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Hartnäckig ist er ja - aber........

Erstellt von Enduroopa, 17.01.2016, 19:08 Uhr · 104 Antworten · 12.189 Aufrufe

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    #91
    Mir sind die Leute lieber, die umdrehen, wenn es ihnen zu arg wird als die, die später mit dem Hubschrauber ausgeflogen werden müssen. Mein Ex-Schwiegervater hat immer gesagt, dass er lieber 5 Minuten feige war als den Rest des Lebens tot ... und damit hat er richtig gelegen, denn er hat den WW II überlebt. Auch die Ostfront!

    Ich fahre seit über 30 Jahren Motorrad und war von Nordafrika bis in das türkisch-syrisch-irakische Grenzgebiet unterwegs. Ich war langsam und bin schwere Strecken lieber umgangen und auch einige Passagen mit dem Motorrad hinten auf dem LKW gefahren. Aber ich war dort, hatte Spaß und habe ohne Verletzungen überlebt.

    Ich fahre gerne mit "Feiglingen", denn die sind intelligent und haben genug Fantasie um sich vorstellen zu können was hinter der nächsten Kurve passieren kann. Lieber etwas später ankommen als gar nicht.

    Beste Grüße
    Hannes

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    #92
    Zitat Zitat von Karima Beitrag anzeigen
    Mir sind die Leute lieber, die umdrehen, wenn es ihnen zu arg wird als die, die später mit dem Hubschrauber ausgeflogen werden müssen.
    Das unterschreibe ich! Musste dabei aber an ein persönliches Erlebnis aus den späten 1980ern denken. An der NW-Küste Irlands liegen die höchsten Klippen Europas - Sleave League. Damals führte noch keine Straße zu ihnen, es gab aber den "One-Mans-Path", der vom Örtchen Teelin zu den Klippen führte. Steht man an seinem Anfang, so sieht man deutliche Reifenspuren von 4-rädrigen Fahrzeugen, ein geschotterter Weg - keinerlei Verbotsschild (selbst 2013 stand da keins). Ich war da mit einer K100 samt Freundin und üppigem Gepäck, und entschied, dass das klappen sollte. Nach ca. 200 m wurde der Weg schmaler und schmaler, und plötzlich waren auch die Spuren weg. Dafür war es mittlerweile ein Hohlweg. Links und rechts steile Böschung, aber weiterhin gut fahrbar. Dieser Hohlweg wurde langsam schmaler und schmaler, und öffnete sich schließlich zur Linken in einen Steilhang, ca. 200 m senkrecht abwärts. Wegbreite noch ca 1,20. Zu spät, um zu wenden. Rückwärts war angesichts des Abgrunds auch keine Option. Und dann wurde aus Schotter stellenweise auch noch Sand. Es folgten 2 km in absolutem Horror. Dann setzte auch noch Regen ein. Zum Glück kam irgendwann eine flachere Stelle, um die Kiste erst mal abzustellen.

    Es ist also nicht nur wichtig, umzukehren, wenn's kritisch wird - es muss auch möglich sein. Besser guckt man vorher, obs auch geht.

    Ich fahre gerne mit "Feiglingen", denn die sind intelligent und haben genug Fantasie um sich vorstellen zu können was hinter der nächsten Kurve passieren kann. Lieber etwas später ankommen als gar nicht.
    Viele "Feiglinge" verweigern sich einfach schnöde dem Darwinismus. Das adelt sie zwar nicht, verhilft aber oft zu einem langen Leben in Vollbesitz aller Extremitäten :-)

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    #93
    wenn alle so handeln würden, zaudern würden, umkehren würden, ja dann würden wir alle wohl noch mit Holz Feuer machen und in Fellen um das hoffentlich warme Feuer sitzen.
    Nicht alle die feige sind, sind klug und nicht alle die sich was trauen sind dumm. Vielleicht sind die Zauderer auch einfach nur zu fest in ihrer Komfortzone verhaftet.
    Ich sage es immer wieder, vieles von dem, was heute hier als "Adventure" dargestellt wird, war noch für meinen Opa Alltag, Straßen waren nicht geteert, die Fzge unzuverlässig und der Ausgang mancher Reise ungewiß. Hätte er gezaudert, wäre er nicht in den Nachbarort zu meiner Oma gefahren, hätte nicht mutigst an ihrem Vater vorbei ihr Avancen gemacht.

