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Ich weiß, ich weiß...

Erstellt von thomasL, 24.04.2011, 08:14 Uhr · 24 Antworten · 3.093 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard

    #21
    Hallo Thomas,

    über Gefahren sollte man sich bewusst sein, über jeder Gefahr, egal ob beim Motorradfahren, im Auto, auf dem Fahrrad, beim Fensterputzen oder beim Heimwerken an der Stromleitung.

    Nur mit diesem Bewusstsein ist es möglich abzuwägen ob und wieweit man diese in kauf zu nehmen bereit ist und nur so lässt sich Risiko minimieren durch Vorsichtsmaßnahmen.

    Ich habe 7 Jahre in der Chirurgischen Intensivstation im Krankenhaus Altona, 4 Jahre im Unfallkrankenhaus Boberg und 5 Jahre im Rettungsdienst in Schleswig Holstein gearbeitet und oft wurde ich gefragt warum ich da noch selbst Motorrad fahre.

    Vermutlich genau wegen dieser Erfahrung.

    Ich habe genau so viele Verletzte und Sterbende nach einem Unfall mit dem Auto, auf dem Fahrrad, beim Fensterputzen oder beim Heimwerken an der Stromleitung gesehen wie nach einem Motorradunfall.

    Alles was wir machen im Leben und somit das Leben selbst birgt Gefahren.

    Ich müsste mich in einem Atombunker mit gummierten wänden einsperren und selbst da ist man nicht sicher vor Unglücken oder vor dem ende des Lebens.

    Sich seines Handelns und der damit verbundenen Gefahren Bewusst sein und mit diesem Wissen für sich abwägen wie weit man geht.

    Motorradfahren ist eine Leidenschaft und diese schafft eventuell Leiden, erst einmal Finanziell (teures Hobby), eventuell aber auch gesundheitlich und im schlimmsten Fall verursacht es Leid bei Familie und Freunden bei Verlust.

    Für mich ist Motorradfahren nun seit 22 Jahren meine Leidenschaft, die Freude daran ist für mich dies Risiko, mein Leben zu verlieren oder, was für mich schlimmer ist, dabei Verletzt zu werden, dies Risiko Wert.

    Ich würde nie ohne Schutzkleidung (Helm, Jacke, Hose, Handschuhe, Stiefel, Rückenprotektor) Fahren und ich fahre nie auf der Strasse am Limit, hierfür gibt es Rennstrecken, ich halte mich aber auch nur sehr selten an Geschwindigkeitsbegrenzungen, ich Eier bestimmt nicht herum.

    Angst sollte man keine haben, Respekt immer.

    Ich versuche soweit wie für mich möglich ein Risiko oder dessen folgen zu minimieren, aber ein Risiko bleibt und ich bin bereit damit zu Leben und dies muss jeder für sich abwägen und entscheiden.

    Und doch gibt es Momente wie gestern die mich nachdenklich machen aber auch wütend.

    Ich habe gestern eine Tour durch Mecklenburg-Vorpommern gemacht und wurde auf einer Landstrasse von einem gebücktem R1 Fahrer (das es eine R1 gewesen ist konnte ich hier noch nicht erkennen) mit von mir geschätzten 200 Km/h überholt (ich führ so um die 120).

    Plötzlich sah ich in Ca. 600 Meter Entfernung eine Staubwolke und im selben Moment die Warnschilder "Verdreckte Fahrbahn".

    Die gesamte Fahrbahn war mit Kreide bedeckt, bei reduziertem Tempo bin ich dadurch, vom R1 Fahrer keine spur, seltsam dachte ich.

    Es dauerte einige Minuten als ich mich entschied noch einmal zurück zufahren, beim anhalten sah ich links hinter einem Baum seine Maschine und danach auch ihn, zum Glück saß er an einen Baum gelehnt, Verletzt aber Lebend.
    Soweit mir ohne Ausrüstung möglich habe ich ihn erstversorgt, die Polizei und der Rettungsdienst trafen nach 10-15 Minuten ein.

    Heute Morgen hat er mich aus dem Krankenhaus angerufen, zum Glück ist "nur" sein Arm und sein Schlüsselbein gebrochen, eine Gehirn Erschütterung und einige Prellungen.
    Er hatte keinen Kontakt mit dem Asphalt sondern nur mit dem weichen "Waldboden" und seine Schutzkleidung erfüllte ihren zweck, deutliche spuren am Kombi und Helm.

