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Fahren auf Schotter

Erstellt von Andras, 02.09.2006, 22:35 Uhr · 31 Antworten · 6.482 Aufrufe

  1. Registriert seit
    18.10.2005
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    395

    Standard Fahren auf Schotter

    #1
    Hallo,

    habe leider nichts mit der Suchefunktinion gefunden... Ich musste während meinen Ferien in Portugal/Spanien/Frankreich oder auch bei einem Ausflug gestern in Österreich (wegen einer Baustelle) Schotterwege befahren. Auch ein Teil des Umbrail ist ja nicht geteert. Irgendwie hatte ich ein mulmiges Gefühl dabei. Was gibt es zu beachten, v.a. wenn der Schotter nicht eben ist, sondern auch noch Furchen etc. aufweist? Gibt's ein brauchbares Buch über sowas? Bisher habe ich nur Literatur über Fahren im richtigen Gelände gefunden und dort will ich eigentlich (noch?) nicht hin. Gibt's Übungen zum die Hemmungen abzubauen?

    Grüsse,
    András

  2. Registriert seit
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    Standard

    #2
    GAS GEBEN, würde ich als "insider" behaupten...
    schotter mit rillen und furchen gibt nach, insofern er auf losem untergrund liegt. sich im sand mit full speed zu bewegen bedarf der gleichen überwindung. hier liegt für viele die gefahr, das in dem medium zu langsam gefahren wird, der gripp verloren geht und der "umfaller" damit vorprogrammiert ist.
    gewichtsverlagerung sowie belastung von vorder- und hinterrad sollten trainiert werden...

    reifendrücke und sorte der selben sind ein kapitel für sich.
    im allgemeinen würde ich in deinem fall sagen, learning by doing.

    loser untergrund hat seinen absoluten reiz, wenn man die technik beherrscht!

  3. elendiir Gast

    Standard

    #3
    Servus Andras,

    als erstes - gerade wenn es auch mal bergab geht - ABS aus. Der Bremsweg mit ABS ist auf Schotter um Welten länger wie ohne ABS. Probier das aber vorher unbedingt auf der Shootergeraden aus. Im Stehenfahren und dann erst mal nur mit der Hinterradbremse bis zum Stilstand abbremsen (ein blockierendes Hinterrad ist hier gewollt) und das bei steigender Ausgangsgeschwindigkeit. In der Kombination mit der Vorderradbremse wirds dann schon etwas schwieriger. Mit zwei Fingern bremsen - Blockieren des Vorderrads ist natürlich nicht gerade so gut!

    Bei Furchen ist eine gewisse Grundgeschwindigkeit von Vorteil. Wichtig: immer im Stehen fahren und locker am Lenker bleiben. Somit kann man weit besser ausgleichend einwirken. Du kannst mir`s glauben: die GS fährt fast überall drüber - ob Furchen oder kleinere Felsen einen dicken Baumstamm oder großen Felsen mal ausgenommen.

    Schwierig wird`s wie Shorty schon beschrieben hat, wenn der Schotter/Sand (womöglich noch ohne Vorankündigung) tiefer werden. Weg vom Gas bedeutet hier ein Einsinken des Vorderrads und somit auch unweigerlich das Umkippen/Steckenbleiben. Also hier fest ans Gas, Lenker locker lassen, mit dem Hintern ausgleichen und durch.

    Bücher habe ich noch keine vernüftigen gefunden - empfehlen kann ich aber das Endurotraining von BMW z.B. in Hechlingen. Da lernt man die Grundzüge und noch besser das Abbauen der eigenen Angst und die Zuversicht in die GS. Wenn du siehst was man mit dem Eisenhaufen alles fahren kann, sind Schotterwege mit oder ohne Rinnen wie Autobahnen.

    Viel Spaß!

  4. Registriert seit
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    395

    Standard

    #4
    Hallo,

    danke für die Tipps. Ich muss mal sehen, ob so Endurotrainings auch in der Schweiz abgehalten werden
    Frage zum Gasgeben: Was mach ich, wenn das Hinterrad durchdreht? Oder kann man das einfach ignorieren?

    Grüsse,
    András

  5. Registriert seit
    30.05.2006
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    298

    Standard

    #5
    Hallo Andras

    Ich würde auch sagen: ABS aus, stehend fahren, den Lenker nicht umklammern sondern locker halten, Schräglagen (besonders die um die 90°) vermeiden und dann mit Schmackes durch...
    Ein durchdehendes Hinterrad ist eher lustig als problematisch, solange es geradeausgeht stört das in keiner Weise.

    Ich würde als Grundübung empfehlen, auf einer schönen Geraden mal mit dem Hinterrad zu "spielen", d.h. bemsen bis es blockiert, gasgeben bis es durchdreht, und wenn das soweit gut klappt die Bremsübung auch vorne zu wiederholen.
    Hinten gewöhnt man sich schnell dran, das Vorderrad zu blockieren und die Bremse wieder auszumachen ohne das Vorderrad zu verziehen kostet einige Überwindung. Daher ist es empfehlenswert, das unter kontrollierten Bedingungen mal geübt zu haben.
    Ansonsten ist die GS sehr gutmutig und vertägt (und verzeiht) so einiges.

