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Downunder mit WWBTT.........

Erstellt von Kuhjote, 20.07.2008, 20:30 Uhr · 670 Antworten · 124.568 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard Life is live.......

    Der Stoff aus dem Tragödien sind....(frei nach J.M Simmel)

    Hier sieht man(n) es mal wieder. Kaum schwächelt der Held ein wenig (rein emotional) und schon senkt sich der dicke Daumen auf ihn nieder.
    Oder der böse Mittelfinger wird gezeigt.

    Frauen können so grausam sein...

    Mitleid hat er nicht zu erwarten. Kein Stück!
    Als Macho kam er irgendwie besser zurecht. Fand ich jedenfalls....


    Da bin aber mal gespannt, wie das alles endet.

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    Standard

    Es ist ja deine Geschichte, du wirst den Helden schon noch retten und ins rechte Licht setzen, ich schreib jetzt auch nicht was mir alles für mögliche Enden für die Geschichte einfallen

  3. Registriert seit
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    Blinzeln

    High!
    ..also ich sag jetzt mal nichts....-...und immer dran denken:Ironie verlass mich nie!

  4. Registriert seit
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    Standard Downunder......Teil 43

    ...Außer mir hatten sich erstaunlicherweise nur Dieter, unser rasender Zahnarzt und Wolfgang, der sächselnde Motocros5experte, gegen den Besuch des Naturparks entschieden.
    Dieter hatte wohl Blut geleckt. Obwohl ständig bemüht, die australische Straßenverkehrsordung penibel einzuhalten, hatte ihn wohl endgültig der Motorradvirus infiziert. Dieter war bereit.
    Bereit zum Kampf gegen die Kurven und sonstigen Tücken der Great-Ocean-Road. Der Rest der Gruppe zeigte sich ähnlich überrascht wie ich und wünschte ihm viel Glück. Dieter wirkte sehr entschlossen und zu allem bereit. Das war ein Kerl. Aus solchem Holz sind eben nur echte Harleyfahrer geschnitzt.
    Wolfgang war schon auf und davon. Ein echter Ossi eben.
    Gemeinsam mit Dieter machte ich mich dann auch auf die Reifen.
    Vorausschauend blinkend und in korrekter Fahrschulhaltung stürmte Dieter los. Eine kurze Zeit tuckerte ich gemächlich hinter dem Easy Rider her. Da die wenigen Pkws die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit nicht wesentlich unterschritten, sah Dieter auch keinerlei Veranlassung irgendwelche Überholmanöver einzuleiten.
    Ich klappte dann irgendwann das Visier herunter und fuhr los. Gelegentlich wurde ich von dem ein oder anderen japanischen Vierzylinder überholt. Auf den Geraden war jeglicher Widerstand sinnlos. Bis dann die nächsten Kurven kamen waren die dann schon außer Sichtweite. Einzylinder-Schicksal, eben. Da kann man mit 45 PS aus 600 Kubik keinen Blumentopf gewinnen. Das Gesetz der Straße.

