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Totalschaden und Mehrwertsteuer

Erstellt von Schorsch, 03.05.2011, 09:47 Uhr · 42 Antworten · 4.044 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    #31
    Wenn die vom Gutachter kalkulierten Reparaturkosten nicht höher als 130 % des Wiederbeschaffungswerts sind (also 13500.- x 130 % = 17550.-), könnte er sein Motorrad sogar von einer Fachwerkstatt reparieren lassen.

  2. Registriert seit
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    #32
    Zitat Zitat von Mich Beitrag anzeigen
    Beim Neufahrzeugkauf ja, beim gebrauchten Fahrzeugen wird eine Differenzbesteuerung von 2,4 % angesetzt. Da hier eine gebrauchte Sache ersetzt werden muss, ist ein Mehrwertsteuersatz von 2,4% anzusetzen.

    Gruß

    Mich
    Einen Mehrwertsteuersatz von 2,4 % gibt es in Deutschland nicht!

    Nach § 12 UStG gibt es 19 % und ermäßigt auf 7 %.

    Um die Differenzbesteuerung geht es hier nicht und greift hier auch nicht (§ 25a UStG).


    Bei der Differenzbesteuerung unterliegt nur die Differenz (daher der Name) zwischen Einkaufswert und Verkaufswert der Umsatzsteuer (7 % oder 19 %).
    Und zwar nur beim Handel mit gebrauchten beweglichen Gegenständen um zu vermeiden das bei diesem nochmals in voller Höhe Umsatzsteuer berechnet wird.

    Hier in diesem Versicherungsschadensfall gilt der MwSt. Satz von 19 %.

  3. Registriert seit
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    #33
    Hi,

    ob der Wiederbeschaffungswert regelbesteuert, differenzbesteuert oder steuerneutral auszugeben ist, hat der Sachverständige anhand der Marktlage zu prüfen und entsprechend im Gutachten anzugeben.

    Wenn er in Deinem Fall einen Steueranteil von 19% angibt, geht der Versicherer zu recht davon aus, dass das richtig ist und zieht folglich auch die 19% Steuer raus.
    Die Abrechnung ist daher nicht zu beanstanden.

    Lässt Du das Bike in der Werkstatt reparieren, bekommst Du die brutto Rep-Kosten laut Rechnung erstattet.
    Reparierst Du das Bike selbst und weist die Reparatur nach, bekommst Du die netto Rep-Kosten.

    Ist das Bike fahrbereit und verkehrssicher und nutzt Du es nachweislich für 6 monate weiter, gibt es ebenfalls die netto Rep-Kosten.

    Verkaufst Du das Bike, bleibt es bei der bisherigen Abrechnung. Es sei denn, der SV korrigiert seine Ausführungen zur MwSt.
    Allerdings wird das von der Versicherung genau geprüft werden, da man dort davaon ausgeht, dass ein Gutachten (für das ja auch ordentlich Geld gezahlt wird) korrekt ist, wenn es das SV-Büro verlässt. Da wird es Nachfragen geben...

    Als Restwert wurde der im Gutachten angegebene Betrag angesetzt.


    Der SV gibt den Betrag mit ausgewiesener Steuer nur für vorsteuerabzugsberechtigte Geschädigte an und erspart dem Versicherer damit, den Steueranteil aus dem Restwert herauszurechnen.

    Kaufst Du Dir ein Bike mit ausgewiesener MwSt oder eines, das mindestens gleichviel kostet wie der Wiederbeschaffungswert des alten Bikes war, bekommst Du die Differenz nachreguliert.


    Mich

  4. Registriert seit
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    #34
    Zitat Zitat von Mich Beitrag anzeigen
    Hi,

    ob der Wiederbeschaffungswert regelbesteuert, differenzbesteuert oder steuerneutral auszugeben ist, hat der Sachverständige anhand der Marktlage zu prüfen und entsprechend im Gutachten anzugeben.

    Wenn er in Deinem Fall einen Steueranteil von 19% angibt, geht der Versicherer zu recht davon aus, dass das richtig ist und zieht folglich auch die 19% Steuer raus.
    Die Abrechnung ist daher nicht zu beanstanden.

