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Immer diese Anwaltsschelte

Erstellt von GS Bär, 24.05.2012, 14:41 Uhr · 49 Antworten · 3.810 Aufrufe

  1. Registriert seit
    28.11.2008
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    630

    Böse Immer diese Anwaltsschelte

    #1
    Was mir hier im Forum leider zunehmend auf den Nerv geht, sind solche Aussagen wie: " Die Sache ist doch klar, da mußt du nicht zum Anwalt" oder "Anwalt kostet nur viel Geld" oder "Den Unfall kannst du doch selbst mit der Versicherung abwickeln" usw.. Offensichtlich haben all diejenigen, die derartiges hier verbreiten nicht die blasseste Ahnung. Aus langjähriger Erfahrung kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass es den "ganz klaren Unfall" mit "eindeutiger Haftungslage" nicht gibt. Täglich sitzen Mandanten vor mir, die auch zunächst der Meinung waren, es sei doch alles ganz klar und einfach und dass kann man schon ohne Anwalt, nur um dann feststellen zu müssen, dass sie vom gegnerischen Versicherer ordentlich an der Nase rumgeführt wurden. Voller Vertrauen begaben sie sich in die Hände des Versicherers und glaubten seinen Versprechungen, dass der Schadenfall schnell und unkompliziert abgewickelt werde (Aktives Schadenmanagement). Doch dann das böse Erwachen. Der "Gutachter" des Versicherers kalkuliert den Schaden für den Versicherer besonders günstig, die Haftungslage ist plötzlich doch nicht mehr so eindeutig, der Versicherer bringt die Betriebsgefahr des Fahrzeugs des Geschädigten in Ansatz, der Versicherer kürzt Stundenverrechnungssätze, Mietwagenkosten und neuerdings auch Abschleppkosten, es wird eine Fahrzeuggegenüberstellung auf Betreiben des Versicherers gemacht, bei der ein "Sachverständiger" des Versicherers plötzlich feststellt, dass die Schäden nicht kompatibel sind usw.

    Von daher verstehe ich all die Schreiberlinge hier im Forum nicht, die ohne fundierte Fachkenntnis immer wieder davon abraten einen Anwalt einzuschalten. Sind erst mal entscheidende Fehler gemacht worden, weil der Gang zum Anwalt ja nicht nötig war, kann auch der versierte Anwalt meistens nicht mehr viel retten.

    In diesem Sinne wünsche ich allen allzeit gute und unfallfreie Fahrt. Und sollte es doch mal schief gehen, gleich den Anwalt des Vertrauens anrufen

  2. Baumbart Gast

    Standard

    #2
    Laufen die Geschäfte so schlecht das man mal jammern muss?

  3. Registriert seit
    28.11.2008
    Beiträge
    630

    Standard

    #3
    Zitat Zitat von Baumbart Beitrag anzeigen
    Laufen die Geschäfte so schlecht das man mal jammern muss?

    Keineswegs. Aber mich ärgern einfach solche unsinnigen Ratschläge von Leuten, die sich mit der Materie nicht im Geringsten auskennen. Ich würde mir ja auch nie anmaßen, anderen Ratschläge zur Einstellung des Ventilspiels oder Austausch der Kardanwelle zu geben.

  4. Baumbart Gast

    Standard

    #4
    Zitat Zitat von GS Bär Beitrag anzeigen
    Keineswegs. Aber mich ärgern einfach solche unsinnigen Ratschläge von Leuten, die sich mit der Materie nicht im Geringsten auskennen. Ich würde mir ja auch nie anmaßen, anderen Ratschläge zur Einstellung des Ventilspiels oder Austausch der Kardanwelle zu geben.
    Entschuldigung das ist doch quatsch. Wer ein rechtliches Problem hat fragt einen Anwalt. Wer in einem Internetforum fragt will sich ne Meinung bilden. Wer das was er da hört bei Themen von denen er keine Ahnung hat als endgültige Wahrheit nimmt ist selber Schuld, an dem hätte ein Anwalt auch ohne internet nix verdient weil der sich sonst seine Lebenshilfe in der Bierbude um die Ecke holt. Stellst Du dich auch in jede Kneipe und passt auf dass keine falschen Ratschläge gegeben werden?!