    Während ich so, mit immer noch leicht grummelndem Bauch vor mich hin knatterte, tauchte plötzlich eine Kirmesbude rechts neben mir auf.
    Ein riesiges Plastikgebirge mit zahllosen Lämpchen und einem regelrechten Antennenwald dekoriert. Chromverziert und perlmuttweiß lackiert. Eine Goldwing!
    Der Pilot trug unter seinem Halbschalenhelm eine verspiegelte Pilotenbrille und die Sozia drehte sich mit einer Kamera vor dem Auge zu mir hin.
    Ich kam mir vor wie Lance Armstrong bei der Tour de France. Ob die nun mich oder die deutlich schönere Landschaft aufnehmen wollten, ist mir bis heute nicht klar geworden. Ich machte jedenfalls ein passendes Gesicht und hoffte auf eine Haarnadelkurve.
    Die Kamerafrau schien dann genügend Filmmaterial belichtet zu haben und klopfte ihrem Chauffeur routiniert auf die Schulter. Die Goldwing machte plötzlich ein Geräusch wie ein Autostaubsauger in einer Waschanlage und zog davon. Gleichmäßig und mit beeindruckendem Durchzug. Nach kurzem Zögern schaltete ich einen Gang zurück und holte alle Pferde aus dem Stall. Die XT klopfte und rappelte nur hektischer und lauter, aber die Distanz zur davongleitenden Goldwing vergrößerte sich weiter.
    Das Gebirge vor mir, neigte sich plötzlich von einer Seite zur anderen und flutschte fast elegant durch die folgenden ansteigenden Wechselkurven. Es sah aus, als ob ein Wahnsinniger mit einem Möbelwagen den berüchtigten Elchtest durchexerzieren würde.
    Wahlweise konnte man auch den Eindruck gewinnen, dass hier irgendwelche Naturgesetze außer Kraft gesetzt würden.
    Mit gleichmäßig schwingenden Antennen zog die Goldwing uneinholbar davon. Es war ähnlich beeindruckend wie auf einem Flughafen, wenn sich dort ein riesiger Jumbojet in die Lüfte erhebt und trotz seiner gewaltigen Masse, scheinbar schwerelos im Himmel verschwindet.
    Klopfend, polternd und völlig chancenlos keuchte die XT hinterher.
    Von irgendwelchen Sportjapanern abgeledert zu werden, ist noch kein Grund um in Selbstzweifel zu verfallen. Aber von einer Studentenbude auf zwei Rädern? 2 Zimmer-Küche-Diele-Bad … Selbstzweifel schienen hier absolut angebracht zu sein.
    Wenn ich wieder in Deutschland bin, werde ich beim nächsten Honda-Händler mal eine Probefahrt machen. Das kann doch wohl nicht wahr sein!

    Für völlig Ungläubige (Fiveace hat diesen Link damals gefunden) damals im "Bikerhotel"

    Ernüchtert setzte ich meinen Weg fort. Irgendwie fehlte mir allerdings ab diesem Zeitpunkt dieser Kurvenstolz. Dieses leicht triumphierende Gefühl, das gelegentlich hochkommt, wenn man wieder einmal annähernd perfekt eine schwierige Kurve besiegt hat.
    Aber ich war auch nicht richtig in Form, an diesem Tag. Der letzte Biss fehlte irgendwie.
    Mehr Jan Ulrich als Lance Armstrong. Hoffentlich hat die Goldwing-Sozia diesen kleinen Unterschied nicht bemerkt.
    Am ersten verabredeten Treffpunkt wartete Wolfgang schon. Noch nicht lange, aber immerhin. Wir bestellten uns ein ordentliches Frühstück und warteten auf Dieter.

    Wir waren beim dritten Kaffee als er dann eintraf. Als er den Raum betrat registrierte ich zum ersten Mal bewusst sein eigenwilliges Outfit.
    Einen weißen Helm. So ein aerodynamisch geformtes Rennteil. Dazu ein schwarzer Textilanzug mit aufgenähten Reflektorstreifen. Als Krönung dann die monströsen Endurostiefel.
    Während er dann so da stand, versuchte ich mich in die Situation des Verkäufers bei Hein Gerippe oder Prolo oder wo immer er sich derartig ausstaffiert hatte zu versetzten.
    Der überaus begabte Verkäufer, muss den Laden sofort abgeschlossen und sich vor Lachen auf dem Boden gewälzt haben. Nur Sekunden nachdem der Dieter mit seiner Beute den Schuppen verlassen hat.
    Safety first. Schon klar. Aber trotzdem!
    Nicht etwa, dass Dieter keine perfekten Rennstiefel dabei gehabt hätte. Aber die hat er dann konsequent wieder gegen seine Moto-Cross-Stiefel getauscht. Am selben Tag noch, an dem sich sein Kumpel Jürgen den Fuß gebrochen hat.
    Dieter hatte wirklich alles dabei, alles was man für Geld kaufen konnte.
    Aber man kann eben nicht alles kaufen.
    Wolfgang hingegen hatte alles was man nicht kaufen kann.
    Was mich angeht. Die Negation der Gegensätze.
    Ich hatte keine Kohle und keine Ahnung.

