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Heute hat es mich erwischt...

Erstellt von blntaucher, 03.10.2011, 19:53 Uhr · 20 Antworten · 3.030 Aufrufe

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    Standard Heute hat es mich erwischt...

    #1
    Hallo Leute,

    der Schock. die Wut und der Ärger sitzt mir noch tief in den Gleidern, aber der Reihe nach:

    Mein Schwiegervater, sein Bruder und ich waren heute auf der Heimfahrt nach einem traumhaften Tourenwochenende durch das Riesengebirge.
    Unsere Heimfahrt führte von Benecko (nähe Spindlersmühle) über Frydland und dann auf polnischer Seite die Oder entlang.
    Teilweise sind die Strassen dort ähnlich denen in einigen Regionen Mecklenburg Vorpommerns. Eine Seite ist asphaltiert auf der anderen Seite ist ein unbefestigter Streifen (Sand oder Kies) der früher als Reitweg diente. Der asphaltierte Streifen der Strasse auf der wir uns befanden war ca 2,50 Meter breit und relativ uneben. Wir fuhren so mit einer Geschwindigkeit von ca 80 - 90 Km/h und in Fahrtrichtung rechts neben mir verlief die unbefestigte Seite der Fahrbahn.

    Ich fuhr an vorderster Position und uns kamen 2 Lieferwagen mit einem "Affenzahn" entgegen. Als diese noch ca. 100 Meter vor uns waren (ich fuhr bereits so weit es ging auf der rechten Seite des Asphaltbandes - wie gesagt, ca. 2,5 m breit) wunderte ich mich bereits, dass sie keinerlei Anstalten machen wollten, ihre Geschwindigkeit zu verringern und/oder wenigstens so weit es geht (in ihrer Richtung) rechts zu fahren. Ich registrierte den drohenden Kollisionskurs und von nun an, aus meiner Erinnerung, ging alles ziemlich schnell.
    - Lieferwagen noch ca. 80 Meter vor mir
    - Ich schätze den mir verbleibenden Platz auf der befestigten Strasse und befinde diesen für meine Dicke und mich für zu schmal, um ungeschoren vorbeifahren zu können
    - Überlege nochmal, warum dieser Schwachmat sein Tempo nicht verringert oder weiter zur Seite führt, um mir den nötigen Überlebensraum einzugestehen
    - Checke die vor mir liegende unbefestigte Seite meiner Fahrspur auf deren Beschaffenheit und denke, das wird schon gehen, wenn ich dort nicht ruckartig bremse oder hastige Lenkbewegungen mache
    - Lieferwagen noch ca. 15-20 Meter vor mir - keinerlei Veränderung von Geschwindigkeit oder Kurs
    - Beginne Plan B einzuleiten
    -kurzer, energischer Griff zur Bremse, um nicht mit zu großer Geschwindigkeit auf den aus Sand und Kieseln bestehenden Steifen zu fahren
    - vor meiner Lenkbewegung die Bremse wieder gelöst, mich in die Rasten gestellt und in möglichst spitzem Winkel auf den Sand, geht doch...
    - aber was ist das??? (meine aktuelle Geschwindigkeit wird hier noch so ca 50-60 Km/h betragen haben)
    - die Lieferwagen zischten unverändert und recht knapp an mir vorbei, der anfangs recht feste und eben wirkende Untergrund ändert schlagartig seine Art und Form
    - Tiefer Sand (etwa 5-6 Meter lang und ca 20 - 30 cm tief), kurz vor einem von rechts einmündenden Waldweg tut sich vor mir auf, an der Einmündung des Weges bemerke ich am Ende des Tiefsandes einen richtige "Absprung-Huckel"
    -wieder nach links auf den Asphalt würde nur mit einer riskanten Lenkbewegung klappen, die ich jedoch vermeiden möchte, da der Übergang zum Teerstreifen aus einem regelrechten Absatz besteht und ich befürchte, durch mein Einlenken einen Sturz definitiv herbeizuführen
    - also möglichst Richtung halten und versuchen, Geschwindigkeit abzubauen, den Sand zu durchfahren und über diesen blöden Huckel zu kommen
    - ich komme gar nicht mehr dazu, die Hinterbremse zu betätigen, weil ich mich so auf das Ende des Tiefsandes konzentriere - bis hierhin ist alles gut und ich bin optimistisch, die Situation zu retten
    - denkste - ich hatte im Sand die Fuhre locker aber energisch auf Spurgehalten, komme mit dem Vorderrad auf festeren Untergrund bei der Waldwegeinmündung und hebe vorn richtig etwas ab, hier muß ich wohl verrissen haben, jedenfalls geht mir in dem Moment als das Vorderrad wider Bodenkontakt bekommt die Q nach rechts weg und legt sich auf ihre linke Seite
    - ich bin zwar sofort vom Bock weg, merke aber noch einen dumpfen Schlag auf meine Nasenspitze (C3, Kinnteil logischrweise zu,aber Visir offen und Sonnenblende runter

