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Probefahrt: 2014er Indian Classic

Erstellt von fmantek, 14.03.2014, 17:50 Uhr · 11 Antworten · 1.607 Aufrufe

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    Standard Probefahrt: 2014er Indian Classic

    #1
    Ich war heute in Bergheim, um bei CM, einen Victory und Indian Händler, eine Indian Probefahrt zu unternehmen. Seit der Ankündigung hat mich diese Maschine gereizt, ich musste einfach mal spüren was Polaris aus der alten Markte gemacht hat.


    Das Wetter meinte es gut mit mir, kein Stau auf der A1 (yay) um Köln, war pünktlich um 10 Uhr zum Termin angekommen. Kurze Einweisung, 15 min später ging es auf dieser Maschine los:

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    Gut 90 PS, 140nNM bei 5300 u/Min und 370kg Gewicht mit vollem Tank. Der dickste Brummer den ich je bewegt habe.

    Also erstmal etwas hin und her geschoben, aufgesessen, balanciert. Fühlt sich gar nicht so schwer an. Cockpit ins Augenschein nehmen, und weinen.... Warum, warum fahre ich eine so hässliche, überladene Plastikgurke kommt mir spontan in den Sinn:

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    Man beachte den Ausgleichsbehälter... Und den Tacho. Wer den designed hat, hat mal mitgedacht.

    Ein wirklich nettes Feature ist das Keyless Driving. Bei Autos schon nett, im Motorrad Bereich denke ich der Trend für die Zukunft. Es ist so nett, wenn KEIN Schlüssel irgendwo rein muss, und nichts dauernd das billige Blech ums Schlüsselloch herum zerkratzt....

    Losfahren. Motor an. 1881 cubik Hubraum bewegen sich, blubbernd, kaum spürbar. Ersten Gang rein, das geht gut, Kupplung ist sehr genau, runterschalten klappt prima. Losfahren, butterweich, dann in den zweiten Gang.... in den zweiten Gang.... MANNNN in den ZWEITEN...

    Die Maschine stand wohl ne Zeit. Die ersten 10 Minuten, bis der Motor warm wurde, brauchte ich zum Hochschalten gehörige Kraft. Danach entspannte sich das, schalten wurde präzise und wenn auch nicht so butterweich wie bei meiner 2012er GS, so doch völlig in Ordnung. Halt mehr Kraft, aber kein Geschlage, Geschüttel oder irgendwelche Ungenauigkeit. Keine Ahnung ob dieses Kaltmotorverhalten typisch ist.

    Ich fuhr Richtung Eiffel. Die Maschine war schon eingefahren, es war 10:30, die Strassen waren ziemlich frei, wenn da was war, konnte man wunderbar überholen. Und, überholen kann diese Kiste erstaunlich gut. Kraftvoll, niemals nervend, immer den Eindruck erweckend da geht noch mehr. Als wenn der bullige Motor mir beruhigend zuflüstert: Mach dir mal keine Sorgen, Junge, gib einfach Gas... schalten kannst Du später.... Und wenn man dann im 3ten bei 110 hochschaltet, dann hört sich dieser Motor auch nicht mehr wie ein gutmütiger Riese an, sondern eher wie ein aggressiver Bergtroll.

    Schalten beim Beschleunigen (rauf oder runter) ist völlig flüssig. Keine Schaltschläge, kein Kardanruckeln (ist ja auch keiner....), situationen wo meine GS ein bisschen heulen oder bockeln würde, gehen hier sanft, ohne murren, eventuell grummelt der Motor ein bisschen. Ich denke ich war max mit 130-140 mal an einem LKW vorbei, Autobahn habe ich mir aufgrund der Temperatur geschenkt.

    Wendigkeit. Tja, vor gut 10 Tagen war ich mit einer Softtail Heritage unterwegs und meinte, Lenken dort wäre eher wie Hefeteig kneten im Verhältnis zu der GS. Das kann die Indian nicht bieten, die geht in die Kurven als hätte sie 150kg weniger auf der Waage. Der recht hohe Stand der Trittbretter und der sehr tiefe Schwerpunkt macht die Kiste unglaublich agil für so ein wuchtiges und schweres Gerät. Klar, es ist keine GS, aber Junge, Junge.

