(Mittagspause von 12.00 - 14.00 Uhr)

    Preis p.P. 115,00 Euro inkl. Verpflegung und Getränke

  8. LGW Gast

    Standard

    #28
    Vielleicht ne Option, danke für den Tipp. Muss ich nur noch sparen - die nächsten 100€ sind für nen Kettensatz verplant.

  9. Registriert seit
    24.10.2008
    Beiträge
    287

    Standard Sitzen

    #29
    Es gibt eigentlich nur eine richtige Art, auf eine Motorrad zu sitzen, das ist die "vollintegrierte" Sitzposition - von unten nach oben:

    Die Fußballen sind auf den Rasten - oder die Füsse sind auf ereignisarmen Streckenteilen zum abruhen in die "Vor-Absatz-Position" gebracht, dh man stemmt den Stiefelabsatz auf die Raste. Das entspannt das Knie und das Fußgelenk. Die Fußspitzen befinden sich unterhalb der Fußhebel - das ist vor allem für die Hinterradbremse nicht so schön, weil man den Fuß erst mal in einem ziemlich komplexen Manöver wieder über den Bremshebel bringen muß, wenn er gebraucht wird. Ausserdem können selbst auf der hohen GS die Fußspitzen leicht mal über den Asphalt schrappen - was aber ausser dem Schreck nicht schlimm ist. Es tut nicht weh - und am Treff erkennt man die markanten Schleifspuren des Stiefelkratzers.

    In anspruchsvollen Fahrsituationen gehören die Ballen auf die Rasten. Und wegen dem Abruhen ist es übrigens auch ratsam, beim Stiefelkauf auf einen ordentlichen Absatz zu achten.

    Die Beine sind eng an die Motorradflanken angeschmiegt, die Kniee und Oberschenkel liegen locker am Tank an, die Geschlechtsteile sind ans Tankende geschmiegt.

    Der Rücken ist gerade, mit leicht nach vorne durchgedrücktem Kreuz. Der Oberkörper wird aus der Hüfte leicht nach vorne gebeugt, soweit, daß man die Hände von oben ganz locker auf die Lenkerenden, die Fingerspitzen (eigentlich: die vorderen Fingerglieder) auf die Hebel auflegen kann. Und so sollten sie auch bleiben. Der Lenker ist ein Lenker und keine Haltestange vonne U-Bahn. Wenn man sich beständig am Lenker festhalten muß, kann man unmöglich gefühlvoll gasen, kuppeln und erst recht nicht: lenken.
    Natürlich gibt es Situationen, in denen man sich am Lenker festhalten muß, beim flotten Angasen, bei holperigem Untergrund, und beim Bremsen muß man sich meist auch auf dem Lenker abstützen. Aber ansonsten kommt der Halt aus dem Moped aus den Beinen und dem Beckenbereich. Übrigens gilt das auch und gerade für Kurvendurchfahrten in Schräglage. In den Kurven übrigens hat man am wenigsten Probleme mit dem Halt auf dem Moped: weil nämlich nicht nur die Schwerkraft einem die Arbeit teilweise abnimmt, sondern auch die Zentrifugalkraft. Ohne die Wirkung der Zentrifugalkraft wäre "hanging-off" nur was für Topathleten, und es schaffen wohl nur die Fittesten, sich etwa auf einem aufgebockten Moped, daß von Helfern oder sonstwie fixiert ist, so weit zur Seite hinauszulehnen, wie bei der Kurvenfahrt auf der Strasse - ohne runterzufallen.

    Bei einem ergonomisch gut gebauten Moped - und das sind eigentlich alle "jüngeren" BMW - kommt man in dieser Sitzposition auch in den Genuss eines optimalen Wind- und Wetterschutzes. Meiner persönlichen Einschätzung nach beruhen mindestens 85% aller Probleme mit Verwirbelungen, Windgeräuschen, Turbulenzen an Helm und Oberkörper auf der Boxer-GS auf falscher Sitzweise (meist die traditionelle "nasser Sack - Haltung" des deutschen Tourenfahrers) - der Rest sind anatomische "Sonderfälle", die halt nicht mehr in die von den Konstrukteuren vorgesehenen Bandbreiten hineinpassen. Nur die müssen basteln, alle anderen sollten mal richtig sitzen lernen.

    Diese "lehrbuchmässige" Sitzhaltung sorgt übrigens auch dafür, daß die Wirbelsäule in optimaler Lage und Haltung ist, um von Stößen von unten nicht übermässig gequält zu werden. Zudem hat man mit den Ballen auf den Rasten auch leicht die Möglichkeit, bei absehbaren harten Schlägen (Musterbeispiel: Bahnübergang) durch ein leichtes Anlupfen die Beinmuskulatur als zusätzliche Bio-Federbeine einzusetzen. Dadurch bringt man auch den Schwerpunkt der Fuhre nach unten - der Sitzbankanteil wandert fast vollständig auf die Rasten, nur ein relativ kleiner Teil hält sich am Lenker fest.

    Wenn ich in der Saison ein Zimperleinchen am Rücken habe, setz ich mich abends aufs Moped, fahr ne kleine Runde, so 100 - 150 km, und das Zimperlein ist weg. In der Saison hab ich sowieso fast nie Zimperlein - das hab ich nur im Winter, weil ich eben nicht mehr im Salz fahre.

    Diese Sitzposition hat ferner den entscheidenden Vorteil, daß der Kontakt zur Maschine, die "Integration" wesentlich besser ist, als in allen anderen denkbaren Sitzpositionen: man hat mit großen Körperflächen Motorradkontakt, spürt viel intensiver, was da so unter einem passiert. Man kann das Moped auch wesentlich leichter "handln", von einer Seite zur anderen schmeissen, auch die Bedienung von Hebeln und Schaltern fällt recht leicht. Und man ist schön beweglich, kann die Kniee und den Oberkörper zur Kurveninneren Seite ausklappen, bei Bedarf auch mal aufstehen - oder schlicht mal auf einer langen Geraden die Beine zum entspannen etwas baumeln lassen.

    Es ist zwar etwas überspitzt - aber man kann durchaus sagen, das A und O des Motorradfahrens sind die richtige Blickführung und der richtige Sitz, der Rest kommt dann (fast) von ganz alleine.

  10. Baumbart Gast

    Standard

    #30
    Man wenn ick jewusst hätte det Moppedfahren so kompliziert is hätt ick det niemals anjefangen - ick wees gar nich wie ick det jeschafft hab bis jetze überhaupt um irjend eene Ecke su kommen


 
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