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Morgens um 8 im Bergischen

Erstellt von MacDubh, 27.01.2010, 16:51 Uhr · 35 Antworten · 3.836 Aufrufe

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    Standard Formationsflug

    #21
    Hans, Dirk und Jimmy gingen, nachdem sie ihre Getränke bezahlt hatten, zu ihren Maschinen.



    Die Gruppe um Günni grüßte und es kam nochmals der Hinweis: „Bis Samstag, fahrt ordentlich!“


    Jimmy verliess als erster den Parkplatz, direkt dahinter Hans und dann Dirk. Die drei Ducatis hinterliessen einen bleibenden Eindruck bei den restlichen Gästen. Der Sound dreier beschleunigender Ducatis war halt was Besonderes. Wobei man die „Kleinen“ gegenüber der 851 fast nicht mehr hörte.


    Die Fahrt ging den Berg herunter nach Dattenfeld. Relativ leise brabbelten die zweizylinder durch den Ort. Passanten schauten sich danach um, nicht genervt, eher interessiert. Das sah man hier zu der Zeit selten. Langsam fahrende Motorräder, nicht kreischende Vierzylinder mit überlauten Auspufftöpfen. Da war das sonore Brummen der Ducatis eine Wohltat für die Ohren.
    Sobald sie jedoch das Ortsausgangsschild hinter sich liessen, beschleunigten alle drei ihre Maschinen. Dann wurden aus dem brabbelnden Zweizylinder fauchende Biester. Der Klang war überwältigend für die drei.
    Die Fahrt an der Sieg entlang sparten sie sich. Mitten in Dattenfeld waren sie rechts abgebogen um dadurch oberhalb der Sieg in Richtung Dreisel zu fahren. Da sparte man sich einige Ortsdurchfahrten. Ausserdem fuhren auf dieser Strecke so gut wie keine Autos.

    Die Fahrt war zügig. Jimmy nutzte die Leistung seiner Maschine aus, während die beiden 750er dahinter etwas zurück fielen. Das war nicht weiter verwunderlich, hatten sie doch nur die Hälfte an Leistung zur Verfügung. Aber spätestens beim Anbremsen engerer Kurven waren beide, Dirk und Hans, wieder dran.
    So verlor Jimmy beide nie aus den Augen.


