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Der Alleinunfall – eine philosophische Betrachtungsweise

Erstellt von Sealiner, 21.09.2011, 15:13 Uhr · 103 Antworten · 8.016 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    #61
    Zitat Zitat von Baamhackl Beitrag anzeigen
    Ja ja, tatsächlich "die obere Hälfte des Motorrads" zu sein, das ist es.
    Von dem Buch habe ich schon gehört. Nur Gutes. Sollte man sich das zulegen?

  2. Registriert seit
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    #62
    Zitat Zitat von Sealiner Beitrag anzeigen
    Von dem Buch habe ich schon gehört. Nur Gutes. Sollte man sich das zulegen?
    ja! Gute Lektüre für immer mal wieder. Zusätzlich gibt es ein "Übungsbuch" was ebenfalls lesenswert ist.

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    #63
    Halloele,

    der von mir sehr respektierte, aber leider schon verstorbene, Motorradfahrer und Journalist "Klacks" hat mal gesagt:

    "Jeder Sturz ist eine Schande"

    Abseits von Racetrack und MX lebe und fahre ich seit knapp dreissig Jahren so Motorrad und bin bislang damit gut zurecht gekommen, und ja ich habe mich für jeden Sturz geschämt und immer versucht rauszubekommen warum ich gestürzt bin. Wenn ich ganz ehrlich zu mir bin war auch meistens die richtige Antwort: Fuer die Situation war ich zu schnell, deswegen fahre ich heute noch immer nicht zwingend langsam, aber ich suche die Schuld auch nicht bei Oelflecken, nassem Laub oder Eis auf der Straße. Wenn ich so schnell fahre das ich die Straße nicht mehr weit genug im voraus lesen kann, dann muss ich auch mit den eventuellen Konsequenzen leben.

    Herzliche Gruesse

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    #64
    Wenn dieser Fred schon den Untertitel "philosophische Betrachtungsweise" enthält, dann sollten wir vielleicht auch einmal einen Philosophen zu Wort kommen lassen. Odo Marquard (http://de.wikipedia.org/wiki/Odo_Marquard) betont in seinem (empfehlenswerten) Buch "Apologie des Zufälligen":

    "Wir sind stets mehr unsere Zufälle - unsere Schicksalszufälle - als unsere Leistungen"

    Was letztlich bedeutet, dass wir alle bescheiden bleiben sollten, wenn wir unseren eigenen Anteil an unseren Lebensleistungen beurteilen. Dazu gehört auch die Leistung, x Jahre unfallfrei Motorrad gefahren zu sein. Wer ernsthaft glaubt, dass dazu nicht auch eine riesige Portion Glück gehört, der hat ein echtes Wahrnehmungsproblem. Was aber im Umkehrschluss keineswegs heißt, dass Fatalismus angezeigt wäre, nach dem Motto: Ist eh alles Schicksal, wenn's mich erwischen soll, dann so oder so -- und deshalb immer voll reinzuhalten. Denn Marquard betont auch: "Ich sage nicht wir sind nur unsere Zufälle". Also vorsichtig zu bleiben beim Mopped fahren und (gerade jetzt in Zeiten des noch nicht verschwundenen Erntedrecks, morgendlicher Nebelfeuchtigkeit und erstem Laub auf den Sraßen) immer schön die Straße zu lesen kann extrem gesundheitsförderlich und lebensverlängernd sein!

    Also, immer schön oben bleiben

    Viele Grüße,
    Achim

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    #65
    Zitat Zitat von Sealiner Beitrag anzeigen
    [...]Geht man davon aus, dass die meisten Stürze in den Kurven geschehen und weiterhin der Sturz i.d.R. durch Wegrutschen verursacht wird, muss man doch zwingend davon ausgehen, dass der Mopetist die Zügel zu sehr locker gelassen hat und vielleicht einen Ticken zu schnell unterwegs war, und/oder in der daraus entstandenen Gefahrensituation falsch reagiert hat? Oder in anderen Worten; warum haben die zwei Dutzend anderen Fahrer, die die Kurve vorher geschafft haben, keinen Sturz gehabt?

    Wenn ich mir diese Weisheit zugrunde lege, stets sorgsam und vorsichtig fahre, dann müsste doch ein Sturz – zumindest der klassische Kurvenabflieger – vermeidbar sein. Oder?

    Zitat Zitat von Sealiner Beitrag anzeigen
    Genau das meinte ich.

    Es mag durchaus sein, dass es ein allgemeines Lebensrisiko gibt.

    Deine Beispiele scheinen immer unabwendbar. Wenn ich aber mit dem Moped nicht wie gewünscht aus der Kurve komme, wenn ich mich auf der nassen Autobahn ablege, wenn ich irgendwo drauf semmel, dann lautet meine These, dass ich einfach zu schnell, zu unachtsam war, zu langsam reagiert habe, oder was auch immer. Also war nie die Strasse zu glatt, sondern der Speed zu hoch...
    [...]
    Hi Sealiner,

    das die Ursache von Unfällen in Kurven immer in der zu hohen Geschwindigkeit liegt kann ich wiederlegen.

