Seite 2 von 11 ErsteErste 1234 ... LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 104

Der Alleinunfall – eine philosophische Betrachtungsweise

Erstellt von Sealiner, 21.09.2011, 15:13 Uhr · 103 Antworten · 8.022 Aufrufe

  1. Registriert seit
    17.06.2010
    Beiträge
    269

    Standard

    #11
    Zitat Zitat von Sealiner Beitrag anzeigen
    Wenn ich mir diese Weisheit zugrunde lege, stets sorgsam und vorsichtig fahre, dann müsste doch ein Sturz – zumindest der klassische Kurvenabflieger – vermeidbar sein. Oder?[/SIZE][/FONT]
    Philosphie versus Physis.

    da nützt keine Weisheit, wenn der Mensch physisch nicht in der Lage ist, den Ölfleck, den Stein, den Sand an der Stelle im rechten Augenblick wahrzunehmen, der zum Sturz führte.
    Weil der Blick am Kurvenende weilt,
    weil der Blick grad auf dem Tacho, im Cockpit,
    weil der Mensch eben nichts gleichzeitig, immer nur sequenziell machen kann.
    Wir haben keinen QuadCore im Hirn, der parallel mitfährt/schaut/denkt/lenkt.

    Also wird es jeden erwischen, wenn die entsprechenden Parameter zusammen kommen.

    und....da kannst Du sorgsam sein wie Du willst, außer Du läßt es und in der Garage.

    /peter.

  2. Registriert seit
    14.04.2011
    Beiträge
    467

    Standard

    #12
    Zitat Zitat von Summerhillxy Beitrag anzeigen
    Tja, das ist eine interessante Fragestellung...
    Ich bin seit geschätzten 100.000 Kilometern unfallfrei (Motorrad) unterwegs. Ich nehme da jetzt mal den "Fast-Umfaller" an der Ampel (gestern) und den beinahe Crash (vor 10 Jahren) durch eigene Blödheit raus. Ich fahre immer äußerst defensiv und so schnell, dass ich glaube, noch rechtzeitig bremsen zu können, gehe auch lieber mal umsonst in die Eisen, wenn ich nicht sicher bin, ob ich gesehen werde. Und offen gestanden trage ich eine Warnweste und fühle mich auf Dorfstrassen generell sicherer als auf Bundesstrassen.

    Aber eine Garantie ist dies alles nicht - ich kann aber ganz viel dafür tun, nicht zu verunglücken - und der Rest ist Karma!

    Grüße

    Marcus
    Hört sich gut an. Das kommt meinem Ansatz sehr nahe.

  3. matze.x Gast

    Standard

    #13
    Hi,

    ich stimme deinen Thesen fast vollständig zu, mit der Erweiterung, dass man als Motorradfahrer sehr viel dafür und natürlich auch dagegen tun kann sein persönliches Risiko zu verunglücken zu minimieren (sowohl allein als auch fremdverschuldet).

    Und mit der Einschränkung, dass für mich durchaus Situationen denkbar sind, in denen ein Alleinunfall unvermeidbar ist. Das geht vom technischen Defekt bis zum "vorsichtigen" Kurvenfahren wo dann wirklich mal eine rutschige Fläche plötzlich auftaucht bzw. nicht erkennbar ist. Allerdings sollte dieser Prozentsatz verschwindend gering sein.
    Zudem kann jeder mal seinen Gedanken nachhängen und somit nicht die nötige Aufmerksamkeit an den Tag legen.

    Gruß

    matze

  4. Registriert seit
    26.09.2007
    Beiträge
    1.606

    Standard

    #14
    Ser's,

    Möppifahren ist gefährlicher als Couchliegen

    und

    Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben.

    Aber:

    Durch dauernde Aufmerksamkeit, Vorsicht und Umsicht kann ich die Gefahr minimieren.
    Man kann Trainigs absolvieren um im gefährlichen Situationen richtig reagieren zu lernen.
    Vielfahrer haben oft mehr Übung und auch Erfahrung potentielle Gefahren frühzeitig zu erkennen.