    Als die Drei auf die B256 kamen und in Richtung Waldbröl abbogen, wußten alle was die Stunde geschlagen hatte. Die ersten beiden Kurven wurde von allen in maximaler Schräglage genommen. Aber schon auf dem Weg in die Dritte Kruve mußten sie bremsen. Günther, der GSX-Fahrer von Biker´s Rast stand förmlich im Weg. Er bemerkte die drei Ducatis erst als es für den dort exisiterenden Parkplatz zu spät war. Er war mit sich und seiner Maschine vollauf beschäftigt. Der Rest seiner Gruppe war schon fast ausser Sichtweite. So kam es, daß alle vier hintereinander durch die Linkskurve fuhren. Erst hier bemerkte Günther die laut bollernde 851 halb links hinter sich. Er ging vom Gas und liess alle drei Ducatis passieren.
    Aus der Kurve herausbeschleunigend ging es weiter zum nächsten Rechtsknick. Dieser kleine Knick und die folgende Linkskurve gingen mit den beiden 750ern Vollgas. Das wußte Dirk und Hans. Jimmy mit seinen 120 PS mußte zwar nicht bremsen, aber doch vom Gas gehen. Im Formationsflug mit ca. 20 Metern Abstand schwangen sich die drei den Berg herauf. Die Geschwindigkeiten in den Kurven waren für aussenstehende Atemberaubend, für die drei fühlte es sich aber normal an. Es ging halt.
    So wie Edmond Hillary schon sagte, als er gefragt wurde warum: „Weil er da ist“. Ebenso verhiehlt es sich mit der Fahrerei diesen Berg herauf. Sie konnten nicht anders als alles aus ihren Mashcinen zu holen. Weil die Kurven einfach da waren.
    Anschliessend an die Linkskurve folgte eine leicht geschwungene Gerade. Auf diesem Teilstück konnte Jimmy die Leistung seiner Maschine ausnutzen und gewann somit immer mehr Abstand zwischen sich und den beiden 750ern. Diese blieben zusammen. Keiner war in der Lage dem anderen wegzufahren. Eine völlig neue Erfahrung für Dirk. Bisher war er immer schneller! Während des Anbremsens der nächsten Rechtskurve überholte er Hans auf der linken Seite. Dieser bremste einige Meter früher, so konnte Dirk vor ihm in die Kurve stechen. Beim Umlegen in die Schräglage versicherte er sich nochmals, ob Hans auch genügend Platz hatte und gelassen hatte. Alles passte und er fuhr mit leicht schleifendem Endtopf und gleichbleibender Geschwindigkeit durch, um direkt anschliessend das Gas zuzudrehen. Diese Kurve kannte er von früheren Touren: Die zog sich ganz gemein zu, um dann nahtlos in eine Linkskurve überzugehen. Hier mußte man immer etwas langsamer fahren, da die Gefahr von Fahrzeugen auf der Fahrbahn bestand. Der hier befindliche Hof hatte Gebäude auf der linken sowie Rechten Straßenseite. Beide wussten das. Ausserdem waren sie unmittelbar hinter dem Rest der „Günther-Gruppe“. Jimmy hatte sie wohl vorher noch erwischt, jedenfalls sah man ihn gerade noch in der nächsten Rechts verschwinden. Die gesamte Gruppe machte Platz und liess die zwei passieren. Die folgende Passage war eine Aneinanderreihung von links-rechts-Kombinationen, die mit der Richtigen Geschwindigkeit fast ohne zu bremsen durchfahren werden konnten. Beide 750er fuhren gleich schnell durch alle Kurven und sahen Jimmy´s Heck gerade noch in der nächsten Linkskurve verschwinden.
    Das konnten sie vergessen, den würden sie erst wieder an der Eisdiele in Waldbröl sehen!

    Die nächste Links sowie eine engere Rechts waren schnell durchfahren. Kurz über eine Kuppe, den Wald durchfahren und dann in die Abfahrt nach Waldbröl hinein. Die andere Gruppe war aus den Spiegeln verschwunden. Hans war es nicht mehr möglich an Dirk vorbeizukommen. Gemeinsam passierten sie das Ortsschild nach Waldbröl. Dort wartete schon Jimmy, gemütlich mit den Ellbogen auf dem Tank abgestützt. „Wo bleibt ihr denn?“


    Witzbold…

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    Standard

    #22
    natürlich Sadismus - sorry

    Gruß

    Walter

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    Standard

    #23
    Zitat Zitat von dardo Beitrag anzeigen
    natürlich Sadismus - sorry

    Gruß

    Walter
    wann denn sonst? Im Sommer habe ich für sowas keine Zeit, da bin ich im Bergischen unterwegs.... ;-)

  4. Registriert seit
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    Standard schön geschrieben

    #24
    Markus, weiter so!

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    Standard ab nach Hause

    #25
    In Waldbröl hielten sie an der Tankstelle. Nicht nur die Fahrer brauchten Nahrung.
    Auch die drei Ducatis schrien nach Benzin.
    Den „Anderen“ erging es genauso. Sie hiehlten denn auch an den Zapfsäulen.
    Anschliessend kamen die Raucher zum Zug und es versammelte sich die ganze Truppe ein wenig abseits der Zapfsäulen. auch diese Sucht sollte befriedigt werden.

