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Helmpflicht

Erstellt von gerd_, 28.07.2016, 11:05 Uhr · 207 Antworten · 13.956 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Bei zielhaft und halbwegs höflich geführten Diskussionen braucht sich keiner raushalten, Meinungen sind halt unterschiedlich.

    Meinungen als Geschreibsel zu titulieren war an dieser Stelle allerdings aus meiner Sicht etwas unglücklich (und abwertend) formuliert.

    Ob es auch so gemeint war, weiß der Autor am besten.

  2. Registriert seit
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    Also es war nicht abwertend. Mein Geschriebenes nenne ich auch Geschreibsel. Wusste nur nicht das es hier so feinfühlige Leute gibt

  3. Registriert seit
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    Ich denke mal, dass es der Ampertiger schon sehr genau erklärt hat. Unsere Solidargemeinschaft basiert nicht darauf, dass sich jeder so unriskant verhält, wie es geht, sondern darauf, dass jeder in weiten Grenzen so leben kann, wie es ihm beliebt. Und das ist gut so.

    Mal ein Gedankenexperiment. Wir überlegen uns mal die unriskanteste Sportart, die man sich vorstellen kann (Schach) und bewerten sie mit 0. Dann nehmen wir die gefährlichste Sportart, die man sich vorstellen kann (Russisch Roulette) und bewerten sie mit 100.

    Auf dieser Skala liegt Motorradfahren vielleicht bei 20. Nun ist die Frage: Um wie weit verbessert sich dieser Skalenwert, wenn wir alle denkbaren Sicherheitsmaßnahmen beim Motorradfahren ausschöpfen, also Integralhelm, Wahnweste, Schwabenleder-Kombi, die guten Daytona-Stiefel. So recht viel wird das vermutlich nicht bringen, Motorradfahren wird immer unsicherer sein als Schach, und auch immer unsicherer als Autofahren. Vielleicht kann man es von 20 auf 18 bringen. Und nun stellen wir uns mal einen durchschnittlichen Motorradfahrer vor, der zwar grundsätzlich mit Full Gear fährt, hin und wieder aber eben doch nur mit Jeans. Wird der deshalb doppelt so viele Unfälle bauen? Eher nicht. Ich bin in meinem Leben dreimal vom Bock gefallen, niemals hat mein Helm den Boden berührt. Hätte ich keinen getragen, hätte er nicht gefehlt. Vielleicht geht bei unsolidarischer Auslegung der Kleiderfrage das Risiko von 20 auf 22.

    Das ist es dann aber auch schon.

    Und das muss mir meine Freiheit wert sein. Ich zahle überdurchschnittlich in den Solidartopf ein und verlange von anderen auch nicht, dass sie jedes Lebensrisiko vermeiden müssen. Also sollen sie sich bitte nicht in mein Leben einmischen. Die Krankenversicherung ist eine Versicherung, keine Moralanstalt. Und sie verdienen wahrlich genug an mir.


    Beste Grüße vom Sampleman und seinem Tatschpätt

  4. Registriert seit
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    Obwohl ich es versuche zu vermeiden, rutscht mir vielleicht auch mal eine abwertende Bemerkung raus, aber letztendlich besteht in fast allen Foren eine vom Alltag abweichende eigene Kultur.

    Es ist doch ganz einfach:

    Entweder steckt man das dann einfach weg und denkt sich, das der Schreiber "schlecht drauf" war oder es halt nicht besser kann.
    Das Problem ist doch immer wenn man bei einer emotionalen Äusserung, sich nicht klar macht welche rationalen Gründe zu einer Emotionalität geführt haben. Dann wird alles immer ganz bitter ernst, weil dann der kleinste Widerspruch sofort als persönlicher Angriff empfunden wird (das typische Mann/Frau kommunikationsproblem).
    Wer es dann also so ganz richtig doll ernst gemeint hat und womöglich nach einer diesbezüglichen flapsigen Retourantwort nachts nicht schlafen kann, sorgt hinterher in der Regel halt für einen Unterhaltungswert . Für mich ist das aber eher nur dann nett, wenn letztendlich allle inkl des Betroffenen darüber lachen können. Klappt halt nicht immer.

