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Tödliche Ölflaschen-Anschläge im Allgäu

Erstellt von Wolfgang, 18.04.2011, 06:42 Uhr · 444 Antworten · 63.185 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard Man muss mit Allem rechnen...

    Dieser schlimme Unfalll und alle die anderen Geschichten zeigen doch eigentlich nur, daß wir als Motorradfahrer zu jeder Zeit mit allem - auch dem Unerdenklichen - rechnen müssen. Das sollten wir uns vielleicht beim Fahren öfter mal wieder bewußt machen.

    Wie beispielsweise das Öl an dieser oder jeder anderen Stelle auf die Straße kommt, spielt doch in dem Augenblick eine untergeordnete Rolle.

    Fakt ist auch, daß jeder Moppedfahrer für sich das Risiko reduzieren kann. Klar - ein Rest bleibt immer.

    Was hier in diesem konkreten Fall alles zusammengespielt hat, wissen wir nicht, denn wir waren nicht dabei. Schlimm ist der Ausgang, der einer Familie den Vater genommen hat. Noch schlimmer ist, daß hier jemand vorsätzlich Öl ausgebracht hat. Und dafür fehlt bei mir jedes Verständnis !

  2. Registriert seit
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    Standard

    Hallo Wolfgang,

    du hast es deutlich diplomatischer zusammengefasst als mir die gelungen ist, Danke für deinen Beitrag.

  3. LGW Gast

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    Meiner Meinung nach ist dies eines der Risiken, die man nicht durch angepasste Fahrweise reduzieren kann. Eine solche öllache ist praktisch nicht zu sehen, und wollte man so fahren das man auf keiner versteckten Öllache mehr wegrutschen kann, müsste man zuhause bleiben.

    Langsam gefahren können die Auswirkungen geringer sein, aber Gegenverkehr heißt Exitus, außer man hat wirklich Schwein (beides kürzlich hier im Forum durchgehechelt).

    Aufgrund der vorliegenden Faktenlage über eine Mitschuld des Fahrers zu diskutieren finde ich so infam wie Richter, die eine "Grundgefahr" im Motorradfahren sehen und deswegen bspw. Schmerzensgeld reduzieren.

    Der Kollege hatte null Chance. Ich fahre echt vorsichtig, aber sowas auf meinem Arbeitsweg, ich hätte auch keine Chance.

    Hört bitte auf am Fahrer rumzukrisseln. In fast jeder anderen Situation sehe ich das auch so, aber das hier fällt unter höhere Gewalt.

  4. Registriert seit
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    Zitat Zitat von Schumpatreiber Beitrag anzeigen
    Hi Christian,

    ich schätze normalerweise deine sachlichen Beiträge sehr. Wie gesagt, normalerweise...

    "...sondern weil er völlig machtlos frontal in den Gegenverkehr geschlittert ist."
    Hallo Namensvetter,

    du brauchst dich nicht zu rechtfertigen, nur weil du mich kritisierst.

    Es war Tag, es war schönes Wetter usw. Auf dem Bild hier:
    http://www.sueddeutsche.de/bayern/na...spur-1.1157997

    (groß klicken, dann sieht man es besser) ist allerdings zu erkennen, dass die Fahrbahn im Unfallbereich schlecht ist, zudem werfen Bäume einen Schatten. Das erschwert natürlich die Erkennbarkeit, keine Frage. Aber in einem kannst du ganz sicher sein. Stürzt du hier auf einem Ölfleck, ganz gleich ob der vorsätzlich oder sonst wie da hinterlassen wurde und reist mit deinem Motorrad einen entgegenkommenden Radfahrer mit, wirst du wegen fahrlässiger Körperverletzung oder Tötung bestraft, Grund:

    Verstoß gegen das Sichtfahrgebot, § 3 I 4 StVO

    Anderes Beispiel: Du überholst bei Nacht auf der Landstraße und fährst einen entgegenkommenden Rollerfahrer um, der ohne Licht fährt. Du handelst fahrlässig, weil du nur überholen darfst, wenn sichergestellt ist, dass niemand gefährdet wird. Sogar mit unbeleuchteten Rollerfahrern muss man rechnen, ernsthaft, so hoch sind die Anforderungen der Rechtssprechung an den "perfekten Fahrer", der nichts dafür kann. Man kann nun darüber streiten, ob das richtig ist, aber es ist so.

