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Blickführung in Kurven

Erstellt von LGW, 17.03.2010, 12:26 Uhr · 42 Antworten · 8.653 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard "Herr vergib Ihnen !

    #31
    ... Denn sie wissen nicht, was sie tun !" (Jesus)

  2. Registriert seit
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    Standard

    #32
    Das ist ja eine Never Ending Story...............


    Zitat Zitat von HaJü
    (vom 18.03.10)

    Hai Lars,

    ................Ich sag einfach mal, Dir fehlt der richtige Schuß Benzin im Blut.

    ....................
    Fahr mit dem Moped auf einen großen Parkplatz, fahr kleine Kreise, Achten, links-rechts, übe das Bremsen - erst aus geringer Geschwindigkeit und steigere diese. Bremse nur vorne, nur hinten, vorne u. hinten gemeinsam. Laß die Räder ruhig mal blockieren, vorne natürlich aufpassen, daß es Dir nicht den Lenker verschlägt (sobald Du merkst, daß er anfangen will, Zange aufmachen). Fahr mal freihändig, fahr im Stehen, fahr Kreise im Stehen usw. usw. So bekommst Du mehr Gefühl fürs Moped.

    Draußen im Revier scanne ich die Fahrbahn kurz vor dem Rad in die Richtung, in die ich fahren will. Ich sehe, wie die Straßenbeschaffenheit ist, ob was im Weg liegt etc. Das Hauptaugenmerk ist in die "Ferne" gerichtet - mein Sektionsziel. Mein Blick wandert ständig in die Ferne und zurück, in die Ferne und zurück. Wenn die Strecke gerade und übersichtlich ist, sehe ich mehr in die Ferne.

    Und wie einige in Deinem Fred geschrieben haben, spielt sich viel im Kopf ab. Bist Du im Kopf verkrampft, überträgt sich das über Deinen Körper aufs Moped, Du versteifst Dich, das Moped wird steif, die Kurve ist versaut und wenns dumm läuft, geht Dir die Straße aus.

    Ich denke da an Deinen Fred "Burgholzhausen" (01.12.09).

    Ich hatte Dir schon mal vorgeschlagen, daß Du mit jemanden Deines Vertrauens zusammen fährst, der Fahrpraxis hat und von dem Du lernen kannst. Hast Du jemanden gefunden?

    ...........................

    Ein anderer Tipp ist ein Lehrgang "Kurventraining" mit einem professionellen Trainer. Da kannst Du das Besprochene direkt umsetzen und bei Fehlern wird es gleich korrigiert.

    ...................

    Ich wünsch Dir was.

    Hab irgendwie das Gefühl, da ist viel Polemik ohne Ergebnis. Na ja, wenns Dir hilft

  3. Registriert seit
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    Standard Motorradfahren lernen

    #33
    Das Motorradfahren-lernen hat sich verändert, und zwar gewaltig. Früher, als alles besser war, haben die milchbärtigen Jungs mit stinkenden Töffs einen auf Rocker gemacht, geschraubt, frisiert - und sich andauernd auf die Fresse gelegt. Wer da nicht durchkam, kam nicht durch, und erbettelte sich ein 10-Gang-Fahrrad von den Alten. Der Rest kämpfte mit den Alten um die gestuften Führerscheine. Waren die Alten selbst Motorradfahrer, ging es ok, ansonsten gabs Zoff. Man kämpfte mit den Alten, man schleppte Kisten beiner Spedition für die Knete, und dann gabs mit 18 den "Lappen" und das erste richtige Moped ... Learning by doing, durch abgucken, nachmachen von und mit den Kumpels. Deswegen labern die alten Windgesichter auch noch im 21. Jahrhundert, daß ein Anfängermotorrad leicht sein müsse, damit man es nach einem Sturz wieder alleine aufheben kann. Weil früher war das so.

