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Probefahrt, Teil 2: Triumph Tiger Explorer

Erstellt von fmantek, 19.10.2012, 15:34 Uhr · 39 Antworten · 12.688 Aufrufe

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    Standard Probefahrt, Teil 2: Triumph Tiger Explorer

    #1
    Heute gings bei wunderschönem Wetter nach Bonn. Der Händler machte einen sehr netten und kompetenten Eindruck, ganz klar ein anderer Schlag als die Konkurrenz in Köln.

    Die schwarze Tiger Explorer war in 10 minuten abfahrbereit. Sitzposition ist gut, etwas höher vom Schwerpunkt als die Super Teuerere von gestern, aber ich fühle mich immer noch sehr gut aufgenommen. Auch die Tiger wiegt mit 259kg ein paar Pfunde mehr als die GS, aber wie bei der Tenere fällt das weder beim rangieren, noch beim schieben, auf. Und wenn der Tiger erstmal rollt...

    Die Schaltung ist noch besser als die Yamaha - beide Maschinen waren "neu" (12000km Yamaha, 2000km die Tiger), lag also kaum am Verschleiss. Super präzise. Dafür ist der Kardan nicht so vergebend - immer noch besser als die GS, aber nicht ganz unsichtbar. Blinker lag besser als bei Yamaha - da ich als BMW Fahrer da immer etwas brauche, fiel mit auf das es mir hier leichter fiel.

    Der Motor ist denke ich Geschmackssache. Bei geringen Drehzahlen ist der wie eine Nähmaschine, kaum zu hören. Geht man über 7000 faucht das Kätzchen sehr deutlich (mit Standard Auspuff). Durchzug ist konstant, und mit 35 im 6ten Gang gasgeben macht dem Moped gar nix. Das geht dann einfach nach vorne, kein Schüttlen, stottern...

    An sich sehr sympathisch. Man kann gemütlich durch die Stadt tuckern ohne wem auf den Keks zu gehen, und wenn man auf der Jagd ist, dann hört man das auch.

    Es ging durchs Siebengebirge und ein wenig Autobahn. Ich fühlte mich, von der 800er GS kommend, in Kurven sofort wohl, wohler als auf der Super Ten. Das wird wohl auch am höheren Schwerpunkt gelegen haben, ist meinem Gleichgewichtssinn wohl vertrauter. Ich bekam klar den Eindruck das die Maschine eher zum Kurvenjagen gedacht ist als die Super oder die GS, aber auf der anderen Seite keine 8k rpm braucht um glücklich zu sein.

    Auf der Bahn fehlte klar der grosse Windschild. Es gab zwar besseren Windschutz als auf meiner, aber im Verhältnis zum Cruisen mit der Yamaha fehlte hier was. Auch der Sitz (standard Sitzbank) gehört sofort in die Tonne. Es ist eigentlich arm wieviele Motorräder es gibt für die man direkt Aufpreise fürs Sitzen etc bezahlen muss.

    Fahrwerk und Motor sind einfach nur gut. Habe schon lange nicht mehr so gegrinst. Auf der Autobahn ging es kurz auf über 200, und alles fühlte sich immer nur sicher und gut reagierend an.

    Cockpit ist übersichtlich, zu viele Schalter am Lenker allerdings. Da muss man sich erstmal einarbeiten. Gut das es kein ESA gibt, sonst wär da noch mehr zum verwirren.

    Mein Gesamteindruck ist das die Tiger eine "Enduro" ist, so wie mein X5 mit Sportfahrwerk ein Jeep. Super Strassenmaschine mit der Möglichkeit auch mal durch den Matsch zu fahren, wenn in Italien am Pass eine Baustelle versumpft ist. Aber damit fährt man nicht in die Kiesgrube zum Spass haben. Um ehrlich zu sein gilt das sicher für die meisten Großenduros, gefühlsmässig würde ich mich mit der 1200er GS und der Super Ten eher durch den Wald wagen. Mal sehen ob die ADV gegen den Tiger ankommt.

    Positiv: Schaltung, Motor. Motor. Motor. Lange Service Intervalle (16.000km, alle 32.000 Ventile). Ganze Maschine wirkt sehr hochwertig. Klar mehr strassenorientiert. Scharfe Optik - mit gefällt die kantige Art. Es ist keine GS (hätte ich bei der Super tenere auch schreiben sollen) - das erleichtert das wiederfinden am Motorrad stop immens.

