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Stehend fahren?

Erstellt von SA Moose, 25.04.2014, 09:29 Uhr · 133 Antworten · 13.653 Aufrufe

  1. TomTom-Biker Gast

    Standard

    #61
    Deswegen schrieb ich ja weiter vorne:

    "führt zur Einsicht, daß man, ohne das tagtäglich zu üben, besser lassen sollte"

    Man muß schon zwischen Könnern und solchen die glauben es zu können unterscheiden.

    Das gezielte und effektive Ausweichen, nicht nur der kurze Schlenker, bei gleichzeitiger Beobachtung der Verkehrslage und Beherrschung der Maschine, ist um einiges schwieriger als das effektive Abbremsen vor einem Hindernis. Bis zu einer gewissen Geschwindigkeit oder besser gesagt auf kurzer Distanz, nämlich die, die ich auch zum Bremsen innerorts bräuchte. Das Bremsen muß man allerdings auch lernen, was insbesondere mit wirkungsvollem ABS recht schnell zu bewerkstelligen ist.

    Sicherheitstrainings beim ADAC beinhalten das Ausweichmanöver und die Gefahrenbremsung als wesentliche Übungsbestandteile. Bei jedem dieser Übungen -einschließlich Perfektionstraining hab ich sie alle durch; Zeit mal wieder einen neuen Kurs zu belegen- scheitern die meisten Fahrer, mich eingeschlossen, einen ausreichenden großen Bogen um das Hindernis zu fahren. Meistens sind das Schlenker statt eines raumgewinnenden Hakens, so wie mit den Rädern um den Kanaldeckel rum. Schwierig wird es dann, wenn vorher abgebremst und anschließend ausgewichen werden soll, wobei die Richtung kurz vorher vom Instruktor per Handzeichen vorgegeben wird. Um das im Schlaf hinzukriegen muß man viel üben.

    Das Abbremsen klappt nach etwas üben hingegen bei den meisten einwandfrei. Und bis zu einer Geschwindigkeit von etwa 50 km/h steht das Motorrad auch schon nach ca. 10 m. Bei 30 km/h sind es vielleicht 1 1/2 - 2 Fahrzeuglängen. Interessant auch der Versuch mit 70 km/h ++ (was man sich halt zutraut) im Perfektionstraining. Hier wird deutlich wie sich der Bremsweg gegenüber beispielsweise 50 km/h deutlich verlängert. Das sollte sich jeder mal klar machen, der gerne mit 70 durch Ortschaften fährt. Kritisch sind nicht das evtl. zu zahlende Verwanungsgeld, sondern die noch vorhandene Restggeschwindigkeit mit der man ggf. auf das Hindernis aufprallt, bei dem man u. U. mit 50 km/h noch vorher zum Stehen gekommen wäre.

    Klar, 1/2 m x v2 kennt jeder oder fast jeder, es aber selbst zu erleben ist halt schon was anderes. Und wer macht tatsächlich schon mal freiwillig eine Gefahrenbremsung aus höheren Geschwindigkeiten heraus. Bei diesen höheren Geschwindigkeiten mit Bremswegen von 25 m, 50 m oder mehr da macht dann ist ggf. das Ausweichen dann auch tatsächlich die bessere Lösung.

    Gruß Thomas

  2. Registriert seit
    26.02.2011
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    #62
    10265636_322102584605589_1750759469507688916_o.jpg Manchmal gehts aber nicht anders

  3. Registriert seit
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    Beiträge
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    Standard

    #63
    Zitat Zitat von Q_Treiber_Josef Beitrag anzeigen
    Ich wage mal zu behaupten:
    In jedem Fall geht er über den Lenker nach vorne, weil so gut wie alle modernen Bremsen "ankern", das kann kein Fahrer stemmen.

    Schaut euch mal das Dreieck Fussrasten - Lenker - Oberkörper an, das steht ja fast in einer
    senkrechten Linie, von wo soll da genügend Gegendruck zur Bremsleistung kommen ?

    Anhang 127101

    Josef
    danke für das Bild, genau das ist der Unterschied zwischen einer GS-Fahrer Architektur und der auf einem Sportmotorrad, z.B. Enduro oder MotoX, bei dem im Stehen eine ganz andere Statik gegeben ist und man tatsächlich sehr starke Bremsungen auch im Stehen gut durchführen kann, wie ich es bereits gestern geschrieben habe.

    Ich glaube, einiuge der Theoretisierer hier sollten einfach mal wirklich die Probe aufs Exempel machen, Ihr werdet staunen, wie weit das von dem abweicht, was Ihr hier schreibt

  4. Registriert seit
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    5.262

    Standard Stehend fahren?