    Schadensbilanz:
    Woher der Schlag auf meine Nasenspitze kam kann ich nur raten. Nehme an, dass ich beim "Mich-Wegdrücken" vom Motorrad und dem gleichzeitigen Abrollen mit dem Kinnteil auf der Strasse augekommen bin. Dabei wurde dieses Richtung meines Gesichts und nach oben gedrückt und schob mir das Nasenbein etwas Richtung Schädeldecke. Hat nur irre geblutet, ist aber nichts gebrochen. Alle meine Knochen, Gelenke oder sonstigen Körperteile haben nichts abbgekommen.
    Meine Kombi ist nur dreckig, jedoch sonst unversehrt, da ich offenbar nur auf der unbefestigten Strassenseite mit meinem Körper Bodenkontakt hatte.
    Meine Q hat`s eigentlich am schlimmsten erwischt, wenngleich der Schaden, objektiv betrachtet, bei diesem Unfallhergang echt gering ist.
    Die Dicke hat sich wie gesagt auf ihre linke Seite gelegt. Dabei setzte der Sturzbügel wohl anfangs im losen Untergrund auf und grub sich etwas ein. Durch dieses Eingraben und die Trägheit des vorderen Teils (recht voller Tank, Motorblock etc.) rutschte sie also und irgendwie derehte sich das Hinterteil über den Kofferträger auf den Asphalt. Als sie zum "Er-Liegen" kam, lag sie quasi entgegen meiner vorherigen Fahrtrichtung.
    Der linke Spiegel ist direkt am Adapter abgebrochen, ansonsten ist der Spiegel unversehrt.
    Der untere Teil des Struzbügels hat Schrammen, über dem oberen Teil (also dem Tankschutzbügel) hatte ich meine Euterairbags (Tankschutztaschen von Touratech). Diese Tasche ist komplett unversehrt. Der Zylinderschutz hat Kratzer und der Kofferträger ebenfalls.

    Ich bin also mit den Schrecken davon gekommen. Anfangs wollten wir die Verfolgung der Lieferwagen aufnehmen. Jedoch wäre es dazu viel zu spät gewesen, das bis zum ersten klaren Gedanken nach solch einem Sturz erst mal einige Zeit vergeht. Auch die Bullen haben wir nicht gerufen. Warum auch? 1. Habe ich ohnehin keinerlei Vertrauen zur Polizei in Polen und 2. Hätte eine Anzeige gegen Unbekannt wenig Aussicht auf Erfolg - selbst in Deutschland.

    Nun frage ich mich nur, was eventuell noch Schaden genommen haben könnte, ohne dass ich es sehen kann. Der Lenker ist gerade (bzw. nicht schräger als er ab Werk war), das Lenk-, Brems- und Fahrverhalten absolut unauffällig. Einzig die Abstände der linken und rechten Seite der Sturzbügel bereitet mir etwas Kopfzerbrechen., Ebenso wie die untere, hintere Aufnahme des Sturzbügels am Motorblock, dort wo die Strebe des hinteren Rahmens (mit Befestigung des Seitenständers) mit dem Sturzbügel zusammenbefestigt ist.