    Im Verkehrgetümmel kann man durch "scanning" des Verhaltens der anderen Verkehrsteilnehmer einige (vorhersehbare) Fehler und Verhaltensweisen erahnen und schon vorab "ausbessern".

    Eine gesunde Hochachtung, ja sogar Respekt vor dem Objekt "Motorrad" und seine Eigenheiten (zB fällt leicht um, weil zur zwei Aufstandspunkte) verringert das Unfallrisiko.

    Aber andererseits:
    Keiner von uns ist immer hunderprozentig aufmerksam, immer nur vernünftig (das macht ja sogar den Reiz aus), und manche Dinge sind im Vorhinein nicht erkennbar (zB das schon erwähnte Wild, das unmittelbar vor das Vorderrad spring).

    Es reicht schon, die Folgen des Hoppalas zu verkleinern, indem man sich gut kleidet, und vielleicht einmal das Tempo rausnimmt, auch wenn die "Freunde" höhnisch grinsen "Kurvenparker".

    In diesem Sinne:
    Trotzdem am Moppedfahren Freude haben, vorsichtig sein und auch einmal Demut haben vor den Dingen die wir nicht beeinflussen können (zB techn. Defekt).

    Grüße
    Wolfgang

  5. Registriert seit
    25.08.2007
    Beiträge
    484

    Standard

    #15
    Zitat Zitat von Q-otti Beitrag anzeigen
    Prinzipiell bin ich aber auch der Meinung: wenn sich JEDER an die StvO hält, kann es gar keinen Unfall geben
    Hier glaube ich, einen klassischen Denkfehler gefunden zu haben, eine 80er-Beschränkung heißt noch lange nicht, dass jede Kurve in jedem Fall die 80 km/h auch verträgt - und schwupps, schon liegt der Mopist im Graben ... (zumindest bei uns in den Bergen ist es so ) - im Flachen mag das ja dann doch ab und zu glimpflich ausgehen ...

  6. Registriert seit
    14.09.2011
    Beiträge
    4.057

    Standard

    #16
    Nach solch sinnlosen Diskussionen hab ich nach meinem "Umfaller" am Hahntennjoch aus versehen gegoogelt

    Hahntennjoch = Extem glatt
    In Kombination mit Nässe......zu glatt für defensive Fahrweise

    Extrem defensive Fahrweise müsste wahrscheinlich klappen

    Mal kurz die Aussagen zusammen fassen:
    Allen denen das Vorderrad weggerutscht ist vertraten die Ansicht: "Zu Glatt"
    Hatten sich ja auch gelegt

    Alle die einen Rutscher mit dem Hinterrad hatten vertraten die Ansicht: "Beherrschbar"

    Wie objektiv sind jetzt diese Meinungen

    Ich hab da auf jeden Fall meine eigene Meinung zu

    Gruß
    Berthold

  7. Registriert seit
    18.07.2010
    Beiträge
    923

    Standard

    #17
    Coole These!

    Das bedeutet doch, dass, wenn ich zur ersten Kategorie zähle, ich nun die Sau rauslassen kann, oder kann man gleichzeitg beiden Lagern angehören?


    Spaß beiseite:
    Sieh mal einen der letzten Beiträge vom Qpiloten an. Gegen seinen Alleinunfall hätte niemand von uns - selbst kein Profi - etwas machen können. Er fuhr sich etwas in einer Kurve in den Reifen ein und in der nächsten kommt`s zum plötzlichen Druckverlust und weg war er.

    Ich glaube auch, dass das mit den Erzählungen (Erfindungen) zu Unfallhergängen stark charakterabhängig ist. Jemand mit genügend Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen hat sicher weniger ein Problem damit eigene Fahrfehler zuzugeben.