    #64
    Jepp, wer derart vorgebeugt im stehen fährt, macht es in sinne von Verkehrssicherheit einfach falsch. Oder weiss zumindest, dass er in diesem Moment fast handlungsunfähig ist und gibt seeeehr stark acht. So fährt man evtl. eine Schotterrampe hoch. Oder stemmt sich bei 140 gegen den Wind.
    Noch ein detail: wer planmässig länger stehend fährt, hat meist lockere spiegel zum schnellen Verstellen- oder ein zweites Paar montiert. Gern aus dem Velozubehör.

  5. Registriert seit
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    #65
    Hi
    Es ist also sozusagen unverantwortlich wenn man nach Mitternacht, über 500Km, stehend auf dem Hinterrad Stoppies macht und hinter jedem Auto Kinder hervorspringen.
    Mein Gott, die Frage war ob man in DE mal im Stehen fahren kann oder das strafbar ist.
    Natürlich wird es ein Thema sein falls gerade , wenn man im Stehen die am A... pappende Kombi zurechtzupft ein Unfall geschieht.
    Definitiv ist es bei uns nicht verboten sondern wird eben "erschwerend" betrachtet falls etwas passiert. Wo ist der Unterschied dazu wenn ich gerade mal nach hinten sehe um zu erkennen ob mein Spezl noch hinter mir ist, auf's Navi schaue oder darüber sinniere ob das RDC Recht hat wenn es einen um 0,1 bar gesunkenen Druck anzeigt?
    Wer macht denn eine Vollbremsung im Stehen? Ohne über den Begriff "vorausschauendes Fahren" diskutieren zu wollen, leite ich die Vollbremsung bestenfalls im Stehen ein. Gleichzeitig bringt die Erdbeschleunigung meinen Hintern nach unten (weil ich mich fallen lasse).
    Doch das ist eine deutsche Diskussion.
    Der deutsche Poli schliesst eben daraus, dass im Auto keine Warnweste ist, dass auch bei tatsächlichem Bedarf keine vorhanden sei.
    Der italienische Carabiniere schliesst nicht, sondern er stellt fest ob bei Bedarf eine Weste vorhanden ist oder eben nicht.
    Wir fahren auf eine übersichtliche Kreuzung zu und sehen, dass ein von links Kommender uns rammen wird. Kann aber gar nicht sein, weil wir schliesslich Vorfahrt haben! Peng! Mit 5 Brüchen im Krankenhaus sagen wir dann noch "aber ich hatte doch Vorfahrt!".
    Und deshalb springen vor einem Weitsichtigen der nachts um 2400 aufsteht um sein Navi ablesen zu können auch immer Kinder (von einem Baum aus) vor's Mopped und schreien "ätsch, nach oben hast Du nicht geschaut!".
    Lasst doch die Kirche im Dorf!
    gerd

  6. Registriert seit
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    #66
    Gerd,

    Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Immer wieder interessant, wie sich ein Fred vom eigentlichen Thema wegentwickelt...

    Und wenn ich das hier so lese traue ich mich ja schon gar nicht mehr zu schreiben, wie ich das so mit stehen auffe Straße und sitzen im Gelände handhabe...

  7. Registriert seit
    17.07.2013
    Beiträge
    441

    Standard

    #67
    Hi Gerd,
    auf den Punkt gebracht! Danke.

    #allgemein:
    Ich bin trotzdem der Meinung, dass im Straßenverkehr stehend zu fahren eigentlich nichts verloren hat. Wenn ich lange Touren fahre, dann mache ich spätestens nach 11/2 bis 2 Stunden Pause: zum Pinkeln (nicht nur für die Damen, auch die Herren müssen..), falls jemand eine rauchen möchte, und dann ja sowieso auch noch die Tankstopps. Immer gemeinsam, nie einzeln.
    Da ist Zeit genug, die Muskeln wieder zu lockern, die Knochen zu strecken, oder was auch immer. Und wenn jemand zwischendrin das Bedürfnis hat, dann wird angehalten. An sicherer Stelle. So ist das meiner Meinung nach einfach sicherer.

    Aber wie oben gesagt: wenn trotzdem jemand das Bedürfnis hat, während der Fahrt kurz aufzustehen, dann ist das SEINE Entscheidung. Ich persönlich finde es nicht nötig; würde immer anhalten, wenn ich spüre, dass mich was von meiner Konzentration ablenkt. Aber jeder soll das so machen, wie er / sie es verantworten kann.

