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Liegende Vierzylinder!

Erstellt von Endantrieb, 25.10.2008, 02:21 Uhr · 14 Antworten · 5.947 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    62

    Standard Liegende Vierzylinder!

    #1
    Würde gerne mal eure Meinungen zu den 4-Zylinder Modellen von BMW hören(lesen). Fährt oder fuhr vielleicht jemand hier ein solches Motorrad?
    Der Hintergrund, konnte vor ein paar Wochen mal ne K1200LT fahren und hab festgestellt, das Ding fährt sich viel viel besser als gedacht(ja irgendwie schon)!
    Also los, lasst euch mal über die K-Modelle aus!

    Gruss Peter

  2. Registriert seit
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    Standard

    #2
    Ich denke die werden zu Unrecht etwas verachtet. Wenn ich in Deutschland wohnte wuerde ich mir noch eine kaufen. Ich bin mal die K 75 gefahre. Abgesehen davon dass natuerlich das Motorrad nicht mehr so der letzte Stand ist, so eine hat was.

  3. Registriert seit
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    Standard

    #3
    PS. Sowas in etwas moderner Ausfuehrung wuerde noch immer passen als Behoerdenfahrzeug.

  4. hbokel Gast

    Standard

    #4
    Zitat Zitat von Endantrieb Beitrag anzeigen
    Also los, lasst euch mal über die K-Modelle aus!
    Hallo Peter,

    ich war zwanzig Jahre auf insgesamt drei "alten" K-Modellen unterwegs. Auf knapp 300.000 km bin ich nur einmal wegen eines Defekts liegen geblieben (eines der vielen kleinen Relais wollte nicht mehr). Wenn Du also Zuverlässigkeit suchst, bist Du bei den "Flying Bricks" gut aufgehoben.

    Wenn Du jedoch ein agiles Motorrad willst, wirst Du enttäuscht sein. Eine gewisse germanische Schwere ist bei den alten K-Modellen nicht zu leugnen. Bei mir hat eine längere Tour auf einer geliehenen 1200GS dazu geführt, dass ich mich vorzeitig von meiner letzten K1100 getrennt habe.

    Bis jetzt habe ich das nicht bereut, aber die GS hat auch noch keine technischen Defekte gehabt. Nach einer Besichtigung im Berliner Werk bin ich zuversichtlich, dass das auch so bleibt. Die zahlreichen Qualitätskontrollen während der Fertigung sollten ihren Zweck erfüllen.

    Gruß
    Heinz

  5. Registriert seit
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    3.052

    Standard Die gute alte K.........

    #5
    ....hat mich als 100 RT knapp 100.000 begleitet.
    Handling, etwa so wie eine heutige GS. Nur halt etwas träger von unten raus. die K 75 wirkte da schon drehfreudiger. Aber permanent über 6500 der Schrecken mancher XYVRZ, oder sonstiger blade (n) Maschinen. Besonders , wenn Straßen nicht mehr so eben, und vor allem schmäler wurden (in den Alpen). Sehr zuverlässig und robust, bis auf 1xFreilauf und 1x Pleuelbruch.
    Das aber bei fast Dauerschindung des Mopetts.
    Hat Luxus in Hülle und Fülle und ist eine ideale Alternative zur Enduro als Winter-Fzg.
    Bei genügend Garagenplatz heute noch ein äusserst günstiges Dritt-MRD!
    Tät sagen: DAS unkomplizierteste Fahrgerät.
    Nachfolgende K-Modelle litten dann doch mehr an Fettleibigkeit :-(

    Cowy

  6. Registriert seit
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    12.709

    Standard

    #6
    Hi
    Ich hatte mal das Vergnügen einem Fahrer mit einer alten 1100LT folgen zu dürfen.
    Zugegeben können es andere GS Fahrer besser (schneller) als ich, aber dennoch behaupte ich Jochen hätte mit der LT mindestens 85% nass gemacht.
    Nie geglaubte Schräglagen, ein Hinterrad bei dem er auf der Felgenkante statt auf dem Reifen zu fahren schien. Die Fussrasten waren zu grossen Teilen nicht nur an- sondern abgeschliffen!
    Und dann war ich zu langsam oder zu feige ...
    gerd

  7. ArmerIrrer Gast

    Standard

    #7
    tja, die einen lästern wo sich keine K leisten können, die wo sie haben machen das Lästervolk nass.

