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Erfahrungen mit aktuellen Bimota-Modellen, besonders Tesi 3D Naked, gesucht

Erstellt von Chefcook, 01.04.2016, 10:16 Uhr · 6 Antworten · 950 Aufrufe

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    Standard Erfahrungen mit aktuellen Bimota-Modellen, besonders Tesi 3D Naked, gesucht

    #1
    Guten Morgen allerseits,

    seit etwa 1998 bin ich der Bimota Tesi verfallen und träume davon, eines Tages eine zu besitzen. Nun hat sich einiges zu meinen Gunsten getan und ich bin nun am Überlegen, ob ich mir dieses Jahr zur Traumerfüllung noch eine neue Tesi 3D Naked gönnen sollte, bevor die Tesi vermutlich kommendes Jahr mangels ABS und Euro 4 mit dem superfeinen luftgekühlten Ducati-Motor vom Markt verschwindet.

    Vor rund drei Jahren konnte ich schonmal 40km mit einer Tesi drehen, damals noch mit tiefem Lenker. Das Fahrgefühl mit der Radnabenlenkung ist schon speziell, bis man sich darauf einlassen kann, aber das ging sehr schnell. Danach war es überragend für meinen Geschmack. Leicht, handlich, ultrastabil, wegen des fehlenden Einflusses der Bremse auf das Fahrwerk fand ich sie auf einer welligen Landstraße einfach unglaublich gut. Die von mir damals gefahrene hatte den vorderen Stoßdämpfer noch unter dem Motor, was inzwischen auch geändert wurde und anscheinend in größerem Lenkeinschlag und nochmal besserem Ansprechen der Vorderradfederung resultiert. Zuvor war die Tesi schon mühsam zu rangieren.

    Was mich aber so ein bisschen umtreibt, sind zwei Fragen:

    1.) Worauf lässt man sich da ein, mit Bimota als Hersteller?
    In Deutschland gibts grob geschätzt drei Händler, der nächste von mir aus etwa 400km weit weg. Das würde mich nichtmal abhalten, denn den Ducati-Motor bekomme ich auch vom örtlichen Duc-Händler gewartet.
    Aber was ist mit dem Rest? Wie schätzt Ihr die Ersatzteilversorgung bei Bimota ein, wenn doch mal etwas spezielles nötig wird? Nach äusserst trüben Erfahrungen mit MV Agusta, die für über ein Jahr nichtmal einen Fußbremshebel liefern konnten und mir der Händler irgendwann entnervt einen von seinem Aussteller abschraubte, ist das für mich schon ein Thema, denn leider ist die Frage nicht ob, sondern wann etwas kaputt geht beim Zweirad.
    Auf der anderen Seite hatte ich immer den Eindruck, dass an den aktuellen Bimotas vom Rahmen, Schwinge und Verkleidung abgesehen sehr viele Teile anderer Hersteller mit guter Ersatzteilversorgung dran sind, z.B. Brembo-Bremsen, deren Beläge und Ersatzteile quasi an jeder Ecke zu bekommen sind, Motor ist eh immer aus der Großserie, Scheinwerfer im Fall der Tesi von ner alten GSX-R usw. Lager am Fahrwerk scheinen auch alles Normteile zu sein und die Stoßdämpfer stammen auch von Zulieferern (Öhlins bzw. Mupo).

    2.) Die Verarbeitungsqualität schaut auf den ersten Blick ja überragend aus, aber hälts auch?
    Neu aus dem Laden schaut jede Bimota zum Niederknien aus, aber wie sehen die ganzen schönen gefrästen Oberflächen nach ein paar Jahren echtem Motorradleben - also nicht ungefahren zur Zierde im Wohnzimmer aufgestellt - aus? Wird das Sichtcarbon gelb? Hält die Lackqualität, was sie auf den ersten Blick verspricht?
    Habt Ihr Langzeiterfahrungen oder kennt Ihr jemanden mit Erfahrungen?

    Um jegliche Information wäre ich sehr dankbar.

    Viele Grüße,
    Max

  2. Registriert seit
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    #2
    Bin bei Bimota zwar nicht so im Thema, weils nicht meine Richtung ist, aber Bimota hat seit jeher einen legendär guten Ruf. Von daher denke ich, kann man als Bimota-Fan beim Kauf keinen Fehler machen.