    Viele Grüße
    Klaus

  8. Registriert seit
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    #68
    Eine Vollbremsung im stehen bis zum Eingreifen des ABS zu machen hört sich schwieriger an als es ist. Das ist durchaus machbar. Die Gefahr eines freilaufenden Kindes auf der Landstrasse ist doch eher Gering, da kommt eher Wild in Frage. Also reden wir hier über Geschwindigkeiten von 30-60 Km/h wie sie innerorts üblich sind. Ausweichen im stehen geht deutlich schneller als sitzend, denn stehend kann man das Moped erheblich schneller drücken. Voraussetzung ist natürlich das die Fussrasten die richtige Standfläche bieten, der Schalthebel und Bremshebel der stehenden Fußhaltung entsprechen und die Gas und Kupplungsarmatur entsprechend eingestellt sind. Zu guter letzt sollte der Fahrer auch mit dem stehend Fahren vertraut sein und es beherrschen. Wenn man es beherrscht ist man stehend sicher und bequem unterwegs. (Leute die Enduro auch im Gelände fahren wissen dies, das geht im sitzen einfach nur daneben) Ich fahre häufiger im stehen und sobald ich OR fahre sowieso ausschließlich. Auf der Strasse mal einpaar Kilometer im stehen zu verbringen entspannt den Körper sehr schön, spricht also nix dagegen.

    Der Fahrer auf dem Bild ist wahrscheinlich ziemlich zügig unterwegs, denn er läßt sich vom Fahrtwind tragen, taucht in dieser Körperhaltung und bei der Geschwindigkeit ein Hindernis auf ist der Keks für ihn gegessen, das wird scheppern.

    Ob ein Ausweichmanöver überhaupt klappt hängt von der Geschwindigkeit, da kommt es aussschliesslich auf den Abstand zu dem Hindernis an. Hier mal die Reaktionswege, das ist nur der Weg der gefahren wird bevor überhaupt ein Ausweichmanöver eingeleitet werden kann!! Von der Wahrnehmung bist bis Beginn Ausweichmanöver. Eine LKW Länge ist mit 18m ziemlich lang, reicht aber nicht um bei 60 Km/h auszuweichen.

    Geschwindigkeit (km/h) Reaktionsweg (m)
    20 km/h 6 Meter
    40 km/h 12 Meter
    60 km/h 18 Meter
    80 km/h 24 Meter
    100 km/h 30 Meter
    120 km/h 36 Meter
    140 km/h 42 Meter
    160 km/h 48 Meter
    180 km/h 54 Meter
    200 km/h 60 Meter
    220 km/h 66 Meter
    240 km/h 72 Meter
    260 km/h 78 Meter



    Zitat Zitat von uniqueAndreas Beitrag anzeigen
    Gerade in einer Ortschaft könnte ein Kind auf die Straße springen. Da möchte ich dich sehen, wie Du im Stehen eine Vollbremsung machst.

    LG Andy
    Zitat Zitat von Q_Treiber_Josef Beitrag anzeigen
    Ich wage mal zu behaupten:
    In jedem Fall geht er über den Lenker nach vorne, weil so gut wie alle modernen Bremsen "ankern", das kann kein Fahrer stemmen.

    Schaut euch mal das Dreieck Fussrasten - Lenker - Oberkörper an, das steht ja fast in einer
    senkrechten Linie, von wo soll da genügend Gegendruck zur Bremsleistung kommen ?

    Anhang 127101

    Josef

  9. Registriert seit
    17.08.2011
    Beiträge
    1.766

    Standard

    #69
    Irgendeiner hats doch geschrieben,natürlich steht man auf einer GS von Zeit zu Zeit auf,vor allem in der Stadt!Vermittelt irgendwie das Dakar Feeling!Bei einem Gebückten nennt sich das "Hangoff" im Kreisverkehr.

  10. TomTom-Biker Gast

    Standard

    #70
    Ja, warum auch nicht. Kann ja jeder handhaben wie er es möchte und wie sich dabei fühlt. Den Negativtouch, so wie der beim Hangoff im Kreisverkehr, bekommt es möglicherweise nur durch die Projektion der negativ vorbesetzten Gedanken derer, die es beobachten oder auch nur hören.

    Es gibt ja auch Menschen, die 17Zoll-Räder auf eine Reiseenduro machen, sich Sitzbänke mit Nähten in Fahrzeugfarbe kaufen, Felgenringe aufkleben und Reifenbezeichnung mit Reifenfarbe anmalen. Leute bei denen das Telefon im Navi wichtiger ist als ein funktionierendes ABS und auch solche die vollausgestattet mit Endurobereifung und Cross-Stiefeln zum nächsten Biker-Treff fahren.

    Also warum nicht auch der Hangoff im Kreisverkehr wenn jemand dabei übt oder es im auch einfach nur Spaß macht.

    Gruß Thomas


 
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