    Mich hat es auf der Straße bisher einmal in einer Kurve hingehauen. Ursache war die zu niedrige Geschwindigkeit, sprich null km/h bzw. max. 3 km/h rückwärts in einer engen Bergaufserpentine. Bin schön bis zum Scheitelpunkt mit gezogener Kupplung reingerollt und habe in den ersten Gang geschaltet. Als ich dann wieder die Kupplung kommen lasse und am Hahn drehe bleibt der Vortrieb aus und ich liege schneller auf der Seite als ich schauen/denken kann -> statt dem ersten Gang war gar keiner drin.
    Tüpfelchen auf dem i dabei: Hatte am Abend zuvor in einem -Achtung- Tourenfahrerhotel 4 Mopedfahrer kennengelernt (keine Biker, wie sich rausstellte ) und wollte denen dann natürlich gleich mal zeigen wie man Serpentinen "richtig" fährt ohne dabei bis zur Leitplanke der Gegenfahrbahn auszuholen.

    Wie brachte man mir beim Jugendtrial als erstes bei: "Beim Mopedfahren ist besonders das Langsamfahren schwierig, schnell fahren kann jeder."

    Stefan

    P.S.: Bin ja gerade auf einer im östlichen Mittelmeer gelegenen Insel unterwegs. Heute dann im Regen etwas mit dem Auto rumgegurkt. Wär ich mit dem Moped hier und heute an selber Stelle unterwegs gewesen hätte es mich garantiert auf die Nase gelegt. Da war keine schmierseifenähnliche Staubschicht oder ähnliches, sondern lediglich ein recht frisch geteertes steiles Bergabstück, was in einer Serpentine "endete", nach welcher es dann geschätzte 100m freien Fall gegeben hätte. Werde mich bei der Autovermietung noch dafür bedanken, daß der Wagen kein ABS hatte...mit ABS läge ich jetzt wohl in der Botanik.

  6. Baumbart Gast

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    #66
    Bin schön bis zum Scheitelpunkt mit gezogener Kupplung reingerollt
    übler Anfängerfehler. Passiert aber den Perfektionisten die 3 Sicherheitstrainings pro Jahr machen nie.

  7. Registriert seit
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    #67
    Zitat Zitat von Canario Beitrag anzeigen
    Werde mich bei der Autovermietung noch dafür bedanken, daß der Wagen kein ABS hatte...mit ABS läge ich jetzt wohl in der Botanik.
    Das erklär mal bitte:-)

    Gruß
    Berthold

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    #68
    Zitat Zitat von Canario Beitrag anzeigen
    Hi Sealiner,

    das die Ursache von Unfällen in Kurven immer in der zu hohen Geschwindigkeit liegt kann ich wiederlegen.

    Mich hat es auf der Straße bisher einmal in einer Kurve hingehauen. Ursache war die zu niedrige Geschwindigkeit, sprich null km/h bzw. max. 3 km/h rückwärts in einer engen Bergaufserpentine. Bin schön bis zum Scheitelpunkt mit gezogener Kupplung reingerollt und habe in den ersten Gang geschaltet. Als ich dann wieder die Kupplung kommen lasse und am Hahn drehe bleibt der Vortrieb aus und ich liege schneller auf der Seite als ich schauen/denken kann -> statt dem ersten Gang war gar keiner drin.
    Tüpfelchen auf dem i dabei: Hatte am Abend zuvor in einem -Achtung- Tourenfahrerhotel 4 Mopedfahrer kennengelernt (keine Biker, wie sich rausstellte ) und wollte denen dann natürlich gleich mal zeigen wie man Serpentinen "richtig" fährt ohne dabei bis zur Leitplanke der Gegenfahrbahn auszuholen.
    Wir können auch gern von angepasster oder nicht angepasster Geschwindigkeit reden.

    Ich lese zwischen den Zeilen, dass du die Ursache bei dir gefunden hast, weil du den Gang vermeintlich richtig eingelegt hattest, was aber so nicht stimmte. Du erzählst aber nicht, dass die Kehre glatt wie eine Eisbahn war, oder der einzige Ölfleck der Alpen die Kurve zierte.

    Bin auch schon im Stand umgefallen. Der Klassiker. Moped abgestellt und wollte runter hopsen. Seitenständer NICHT ausgeklappt und mit dem rechten Fuß am Koffer hängen geblieben. Das war 's. In Zeitlupe mit dem Moped auf die linke Seite gelegt. NiGS passiert.

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    #69
    Ich mache mir nicht so sehr Gedanken über den "Alleinunfall".
    Sicher kann ich mit meiner Fahrweise die Gefahr, einen Alleinunfall zu verursachen, minimieren. Wie die bisherigen Beiträge zeigten, jedoch nicht immer. Wenns dann zum Unfall kommt, dann ist das ebend so. Wie jedes andere unabwendbare Ereignis.
    Ich mache mir eher Gedanken über Unfälle mit anderen Verkehrsteilnehmen. Sicher kann ich mit vorausschauender Fahrweise einiges machen, aber halt nicht immer. Und gerade DAS macht mir Sorgen. Werde ich in der Gischt vom Hintermann gesehen? Erkennt der Vordermann mein begonnenes Überholmanöver?
    Wenn ich auf das Fehlverhalten anderer Fahrzeugführer reagieren muss und dadurch selbst zu Schaden komme, DAS ist für mich das Problem!
    Sicher setzt diese Betrachtungsweise vorraus, dass ich mich selbst so verhalte, wie ich es von Anderen erwarte. Ich arbeite noch an mir - bisher ging immer alles gut .

    Michael

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    #70
    Zitat Zitat von Sealiner Beitrag anzeigen
    Bin auch schon im Stand umgefallen. Der Klassiker. Moped abgestellt und wollte runter hopsen. Seitenständer NICHT ausgeklappt
    Die Nummer hab ich letztes Wochenende auch fast gebracht, ohne Koffer und ohne Haengenbleiben. War zu stolz die Kiste in der eigenen Einfahrt abzulegen und habs gestanden. War knapp.


 
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