  5. Registriert seit
    06.01.2015
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    Ich für meinen Teil habe mir fest vorgenommen alle Beiträge erst mal "positiv" zu sehen/lesen!

    Auch mir rutscht schon mal die eine oder andere Bemerkung raus die bestimmt missverstanden werden kann!!(oder gewollt missverstanden wird)

  6. Registriert seit
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    Ich kann ja auch wenn ich mit einem Beitrag nicht ganz zurecht komme über eine PN mit dem Schreiber das klären und muss mich hier nicht virtual rumprügeln

    ups .... nu hab ich doch wieder was geschrieben

  7. Registriert seit
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    Mich hat weniger gestört, dass meine Texte als "Geschreibsel" abqualifiziert werden als der Vorwurf, ich habe nicht genügend nachgedacht.

    Ich spreche mich hier vehement gegen die Helmpflicht aus, obwohl ich selbst immer mit Helm fahre und dies vermutlich auch immer tun würde, wenn es keine gäbe. Das ist für mich eine Prinzipienfrage. ich bin auch vehement für das Postgeheimnis, obwohl ich so gut wie keine Briefe verschicke, und wenn doch, dann ist der Inhalt in aller Regel eher harmlos und langweilig. Und selbst wenn man durch die lückenlose Postkontrolle eine Menge von Verbrechen präventiv verhindern könnte, dann wäre ich immer noch dagegen.

    Das Grundproblem ist, dass unsere Zufriedenheit als Motorradfahrer gesamtgesellschaftlich gesehen zur Disposition steht. Wenn man sich mal vorstellt, dass die Fahrradfahrer unter ähnlichem Regel- und Verfolgungsdruck stehen würden wie die Motorradfahrer (Helmpflicht, Versicherungspflicht, Kennzeichenpflicht, regelmäßige technische Kontrollen, regelmäßige Polizeiaktionen zum Durchdrücken der Verkehrsregeln, Fahrverbote auf Strecken, auf denen es zu Fahrradunfällen kommt, Haftung durch Betriebsgefahr, allgemeine Sicherheitshysterie), dann würde folgendes passieren: Die Unfallrate mit Fahrrädern würde signifikant zurückgehen - weil einfach viele Leute darauf verzichten würden, Fahrrad zu fahren. Da es aber einen gesamtgesellschaftlichen Konsens gibt, das Fahrradfahren zu fördern (In München prangt am Kreisverwaltungsreferat, das unter anderem die zentrale Führerscheinstelle ist, ein riesiges Fahrrad-Logo an der Fassade) unterbleiben solche Sanktionen. Es ist mir auch nicht einsichtig, warum Radsportler ihren Sport mit Fahrzeugen, die nicht die minimalen Sicherheitsanforderungen erfüllen, auf öffentlichen Straßen ausüben dürfen und noch nicht einmal den Fahrradweg benutzen müssen, wenn einer da ist. Sporttaucher zum Beispiel dürfen nur dann in einem öffentlich zugänglichen See tauchen, wenn dies ausdrücklich gestattet ist. Baden darf man hingegen immer, solange es nicht ausdrücklich verboten ist.

    Übrigens sind 2015 in Deutschland mehr Leute bei Badeunfällen ums Leben gekommen als bei Motorradunfällen, nur um mal die Verhältnisse geradezurücken.

    Ich nehme für mich als Staatsbürger das Recht in Anspruch, mich unvernünftig verhalten zu dürfen, wenn es meinem persönlichen Vergnügen dient und mir hilft mein seelisches Gleichgewicht aufrecht zu erhalten (wenn ich das nämlich nicht mehr kann, dann kann ich auch nicht mehr raboten gehen und Steuern bezahlen).