    Ich find das Mobbed absolut geil, aber leisten kann ich mir das Ding auch nicht. Ich erinnere mich aber sehr gern daran als die K12 rauskam. Die japanischen Hersteller haben ja nur gelästert wie man so ein Mobbed bauen kann, so langer Radstand, das ist bestimmt unhandlich, und unsere Leistung wird auch nicht erreicht. Und dann kamen die ersten Test und Vergleichsfahrten und BMW hat die damals noch aktuelle 1300Hayabusa spontan mal weit hinter sich gelassen. Sowohl das Handling als auch die Leistung war wesentlich besser umgesetzt als eben bei den meisten Japanern. Ich glaube die hinken diesem Schock immer noch hinterher...

    Und nächstes Jahr gönn ich mir zumindest ne Probefahrt auf der K13R, weil die halt am besten aussieht von den 3 Modellen...

  8. Registriert seit
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    7.785

    Standard

    #8
    Moin moin,

    hab auch ca 25000 km ne K 1200 RS (02er Modell) gefahren. Der Motor war schon klasse, Bums in allen Lebenslagen.
    Zuverlässig war sie auch, aber sehr teuer in der Unterhaltung (da ich 20 tkm/Jahr fahre), sprich Inspektionskosten und Reifen.

    Für die ganz kleinen und sehr kurvigen Straßen war sie nicht unbedingt geschaffen, eher für weitläufigeres Geläuf.

    Als ich die erste GS Probe gefahren hab, war es dann auch um die K geschehen .

    Gruß
    Bernd

  9. Registriert seit
    24.10.2008
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    287

    Standard The flying brick

    #9
    Tach !

    "flying brick" nannte ein englischer Motorradjournalist die K 100, und etwas verballhornt wurde der fliegende Ziegelstein draus, und so heißt auch die sehr informative Seite www.flyingbrick.de, auf der man alles nachlesen kann, was es zum "Ziegel" zu wissen gibt.

    Ich habe auf der K 75 RT seit 2005 das kleine 1x1 des Motorradfahrens erlernt, und die K 1100 RS, die 2006 dazu gekommen ist, ist meine "Gouvernante", von der ich in die Anfangsgründe des ein wenig flotteren Motorradfahrens eingewiesen werde.

    Um es vorweg zu sagen: die gebrauchten K 100, K 1100 dürfte man schon als Geheimtipp bezeichnen. Soviel gutes Motorrad für so wenig Asche bekommt man kaum. Für die Basis und RS-Modelle liegt die preisliche Obergrenze so bei 4 k€, lediglich die LT-Modelle, die als K 1100 LT noch bis Ende der neunziger Jahre gebaut wurden, können noch an die 7 k€ herankommen. Eine K 100 RS mit 4-Ventil-Motor, Paralever und ABS I ist in gutem Zustand zwischen 2-3 k€ zu haben.

    Die K-Reihe war von Anfang an ihrer Zeit derart weit voraus, daß selbst die 15 Jahre alten Mopeds durchaus noch sehr gut mit den aktuellen Mopeds mithalten können. Vergleicht man natürlich nur die Datenblätter, dann wirkt die K natürlich sehr altbacken, vor allem was was Leistung und Leistungsgewicht anbelangt. Hinzu kommt ihr polarisierendes Design.