    Gruss
    Michi

  6. Ron
    Registriert seit
    24.02.2004
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    3.164

    Standard

    #6
    Zur letzten Frage: ein durchdrehendes Hinterrad ist oftmals
    gewollt, weil es bei unebenem Grund viel zur Stabilität
    beiträgt. Ein paar sehr nützliche Infos findest Du auf "Possis
    Webseiten": http://www.possi.de/ (Rubrik Fahrtechnik).

    Gruß Ron

  7. BoGSer-Rüde Gast

    Standard

    #7
    Hallo Andras,

    kann die Ausführungen meiner Kollegen nur bestätigen. Eines erscheint mir noch wichtig: beim stehend fahren solltest Du immer die kurvenäußere Fußraste belasten. Das verhindert oft, dass Dir in Kurven auf losem Untergrund die ganze Fuhre wegrutscht. Ich habe im Juni 6 Tage in den Seealpen verbracht (viel Schotterstrecken, teilweise auch Geröll und ziemlich große Steine). Ganz wichtig: ABS immer aus, stehen, Blickführung eher 10 m voraus als direkt vors Moped und ja nicht zu langsam werden. Ich war wirklich erstaunt, was meine Dicke (1150 GS mit Normalbereifung) so alles wegbügelt. Insgesamt gilt natürlich: Übung macht den Meister!

    Viel Spaß im Sandkasten, Wallace

  8. Registriert seit
    18.08.2005
    Beiträge
    415

    Standard

    #8
    Moin.

    Zitat Zitat von elendiir
    Der Bremsweg mit ABS ist auf Schotter um Welten länger wie ohne ABS. Probier das aber vorher unbedingt auf der Shootergeraden aus.
    Meiner Erfahrung nach (und ich fahre oefters gerne ein wenig Schotter), ist gerade fuer Ungeuebte das eingeschaltete ABS auf Schotter genau richtig.
    Soviel unterscheidet sich der Bremsweg meiner Erfahrung nach (ABS II, nix TI, GSA, TKC80 udn Pilot Road) nicht, und Ungeuebte liegen dann mit der Vierteltonne BMW gerne gleich auf der Seite, wenn das Vorderrad ABS-los ueberbremst wird.

    Erst wenn man das Bremsen mit teilblockierendem Vorderrad gelernt hat (z.B. in Hechlingen) sollte man meiner Meinung nach auf das ABS auf Schotterstrassen verzichten, nur dann traut man sich erst, im Rollkies auch vorne ordentlich in die Eisen zu gehen und hat tatsaechlich einen kuerzeren Bremsweg, ohne hinzufallen.
    's ist erstaunlich, wie die GS mit ABS vor allem vorne auf Schotter "noch" bremst. So traut sich ein Anfaenger ohne ABS im Dreck gar nicht reinzulangen.

    Das Fahren mit der kurvenausseren Raste wird in Hechlingen auch gelernt, aber eher aus einem ganz banalen Grund: Wenn die Fuhre umkippt, liegst Du sonst drunter. Also immer so fahren, dass man im Sturzfall oben liegt.

    Gruss, Dirk

  9. elendiir Gast

    Standard

    #9
    Servus Dirk,

    du hast im Prinzip schon recht. Aber versuch das Ganze einmal mit einer GS samt Teilintegral auf Holperpiste. Du glaubst, du sitzt auf einem Springbock und der Bremsweg ist - selbst im Vergleich zur Bremsung mit der Hinterradbremse ohne Vorderradbremse bei deaktiviertem ABS - deutlich (2-5mal) länger. Je nach "Holperzustand".
    Es funktioniert noch einigermaßen, wenn es eben dahin geht und du nicht wirklich schnell stehen bleiben musst. Aber bergab und dann Bremsen bis zum Stillstand. Vergiss es. Da kann man nur noch auf die Motorbremse hoffen.

    Ach ja ein Tipp für die Anfängerübungen: Spiegel abbauen, dafür Zylinderschützer besser noch Sturzbügel anbauen. So kann man im Fall eines Falles Lehrgeld sparen.

  10. Registriert seit
    25.03.2004
    Beiträge
    1.370

    Standard

    #10
    Hallo,

    imho ist auch die Blickführung recht wichtig.

    Grad als Anfänger neigt man dazu, den Blick zu sehr nach unten direkt vors Vorderrad zu senken, und sich jeden Stein und jedes Loch genau einzeln anzuschauen.
    Beim Blick nach unten wird man im Oberkörper / Schultern weich, das heißt man macht die Bewegungen des Vorderrades viel aktiver mit, und steuert nicht automatisch dagegen.

    Bei einem Blick weiter nach vorne wird der Oberkörper stabiler, man gleicht Bewegungen des Vorderrades durch automatisches Gegenlenken viel besser aus.
    Dies ist grad auf weichem Untergrund essenziell wichtig.

    Grad im Matsch/Sand/Wasser etc. sollte man sich einen festen Punkt in der näheren Ferne suchen, und diesen fixieren. Frei nach dem Motto "Da wollen wir hin".
    Dann kommt man da meistens auch hin


 
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