    Gruß
    Tobias

  8. Registriert seit
    17.01.2007
    Beiträge
    8.611

    Daumen runter "Wer keinen Fehler macht, werfe den ersten Stein!"

    #18
    Moin,

    mein Unfall am 02.07.2011 - dänische Autobahn - Geschwindingkeit ca. 105 - 110 km - leichter Regen, Gischt, schlechte Sicht - rechte Spur - ich laufe auf ein langsames Fahrzeug (PKW mit Anhänger oder kl. LKW) auf und möchte die Spur wechseln - leicht in Schräglage - gaaaaanz wenig Beschleunigung - und bevor ich wusste was los war, lag ich auf dem Bart - mir hat´s schlagartig das Hinterrad "weggerissen"!

    Mir ist zum Glück ausser Prellungen nix passiert (gute Rukka-Klamotten und Regenpelle drüber).

    Beim betrachten des Moppeds fiel mir auf, dass das ganze Mopped mit Bitumen über und über besprenkelt war. Auf den Reifen teilweise richtig dicke Placken.

    Und wenn du mir jetzt sagst, dass man das hätte erkennen und den Unfall vermeiden hätte können, dann behaupte ich jetzt einfach mal, dass du lügst!

    ....aber vielleicht kann ich das ja auch mit nur ~200.000 km Motorraderfahrung in 12 Jahren nicht beurteilen....

    Also, natürlich hilft aufpassen, vorausschauen und für andere mitdenken - aber sichersein,dass kein "Alleinunfall" passiert, kann man sich nie! (Meine Meinung!)

  9. Registriert seit
    18.01.2011
    Beiträge
    94

    Standard

    #19
    Zitat Zitat von Finn Beitrag anzeigen
    Moin,

    mein Unfall am 02.07.2011 - dänische Autobahn - Geschwindingkeit ca. 105 - 110 km - leichter Regen, Gischt, schlechte Sicht -
    Warum fährst du bei schlechter Sicht 100?
    Auch wenn es den Unfall vielleicht nicht verhindert hätte...

    Marcus

  10. Registriert seit
    17.01.2007
    Beiträge
    8.611

    Standard

    #20
    Zitat Zitat von Summerhillxy Beitrag anzeigen
    Warum fährst du bei schlechter Sicht 100?
    Auch wenn es den Unfall vielleicht nicht verhindert hätte...

    Marcus
    Hej Marcus,

    wieso wusste ich, dass in diesem Forum sofort der Zeigefinger kommt?

    Gegenfrage, wie schnell fährst du bei Nieselregen (und entsprechender Sichtbehinderung durch Gischt) auf einer schnurgraden Autobahn? Ehrliche Anwort erlabt!
    Unsere Geschwindigkeit war das Tempo, um auf der rechten Spur mitzuschwimmen - links wurde schneller gefahren - und um nicht permanent überholt zu werden

    Meine Freundin fuhr hinter mir und ist nicht gestürzt - genau wie alle Moppeds, die in der nächsten Stunde da vorbei fuhren. Sie hatten eben das Glück, nicht auf dem Bitumenfleck (der bei nunmal leider unsichtbar war) zum Überholen anzusetzen.


 
Seite 2 von 11 ErsteErste 1234 ... LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Eine Versys gegen eine Kuh und einen Tiger
    Von Cloudhopper im Forum Motorrad allgemein
    Antworten: 160
    Letzter Beitrag: 09.02.2012, 17:42
  2. So nun also eine Q
    Von Enduroflo im Forum Neu hier?
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 19.09.2011, 20:12
  3. Schon eine Million Kilometer sind eine unglaubliche Laufleistung......
    Von scubafat im Forum Smalltalk und Offtopic
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 08.08.2010, 15:57
  4. Was kann eine GS besser als eine Varadero?
    Von Tobias im Forum Motorrad allgemein
    Antworten: 49
    Letzter Beitrag: 25.10.2007, 21:25