    Nun war ich ja von Bergheim Richtung Eiffel unterwegs, und wer die Gegend kennt, weiss, flach, wenig Kurven. Das kurvigste was es hier gibt, sind Kreisverkehre. Aber davon gibt es jede Menge. Mit 40-50 durch den Kreisverkehr durch ist überhaupt kein Problem, das mache ich mit der GS auch nicht fixer. Die Indian geht sehr leicht in die Kurven, lässt sich super beherrschen, man fühlt sich einfach sicher und sovereign.

    Bremsen: ähnlich wie die Softtail sehr Hinterrad betont. Aber, bei ein paar Probebremsungen, stabil und kräftig vom Eindruck her. Ich hatte nach der ersten Vollbremsung keine Angst mehr den Elefanten rechtzeitig zum stehen bringen zu können.

    Nach 70min musste ich die Kiste wieder abgeben. Was mir, für mich, gar nicht passt sind:

    - meine Beine sind zu lang (Hosenlänge 34inch). Da müsste man schon die Trittbretter nach vorne verlegen lassen
    - Der Sitz ist für mich schlechter als mein ECM Umbau. Auf der Indian stößt mich was am Steissbein, nach der Fahr war ich from wieder auf meiner GS zu sitzen.
    - Die Preispolitik. Die Maschine ist, finde ich, in Deutschland viel zu teuer.

    Zum einen kostet eine Classic, mit Windschild und schwarzen, NICHT FRANZEN, Zubehör Koffern 1500 Euro mehr, als die Vintage. Und die braunen Franzenkoffer hätte ich nur unter dem Einfluss früher gängiger, eher im illegalen Bereich angesiedelter, Freizeitdrogen gut gefunden.

    Zum zweiten kostet eine Classic in USA 19000 Dollar, hier 23.700 Euro. Das ist für nicht in Ordnung. Da ist bald billiger eine Indian aus USA zu importieren und durch den TÜV zu jagen, als hier eine zu kaufen.

    Aber, wenn einem das egal ist (mir nicht, ich fahre demnächst mal eine California Custom Probe, und dann ne Thunderbird) und der Hintern passt, dann ist die Indian das hochwertigste Moped das man in Serie kaufen kann. Die Verarbeitung, die Materialen, die Haptik, all das schreit ganz laut: "Unkaputtbar, und wir haben uns Mühe gegeben".

    Es hat Spass gemacht. Wenn die Maschine 16000 Euro kosten würde, wäre ich vielleicht bereit erstmal rumzubasteln um die Geometrie meinem Hintern anzupassen. Für, in meiner Ausstattung eher 26000 Euro, erwarte ich mehr. Auf der Softtail Heritage konnte ich, z.B., 12 Stunden fahren, ohne das mir was weh tut .

    Frank

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    #2
    Danke für den gut geschriebenen Bericht, interessant zu lesen. So ein großvolumiger V2 Motor hat schon was, jedoch find ich die Optik von dem Teil einfach nur grauenhaft. Aber Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters und jeder Jeck ist anders.

    Gruß
    Himmi

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    #3
    Aber früher waren die Indians irgendwie schöner. Und mir fehlt der Indianer am Tank...

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    #4
    Zitat Zitat von Huck Beitrag anzeigen
    Und mir fehlt der Indianer am Tank...
    Der sitzt doch eh am Kotflügel und das sogar beleuchtet

    Früher waren sie aber auch viel schwerer zu fahren

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    #5
    Sorry,
    aber wer für solch ein Eisenschwein 23.700 Euro hinlegt, der .... (wird schon wissen warum)!
    Ich finde die Teile einfach abstoßend. Dagegen wirkt ja jede Harley wie ein Superbike.