    Eventuell ist eine Vermessung der Maschine sowie eine Begutachtung durch einen Meister hilfreich?

    Hier noch einige Fotos.

    Beste Grüße
    Tobias
    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken strassenverlauf.jpg   sturzstelle.jpg   sturzstelle_1.jpg  

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    #2
    Schön das du da heil raus gekommen bist

    ABER:

    So wie du das schilderst hätte ich vorher den Anker geschmissen und wäre zur Not im Schritttempo auf den Seitenstreifen gerollt. Bei unbekannten Terrain sicherlich die bessere Alternative

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    #3
    weitere Fotos
    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken spiegel-weg.jpg   schramme-buegel.jpg   schramme-zylinderschutz.jpg  

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    #4
    OK, Gut das Dir nix passiert ist, also nix wesentliches. glück gehabt.

    Ich fahre selbst öfter mal in Polen rum. Die scheiss Sprinter sind alle bekloppt.
    ...............aber.......wenn ich auf Der Straße die die Bilder zeigen einen solchen
    Tiefflieger sehe..............also ich hätte viel früher Gas weggenommen ?
    Und mit 80 ist schon ein mutiges Tempo..........wenn Gegenverkehr naht....
    Hattest Du einfach zu viel Vertrauen in die sich anbahnende Situation?
    Nicht damit gerechnet das das schlecht ausgehen könnte? Hilft nix, ist
    halt passiert. Wenn er Dich getroffen hätte wär es schlimmer ausgegangen
    und die Sau hätte trotzdem nicht angehalten.

    Die Quh würde ich durchchecken lassen, dann fährst Du in Zukunft sorgen-
    freier. Den Helm würd ich bei Schuberth auch durchchecken lassen.

    Ansonsten gute Besserung, falls da morgen noch paar Hämatome auftauchen
    sollten.......

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    #5
    Zitat Zitat von Dobs Beitrag anzeigen
    Schön das du da heil raus gekommen bist

    ABER:

    So wie du das schilderst hätte ich vorher den Anker geschmissen und wäre zur Not im Schritttempo auf den Seitenstreifen gerollt. Bei unbekannten Terrain sicherlich die bessere Alternative
    Keine Frage ! Du hast recht, aber wie es nun mal so ist, hinterher ist man schlauer. Wenn ich ehrlich bin, dann war ich sicher, auch aufgrund des tollen Wetters, der ganzen gesammtelten Eindrücke und wer weiß warum noch, nicht ganz bei der Sache. Letztlich hatte ich auch nicht mit dem (für mich echt unfassbaren) Verhalten dieser Transporterfahrer gerechnet. Irgendwie dachte ich bis zum letztmöglichen Moment, dass der Platz für mich schon reichen würde und sie noch ein wenig weiter rechts fahren werden.....

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    #6
    Mensch Tobias
    Letzte Woche noch geschwärmt und jetzt so'n sch....s.
    Die bekloppten Strinter sind echt ne Waffe!!! Wenn ich in Polen unterwegs bin mache ich immer nen riesen Bogen um die Hirnis.
    Nur gut das Dir nicht weiter passiert ist!! Die Q lass mal durchchecken.
    Ich würd mir nie erlauben eine Wertung über Dein Verhalten abzugeben, das ist immer Situationsbedingt und hinterher würde man es selber auch anders machen! Ich bin da immer etwas vorsichtiger und neige zum frühen Gas wegnehmen und ausweichen. Grade in Polen!!!
    Ich wünsch Dir, gute Besserung und das der Schaden nicht noch größer wird!

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    #7
    Ich fahre in 14 Tagen nach PL aber mit nem 4 rädrigen bayerischen Meisterwerk.