    Wie er mir nun berichtete hatte er auf der Kreide versucht zu Bremsen und dabei die Kontrolle verloren.

    Er ist Selbstständiger Tischler nun mit Zwangsurlaub, seine Maschine noch nicht abgezahlt, ich vermute aber Reparierbar.

    Auf meine "Kritik" wegen seiner Geschwindigkeit nannte er sich selbst einen Idioten und ist sich seiner Schuld bewusst, die Selbsterkenntnis ist ja ein Anfang.



    In diesem Sinne, bitte Fahrt alle immer mit Sinn und Verstand und bleibt Gesund, nehmt Rücksicht auf andere und auf euch selbst.

    Beim MOGO in Hamburg gibt es einen Spruch:

    "Fahr nie schneller als dein Schutzengel fliegen kann"

    Und der Schutzengel sollte nicht mit dem Teufelchen verwechselt werden!

    MfG

    Morten

  2. Registriert seit
    22.08.2007
    Beiträge
    547

    Standard

    #22
    Zitat Zitat von Mortenhh Beitrag anzeigen
    ...

    Auf meine "Kritik" wegen seiner Geschwindigkeit nannte er sich selbst einen Idioten und ist sich seiner Schuld bewusst, die Selbsterkenntnis ist ja ein Anfang.



    In diesem Sinne, bitte Fahrt alle immer mit Sinn und Verstand und bleibt Gesund, nehmt Rücksicht auf andere und auf euch selbst.

    Beim MOGO in Hamburg gibt es einen Spruch:

    "Fahr nie schneller als dein Schutzengel fliegen kann"

    Und der Schutzengel sollte nicht mit dem Teufelchen verwechselt werden!

    MfG

    Morten
    Geile (vorläufige) Schlussworte!

    Danke!
    Thomas

  3. Registriert seit
    21.03.2011
    Beiträge
    599

    Standard Leben ist eine Krankheit,

    #23
    die durch Geschlechtsverkehr übertragen wird und immer tötlich endet!

    Es kann auch gefährlich sein, zur falschen Zeit an der roten Ampel zu stehen.

    Mit der Dose habe ich in den letzen 30 Jahren 1 Mio km im Aussendienst gemacht. Dabei bin 3x unverschludet abgeräumt worden.
    1x Landstrasse an der roten Ampel gestanden und über die Kreuzung gekickt worden.
    1x in der Autobahnbaustelle bei Tempo 80 von einem bekloppten Lasterfahrer überholt und abgedrängt worden.
    1x auf der Autobahn bei Tempo 140 von einer S-Klasse angeschoben worden und auf dem Grünstreifen überschlagen.

    Alle 3 Unfälle hätte ich auf dem Mopped nicht überlebt.
    Ich habe in den letzten 30 Jahren knapp 500tkm Mopped gefahren und bin Member im Club 300+. Ich lebe immer noch, weil
    - ich auf dem Mopped geschärftere Sinne habe als in der Dose
    - ich im Strassenverkehr immer nur die vorletzte Rille benutze und mir die letzte für abgesperrte Rundstrecken aufhebe.
    - ich immer einen Notausgang in Reserve habe
    - ich im Zweifel immer nachgebe, auch wenn ich im Recht bin
    -....

    Letztendlich kann man jedes Risiko minimieren, es bleibt aber ein Restrisiko. Die Frage muß sich jeder selbst stellen, wie hoch er sein persönliches Restrisiko bewertet und wann er aussteigt. Ich steige noch nicht aus. Mein Frau fährt, mein Sohn fährt und wir alle haben Spaß dabei. Wir haben uns geschworen, wenn der Spaß durch Bedenken überlagert wird, dann hören wir auf. Noch ist es nicht so weit.
    Wenn ich in der Zeitung lese, dass es mal wieder einen erwischt hat, frage ich mich schon, was er wohl falsch gemacht hat. Dann gehe ich aber wieder zur Tagesordnung über und nehme mir vor, es besser zu machen.

    Gruß und eine unfallfreie Saison
    Chris

  4. Registriert seit
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    Standard

    #24
    Zitat Zitat von Quhpilot Beitrag anzeigen
    ....
    Aber heute ist Krieg auf der Straße.
    ....