    Irgendwann fuhren wir dann weiter. Gemeinsam machte das keinen Sinn. Jeder für sich, und die Straße für uns alle. Unheimliche Begegnungen blieben dann aber aus. Keine Goldwing mehr und auch sonst keine deprimierenden Ereignisse. Wir hatten ausreichend viel Zeit um die landschaftlichen Feinheiten zur Kenntnis zu nehmen.
    Wir waren nicht die ersten auf dem Platz. Martina, Jeff und Eva waren bereits zurück. Martina und Jeff wegen Jeffs kaputtem Zeh. Eva weil sie wohl die Ankunft von Jürgen nicht verpassen wollte.
    Als sie mich erblickte zerrte sie mich hektisch zur Seite.
    Sie legte ihre Hand auf meinen Arm und sah mich irgendwie ernsthaft und gleichzeitig traurig an. So traurig und ernsthaft wie ein Sparkassenangestellter, kurz bevor er einem langjährigen Kunden die Kreditkarte zerschneidet.
    Ihr Vortrag war kurz und bündig. Scheinbar gut überlegt, verkündete sie mir knallhart das definitive Ende unserer kurzen Beziehung.
    Irgendwie muss ich wohl ein betroffenes Gesicht gemacht haben. Eigentlich war ich nur überrascht aber keinesfalls betroffen. Ganz im Gegenteil. Ich hatte mir auch schon eine Rede zurechtgelegt, inhaltlich aber deutlich unklarer. Frauen sind da erheblich rücksichtloser.
    Ich bekam noch einen entschuldigenden Kuss auf die Wange und einen traurigen aber äußerst entschlossenen Abschiedsblick.
    Na denn!
    Ein Problem weniger.


    Fortsetzung folgt

  5. Registriert seit
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    That`s right, so erledigt ein Held seine "Probleme" cooler Typ, der sogar irgendwie noch den richtigen Blick drauf hat.
    ich mag 2-deutige Sprüche die gelesen werden wolllen
    "Wolfgang war schon auf und davon. Ein echter Ossi eben."

    so solls sein
    danke cool.
    allerdings dürfte unsere Held auch gerne mal auf unterlegenem Material auf der Landstraße punkten.....oder ist er ausgelaugt?

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    jo, wieder schön geschrieben!!!!!
    Und glaub man ja nich, dass du auf einer kleinen Enduro von irgendeinem Straßenmotorrad über 500 Kubik gegrüßt wirst. Da kann der Held schon froh gewesen sein, wenn die Goldwingfahrer ihn überhaupt filmenswert fanden
    P.S. Das Frauenproblem hast du gut gelöst. ich verlass mcih da jetzt auch bei Anke drauf

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    Das war wieder sehr schön, und der Bezug zum Bikerhotel ist sehr nett.

    Vielleicht gehts da ja dann mal demnächst weiter ?


    Anke bekommt bestimmt was Sie "verdient" passend zum Helden.

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    Jau das war eine richtig schöne Folge, die macht schon Lust aufs Bikerhotel
    Den Vergleich mit den Radfahrern fand ich ja auch herrlich und das ''Problem'' hast du in der Geschichte geschickt gelöst
    Angie ich bin von den ''richtigen'' Mororrädern auf meiner 650er auch nicht gegrüßt worden, es sei denn es waren noch ein paar ''Große'' im Schlepptau

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    Und aus genau diesem Grunde grüße ich mit der 1200 er auch nur noch Enduros!! Egal wieviel Kubik. Da kann ich ja auch mal sturr sein

  10. Registriert seit
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    Ich grüße nur, wenn ich dazu Lust habe, so wichtig ist es ja schließlich nicht.
    Da BMW Fahrer eh oft als arrogant angesehen werden, bestätige ich dann damit nur die Vorurteile, was mir auch Wurst ist


 
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