    Übergang von Licht zu Schatten, rein in den dunklen Wald oder in einen kurze Waldschneise ist immer ein Risikopunkt. Klar bin ich da auch schon durchgezogen oder war mit den Gedanken trotz eines nicht perfekt übersehbaren Straßenabschnitts woanders, ich versuche aber immer mehr, so aufmerksam wie möglich zu fahren.

    Helfen kann ich den Betroffenen nicht, aber ich kann für mich eine nochmals gesteigerte Aufmerksamkeit für die nächsten Fahrten mitnehmen. Der Spaß am Fahren wird mir dadurch nicht verdorben. Und sofern die Diskussion in den Foren vielleicht bei einem dazu führt, dass er an einer vergleichbaren Stelle aufmerksam genug war, hat sich die Schreiberei gelohnt.

  5. Registriert seit
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    81

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    Zitat Zitat von Christian S Beitrag anzeigen
    Hallo Namensvetter,

    du brauchst dich nicht zu rechtfertigen, nur weil du mich kritisierst.
    Hi Namensvetter und quasi Exnachbar von der anderen Illerseite,

    ich wollte nur den richtigen Ton treffen.

    Deine Ausführungen zum Sichtfahrgebot nehme ich so zur Kenntnis. Diese geben mir natürlich auch zu denken. Als Betroffener, der nachts den unbeleuchteten Radler umfährt oder auf einer fremdverursachten Öllache ausrutscht, würde ich allerdings schon versuchen, die Schuldfrage weiterzugeben oder zu quoteln. Oder ist man da chancenlos?

  6. Registriert seit
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    Zitat Zitat von Schumpatreiber Beitrag anzeigen
    Hi Namensvetter und quasi Exnachbar von der anderen Illerseite,

    ich wollte nur den richtigen Ton treffen.

    Deine Ausführungen zum Sichtfahrgebot nehme ich so zur Kenntnis. Diese geben mir natürlich auch zu denken. Als Betroffener, der nachts den unbeleuchteten Radler umfährt oder auf einer fremdverursachten Öllache ausrutscht, würde ich allerdings schon versuchen, die Schuldfrage weiterzugeben oder zu quoteln. Oder ist man da chancenlos?
    Hallo,

    man muss 2 Dinge trennen.

    Zivilrechtlich kann bei einer Haftungsabwägung durchaus herauskommen, dass das Verschulden des lichtlos Radelnden das (minimale) Verschulden des anderen so weit überwiegt, dass der Radler (oder Mopedfahrer) alleine schuld ist.

    Strafrechtlich ist das Verhalten des anderen jedoch nicht sonderlich relevant. Völlig unverschuldet hinfallen ist bei Beachtung des Sichtfahrgebotes schwer denkbar. Ein ganz klein bißchen fahrlässig ist eben auch schon fahrlässig und somit strafbar.

    Lies mal zum unbeleuchteten Leichtkraftrad hier:
    http://juris.bundesgerichtshof.de/cg...24&pos=0&anz=1

  7. Registriert seit
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    Standard

    Zitat Zitat von Christian S Beitrag anzeigen
    Völlig unverschuldet hinfallen ist bei Beachtung des Sichtfahrgebotes schwer denkbar. Ein ganz klein bißchen fahrlässig ist eben auch schon fahrlässig und somit strafbar.
    Schwierig. In endgültiger Konsequenz würde das auf ein Verbot zweirädriger Fahrzeuge hinauslaufen. Ich bin neulich bei Regen und harmloser Geschwindigkeit abgeflogen. Die Tatsache, dass die Straße an der Stelle glitschig sein würde, war einfach mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Wir haben die Stelle auch nur deshalb identifizieren können, weil danach die Schleifspur des Zylinderkopfdeckels begann, man also davon ausgehen konnte, dass das Vorderrad kurz vorher weggerutscht sein muss. Das war zu spüren (mit dem Stiefel auf der Straße gerutscht), aber nicht zu sehen. Nicht aus 100 Meter, nicht aus 20 Meter, nicht aus 3 Meter.