    So sehe ich die Zweiradwelt.


    Gruß vom Quhpilot
    Das trifft's zu 100%, wie ich heute, während kleiner, beruflicher Rundtour mit Dose (H-Kleve-K-H, so 750km zumeist BAB) wieder erleben durfte.
    Linke Seite, ein Sprinter o. ä. davor, "nur" 160km/h, und der geistig untermotorisierte Schwachkopf läuft extrem schnell von hinten auf, als wenn er schnelles, dichtes Auffahren extra vergütet bekommen würde. Zum Schieben fehlte nicht viel, als der Sprinter dann nach rechts ging und ich beschleunigte, um ihn zu überholen.
    Überholen, einen halben Meter vor der Stoßstange einscheren und eine Vollbremsung zu zelebrieren, um noch vor dem rechts fahrenden LKW, ganz am Ende der Ausfahrt, in die "Entschleunigungsspur" zu gelangen? Normal.
    Spurwechsel von ganz rechts nach ganz links, unter geflissentlicher Verminderung der Geschwindigkeit (<< 100km/h), die man vorher hinter dem LKW fuhr, unter eifriger Nichtbeachtung rückwärtigen, schnelleren Verkehrs? Normal.
    Nicht nur einmal während der "Rundtour" erlebt, ist tägliches "Kriegsgeschehen".
    LKW, die eiinen halben Meter hinter dem Vordermann fahren, den Blinker setzen (falls sie's denn tun) und nach links ziehen, ohne auf den neben ihnen fahrenden Wagen zu achten (der dann nach links zieht, klar, ohne auf schnellere zu achten) .. Normal
    Abstände unter einem Meter habe ich mehrfach gesehen, links von mir, selber mit 200++ unterwegs.
    Und mir ist schon klar, daß ich selber Schuld habe, wenn ich, nur in etwa einen der Geschwindigkeit angepassten Sicherheitsabstand einhaltend, rechts überholt werde und vor mir dann eingeschert wird.

    Zitat Zitat von Peter GS Beitrag anzeigen
    ....

    Wie heißt es so schön: Ohne Risiko, kein Spaß

    So ist es mit dem Motorradfahrer, so ist es mit dem Fahrradfahren, so ist es mit dem Autofahren, so ist es mit dem Alkoholkonsum, so ist es mit dem Zigarrettenkonsum usw. usw. usw. usw.

    Du kannst bloß das Risiko minimieren, aber es wird immer eins bleiben und DARAN musst du nicht umbedingt Schuld sein

    Dich kann ein LKW umnieten der die Kurve zu großzügig nimmt. Dir ein Auto hinter drauf fahren, weil er gerade etwas unaufmerksam ist. Du kannst auf einer Ölspur ausrutschen und gegen einen Baum knallen..oder dir schneidet die Postfrau die Vorfahrt usw usw usw.. also bekannte Forenfälle..

    Du kannst auch einfach Glück haben und dir passiert nichts.

    Wenn du auf Nummer Sicher gehen willst, bau dir einen gepolsterten Raum und verlasse ihn nie, dann bist du fast sicher