    Ich find das Video gut, weil der sich traut, auch wenn es zuviel für ihn ist. Er mußte nicht ausgeflogen werden (und wenn, kanns den Zauderern egal sien) und er kennt den WWII nur vom Hörensagen.
    Ich würde nie einen Weg nicht fahren, nur weil ich allein bin. Ich würde nie einen Weg nicht fahren, weil ich dort keinen Handyempfang habe (das war das unglaublichste, was ich mal gehört habe).
    Da wichtigste ist, er ist unterwegs.

    Wenn ich nicht weiß, wie ein Weg weitergeht, schau ich nach. Wenn ich nicht weiß, wo ich rauskomme, lass ich mich überraschen. Wenn ich nicht zurückfinde, frage ich jemanden, wenn ich niemand zum fragen hab, muß ich mir selber helfen. Wenn das Fzg nicht weiterkann, gehe ich zu Fuß.

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    #94
    Hallo Demokrit,

    die Klippen von Sleave League im Donegal kenne ich, einen Teil der Klippenwege bin ich schon geritten, aber da ich besser reite als mit dem Motorrad fahre und mein Untersatz mitdenken kann, habe ich deutlich weniger Muffe im Sattel eines Pferdes, oder Mulis als im Sattel eines Motorrades. Und glaube mir, ein Huftierchen kann auf so einem Weg umdrehen, es braucht nur den Platz von einem Vorlegeteller dazu. Aber da mache ich auch die Augen zu

    Hallo AmperTiger,

    m
    ir hat das Video auch gefallen und ich würde sofort mit ihm zusammen eine Tour fahren! Wenn ich besser fahren könnte (also wirklich mehr trainiert hätte und eine bessere Technik hätte) würde ich mir auch mehr zutrauen. Alle großen Entdecker haben sich bei ihren Entdeckungen immer in dem Bereich bewegt, den sie abschätzen konnten und für den sie qualifiziert waren. Jeff Bridger während der amerikanischen Landnahme war so jemand. Der hat nur das gemacht, was er sich zu 150% zugetraut hat und deshalb hat das auch immer geklappt. So hat er einige Pässe in die Plains erschlossen.

    Beste Grüße
    Hannes

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    #95
    @Tiger, hättest von mir einen doppelten Daumen bekommen sollen. Stimme Dir absolut zu!!!!

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    #96
    Vielleicht hilft es ja schon, die Begriffe 'Feigling' und 'Angst' zu entkoppeln. Die werden von "Käärlen, die in ihren Stiefeln" sterben gerne synnonymisch gebraucht. Ein Feigling empfindet Angst, stellt sich ihr nicht, und sucht das Weite. Grundsätzlich. Dies kann die richtige, oder eine falsche Entscheidung sein. Im Krieg und vor Gericht kann Feigheit negative Auswirkungen auf Dritte haben, beim Motorradfahren wohl eher nicht.

    Angst ist ein Zerebralreiz, und Angst ist normal. Wer sie nicht hat, hat ein Problem. Ein angstfreier Basejumper bekommt vielleicht von RedBull einen Sarg gesponsert, aber er wird ihn auch früh brauchen. Stellt man sich seiner Angst, was eine Minimalvoraussetzung fürs Motorradfahren sein dürfte, so schwindet diese mit wachsender Erfahrung, und macht einer 'gehobenen Aufmerksamkeit' Platz. Beides beinhaltet Adrenalin, und das ist auch gut so. Passiert das nicht, bleibt immer noch die große Klappe, oder halt Darwin.