  5. Registriert seit
    25.10.2011
    Beiträge
    8.003

    Standard

    #5
    Typischer Schlechtwetter-Fred mit absehbarem Ausgang!
    Chips und Bier, bitte!

  6. Registriert seit
    05.10.2007
    Beiträge
    5.262

    Standard

    #6
    Freut mich, dass du dir Luft machen konntest. Das ist wichtig. Und aus irgendeinem Blickwinkel heraus hast du völlig recht.
    Kannst du aber mit der Tatsache leben, dass es neben deinem noch andere Blickwinkel gibt?
    Ich habe zB einen anderen.
    Kann dies auch begründen.
    Mein beruflicher Alltag besteht aus dem betreuen verwahren und begleiten ( je nachdem) von kriminellen Jugendlichen im Massnahmevollzug.
    Alle haben sie perfekt gelernt, ihre Rechte mit Hilfe von Anwälten zu erkennen, zu schützen und auszuweiten.
    Mit der Wahrnehmung ihrer Pflichten nehmen sie es nicht so sehr genau.
    Ich bin tatsächlich so altmodisch, dass ich noch an moralische Werte glaube. Und einer davon lautet: ich stehe zu dem Mist, den ich baue.
    Natürlich würde ich niemand raten, bei heikleren Situationen auf Hilfe zu verzichten! Ich hab ja auch ne Rechtsschutzversicherung.
    Aber in klaren Fällen wie einer Geschwindigkeitsübertretung mithilfe eines Anwalts das Schlupfloch im System zu finden und zu nutzen- das misshagt mir. Weil mein ganzes Berufslebendarauf ausgerichtet ist, den Jugendlichen den Begriff Eigenverantwortung beizubringen. Und wenn ich dann sehe, dass hier in einem Forum der zumeist oberhalb von Hartz4 verdienenden Menschen mit einer vermuteten Bildung im Normalbereich sich um eben diese Eigenverantwortung drücken.... Sagen wir mal so: du kennst sicher Paragraph und Kommentar, der mir die freie Äussereung meiner Meinung sicherstellt.

    So. Das negiert nicht deine Aussage. Wie auch, du hast ja recht. Ich bitte nur zu akzeptieren, dass ich deshalb nicht automatisch im Unrecht bin sondern einfach nur den Fokus auf einen anderen Punkt gelegt habe. Nicht ausschliesslich, wohlverstanden!

    Abschliessend: die Kostenexplosion im Gesundheitswesen versucht man zu bekämpfen, indem Menschen vor einem Arztbesuch nochmal nachdenken und eventuell ohne Systemhilfe auskommen.
    Auch die Juristerei verschlingt Millionen.
    Und auch hier ist es nur legitim, an die Eigeninitiative zu appellieren.
    Sagen wir mal so: gäb es keinen günstigen Zugang zu Anwälten, wären einerseits arme Menschen extrem benachteiligt.
    Andererseits müssten Menschen hingegen lernen, sich zu einigen statt Recht zu behalten...