    Es gibt ein paar Gummiparagraphen in der StVO, mit denen man im Prinzip jeden Kfz-Fahrer ins Unrecht setzen kann, und deine Erwähnung des Sichtfahrgebotes gehört dazu. IMHO sind glitschige Stellen auf der Straße damit auch nicht zu packen, denn zum sachgerechten Motorradfahren gehört es, dass man seinen Blick weit voraus richtet und nicht die ganze Zeit zwei Meter vors Vorderrad guckt. Viele glitschige Stellen sind aus 50 Meter Entfernung aber nicht zu erkennen.

  8. Registriert seit
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    Zitat Zitat von sampleman Beitrag anzeigen
    Schwierig. In endgültiger Konsequenz würde das auf ein Verbot zweirädriger Fahrzeuge hinauslaufen. Ich bin neulich bei Regen und harmloser Geschwindigkeit abgeflogen. Die Tatsache, dass die Straße an der Stelle glitschig sein würde, war einfach mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Wir haben die Stelle auch nur deshalb identifizieren können, weil danach die Schleifspur des Zylinderkopfdeckels begann, man also davon ausgehen konnte, dass das Vorderrad kurz vorher weggerutscht sein muss. Das war zu spüren (mit dem Stiefel auf der Straße gerutscht), aber nicht zu sehen. Nicht aus 100 Meter, nicht aus 20 Meter, nicht aus 3 Meter.

    Es gibt ein paar Gummiparagraphen in der StVO, mit denen man im Prinzip jeden Kfz-Fahrer ins Unrecht setzen kann, und deine Erwähnung des Sichtfahrgebotes gehört dazu. IMHO sind glitschige Stellen auf der Straße damit auch nicht zu packen, denn zum sachgerechten Motorradfahren gehört es, dass man seinen Blick weit voraus richtet und nicht die ganze Zeit zwei Meter vors Vorderrad guckt. Viele glitschige Stellen sind aus 50 Meter Entfernung aber nicht zu erkennen.
    Hallo,

    ohne jede Erkennbarkeit wohl auch kein strafrechtlicher Vorwurf, da keine Fahrlässigkeit. Soweit ist das Bild von der Unfallstelle sehe (verlinkt in einem anderen Beitrag) sind da schon größere dunkle Flecken zu erkennen.

    Mit einem Verbot zweirädriger Fahrzeuge hat das nichts zu tun. Ich habe auch immer wieder Autofahrer bei mir im Büro zu tun, die mir erklären, dass sie bei Glatteis nichts dafür konnten, als es schepperte. Ich sage dann immer:
    "Dann hätten aber alle anderen an der Stelle auch verunfallen müssen", was natürlich nie der Fall ist.

    Ich nenne das Restrisiko:
    Zivilrechtlich zahlt die Versicherung
    Strafrechtlich ist denkbar, dass etwas hängenbleibt, aber natürlich immer nur im unteresten Bereich, wenn man ganz wenig dafür kann. Der Fall den ich z.B. mal mit einem entgegenkommenden Rollerfahrer ohne Licht hatte, ging mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen aus (= nicht vorbestraft als Ersttäter).
    Moralisch - die Sache mit dem eigenen Gewissen: Das ist das größte Probleme, siehe Zugführer, die einen Selbstmörder überrollen. Die können gar nichts dafür, fühlen sich aber doch verantwortlich mit oft weitreichenden Folgen bis hin zur Berufsunfähigkeit.

    Sehe es mal andersrum, du bist der Vater eines Kindes, das verunglückt, weil es von einem rutschenden Motorrad erfasst wird. Wie soll man dir erklären, dass der Motorradfahrer nichts dafür kann, weil es den Sturz nicht vermeiden konnte? Das würde wohl schwer werden.