    Aber auf der Strasse sieht die Welt ganz anders aus, als am Schreibtisch. Der Ziegelstein kann wirklich fliegen, und so träge und schwer er zu rangieren ist, so leichtfüssig bewegt er sich, wenn er erst mal rollt. Das hohe Gewicht mit niedrigem Schwerpunkt (der liegende Motor) macht die Fuhre sehr stabil und unempfindlich für Störeinflüsse. Mit einem ordentlichen Fahrwerk (das Originalfahrwerk muß zwischen 50.000 - 100.000 km raus) klebt der Ziegel auf dem Asphalt, wie die Scheisse am Handtuch, und die 4V-Modelle drücken sehr ordentlich nach vorne. Bei meiner 11er liegen ab 3.000 upm mindestens 90 Nm an, ab 4.500 mindestens 100 Nm, und so bleibt es bis ca. 7.500 upm. Dazu gibt es ein hervorragend abgestuftes 5-Gang-Getriebe, daß ich fast wie eine Automatik fahre: 5. Gang ist E, 4. Gang ist D, und der 3. Gang ist der Sportgang. Die Bremsen der 4-V-Modelle sind stark genug, um den Brocken angemessen zu verzögern, und auch überwiegend mit zumindest ABS I ausgestattet. Das Rattert zwar wie blöde und verursacht den berüchtigten "Rodeo-Effekt", aber seine Aufgabe erfüllt es sehr gut und auch nach 15, 20 Jahren enorm zuverlässig.

    Das Moped ist auch ergonomisch sehr gut konzipiert - wobei bei den RS-Modellen "lehrbuchmässige" Sitzposition mit Ballen auf den Rasten und leicht nach vorne gelehntem, geraden Rücken verlangt wird. Dann fallen aber die Lenkerenden wie von selbst in die Hände, und das Motorrad nimmt die Befehle des Fahrers derart willig und "sensibel" entgegen, daß man manchmal meint, es fährt von ganz alleine durch die Kurve. Es ist in einer, wie ich finde, einzigartig gelungenen Art und Weise auf den Fahrer hin gebaut. Für flottere Gangart verlangt die RS ferner nach Gewichtsverlagerungen, die aber leicht vonstatten gehen. Auch da ist das hohe Gewicht, und der niedrige Schwerpunkt, der "Ziegelstein", an das man sich anlehnen kann, durchaus ein Vorteil. An einem gut gewarteten und kompetent pilotierten Ziegelstein vorbeizukommen ist garnicht so leicht, wie man es sich denkt. Vor allem lässt sich auf diesem Gerät auch eine relativ hohe Geschwindigkeit über enorm lange Strecken durchhalten, wenn die Rennsemmeltreiber schon mit schmerzenden Gelenken und schweisstriefend in den Seilen hängen - die Ziegel sind Tourentauglich, bieten einen bequemen Soziusplatz, und gute Beladungsmöglichkeiten, die auch vom Fahrverhalten her gut weggesteckt werden. Die BAB-Kompetenz ist überragend - noch weit über 200km liegt der Ziegel wie ein Brett, was ihn zum idealen Gefährt für Touren oder Teilstrecken mit hohem BAB-Anteil macht. An seine Grenzen kommt er erst im sehr engen Geläuf - da ist die GS natürlich eindeutig im Vorteil. Die RS sind ferner auch auf Schotter nicht gut zu sprechen, was nicht verwundern dürfte. Gelände ? Fehlanzeige.

    Man merkt es: ich bin ein begeisterter Ziegelsteintreiber und werde es auch bleiben -trotz der 1150er GS, die ich als Ergänzung des Fuhrparks für die Schlechtwetterperiode, enges Geläuf, und Touren mit hohem Anteil an Schlechtwegen ansehe.

    Die RT/LT-Modelle haben eine derart volle Vollverkleidung, die unter Fans auch als "Telefonzelle" oder "Gartenhäuschen" bezeichnet wird. Bis Null Grad brauchte ich auf der K 75 RT keine besondere Winterausrüstung. Erst bei Frostgraden mußte das Innenfutter in die Kombi, und bis minus 10 Grad ist es kuschelig warm hinter dem "Gartenhäuschen". Dafür kann es im Sommer unangenehm heiß werden, da ein Teil der Kühlerabluft (alle Ziegelsteine haben Wasserkühlung) in die Verkleidung geleitet wird.

    Legendär ist die Standfestigkeit der Ziegelsteine. Ordentlich gewartet, sind Laufleistungen über 200.000 km keine Seltenheit. Im flyingbrick-forum gilt man erst ab 100.000 km als "volljährig". Die höchste bekannte Laufleistung hat eine K 75 Basic zu verbuchen, mit etwas über 800.000 km. Das muß man sich mal vorstellen - mit dem Motorrad !