  3. Registriert seit
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    #3
    naja, der legendäre Ruf hat in den letzten 15 Jahre arg gelitten durch Besitzerwechsel, unattraktive fehlerbehaftete Modelle und Insolvenzen. Typisch italienisch möchte man sagen, in den Foren ist die Resonanz zwiespältig.

    Sagen wir mal so (als Fahrer doch einiger Exoten und Kleinstserienmodelle kenn ich mich bischen aus): je mehr Teile aus dem Zubehör dran sind (Motor, Räder, Bremsen, Fahrwerk vom Zulieferer) desto leichter ist es, die Modelle am Leben zu halten. Je mehr exklusive Technik verbaut ist, desto schwieriger wird es, wenn der Support vom Hersteller nicht existent ist, wegbricht oder die Firma hops geht.

    gerade bei der Tesi hätte ich da wegen des Fahrwerkes Bedenken, ob das auf Dauer funktioniert. nichts von der Stange (anderen Modellen) paßt da und die Technik ist so exotisch, dass du (ohne gewieften Mechaniker) schnell niemand findest, der dir bei Problemen hilft.

  4. Registriert seit
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    #4
    Ich würde die schlechten Erfahrungen mit MV nicht ohne weiteres auf andere ital. Hersteller übertragen. Gut, ich habe auch so meine Erfahrungen mit der Ersatzteilversorgung von Aprilia gemacht. Die standen aber damals - wie heute MV - auch kurz vor dem Ende. Gerade heute noch steht in der Motorrad, dass MV Ende des vergangenen Monats das gerichtliche Vergleichsverfahren beantragt hat und zahlungsunfähig ist. Soviel zu MV.

    Bimota gehört doch mit zu den Lieferanten von BMW. Lässt BMW dort nicht Rahmen für die Entwicklunmg neuer Motorräder herstellen?

    CU
    Jonni

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    #5
    Servus,

    hab eine DB 6 EZ 2007 12.000 km die ist bis auf die Achsschenkellenkung baugleich.
    Rahmen, Schwinge, Verkleidungsteile sind von Bimota.
    Tacho von Koso
    Felgen und Rücklicht Benell TNT 1130
    Einspritzung und Steuergerät von Walbrok ( Sofware gibts für kleines Geld ca. 150 Euro in Ebay.

    Verkleidungsteile auf ebay.it

    Gruss aus München

    Michael

  6. Registriert seit
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    #6
    Vielen Dank für Euren Input.

    Dass von Bimotas legendärem Ruf nicht mehr viel übrig ist seit ca. 2002, sehe ich leider genauso. Soll nicht heißen, dass die heute Firma Bimota einen schlechten Ruf hätte, aber die Zweifel ob der Liquidität und der Dauerhaftigkeit des Fortbestands des Unternehmens scheinen doch bei vielen zu überwiegen.

    Je mehr ich mich mit Bimotas beschäftige, desto mehr komme ich jedoch zum Schluss, dass Bimota wegen der vielen verwendeten Großserientechnik sicher einer der in der Handhabung einfacheren Exoten sein dürfte. Wie viele Ersatzteile auf eBay und im Netz gehandelt werden, hat mich schon positiv überrascht.

    Für eine Tesi würde ich mich wohl oder übel von meiner Harley trennen wollen, denn vier Motorräder und ein Roller wären mir definitiv zu eng in der Garage. Ich werde den Verkauf der Harley in den kommenden Wochen angehen und dann gehts auf Tesi-Jagd!

  7. Registriert seit
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    #7
    Ich hatte mir vor ein paar Jahren noch eine neue YB11 aus der Konkursmasse gekauft, die heute mein Sohn fährt. Ich bin der Meinung, dass man einfach wissen muss, dass es immer nur Kleinserien sind, die niemals so problemlos funktionieren, wie ein Großserienbike. Aber wenn man sich eine Bimota kauft, kauft man sich ja das Bike nicht wegen der Zuverlässigkeit, sondern wegen der Technik und einer gewissen Exklusivität. Ich kann zwar bisher nichts Negatives sagen, bis auf ungenauen Tacho, schlecht verarbeitetes Monocoque, und was weiß ich, aber die Carbonteile sehen heute noch bestens aus, ebenso die gefrästen Altuteile.


 

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