    Mir käme nie in den Sinn, einen Motorradfahrer als Feigling zu bezeichnen, nur weil er/sie sich seinen momentanen Ängsten und/oder Aufgaben nicht stellen mag. Nicht jeder muss schließlich den Everest mit verbunden Augen erstbesteigen. Vielleicht durchtaucht ja der, der gestern an einer Schotterstrecke scheiterte, morgen den Ärmelkanal mit nur ein mal Luft holen.

    Wir 'Motorradprofis' nehmen uns alle viel zu ernst.

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    #97
    ich habe die Begriffe "feige" und "Angst" ja nicht in die Diskussion eingeführt, auch hat die Entscheidung etwas zu wagen nichts mit Dummheit zu tun.

    ich habe den Motorradfahrer, der die Fahrt den Nationalpark nicht antrat, weil er keinen Handyempfang hat, nicht als Feigling bezeichnet, ich kann sie nur absolut nicht nachvollziehen. Zwischen dem Besteigen des Everest und dem Befahren eines staubigen Stückes Straße liegt außerdem noch ein ganz weites Feld, in dem auch ich schnell meine Grenzen finden werde. Aber mangelnder Handyempfang oder die Absenz anderer Menschen gehört jetzt nicht zu den Kriterien, die ich bei der Entscheidungsfindung heranziehe.

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    #98
    ...Kinners..ist doch alles wie immer im Leben eine Frage der Dosis und des richtigen Zeitpunktes...

    Ich hab Tage wo ich aus der Garage rausfahre / aus dem Zelt krabbel und der Schalter sich einfach nicht umlegen will.
    Da merk ich schon nach den ersten Metern bzw schon vorher beim anplünnen das ich an dem Tag mal lieber konservativ bis defensiv fahre oder das Mopped auch gleich wieder abstelle - an anderen Tage bekomm ich den Hals nicht voll

    Auch ist mir schon öfters passiert das ich unterwegs einfach mal's Maul zu voll genommen hab und dann nach einem AHA Erlebnis die Luft einfach raus war (das letzte mal hinter der Staumauer am Sommeiller herum - da blieb mir nur der Weg nach vorne...und da hatte ich für den Tag auch fertig) Da hat auch alles sich selbst gut zureden und mentale Entspannungsübungen zelebrieren nix mehr gebracht

    Wichtig ist doch mit der Überlebensnotwendigen Angst umzugehen - wenn die Angst in die Angst vor der Angst umschlägt...dann ist das ein Problem...und Angst hat bekanntermassen viele Facetten

    Will sagen - was den einen Tag problemlos funktioniert kann am nächsten Tag unmöglich erscheinen und da muss man eben mit Hirn und gesundem Selbstbewusstsein (im Sinne von "sich seiner selbst bewusst sein") rangehen...

    Und sich Oberschlaumeiermässig über jemanden, der Erfahrungen sammelt lustig zu machen...naja...wer's nötig hat...

    Gruß
    Andreas

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    #99
    Unterscheiden zwischen alleine und in der Gruppe.........
    Alleine kannst ohne Fallschirm aus dem Flugzeug springen, und einen Fleck am Boden hinterlassen,
    ist dann deine Sache (Bildlich gemeint).
    Etwas unternehmen (was massiv schief läuft) mit Konsequenzen auf die Gruppe, kann verschiedene Ursachen,
    und Folgen haben.......
    .....ist oben schon genagelt worden.
    Die Angst und eventuell folgende Feigheit ist dann im Moment kaum zu kontrollieren......
    hat aber oft schwerwiegende Folgen......

    Machen kannst Alles, nur nicht auf Kosten von Anderen, sei es Tier oder Mensch.....

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    Machen kannst Alles, nur nicht auf Kosten von Anderen, sei es Tier oder Mensch.....
    outest Du Dich jetzt als veganer ???


 
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