    Wenn mir so ein Sprinter entgegen kommt, werde ich dich rächen. Wolln doch mal sehen was so ein Ducato macht wenn er auf deutschen Stahl trifft....

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    #8
    Zitat Zitat von ledom Beitrag anzeigen
    Mensch Tobias
    Letzte Woche noch geschwärmt und jetzt so'n sch....s.
    Die bekloppten Strinter sind echt ne Waffe!!! Wenn ich in Polen unterwegs bin mache ich immer nen riesen Bogen um die Hirnis.
    Nur gut das Dir nicht weiter passiert ist!! Die Q lass mal durchchecken.
    Ich würd mir nie erlauben eine Wertung über Dein Verhalten abzugeben, das ist immer Situationsbedingt und hinterher würde man es selber auch anders machen! Ich bin da immer etwas vorsichtiger und neige zum frühen Gas wegnehmen und ausweichen. Grade in Polen!!!
    Ich wünsch Dir, gute Besserung und das der Schaden nicht noch größer wird!
    Danke,
    mal sehen was die Jungs in der Werkstatt sagen. Letztlich rechne ich mir dieses Sache natürlich selbst an, auch wenn es natürlich einfacher wäre die "bekloppten Sprinterfahrer" dafür verantwortlich zu machen. Bin ja auch viel in Polen unterwegs und derartige Situationen kenne ich, aber heute war halt alles anders Was die ganzen Angaben zu Geschwindigkeit und detailliertem Ablauf angeht, hat man in Nachhinein tatsächlich immer irgend welche Erinnerungslücken. Wenn ich mir das Schadensbild so ansehe, dann liege ich mit meinen geschätzten 50-60 Km/h evtl. auch etwas zu hoch, aber ich will bei meiner Darstellung auch nichts verharmlosen, da - wie hier bereits korrekterweise festgestellt wurde- ich letzlich ja auch hätte viel langsamer werden oder sogar anhalten können, wenn ich hätte auf Nummer sicher gehen wollen. Letzlich ist ja (aus meiner Fahrtrichtung betrachtet) die rechte Seite meine. Wenn diese also unbefestigt ist - ist`s halt mein "Pech".

    Bin jedenfalls froh, dass es (sicherlich) kein Totalschaden ist und meine Haut und Knochen heil geblieben sind.
    Habe zwar Vollkasko, weiß aber nicht, ob ich diese - sofern tatsächlich nur die Kratzer der einzige Schaden sind - zur Regulierung beanspruchen werde. Letztlich ginge dies doch (wenn es jeder wegen einiger Kratzer machen würde) zu Lasten aller Versicherungsnehmer?!
    Gruß
    Tobias

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    #9
    Zitat Zitat von blntaucher Beitrag anzeigen

    Bin jedenfalls froh, dass es (sicherlich) kein Totalschaden ist und meine Haut und Knochen heil geblieben sind.
    Habe zwar Vollkasko, weiß aber nicht, ob ich diese - sofern tatsächlich nur die Kratzer der einzige Schaden sind - zur Regulierung beanspruchen werde. Letztlich ginge dies doch (wenn es jeder wegen einiger Kratzer machen würde) zu Lasten aller Versicherungsnehmer?!
    Gruß
    Tobias

    Tobias, diese Haltung ehrt dich!
    geh trotzdem mal zum doc und lass dich mal abtasten!
    schwein gehabt zu haben gehört zum leben dazu.

  10. Registriert seit
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    #10
    Zitat Zitat von blntaucher
    Habe zwar Vollkasko, weiß aber nicht, ob ich diese - sofern tatsächlich nur die Kratzer der einzige Schaden sind - zur Regulierung beanspruchen werde.
    Das würde sich wegen eines etwaigen Selbstbehalts und wegen der Verschlechterung der SF-Klasse nicht lohnen. Dann müsste der Schaden schon in den vierstelligen Bereich gehen. Viel Glück in der Werkstatt und besser keinen Ton dazu, dass es ein Versicherungsschaden sein könnte.


 
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