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Der Alleinunfall – eine philosophische Betrachtungsweise

Erstellt von Sealiner, 21.09.2011, 15:13 Uhr · 103 Antworten · 7.996 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard Der Alleinunfall – eine philosophische Betrachtungsweise

    #1
    Bei einem Fahrsicherheitstraining wurde mir gesagt, dass es zwei Gruppen von Mopisten gäbe:


    1. Die einen Unfall gehabt haben
    2. Die den Unfall noch vor sich haben


    Gemeint ist hier der so genannte Alleinunfall. Also der ohne jegliche Fremdbeteiligung.


    Dieser Betrachtungsweise vermag ich mich jedoch nicht anschließen. Beruflich bedingt ist für mich ein Unfall nie ein unabwendbares, plötzlich eintretendes Schadenszenario, sondern eine Verkettung von Umständen, die der Fahrer selbst zu verantworten hat. Folglich hat der Fahrer es selsbt in der Hand, wie lange er oben bleibt und wann er sich abwerfen lässt.


    Jetzt hört man immer wieder – wenn man den Autoren der Geschichten glauben mag – von dem einen Gullideckel, dem 10 cm Rutschbitumenfleck, der Schüppe Sand, dem Ölfleck, (beliebig fortsetzbar)… und stellt sich selbst folgende Fragen:


    Habe ich bisher immer nur Glück gehabt? Warum hat es mich bisher nicht erwischt? Bin ich derjenige, der genau diese Stelle noch nicht/nie überfahren hat? Wie viele dieser Gefahrenstellen soll es auf unseren Strassen geben? 10? 100? Tausende? Warum passiert nicht jede Sekunde ein Unfall?

    Mein Nachbar brachte es letzt auf den Punkt. Um beim Stammtisch nicht als Oberdepp da zu stehen, erzählt er die Geschichte vom Ölleck, der mit Laub abgedeckt war und auf dem noch der Streusplitt lag. In Wirklichkeit sei er zu schnell in die Kurve, bekam Angst, trat in den Anker, das Moped richtete sich auf und schon war er außerhalb des Fairway. Das brachte meine Gehirnwindungen in Aktion.

    Geht man davon aus, dass die meisten Stürze in den Kurven geschehen und weiterhin der Sturz i.d.R. durch Wegrutschen verursacht wird, muss man doch zwingend davon ausgehen, dass der Mopetist die Zügel zu sehr locker gelassen hat und vielleicht einen Ticken zu schnell unterwegs war, und/oder in der daraus entstandenen Gefahrensituation falsch reagiert hat? Oder in anderen Worten; warum haben die zwei Dutzend anderen Fahrer, die die Kurve vorher geschafft haben, keinen Sturz gehabt?

    Wenn ich mir diese Weisheit zugrunde lege, stets sorgsam und vorsichtig fahre, dann müsste doch ein Sturz – zumindest der klassische Kurvenabflieger – vermeidbar sein. Oder?

  2. moto Gast

    Standard

    #2
    Zitat Zitat von Sealiner Beitrag anzeigen
    stets sorgsam und vorsichtig fahre, dann müsste doch ein Sturz – zumindest der klassische Kurvenabflieger – vermeidbar sein. Oder?
    Wenn das nur den 'Alleinunfall' betrifft, man der vorausliegenden Fahrbahn ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt, sich in den Grundzügen an das in der Fahrschule Erlernte erinert bzw. sich daran hält und wenn man zu 100% leistungsfähig ist, dann ist das alles halb so schlimm und man sollte eigentlich unbeschädigt durchkommen.

  3. Registriert seit
    01.01.2009
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    10.104

    Standard

    #3
    Ist am Rhein die Zeit wieder etwas lang heute?

    Grüße
    Steffen

  4. Registriert seit
    18.01.2008
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    398

    Standard

    #4
    ja klar ... und am allerwenigsten passeiren Motorradunfälle wenn man das Motorrad in der geheizten Garage stehen lässt.