    Günni: „Ey, ihr Heizer. Dat war ja wieder ne Nummer. Wo kamt ihr überhaupt her? Ihr seid doch vor uns abgefahren?“

    Jimmy: „Kleiner Umweg. Is´ schöner als untenrum.“

    Es wurde Zeit die Anderen kennenzulernen. Schließlich wollte man am kommenden Wochenende gemeinsam in die Eifel.
    Jimmy stellte Dirk und Hans vor, während Günther seine Kollegen vorstellte. Da waren Michael, Rainer, Frank und Thomas. Günni kannten ja schon alle mit Namen. Alle kamen aus Wuppertal und deren bevorzugtes Terrain zum Motorradfahren war eigentlich die Eifel und das Sauerland. Daher kannte auch niemand die Wege, welche die drei Ducatis wählten.
    Die Motorräder der fünf waren eine bunte Mischung aus allen Gattungen der Spezies.
    Michael fuhr eine nagelneue BMW R100G/S, Rainer eine Yamaha TDM850, Frank eine Yamaha FJ 1200 und Günther, wie schon gesagt, eine Suzuki GSX, nagelneu, mit Wasserkühlung. Und wie das so bei Motorradfahrern ist, jeder hatte seine individuelle Ausbauvariante dieser Massenprodukte. Günther hatte alles angebaut was es im Zubehörkatalog zu kaufen gab. Mehrfarbige Felgen waren nur ein äusserliches Merkmal. An der GS von Michael waren Koffer und Taschen angebracht als wolle er für 3 Monate in Urlaub oder übers Wochenende zum Nordkapp. Einzig die TDM war annähernd in Orginalzustand, denn die FJ von Frank hatte auch Koffer montiert, und eine Gepäckrolle quer über die hintere Sitzbank geschnallt. Auf die Frage von Dirk ob er am Beginn oder am Ende einer Reise wäre, anwortete er: „Ich übe für den Urlaub. Will mal wissen wie die sich mit Gepäck verhält.“
    „Aha“ sagt Dirk und dachte sich seinen Teil. Er selber war eigenlich immer froh eine leichte Ducati zu fahren, ohne viel Gewicht. Er verzichtete auch auf unnötiges Gerödel wie z.B. einen Tankrucksack.

    Günther kam zu Dirk und schaute auf dessen Hinterreifen und zeigte auf die Gummiwülste am Rand: „Sach ma, wie kriegste dat denn hin? Da riffelt sich ja der ganze Gummi an der Seite auf!“ Dirk entgegnete: „Keine Ahnung, sind wohl zu weich fürs Bergische.“ Er dachte noch an die Senkrechte Fahrweise von Günther. Es war wirklich keine Zauberei ihn in einer Kurve aussen zu überholen. „Da braucht es aber nicht viel für. Ehrlich, an der Leistung des Moppeds liegts nicht. Die Reifen sind wirklich Butterweich. Aber die kleben....“


    Das Gespräch kam nochmals auf das kommende Wocheende. Michael kannte wenigstens die Deutsche Superbikemeisterschaft. Der Rest der Gruppe interessierte sich nur für die Weltmeisterschaft um Helmut Bradl und Luca Cadalora. Namen wie Edwin Weibel und Udo Mark waren ihnen nicht bekannt. Es wurde noch ein wenig gefachsimpelt. Alle waren Neugierig auf die Rennen. Besonders Michael und Rainer freuten sich, nach den Erzählungen von Dirk und Hans, auf die Battle of Twins. Michael hatte wohl schon von Fallert-BMWs gehört, die in dieser Serie ihr Unwesen trieben. Da dort auch der Motor seiner BMW zum Einsatz kam, war er sehr ungeduldig und löscherte die Drei mit allerlei Fragen. Auch die Yamaha-Fans Rainer und Frank würden auf ihre Kosten kommen, da auch Yamaha TR1 am Start waren. Exoten wie die Britten oder einige alte Nortons und Triumphs waren das Salz in der Suppe. Dirk machte mit seiner Schilderung des letztjährigen Starts der BoT alle heiss auf das Rennen; Die Tribüne hätte wie bei einem Erdbeben gedröhnt und gewackelt als die Guzzis, BMWs und Ducatis gestartet wären.