    Nachtrag: Übrigens habe ich einen Bekannten den war Motorradfahren zu gefährlich, schließlich wurde er bei einem stärkeren Wind von einer Dachschindel erschlagen :-/
    Was will ich damit sagen? Dich kann es jeden Tag auf x verschiedene Möglichkeiten umbringen..
    Klar, irgendwas kann immer passieren.
    Allerdings passiert zumeist was, weil irgendein Hirni zuwenig in der Birne hat, um sein eigenes Verhalten im Hinblick auf die mögliche Gefährdung anderer kritisch zu beurteilen (mal abgesehen davon, daß ihm mindestens "Hinblick", "Gefährdung", "kritisch"/"Kritik" im Wortschatz fehlen, bzw. wenigstens inhaltlich unbekannt sind).
    Auf Dinge wie "Alkohol-" o. "Zigarettenkonsum" hat man 100% Einfluss, nicht aber auf das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer. Also ein ganz schlechter Vergleich (eher keiner, ist wie mit "Äpfeln u. Birnen").
    In meinem näheren Fahrumfeld gibt's einen S-förmigen Straßenverlauf mit beidseitig auf 30km/h verringerter Geschwindigkeit. In dem Bereich kommen mir regelmäßig Leute (nicht nur mit LKW) entgegen, die erbarmungslos die Kurve schneiden. Gegenverkehr? Ist wohl in ihren Augen nicht existent. Daß die Geschwindigkeitsreduktion zur besonderen Sicherung eines Fußgängerüberweges gedacht ist (für den ich als Schulelternratsvorsitzender gekämpft habe, wie einige vor, und noch einige nach mir -offizielle "Begehungen" fanden immer nur weit nach dem Berufsverkehr u. dem Unterrichsbeginn statt und führten regelmäßig zur Erkenntnis, daß keine Maßnahme erforderlich sei-, komisch, keine Schüler , keine Autos, ....)? Uninteressant.
    Gebremst wird da allenfalls dann, wenn der "Kontaktbereichsbeamte" sein Fahrzeug deutlich sichtbar vor dem Überweg geparkt hat und selbst, vor letztgenanntem, malerisch in der Gegend herum steht. Das wäre eine Stelle, an der Geschwindigkeitsmessungen zu vollziehen wären, die, wenige 100m entfernt, auf einer vierspurigen Straße (links vom Zaun zum VW-Werksgelände, rechts vom lokalen Wäldchen gesäumt, kein querender Publikumsverkehr), relativ unnötig, regelmäßig zelebriert werden (auch wird man hierherum wg. eingeschalteter Nebelscheinwerfer angehalten, ist halt einfacher zu kontrollieren )
    Einen rechten Kotflügel hat mir, linksabiegend, in der linken zweier Linksabbiegerspuren, an anderer Stelle, ein LKW abrasiert. Des Fahrers "Entschuldigung": "Der lässt sich so schwer lenken" (entweder Fahrer, oder LKW, oder am besten beide! gehörten nicht auf die Straße!!!).

    "schließlich wurde er bei einem stärkeren Wind von einer Dachschindel erschlagen :-/"
    Nunja, ein gewagter Vergleich des verletzt/getötet werdens durch (angeblich denkende) KFZ-führende Individuen und durch ein lebloses Stück gebrannten Tones.
    Allerdings vermag ich durchaus der Vorstellung zu folgen, daß sich geistige Kapazität, oder, damit verbunden, Verantwortungsbewusstsein, einer Dachschindel nicht stark von einer Vielzahl durchschnittlicher Verkehrsteilnehmer unterscheiden. Der einzig gravierende Unterschied zwischen Dachziegel u. "Verkehrsteilnehmer" ist der, daß der Dachziegel nach vollbrachter "Scheiße" nicht anfängt zu jammern und sich als "nicht verantwortlich/unzurechnungsfähig zum Ztpkt der Tat" hinzustellen.
    Das allein macht ihn schon mal sympathisch.

    Grüße
    Uli

  5. Registriert seit
    21.01.2009
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    Standard

    #25
    Das Risiko, auf einem Motorrad getötet zu werden, ist 14-mal höher als im Auto. Bei besonders leistungsstarken Maschinen ist das Risiko sogar noch viel größer.

    In diesem Satz des Ursprungsposts steckt schon viel der Antwort drin.

    Wieso sollte das Risiko bei leistungsstarken Maschinen größer passiv abgeräumt zu werden? Gar nicht! Es liegt wohl daran, dass die Leistung auch in falschem Maße genutzt wird und damit das Risiko steigt. Man kann also als Fahrer aktiv bestimmen wie risikoreich man fährt. Dieses größere Risiko liegt also beim Fahrer selbst.

    Genauso kann man bei den 'normalen' Maschinen durch entsprechende Fahrweise das Risiko verringern. Dazu kommt noch ein aktiver Beitrag durch entsprechende Schutzkleidung (Helm kennt jeder aber bei Klamotten fährt die Mehrheit wohl suboptimal gekleidet.), etc.

    Natürlich ist Motorradfahren gefährlicher als Autofahren aber das 14-fach höhere Risiko kann aktiv vom Fahrer um ein Vielfaches reduziert werden. Der Rest liegt wahrscheinlich irgendwo zwischen Reiten und Fallschirmspringen. Für mich persönlich durchaus Ok.


 
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