    Und das man als überzeugter GS Fahrer hier wirklich in Versuchung kommen kann, kann ich mir nur mit einsetzender Demenz oder anderen körperlichen Gebrechen erklären. Wobei die Gebrechen ja nicht wirklich körperlicher Art sein dürfen, wie wir dem TO aufgrund der Ergonomiekritik entnehmen dürfen. Pfui Teufel - geht mir weg mit diesem Pseudo- Retro - Look- Profitmachenwollen - Bike.
    Gruß
    Tobias

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    Standard Probefahrt: 2014er Indian Classic

    #6
    Frank, hast du schon mal eine Road Glide ins Auge gefasst? Da würden die Scheuklappenträger unserer Zunft sicherlich sofort "Augenkrebs" oder ähnlich armseliges Zeug schreien!
    Aber speziell, wenn du die Maschine im DeLuxe- Zustand ( hab grad das entsprechende harleykürzel für die besser verarrbeitete Serie vergessen) kaufst, bekommst du für viel Geld auch viel geboten

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    #7
    Zitat Zitat von blntaucher Beitrag anzeigen
    Und das man als überzeugter GS Fahrer hier wirklich in Versuchung kommen kann, kann ich mir nur mit einsetzender Demenz oder anderen körperlichen Gebrechen erklären. Wobei die Gebrechen ja nicht wirklich körperlicher Art sein dürfen, wie wir dem TO aufgrund der Ergonomiekritik entnehmen dürfen. Pfui Teufel - geht mir weg mit diesem Pseudo- Retro - Look- Profitmachenwollen - Bike.
    Gruß
    Tobias
    Naja, das dir die Maschine nicht gefällt ist ja Dein gutes Recht. Da die GS selber aber auch so mit das hässlichste auf 2 Rädern ist, das so rum rollt, ist der Gedanke an eine Indian gar nicht mal so abwegig. Desweiteren gilt ja, Geschmack ist verschieden.

    Und, was ist denn ein überzeugter GS Fahrer? Jemand der noch nie was anderes gefahren hat, und sagt die GS ist eh das beste, weil es steht doch in jeder (deutschen) Zeitung? Oder jemand, der viel verschiedenes gefahren ist, und die GS für den besten Kompromiss hält, aber trotzdem die Qualitäten an anderen Motorrädern sehen kann?

    Wie gesagt, jedem das seine. Ich kann z.B. mit der NineT nix anfangen

    Frank

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    #8
    Zitat Zitat von Nordlicht Beitrag anzeigen
    Frank, hast du schon mal eine Road Glide ins Auge gefasst? Da würden die Scheuklappenträger unserer Zunft sicherlich sofort "Augenkrebs" oder ähnlich armseliges Zeug schreien!
    Habe ich. muss ich mal Probefahren wenn ich wieder in USA bin, aber die Optik ist nicht so mein fall. Die RoadKing, die gefällt mir und die ist auch fast 10K billiger wie eine volle Indian.

    Frank

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    #9
    Hi Frank,
    vielen Dank für Deinen Fahrbericht. Und schön, dass Du einen offenen Blick für das 'Andere' hast. Es gibt halt nicht nur schwarz und weiss. Ich persönlich bin zwar davon überzeugt, dass mir meine 11er alles bietet, was ich von einem Motorrad erwarte und auch niGSs anderes haben möchte. Unabhängig davon finde ich aber schon seit geraumer Zeit, dass die dicken V2 aus Amiland schon durchaus ihren Reiz haben. Oder auch 'ne Guzzi. Leben und leben lassen...

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    #10
    Zitat Zitat von blntaucher Beitrag anzeigen
    Sorry,
    aber wer für solch ein Eisenschwein 23.700 Euro hinlegt, der .... (wird schon wissen warum)!
    Ich finde die Teile einfach abstoßend. Dagegen wirkt ja jede Harley wie ein Superbike.

    Und das man als überzeugter GS Fahrer hier wirklich in Versuchung kommen kann, kann ich mir nur mit einsetzender Demenz oder anderen körperlichen Gebrechen erklären. Wobei die Gebrechen ja nicht wirklich körperlicher Art sein dürfen, wie wir dem TO aufgrund der Ergonomiekritik entnehmen dürfen. Pfui Teufel - geht mir weg mit diesem Pseudo- Retro - Look- Profitmachenwollen - Bike.
    Gruß
    Tobias
    das G in GS steht in solchen Fällen dann vielleicht für Geriatrie...


 
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