    Nach ein paar Zigarettenlängen verabschiedeten sich die drei Ducatisti vom Rest und fuhren weiter. Man würde sich sehen, spätestens in Burscheid an der Tankstelle.
    Die Fahrt ging wieder zügig weiter. Es war irgendwie seltsam mit diesen Ducatis. Gemütliches Cruisen war nicht ihr Ding. Sie wollten einfach bewegt werden, und am liebsten schnell und schräg.
    Der Weg führte die Drei über Wiehl nach Engelskirchen. Alle wollten unbedingt die Strecke nach Lindlar an der Mülldeponie vorbei fahren. Das war eine Rennstrecke die im Bergischen Ihresgleichen suchte. Ein Ortskundiger war hier nicht zu überholen. Einzig durch eine Senke hinter einem Industriegebiet hätte sich für Leistungsstarke Maschinen ein Vorteil ergeben. Alles andere waren Mutkurven. Man mußte einfach das Herz in die Hand nehmen und das Motorrad rollen lassen. Die Drei wußten das und fuhren entsprechend bis nach Lindlar. Da wurden auch schonmal Geschwindigkeiten jenseits der 160 km/h gefahren. Leichtsinnig? Ja, sicher, aber durch den guten Ausbau der Strecke relativ sicher.
    Jedenfalls verschwendete weder Hans noch Dirk einen Gedanken daran. Und Jimmy war auch eher Schmerzfrei in der Beziehung.

    Sein Ruf eilte ihm immer voraus. Er war bekannt in der Gegend für seinen kompromissslosen Fahrstil. Sein Ausflug in die SoS mit einer Gilera Saturno hingegen funktionierte gar nicht. Der Erfolg blieb aus und er beendete das Experiment nach nur einer Saison. Seine Welt war die Landstraße, mit den Platzverhältnissen auf Rennstrecken kam er nicht klar. Er träumte immer noch von einem Start bei der Tourist Trophy auf der Isle of Man. Das wäre sein Ding, erzählte er bei jeder Gelegenheit.

    Das könnte man Einschätzen, man hat Anhaltspunkte, und es zählt nur die Erfahrung, weniger die Motorleistung.


    In Lindlar angekommen verabscheidete man sich mit einem Winken und alle fuhren in ihre Richtung davon. Dirk nach Bechen, Jimmy in Richtung Wipperfürth , Hans nach Bergisch Gladbach.

  6. Registriert seit
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    Standard

    #26
    ja sehr schön - aber in der Senke am Industriegebiet - äh räusper hüstel - da habe ich eine "Gefahrenstelle" also eine stationäre Blitzanlage in Erinnerung - täusche ich mich da? Bitte sag, dass ich mich da täusche . . ..

    Freu` mich schon auf trockener eisfreie Straßen - bis die Tage . . . .

    Bitte weiter schreiben . . .

    Glück Auf Holger

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    Standard Zu spät....

    #27
    Ach Holger ... diese stationären Blitzer im Bergischen ... da hämmert der Mark... äähhh... ich meine natürlich den Dirk. Da hämmert der Dirk immer so durch, dass der Auslösemechanismus völlig überfordert nur Landschaftsfotos produziert. Die justieren diese Dinger ständig neu, weil sie an eine Fehlfunktion glauben. Nicht nur Lucky Luke ist schneller als sein eigener Schatten....
    Ich finde ... diese Herbrenngeschichten macht der Markus viel besser als ich


    Michael

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    Standard

    #28
    wie da ist ne Blitzkiste?? Naja, die war 92 aber noch nicht da!

    Ich finde ... diese Herbrenngeschichten macht der Markus viel besser als ich
    nana, das sehe ich etwas anders! Nur hast du besseres zu tun! Und das ist gut so! Weiter mit der Maistory....

  9. Registriert seit
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    Standard *schmunzel*

    #29
    Zitat Zitat von MacDubh Beitrag anzeigen
    wie da ist ne Blitzkiste?? Naja, die war 92 aber noch nicht da!.
    .....wie die Zeiten sich ändern können, es gibt Jahreszeiten, da schiessen die Dinger wie Pilze aus dem Boden, EIN Grund für meine Gleitsichtbrille .....

  10. Registriert seit
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    Standard

    #30
    ... nächste Woche beginnt für mich die Saison , wie sind denn so die Strassenverhältnisse dieser Tage im "Bergischen" ? Die Winterharten wissen doch bestimmt böscheid - oder ?


 
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