    Heutezutage ist das alles ganz anders. Wenn man heute auf die Fresse fliegt, ist das Aufheben des Mopeds das geringste Problem. Weil der Anfänger heute auf einem Boliden sitzt, der das 2-3-fache an Leistung hat von den Dingern, mit denen Deutsche Meisterschaften gewonnen wurden, als das alte Windgesicht noch ein Milchbart war, und dauernd sein Moped aufgehoben hat. Früher fuhr man nämlich im Vergleich zu heute lächerliche Geschwindigkeiten. Heute rast man mit ehemaligem Grand-Prix-Tempo durch die Gegend auf High-Tech-Maschinen, aus denen alles aus Plastik und Elektronik ist. Früher, die gusseisernen Mopeds, die konnt man endlos hinschmeissen - heute hingegen ... handy, ADAC, Werkstatt, 1 Monatsgehalt weg. Wenn man noch telefonieren kann, und nicht vom Notarzt reanimiert werden muß.

    Heute ist aber auch das Lernen anders geworden. Weil man nicht mehr als Milchbart auf dem Hinterhof anfängt, sondern wesentlich professioneller. Das ganze ist heute auch verhältnismässig gut erforscht - das Verdienst vom Hl. Bernt Spiegel ist es nicht, das alles, was er in seinem Buche von der "Oberen Hälfte" erzählt, selbst erfunden zu haben, sondern es mal für eine breite Öffentlichkeit zusammenzutragen und bekannt zu machen. Die Sache ist auf einmal sehr "sophisticated" geworden. "Aus dem Bauch raus fahren" und "Benzin im Blut" - das war mal ! Wir werden schon lange nicht mehr mit 15W40 großgezogen, sondern mit google & yahoo.

    Man kann ganz anders ans Motorradfahren herangehen, als früher - und gäbe es diese ganz andere Herangehensweise nicht, ich wüsste nicht, ob ich heute noch so viel Freude am Motorradfahren gefunden hätte.

  4. Registriert seit
    25.02.2009
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    Standard Mann oh Mann

    #34
    KRONI!

    Erst einmal vielen Dank für Deine ausführlichen und wirklich anhand von entsprechender von Dir gelesenen Literatur hier reflektierten Erkenntnisse und Ratschläge.

    Heute wie genau vor zwanzig Jahren,
    wird das Moped auf zwei Räder gefahren.
    Kleines Scherzle .. .(scusi)

    Blickführung in Kurven war das Theme:

    Also ich kann mich gut an meine erste Kurve erinnern, wo ich nicht mehr hätte bremsen können und zum Stehen hätte kommen können. Ich musste die Schräglage einnehmen um diese Kurve zu durchfahren - das war damals noch ein Schock für mich - die nächsten ungezählten Male habe ich das nicht mehr wahrgenommen.

    Früher habe ich auch immer die Kurve abgetastet - Blicke hin und hergeworfen und watt weiß ich nich noch.

    Heute erfasse ich die Kurve mit ruhigem Auge - fixiert sozusagen - ziehe mir meine gedachte Linie dadurch - vergleiche Radius (vollkommen von der Landschaft entkoppelt) mit der gefühlten Geschwindigkeit und gut is.

    Sollte watt da auf der Ideallinie liegen - drumrum und weiter.

    Achso - NochWatt: So ein wenig Talent zum fahren sollte schon vorhanden sein - so ein grundsätzliches Interesse an der Naturwissenschaft - so Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel - Sport: Tischtennis, Squash, Fahrradfahren - schadet nicht wirklich.

    Immer bei der Sache sein, über den Tellerrand schauen - kurzum:
    Später bremsen - tiefer rein - schneller raus.

    Glück Auf - viel Spaß beim nachkochen - äh falscher Sender?
    Holger

  5. Registriert seit
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    Standard Wie sind wir nur so alt geworden?

    #35
    Bingo, Kroni, danke dafür!