    Lässt Du das Bike in der Werkstatt reparieren, bekommst Du die brutto Rep-Kosten laut Rechnung erstattet.
    Reparierst Du das Bike selbst und weist die Reparatur nach, bekommst Du die netto Rep-Kosten.

    Ist das Bike fahrbereit und verkehrssicher und nutzt Du es nachweislich für 6 monate weiter, gibt es ebenfalls die netto Rep-Kosten.

    Verkaufst Du das Bike, bleibt es bei der bisherigen Abrechnung. Es sei denn, der SV korrigiert seine Ausführungen zur MwSt.
    Allerdings wird das von der Versicherung genau geprüft werden, da man dort davaon ausgeht, dass ein Gutachten (für das ja auch ordentlich Geld gezahlt wird) korrekt ist, wenn es das SV-Büro verlässt. Da wird es Nachfragen geben...

    Als Restwert wurde der im Gutachten angegebene Betrag angesetzt.


    Der SV gibt den Betrag mit ausgewiesener Steuer nur für vorsteuerabzugsberechtigte Geschädigte an und erspart dem Versicherer damit, den Steueranteil aus dem Restwert herauszurechnen.

    Kaufst Du Dir ein Bike mit ausgewiesener MwSt oder eines, das mindestens gleichviel kostet wie der Wiederbeschaffungswert des alten Bikes war, bekommst Du die Differenz nachreguliert.


    Mich


    Du möchtest anscheinend gerne darüber schreiben, nur leider besteht da nicht so der direkte Bezug zum Thema.

    Bitte erst lesen und nicht einfach reinhängen und leider sind deine Aussagen inhaltlich auch nicht richtig.

    Oder mach dein eigenen thread auf!

  5. Registriert seit
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    #35
    Zitat Zitat von Mortenhh Beitrag anzeigen
    Einen Mehrwertsteuersatz von 2,4 % gibt es in Deutschland nicht!

    Nach § 12 UStG gibt es 19 % und ermäßigt auf 7 %.

    Um die Differenzbesteuerung geht es hier nicht und greift hier auch nicht (§ 25a UStG).


    Bei der Differenzbesteuerung unterliegt nur die Differenz (daher der Name) zwischen Einkaufswert und Verkaufswert der Umsatzsteuer (7 % oder 19 %).
    Und zwar nur beim Handel mit gebrauchten beweglichen Gegenständen um zu vermeiden das bei diesem nochmals in voller Höhe Umsatzsteuer berechnet wird.

    Hier in diesem Versicherungsschadensfall gilt der MwSt. Satz von 19 %.
    Sorry, aber diese Aussagen sind in mancherlei Hinsicht schlichtweg falsch. Vielleicht sollte sich ein juristischer Laie mit solchen Aussagen besser zurückhalten und nicht solchen Quatsch verbreiten

  6. Registriert seit
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    #36
    Zitat Zitat von Mich Beitrag anzeigen
    Hi,

    ob der Wiederbeschaffungswert regelbesteuert, differenzbesteuert oder steuerneutral auszugeben ist, hat der Sachverständige anhand der Marktlage zu prüfen und entsprechend im Gutachten anzugeben.

    Wenn er in Deinem Fall einen Steueranteil von 19% angibt, geht der Versicherer zu recht davon aus, dass das richtig ist und zieht folglich auch die 19% Steuer raus.
    Die Abrechnung ist daher nicht zu beanstanden.

    Lässt Du das Bike in der Werkstatt reparieren, bekommst Du die brutto Rep-Kosten laut Rechnung erstattet.
    Reparierst Du das Bike selbst und weist die Reparatur nach, bekommst Du die netto Rep-Kosten.

    Ist das Bike fahrbereit und verkehrssicher und nutzt Du es nachweislich für 6 monate weiter, gibt es ebenfalls die netto Rep-Kosten.

    Verkaufst Du das Bike, bleibt es bei der bisherigen Abrechnung. Es sei denn, der SV korrigiert seine Ausführungen zur MwSt.
    Allerdings wird das von der Versicherung genau geprüft werden, da man dort davaon ausgeht, dass ein Gutachten (für das ja auch ordentlich Geld gezahlt wird) korrekt ist, wenn es das SV-Büro verlässt. Da wird es Nachfragen geben...