    Negativ: Standard Sitzbank ist fürn Arsch. Kleiner Tank. Klar mehr strassenorientiert (ich weis auch nicht was ich will...). Keine Langzeit Erfahrungen vorhanden.

    Frank

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    #2
    Hallo Frank, schöner Bericht.
    Bin sie auch vor einigen Wochen gefahren und teile deine Eindrücke bis auf die Kurvenfahrt, ich (von der Größe eher zu klein für mein Gewicht) hatte den Eindruck das sie nicht so willig in die Kurven zu bewegen ist..mag aber auch an den montierten Reifen gelegen haben. Ich hatte den Eindruck als wenn der Schwerpkt. doch um einiges höher liegt als bei der GS und sich damit beim von Hand rangieren nicht so handlich erweist (wibei man inder regel ja nach vorne fährt und das Moped nicht nur nach hinten rangiert.) als auch beim zügigen Einlenken in flotter Kurvenfahrt. ..Ansonsten ist der Motor und die Antriebsabstimmung genial..
    Gruß
    Dirk

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    #3
    Moin Frank,

    richtige Langzeiterfahrungen gibt es für die Explorer noch nicht, ist ja auch noch zu neu, aber 10000 Km haben schon welche runter. Näheres findest du in www.tigerhome.de in der Explorer-Rubrik.

    Bei der Probefahrt hat mich auch der Kardan, das Fahrwerk und der Motor begeistert. Die EX ist klar straßenorientiert wie die GS mit Gußfelgen, aber auf der Straße ist die EX nicht zu verachten. Das einzige Problem ist, man ist ständig zu schnell weil der Motor immer zieht.

    Schöne Grüße
    Jens

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    #4
    Zitat Zitat von fmantek Beitrag anzeigen
    Ich bekam klar den Eindruck das die Maschine eher zum Kurvenjagen gedacht ist als die Super oder die GS,
    So sehr ich dir bei einigen anderen Beobachtung zustimme, aber diesen o.g. Eindruck wirst du wohl weitgehend singulär haben.

    Grüße
    Steffen

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    #5
    Hallo Leute,
    bin die Explorer bei der Neuerscheinung im Frühjahr mal Probe gefahren. Was sofort ich angenehm fand war der die schmale "Tallie" und der offenere Kniewinkel. Auf der Straße war Sie gegen meine 06-er GSA richtig sportlich- drehfeudiger Motor und straffes, direktes Fahrwerk. Beim richtigen Angasen regelte allerdings ständig und ziemlich grob die Traktionskontrolle- sowie das Vorderrad leicht wurde. Später erfuhr ich das die Traktionskontrolle auf der stärksten Stufe eingestellt war. So schnell konnte ich mich in der kurzen Zeit nicht durch die Menüs arbeiten. Offroad (Sandwege) machte sich der ziemlich hohe Schwerpunkt und der "nervöse" Motor bemerkbar. Was mich am stärksten störte war die ständig auslösende Traktionskontrolle wodurch die Fuhre instabil wurde, lies sich aber abschalten wenn man weiß wie... Das ABS arbeitete wie bei meiner GSA sehr feinfühlig. Kleiner Tip: Moped immer mit Killschalter ausmachen, sonst gehen alle Fahrhilfen auf die sicherste Einstellung zurück. Insgesamt ein gutes Bike, nur der Tank müßte bißchen größer sein...

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    #6
    Zitat Zitat von Spark Beitrag anzeigen
    e Kurvenfahrt, ich (von der Größe eher zu klein für mein Gewicht) hatte den Eindruck das sie nicht so willig in die Kurven zu bewegen ist..mag aber auch an den montierten Reifen gelegen haben.
    Es muss nichtmal der Reifen sein. Wenn Du wirklich übergewichtig bist (so wie ich) wird sich jeder Reifen vom Händler aufgepumpt Scheixxe anfühlen.
    Der Reifendruck ist nach Werksangaben eingestellt (Fahrer inkl. Ausrüstung 75kg) und kann so deutlich vom für Dich optimalen abweichen. Dann fühlt sich auch der beste Reifen in der Kurve an wie ein Sack Nüsse.

  7. GSATraveler Gast

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    #7
    Frank, vielleicht solltest Du auch noch kurz etwas zu Dir sagen, damit man den Bericht etwas besser einordnen kann: Z.B. Wie lange fahrst Du schon, wie viele km/Jahr, welche Räder hattest Du, Fahrstil, etc.