    Ohne das Internet und ohne diesen Beitrag hätte ich mir, wie in den vergangenen 30 Jahren, keine Gedanken gemacht und wäre einfach weiter gefahren....
    jetzt vertrödel ich unmengen an Zeit vor der Kurve um zu überlegen, wie ich denn jetzt vorgehe: Watte mal, muß ich jetzt drücken? Oder bin ich schnell genug zum legen? äääh, ach, moment, den Kopf noch nach rechts. Mist, die Füße stehen auch noch immer mit den Zehenspitzen auf der Raste! Ach ja, des ghört so.....puh, das war schonmal richtig. Und jetzt? Ja stimmt, die Kurve....jetzt noch schnell auf der richtigen Seite gegen den Lenker drücken, blick zum Kurvenausgang! Ah, jetzt ja, es geht, die Fuhre fährt echt ums Eck. Wie habe ich das früher nur geschafft?

    Jetzt mal im Ernst: Zuviele Gedanken vorher bringen gar nix, fahr einfach und seh zu daß du in deinem persönlichen Limit bleibst. Mit der Erfahrung wirds dann irgendwann einfach von alleine kommen.

    Andererseits, er soll Leute geben die lernen dat nie....





    Zitat Zitat von Kroni Beitrag anzeigen
    Das Motorradfahren-lernen hat sich verändert, und zwar gewaltig. Früher, als alles besser war, haben die milchbärtigen Jungs mit stinkenden Töffs einen auf Rocker gemacht, geschraubt, frisiert - und sich andauernd auf die Fresse gelegt. Wer da nicht durchkam, kam nicht durch, und erbettelte sich ein 10-Gang-Fahrrad von den Alten. Der Rest kämpfte mit den Alten um die gestuften Führerscheine. Waren die Alten selbst Motorradfahrer, ging es ok, ansonsten gabs Zoff. Man kämpfte mit den Alten, man schleppte Kisten beiner Spedition für die Knete, und dann gabs mit 18 den "Lappen" und das erste richtige Moped ... Learning by doing, durch abgucken, nachmachen von und mit den Kumpels. Deswegen labern die alten Windgesichter auch noch im 21. Jahrhundert, daß ein Anfängermotorrad leicht sein müsse, damit man es nach einem Sturz wieder alleine aufheben kann. Weil früher war das so.

    Heutezutage ist das alles ganz anders. Wenn man heute auf die Fresse fliegt, ist das Aufheben des Mopeds das geringste Problem. Weil der Anfänger heute auf einem Boliden sitzt, der das 2-3-fache an Leistung hat von den Dingern, mit denen Deutsche Meisterschaften gewonnen wurden, als das alte Windgesicht noch ein Milchbart war, und dauernd sein Moped aufgehoben hat. Früher fuhr man nämlich im Vergleich zu heute lächerliche Geschwindigkeiten. Heute rast man mit ehemaligem Grand-Prix-Tempo durch die Gegend auf High-Tech-Maschinen, aus denen alles aus Plastik und Elektronik ist. Früher, die gusseisernen Mopeds, die konnt man endlos hinschmeissen - heute hingegen ... handy, ADAC, Werkstatt, 1 Monatsgehalt weg. Wenn man noch telefonieren kann, und nicht vom Notarzt reanimiert werden muß.

    Heute ist aber auch das Lernen anders geworden. Weil man nicht mehr als Milchbart auf dem Hinterhof anfängt, sondern wesentlich professioneller. Das ganze ist heute auch verhältnismässig gut erforscht - das Verdienst vom Hl. Bernt Spiegel ist es nicht, das alles, was er in seinem Buche von der "Oberen Hälfte" erzählt, selbst erfunden zu haben, sondern es mal für eine breite Öffentlichkeit zusammenzutragen und bekannt zu machen. Die Sache ist auf einmal sehr "sophisticated" geworden. "Aus dem Bauch raus fahren" und "Benzin im Blut" - das war mal ! Wir werden schon lange nicht mehr mit 15W40 großgezogen, sondern mit google & yahoo.

    Man kann ganz anders ans Motorradfahren herangehen, als früher - und gäbe es diese ganz andere Herangehensweise nicht, ich wüsste nicht, ob ich heute noch so viel Freude am Motorradfahren gefunden hätte.

  6. Registriert seit
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    Standard

    #36
    Zitat Zitat von MacDubh Beitrag anzeigen
    Jetzt mal im Ernst: Zuviele Gedanken vorher bringen gar nix, fahr einfach und seh zu daß du in deinem persönlichen Limit bleibst. Mit der Erfahrung wirds dann irgendwann einfach von alleine kommen.