    Als Restwert wurde der im Gutachten angegebene Betrag angesetzt.


    Der SV gibt den Betrag mit ausgewiesener Steuer nur für vorsteuerabzugsberechtigte Geschädigte an und erspart dem Versicherer damit, den Steueranteil aus dem Restwert herauszurechnen.

    Kaufst Du Dir ein Bike mit ausgewiesener MwSt oder eines, das mindestens gleichviel kostet wie der Wiederbeschaffungswert des alten Bikes war, bekommst Du die Differenz nachreguliert.


    Mich
    Genau so isses

  7. Registriert seit
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    #37
    Zitat Zitat von GS Bär Beitrag anzeigen
    Genau so isses

    Danke

  8. Registriert seit
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    Standard Ein paar Fakten

    #38
    Hallo liebe Vermutungsjuristen,

    ich versuche mal etwas Licht ins Stockdunkel zu bringen (mit Ausnahme von Mich, der hats zutreffend beschrieben, aber nicht den Gesamtzusammenhang).

    Die schon zitierte Regelung in § 249 II BGB wurde im August 2001 eingeführt. Das ganze ging zurück auf einen gewissen Deal des Gesetzgebers mit der Versicherungswirtschaft. Es gab damals einige Verbesserungen für Geschädigte. Um diese Kosten aufzufangen, wurde geregelt, dass es die Umsatzsteuer beim Schaden (für nicht vorsteuerabzugsberechtigte Geschädigte; für vorsteuerabzugsberechtigte Geschädigte gibt es eh nie Umsatzsteuer) nur noch gibt, wenn "sie auch anfällt"

    Der Gutachter machte nichts anderes, als die tatsächliche Situation in Deutschland zu berücksichtigen, und ein fast neues Motorrad für 13.500.- € geht halt nun mal mit "voller Umsatzbesteuerung" über die Händlertheke

    Bei etwas älteren Fahrzeugen führt der Fahrzeughändler nur den Steueranteil aus dem Differenzbetrag zwischen EK und VK ab. Näheres siehe hier unter 9.1.:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Umsatzs...Z-H.C3.A4ndler
    Der Gutachter kann freilich nur schätzen, und die hier irgendwann mal genannten 2,4 % werden einfach als "durchschnittlicher Differenzsteuersatz" anerkannt. Bei ganz alten Fahrzeugen steht in Gutachten dann "Vergleichbare Fahreuge werden im gewerblichen Handel nicht mehr angeboten" => es gibt gar keinen Umsatzsteueranteil, wenn man so will brutto für netto.

    Mit dem Thema vorsteuerabzugsberechtigung von Versicherern hat das rein gar nicht zu tun. Diese Grundsätze würde z.B. auch gelten, wenn du als Privatmensch ohne bestehende Haftpflichtversicherung z.B. mit deinem Fahrrad eine andere Sache beschädigst.

    Nun zum Ausgangsthema: Ja, da kann es bittere Situationen geben. Denn es geht immerhin um über 2000.- € Umsatzsteueranteil. Du bekommst diesen Betrag nur, wenn du entweder für 13.500.- € (oder mehr) ein Motorrad kaufst, wo auch 19 % Umsatzsteuer ausgewiesen sind, also nicht für 15.000.- € eine Harley von privat, oder wenn du für 13.500.- € reparieren läßt. Willst du nicht 2000.- € verschenken, mußt du das Geld aufwenden. Kaufst du z.B. ein Motorrad für 10000.- € plus 19 % Umsatzsteuer, also 1900.- €, dann bekommst du auch nur die 1900.- €. Wenn ich in deiner Situation wäre, würde ich die 13.500.- € halt einfach brutto für ein Motorrad vom Händler aufwenden. Was ich dann in 2 Monaten mit dem Motorrad mache, geht ja niemanden etwas an, und 2000.- € Wertverlust wirst du ja nicht haben.