    Die Wartung, die bei den 4-V-Modellen alle 10.000 km erfolgt, ist aufwendig, die großen Inspektionen gehen leicht über 500,- € beim Freundlichen - mit einem entsprechenden Schrauberaufwand kann gerechnet werden. Die übelste Verschleißreparatur ist die Kupplung, die so um die 100.000 km hält. Dafür muß das Moped vom Hinterrad bis zur Motorausgangswelle zerrupft werden, was enorm aufwendig ist. Beim Freundlichen kann sowas an 1,5-2 k€ kommen, je nachdem.

    Die 1200er-Modelle vor allem der ersten Baujahre ab 1997 konnten an diese Robustheit und Zuverlässigkeit nicht mehr ganz anknüpfen, die späteren Baujahre sollen wieder besser sein. Ich glaube, 2004 war es gewesen, daß mit der neuen K 1200 S die Tage des "fliegenden Ziegelsteins" beendet wurden. Die neue Generation hat einen wie üblich quer und stehend eingebauten Motor.

    Eine kleine Sonderrolle spielt die K 75 als einziger von BMW je gebauter Dreizylinder, der dank Ausgleichswelle als ein Muster an Kultiviertheit geltend darf, und dessen Fahrwerk weniger leistungs- als leidensfähig ist. Schotter und leichtes Gelände nimmt es ebenso gleichmütig hin, wie Eis und Schnee. In der RT-Version war sie das Behördenmoped von halb Europa gewesen - teilweise sind die Dreitöpfe noch im Einsatz, die "Ex-Behörden" bestimmen inzwischen das Gebrauchtangebot.

    Ein dunkeles Kapitel sind die recht starken hochfrequenten Vibrationen der 4-Zylinder-Modelle, die vor allem die RS-Fahrer plagen, die sich einer korrekten Sitzhaltung entziehen wollen. Die LT-Fahrer sind besser dran aufgrund der aufrechten Sitzhaltung und einem gummigelagerten Geweih-Lenker. Ab der K 1200 RS wurde der Motor gummigelagert - das Vibrationsthema ist damit erledigt.

    Fazit: Die älteren K's sind keine Eierlegenden Wollmilchsäue wie die GS - sie sind reine Strassenmotorräder, dort aber spielen sie in der obersten Klasse und können auch auf die Rennstrecke gebracht werden ohne sich lächerlich damit zu machen. Wer sich für das Konzept interessiert, sollte ruhig mal eine Gelegenheit zur Probefahrt suchen - man wird in aller Regel sehr angenehm überrascht. Wer nur ein einziges Motorrad halten will, wird der GS schwerlich untreu werden - aber neben der GS kann eine RS für die flottere Gangart und lange Strecken durchaus erwägenswert sein, eine RT/LT ein angenehmes Winterfahrzeug sein.

    Gruß

    Kroni

  10. hbokel Gast

    Standard

    #10
    Zitat Zitat von Kroni Beitrag anzeigen
    die K 75 als einziger von BMW je gebauter Dreizylinder, der dank Ausgleichswelle als ein Muster an Kultiviertheit geltend darf, und dessen Fahrwerk weniger leistungs- als leidensfähig ist. Schotter und leichtes Gelände nimmt es ebenso gleichmütig hin, wie Eis und Schnee.
    Hallo Kroni,

    im Großen und Ganzen stimme ich Dir zu, aber in Deiner Begeisterung hast Du die Stabilität des K75-Fahrwerks etwas zu positiv dargestellt. Man kann es in einschlägigen Testberichten nachlesen, und ich habe es sogar live gesehen: das Fahrwerk neigt zu tückischem Aufschaukeln aus heiterem Himmel. Dieses Aufschaukeln führt bis zum Sturz, wenn der Lenker erstmal von Anschlag zu Anschlag pendelt. BMW versuchte im Rahmen der Modellpflege, das Problem mit Silicon-Dämpfungselementen im Lenkkopf zu beheben, aber mir erscheint das nur als Notlösung. Von der Basis-K75 sollte man also lieber die Finger lassen.

    Gruß
    Heinz


 
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