    Wer von der 8er GS kommt, erlebt die schwereren Fahrzeuge und grösseren Motoren schon mal ganz anders, als jemand der die aktuelle 12er GS schon ein paar 10t km bewegt hat (Deine Kurven-Aussage über die 12er GS spricht für sich).
    Gruss Rolf.

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    #8
    Zitat Zitat von Technikfan Beitrag anzeigen
    Die EX ist klar straßenorientiert wie die GS mit Gußfelgen, aber auf der Straße ist die EX nicht zu verachten. Das einzige Problem ist, man ist ständig zu schnell weil der Motor immer zieht.
    Was haben die Felgen denn damit zu tun, ob eine Enduro fürs Gelände geeignet oder nicht geeignet ist? Ist mir nicht so ganz klar, Wir sind hier nicht in Afrika! Musst Du mir mal unbedingt erklären! Übrigens habe ich das zu schnell sein mit der GS genauso!

    Gruß,
    maxquer

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    #9
    Zitat Zitat von GSATraveler Beitrag anzeigen
    Frank, vielleicht solltest Du auch noch kurz etwas zu Dir sagen, damit man den Bericht etwas besser einordnen kann: Z.B. Wie lange fahrst Du schon, wie viele km/Jahr, welche Räder hattest Du, Fahrstil, etc.

    Wer von der 8er GS kommt, erlebt die schwereren Fahrzeuge und grösseren Motoren schon mal ganz anders, als jemand der die aktuelle 12er GS schon ein paar 10t km bewegt hat (Deine Kurven-Aussage über die 12er GS spricht für sich).
    Gruss Rolf.
    Ich sage ja nicht das die 12er eine schlechte Kurvenmaschine ist, das wäre ja Blödsinn. Ich sage, das ich mich auf der Triumph, nach der F800GS sofort in Kurven wohl gefuehlt habe, wohler als auf den beiden anderen. Es gibt auch genug Testberichte die belegen das die Triumph ohne weiteres eine sehr gute Kurvenmaschine ist. Ob, nach ein paar tausend Kilometern, ich besser auf der Triumph oder der 12er um die Ecke fege, ist mir im Moment nicht klar. Und auch nicht so wichtig, ich denke auf beiden bist Du zufrieden.

    Die 12er GS bin ich im Juni gut 1500km durch New York State gefahren, allerdings eine 2009er mit gut 100.000km (Leihmaschine) auf dem Buckel.

    Dieses Jahr bin ich selber gut 15000km gefahren bis jetzt. Fahren tue ich seit 30 Jahren, allerdings mit einer 20jaehrigen Pause dazwischen (Unfall der mich verschreckt hat). Angefangen wieder im April diesen Jahres auf der F800GS.

    Fahrstil: ich bin kein Raser oder Kurvenhetzer. Ich geniesse mehr das dahingleiten, habe selten die rasten am Boden. Hab nen durschnitt von 58km auf dem BC mit 4.6l verbrauch (viel fuer die 800er, aber ich bin ja auch gross und schwer).

    Ist mir schon klar das alle Fahreindruecke individuell sind - ich will auch im Leben nicht behaupten das meine qualitativ was wert sind. Es ist halt nur ein Eindruck mehr fuer jemanden wie mich, der im Moment nach einer neuen Maschine sucht und eventuell Fahrberichte liest.

    Nächste Woche schaue ich mir noch die Moto Guzzi und dann die ADV an (eventuell auch noch eine neue GS damit ich das Gerappele der Leihmaschine verdränge...). Auf die neue LC will ich glaube ich nicht warten - BMW baut gute Maschinen wenn sie die mal ein paar Jahre draussen haben, aber ihren ersten Run würde ich nicht anfassen. Nicht bei > 15000 km pro Jahr.

    Frank

  10. Registriert seit
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    #10
    Zitat Zitat von fmantek Beitrag anzeigen
    I



    Fahrstil: ich bin kein Raser oder Kurvenhetzer. Ich geniesse mehr das dahingleiten, habe selten die rasten am Boden. Hab nen durschnitt von 58km auf dem BC mit 4.6l verbrauch (viel fuer die 800er, aber ich bin ja auch gross und schwer).
    Meinste nicht, dass die Karren aus Milwaukee eher was für dich sind?

    Gruß,
    maxquer


 
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