    Wenn man damit beruflich zu tun, kann man nur staunen, wie viele verschiedene Fallkonstellationen unsere Gerichte gemeint haben, bilden zu müssen, damit alles gerecht ist. Ergebnis ist nun, dass es fast keiner mehr kapiert. Was daran gerecht ist, erschließt sich mir nicht unbedingt. Als Einstieg sei dieser Link empfohlen zum Thema "Fahrzeugschadensrecht":

    http://www.rae-marci.de/Fahrzeugschaden.html

    Aber glaubt nicht, dass damit alle Konstellationen dargestellt sind.

  9. Registriert seit
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    #39
    Zitat Zitat von Christian S Beitrag anzeigen
    Mit dem Thema vorsteuerabzugsberechtigung von Versicherern hat das rein gar nicht zu tun. Diese Grundsätze würde z.B. auch gelten, wenn du als Privatmensch ohne bestehende Haftpflichtversicherung z.B. mit deinem Fahrrad eine andere Sache beschädigst.

    nein, natürlich nicht, hat ganz einfach tatsächliche, logische Gründe. Eingangs hattest Du doch selber geschrieben, dass da ein gewisser deal zugrunde liegt. Natürlich ist das nur positiv für die Versicherer. Wären sie zum Abzug der Vorsteuer berechtigt, könnte es ihnen wurscht sein. So sparen sie Milliarden

  10. Registriert seit
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    #40
    Zitat Zitat von Schlonz Beitrag anzeigen
    nein, natürlich nicht, hat ganz einfach tatsächliche, logische Gründe. Eingangs hattest Du doch selber geschrieben, dass da ein gewisser deal zugrunde liegt. Natürlich ist das nur positiv für die Versicherer. Wären sie zum Abzug der Vorsteuer berechtigt, könnte es ihnen wurscht sein. So sparen sie Milliarden
    Hallo,

    bitte entschuldige, wenn ich da noch mal einsteige, aber du biegst ganz vorne falsch ab. Vorsteuerabzugsberechtigung heißt nur, dass man bei umsatzsteuerrelevanten Vorgängen die Umsteuer vom Finanzamt als Unternehmen zurück bekommt. Maßgeblich dafür, was ein steuerbarer Umsatz ist, ist § 1 UStG.
    § 1 Steuerbare Umsätze

    (1) Der Umsatzsteuer unterliegen die folgenden Umsätze: 1. die Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausführt. Die Steuerbarkeit entfällt nicht, wenn der Umsatz auf Grund gesetzlicher oder behördlicher Anordnung ausgeführt wird oder nach gesetzlicher Vorschrift als ausgeführt gilt;
    2. (weggefallen)
    3. (weggefallen)
    4. die Einfuhr von Gegenständen im Inland oder in den österreichischen Gebieten Jungholz und Mittelberg (Einfuhrumsatzsteuer);
    5. der innergemeinschaftliche Erwerb im Inland gegen Entgelt.



    Ein Schadensaufwand fällt da nie drunter. Beschädigt ein vorsteurabzugsberechtigtes Unternehmen die Privatsache einer Person, und macht diese dann im Rahmen des Schadensersatzes auch den Umsatzsteueranteil gelten, kann das Unternehmen den bezahlten Umsatzsteueranteil nicht als Vorsteuer gelten machen - wohl aber natürlich als Betriebsausgabe, so meine ich jedenfalls, dass es ist, wobei ich mein Geld nicht mit Steuerangelegenheiten, sondern mit Verkehrsrecht verdiene, somit lasse ich mich gerne eines besseren belehren.

    Die Versicherer hätten 2001 etwagige höhere Ausgaben theoretisch auch auf die Versicherungsprämien umlegen können, abe rnur theoretisch, weil in der Kfz-Versicherung direkt nichts verdient ist. Diese Versicherung dient letztlich nur der Kundenbindung, weil dann häufig auch andere Versicherungen beim gleichen Versicherer bestehen.

    Einen Punkt muss ich korrigieren, die Gesetzesänderung war 2002 im August, hier für Interessierte eine Zusammenfassung:
    http://www.anwalt-bauer.de/public/re_2902_0021002.html

    Falls jemand am Wochenende lieber vor dem PC sitzt als Moped zu fahren, kann er hier richtig tief einsteigen:
    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/14/077/1407752.pdf

    Ab Seite 22 werden die Gründe der Änderung erläutert.


 
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