  9. LGW Gast

    Standard

    Das fällt aber - sorry - unter sog. "Schicksal".

    Man kann nicht alles "sehen" beim Motorrad fahren. Ob hier nun die Ölflecken "erkennbar" waren, ob die Geschwindigkeit zu hoch war - das kann letztlich ja nur jemand beurteilen der am Tag vor Ort war, oder Zugang zur Fotodokumentation des Unfalls hat.

    Aber selbst dann würde sich noch die Frage stellen, ob die "dunklen Flecken" als Gefahr einzustufen sind. Muss man mit großflächigen, ungesicherten Öllachen rechnen? Sicherlich zu einem gewissen Grade, wie auch mit Bauerngold.

    Verletzte Dritte kann es immer geben, auch ohne Ölfilm und Motorrad. Ich denke da an zurücksetzende Traktoren, Hunde die plötzlich beissen... es gibt auf dieser Welt keine Überlebensgarantie, für niemanden (siehe auch das Radfahrer-Helmthema).

    Gegenseitige Rücksichtnahme ist das A+O des menschlichen Zusammenlebens. Wenn in der Kurve erkennbar keine spielenden Kinder sind, kann ich für mich entscheiden wie viel ich Riskiere. Mein Leben setze ich in dem Moment auf's Spiel wo ich die Stiefel anziehe, spätestens wenn ich aus der Einfahrt rolle (hab mich schon mehrmals beinahe in Kreisverkehren abgelegt, ohne später erkennbaren Grund - ich fahre halt viel).

    Man müsste unter diesen Gesichtspunkten aber tatsächlich den Aufenthalt ausserhalb von Gummizellen verbieten.

  10. Registriert seit
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    Standard

    Zitat Zitat von Christian S Beitrag anzeigen
    Ich habe auch immer wieder Autofahrer bei mir im Büro zu tun, die mir erklären, dass sie bei Glatteis nichts dafür konnten, als es schepperte. Ich sage dann immer:
    "Dann hätten aber alle anderen an der Stelle auch verunfallen müssen", was natürlich nie der Fall ist.
    Für das Auftreten von Glatteis sind aber zwei Faktoren erforderlich: Erstens muss die Straßenoberfläche eine gewisse Temperatur unterschreiten, zweitens muss Feuchtigkeit da sein. Außerdem: Du gehst davon aus, dass immer jemand schuld sein muss daran, dass ein Unfall eintritt. Ich bin mal mit einem Auto bei Glatteis verunglückt, nachdem der Fahrer zweimal sorgfältig eine Bremsprobe gemacht hat, um sicher zu stellen, dass es nicht glatt ist. In der Kurve, in der wir dann abgeflogen sind, war es eben doch glatt. Eigentlich hat niemand Schuld an diesem Unfall, denn der Fahrer hat alles in seiner Macht stehende getan, um ihn zu verhindern. Dennoch wurde er vom Staatsanwalt angeklagt und schuldig gesprochen wegen Verstoß gegen irgendeinen Gummiparagrafen. Das hatte aber einen zivilrechtlichen Hintergrund,denn die Versicherung des Unfallfahrers hatte durchblicken lassen, dass sie die Begleichung der (erheblichen) Personenschäden davon abhängig machen würde, ob ihr Klient überhaupt Schuld an dem Unfall habe. Dass der Fahrer schuldig gesprochen wurde und eine - in Anbetracht des entstandenen Schadens lächerlich geringe - Strafe aufgebrummt bekam, diente einzig dem Zweck, die Haftungsfrage zu klären.

    Im Fall des ermordeten Motorradfahrers ist für mich die Haftungsfrage eindeutig. Ein unbekannter Attentäter hat vorsätzlich eine Gefahrsituation herbeigeführt mit dem Ziel, einen Unfall zu verursachen. Der Motorradfahrer ist nicht schuld. Er wäre vermutlich sogar gestürzt und zu Tode gekommen, wenn er seine Geschwindigkeit drastisch reduziert hätte.

    Nur dass das mal klar ist.


 
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