    Ich finde, die Gesellschaft hat an uns als Motorradfahrer nur insoweit Ansprüche zu stellen, wo wir andere stören, belästigen und gefährden. und da kommen dann Wheelies, Burnouts, zu laute Auspuffanlagen oder Drehzahlorgien in der verkehrsberuhigten Zone zum Tragen, nicht aber der Selbstschutz der Fahrer.

    Ich möchte mal eine Analogie zur aktuellen Debatte rund um das Burka-Verbot ziehen. Meines Erachtens geht es den Staat exakt nix an, was man sich anzieht oder nicht. Allerdings gibt es im öffentlichen Zusammenleben viele Situationen, in denen es wichtig ist, das Gesicht des Anderen zu sehen. Deshalb bin ich gegen eine Vollverschleierung und würde sie in bestimmten Situationen auch verbieten. Ansonsten muss das jedermann selbst entscheiden dürfen, wie viel oder wenig er/sie wann trägt.

  8. Registriert seit
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    Übrigens sind 2015 in Deutschland mehr Leute bei Badeunfällen ums Leben gekommen als bei Motorradunfällen, nur um mal die Verhältnisse geradezurücken.
    Ich verstehe deine Argumentation, stimme ihr in wenigen Punkten sogar zu auch wenn ich überwiegend anderer Meinung bin... aber Absolute Zahlen um die Verhältnisse geradezurücken macht keinen Sinn. (Wie viele Motorradfahrer gibt es denn, wie viel Stunden fahren die im Jahr und wie viele Badegäste gibt und wie viele Stunden verbringen die am Badesee?)

  9. Registriert seit
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    Zitat Zitat von sampleman Beitrag anzeigen
    Sporttaucher zum Beispiel dürfen nur dann in einem öffentlich zugänglichen See tauchen, wenn dies ausdrücklich gestattet ist. Baden darf man hingegen immer, solange es nicht ausdrücklich verboten ist.
    Das ist so nicht korrekt. Taucherlaubnis ist nicht Bundes- sondern Ländersache und durchaus unterschiedlich geregelt. Es gibt Bundesländer da gilt die Regel: wenn Baden erlaubt ist dann ist auch Tauchen erlaubt. Insofern: schlechter Vergleich.

  10. Registriert seit
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    Zitat Zitat von nERDANZIEHUNG Beitrag anzeigen
    Ich verstehe deine Argumentation, stimme ihr in wenigen Punkten sogar zu auch wenn ich überwiegend anderer Meinung bin... aber Absolute Zahlen um die Verhältnisse geradezurücken macht keinen Sinn. (Wie viele Motorradfahrer gibt es denn, wie viel Stunden fahren die im Jahr und wie viele Badegäste gibt und wie viele Stunden verbringen die am Badesee?)
    Doch, das macht Sinn. Um 600 Motorradfahrern jährlich das Leben zu retten, werden Alpenpässe mit Schildern zugestellt, Straßen gesperrt oder mit Ruckelschwellen verunsichert. Es wird ein Popanst aufgebaut, als wenn unsere Volkswirtschaft an den Schäden durch motorisierte Zweiradfahrer ernsthaft leiden würde.

    Würde man mit demselben Enthusiasmus andere Probleme angehen, dann würde das mehr bringen.

    Zum Beispiel nimmt in Deutschland der Anteil der Kinder, die vernünftig schwimmen lernen, Jahr für Jahr ab. Kein Wunder, dass die reihenweise ersaufen.

    Und ich erinnere mich an ein tolles (und gar nicht so teures) Fahrsicherheitstraining durch die Deutsche Verkehrswacht, auf dem mir ein DVW-Mitarbeiter sagte, dass sie solche Trainings abld nicht mehr machen könnten wg. Geldmangel. Wie kann das sein?


 
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