    Also mich hat es u.a. beim Anfahren an einer Linksabbiegerampel und regennasser Fahrbahn gerissen .. ich hatte sage und schreibe gefühlte 12,25 km/h drauf und die Karre ist unter mir weg gegagen wie auf Glatteis .. nichts passiert nur sehr peinlich .. aber hier behaupten zu wollen, wer stürzt war zu schnell, ist -glaube ich ein bisserl kurz gesprungen ...

    Grüße

  5. Registriert seit
    14.04.2011
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    Standard

    #5
    Zitat Zitat von Zörnie Beitrag anzeigen
    Ist am Rhein die Zeit wieder etwas lang heute?

    Grüße
    Steffen
    Aha ein Experte...

    Du weißt doch; wir machen uns schon mal Gedanken über Gott und die Welt...Manchmal sogar darüber hinaus...

  6. Registriert seit
    23.09.2010
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    613

    Standard

    #6
    Auweia, das gibt Ärger hier im Forum!
    Prinzipiell bin ich aber auch der Meinung: wenn sich JEDER an die StvO hält, kann es gar keinen Unfall geben, es sei denn, dir rennt wirklich unvermittelt ein Tier vor die Karre. Auf der Landstraße ist bei höchstens 100km/h Schluss, oft noch weniger, beispielsweise bei Kurven. Ich muss meine Geschwindigkeit immer so wählen, dass ich rechtzeitig vor einer Gefahrenstelle anhalten oder ausweichen kann. Und schon bist du auf der sicheren Seite - macht aber keinen Spaß!

    So Leute, weiter geht´s...

  7. ArmerIrrer Gast

    Standard

    #7
    hat man nicht erst letztens nen "Troll-Fütterungs-Fred" aufgemacht?? Wieso noch einer? Kann das mal ein Mod zusammen führen...

  8. Registriert seit
    14.04.2011
    Beiträge
    467

    Standard

    #8
    Zitat Zitat von ArmerIrrer Beitrag anzeigen
    hat man nicht erst letztens nen "Troll-Fütterungs-Fred" aufgemacht?? Wieso noch einer? Kann das mal ein Mod zusammen führen...
    Mein das schon ernst!

  9. Registriert seit
    01.01.2009
    Beiträge
    10.104

    Standard

    #9
    Gottseidank hält sich aber nicht jeder an die StVO, denn erstens würde dann das Fahren, erst Recht mit dem Zweirad, bedeutend weniger Spaß machen, und zweitens würde sich auf den Straßen wahrscheinlich gar nichts mehr rühren.

    Unfälle wären nicht mal zu 100% vermeidbar, wenn sich alle wie Maschinen oder Roboter verhalten würden. Und da es sich bei den meisten Verkehrsteilnehmern um Menschen handelt, ist die Quote eben wie sie ist.

    Grüße
    Steffen

  10. Registriert seit
    18.01.2011
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    94

    Standard

    #10
    Tja, das ist eine interessante Fragestellung...
    Ich bin seit geschätzten 100.000 Kilometern unfallfrei (Motorrad) unterwegs. Ich nehme da jetzt mal den "Fast-Umfaller" an der Ampel (gestern) und den beinahe Crash (vor 10 Jahren) durch eigene Blödheit raus. Ich fahre immer äußerst defensiv und so schnell, dass ich glaube, noch rechtzeitig bremsen zu können, gehe auch lieber mal umsonst in die Eisen, wenn ich nicht sicher bin, ob ich gesehen werde. Und offen gestanden trage ich eine Warnweste und fühle mich auf Dorfstrassen generell sicherer als auf Bundesstrassen.

    Aber eine Garantie ist dies alles nicht - ich kann aber ganz viel dafür tun, nicht zu verunglücken - und der Rest ist Karma!

    Grüße

    Marcus


 
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