    Zum Schluss: wer viel interpretieren möchte, könnte aus deiner Wortwahl (...Schreiberlinge) herauslesen, dass du dich für etwas Besonderes hältst. Was du vermutlich nicht bist. Ich unterstelle, du bist Anwalt und hast irgendwelche bis hervorragende Fachkenntnisse im Bereich Juristik.
    Die Frage, ob man auch einfach mal zu seinem Tun steht, befindet sich aber weitgehend ausserhalb deines Fachgebietes! Weshalb ich dich also im Kreise der laienhaften Schreiberlinge willkommen heissen möchte.
    Amen

  7. Registriert seit
    05.10.2007
    Beiträge
    5.262

    Standard

    #7
    Zitat Zitat von vierventilboxer Beitrag anzeigen
    Typischer Schlechtwetter-Fred mit absehbarem Ausgang!
    Chips und Bier, bitte!
    Wie, schlechtes Wetter- was ist an sonnigen 28 Grad schlecht?
    Ist es schlimm, wenn ich von meiner sonnigen Mittagsrunde schwärme, die ich grad hatte?
    Übrigens hatte ich einen Unfall, der mir den Anwalt bitter nötig erscheinen liess. Und einen, wo sig mein Versicherer perfekt verhielt.
    Das einzig Unsinnige am ganzen Thread ist die Pauschalisierung des threadstartenden Anwalts, der ein wenig Mühe mit abweihenden Meinungen zu haben scheint

  8. Registriert seit
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    Beiträge
    612

    Standard Chips & Bier

    #8
    Die Erfahrungen meines Lebens lehren mich leider , dass die teuersten Anwälte am Wenigsten geleistet haben.

    Es helfen tatsächlich Erfahrungwerte Dritter und zunächst das gewisse Maß an Sachkenntnis.Meine letzte (private) Versicherungssache ging ca. 6 Monate und kam schnell zum Abschluß , als ich die erste Rechnung des Anwaltes direkt der gegnerischen Versicherung in Rechnung stellte.

    Mich hatte eine Autofahrerin vom MTB gefegt.

    Erstgebot Versicherung 200€

    Gezahlt 1200€ + Anwaltskosten ...

    Einsatz des Anwaltes = 1 x Vierzeiler

    Beim nächsten Mal versuche ich es direkt mit einstweiligen Verfügungen.... damit hat mein ehemaliger Nachbar gute Erfahrungen gemacht.

  9. Registriert seit
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    Standard 100% Zustimmung Nordlicht!!!

    #9

  10. Registriert seit
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    Beiträge
    467

    Standard

    #10
    Ich denke, dass gerade in diesem Forum die Leute altgenug sind, um die Beiträge selbst reflektierend lesen zu können.

    Ich kann mich auch darüber aufregen, dass Rechtsanwälte/Rechtsbeistände (ich schreibe jetzt mal nicht Kollege, weil ich mich wahnsinnig fremdschämen muss) sich zu derartigen Standpunkten hinreißen lassen.

    Genau so gut könnte ich feststellen,

    dass jeder 3. "Amwald" zu blöd ist, die rechtlich begründeten Schadenersatzansprüche seines Mandanten durchzuetzen.

    dass kaum ein RA einen Haushaltsführungsschaden richtig berechnen kann.

    dass es immer noch RA gibt, die nach Susanne Hacks das Schmerzensgeld abrechnen.

    dass es immer noch RA gibt, die es ok finden, wenn der Mandant bei einem 500 EUR Blechschaden 5.000 EUR Mitewagenkosten verursachen.

    dass man einem RA das "Quotenvorrecht" nicht näher bringen kann.

    dass sich immer wieder RA blamieren, weil sie vor Gericht auf der "falschen Seite" sitzen.


    Ich halte es (Wie sagt die ständige Rechtssprechung?) wie ein logisch denkender und wirtschaftlich handelnder Mensch:

    Den Kram, den ich nicht selbst kann, muss ich machen lassen. Bei den Lapalien gehe ich nach Try und Error vor.

    Warum bei einfachen Unfällen zum RA/RB wackeln, wenn eine einfache Mail auch genügt.... ?

    .....sagt übrigens jemand, der mal 10 Jahre lang Kfz-Schäden reguliert hat, und heute das Wort Mandant nicht mehr mit "man dankt" verwechselt.

    Ich finde es einfach zu kurz, den Fehler bei den Versicherern zu suchen.


 
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