    Andererseits, er soll Leute geben die lernen dat nie....
    jede Sache, die man gut können möchte, bedingt neben der Praxis ein gerüttelt Maß an theoretischer Beschäftigung und Verständnis der Materie. Fahr halt ist ein komplett falscher Ansatz.

    Gutes Motorradfahren findet zu 90% im Kopf statt, was nicht heisst, dass man ständig überlegt

  7. Registriert seit
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    Standard

    #37
    Zitat Zitat von Schlonz Beitrag anzeigen
    jede Sache, die man gut können möchte, bedingt neben der Praxis ein gerüttelt Maß an theoretischer Beschäftigung und Verständnis der Materie. Fahr halt ist ein komplett falscher Ansatz.

    Gutes Motorradfahren findet zu 90% im Kopf statt, was nicht heisst, dass man ständig überlegt
    alles richtig, aber die Reflexe müssen halt stimmen. Und Reflexe kommen nur durch immer wiederkehrende Übung.

    Ausserdem habe ich nicht geschrieben: fahr halt, sondern:
    fahr einfach und seh zu daß du in deinem persönlichen Limit bleibst!

    Und das "innerhalb des Limits" finde ich gerade für Anfänger am wichtigsten.
    Alles andere ergibt sich mit der Übung und Erfahrung! Und anschliessend das gelernte zu hinterfragen und durch theoretisches Wissen zu verbessern, da spricht ja nichts gegen.

  8. LGW Gast

    Standard

    #38
    Zitat Zitat von HaJü Beitrag anzeigen
    Hab irgendwie das Gefühl, da ist viel Polemik ohne Ergebnis. Na ja, wenns Dir hilft
    Verstehe zwar die Aussage nicht ganz, aber der Thread ist teilweise informativ und teilweise lustig.

    Mehr erwarte ich auch nicht in einem Forum

  9. Registriert seit
    29.09.2008
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    202

    Standard

    #39
    Der Blick zum Kurvenausgang und die damit verbundene Angst vor dem "Unbekannten" direkt vor dem Vorderrad, kenne ich auch nach 30 Jahren Praxis noch. Mein Vorteil ist jedoch das eben diese Erfahrung mich lehrte, dass Dinge, die ich aus der Distanz nicht als Gefahr erkannt habe, in der Regel so klein sind, dass sie auch keine Gefahr darstellen.
    Ich schaue zum Kurvenende. Alles was ich dabei als gefährlich Einschätze, umfahre ich wenn möglich. Alles andere ist zu klein und führt, wenn überhaupt, nur zu einem kleinen Rutscher oder versetzen der Räder.

    Als ich am Mittwoch nach Feierabend noch schnell meine Rursee-Runde machen wollte, ist mir schon bei der Anfahrt aus Düsseldorf der Sonnenuntergang dazwischen gekommen. Ist halt doch erst März...
    Bei der dadurch erzwungenen Nachttour, war ich erstaunt wie flüssig der Fahrstil wird, wenn man den Straßenbelag einfach gar nicht sehen kann und sich die Gedanken über dessen Zustand somit erübrigen.
    Gruß
    Frank

  10. Registriert seit
    26.03.2010
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    42

    Standard

    #40
    Danke Frank!

    Ich hab mich mal durch den ganzen Fred gebuddelt und stelle mir - und gleich auch Euch - mal folgende Fragen:

    Was ist wirklich GEFÄHRLICH in der Kurve?

    Welche Handlung stellt eine größere Gefahr dar, ÜBERFAHREN oder AUSWEICHEN?

    Mir ist klar, dass das ein wenig vom ursprünglichen Thema abweicht, aber ich denke, wenn man sich bewusst macht, was wirklich eine Gefahr ist, trennt man sich leichter von dem Zwang, wissen zu wollen, was direkt vor dem Vorderrad liegt und man schaut entspannter in die "Zukunft".

    Gruß aus dem Rheinland

    Sascha


 
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