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Wer fährt denn nun eine Woche ins...

Erstellt von Frank.m2, 30.07.2009, 19:40 Uhr · 534 Antworten · 55.075 Aufrufe

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    Standard ihr habt es so gewollt!

    Ein klitzekleiner Hinweis: Diese Geschichten sind natürlich frei erfunden, haben nichts, aber auch gar nichts mit der echten AEW zu tun. Zufällig wiederzuerkennde Personen sind wirklich nur Zufällig, die gibt es nämlich gar nicht.






    Zu unserer aller Überraschung war Kuhjote dann doch noch nachts angereist und konnte so die erste Tour mitfahren. Die Gruppe blieb in überschaubarem Rahmen. Es gab nur 3 Anmeldungen zur AEW, inkl. Kuhjote. Ein weiterer Teilnehmer des Forums wohnte um die Ecke und reiste mit seiner Ducati morgens an um mitzufahren. Einige Hotelgäste fanden die Route so Interessant, dass sie sich uns anschlossen.

    Geplant war eine kleine Tour über das Hahntennjoch, Imst, Piller Höhe, Kaunertal und zurück.
    Die Reihenfolge wurde festgelegt: Siggi (1200 ADV), der Tourguide vorneweg, dahinter Frank (1100 GS), ein weiteres Pärchen auf einer Kawa (die sich aber an der Piller Höhe ausklinken wollten), dann ich (rote 1200GS), Kuhjote (gelbe 1200GS) und Nero mit seiner Ducati.


    Nach dem Abzweig aufs Hahntennjoch fuhr Siggi wie besprochen Rechts ran und wir gaben ordentlich Gas. Nach der ersten wunderschönen Linkskurve lag ich vorne, hinter mir die „Gelbe“. Während ich die folgende Spitzkehre durchfuhr konnte ich im Augenwinkel die „Gelbe“ sehen. Das wird nicht einfach – schoss es mir durch den Kopf.
    Das wollte ich eigentlich nicht. In meiner Vorstellung fuhr ich erstmal hinter allen her um mir die Stärken der einzelnen Fahrer anzusehen und – für den Fall im käme nicht mit - unauffällig zurückzubleiben.
    Bloß nicht blamieren. Tja, soweit der Plan.
    Jetzt war ich vorne, alle Augen auf mich gerichtet und ich musste zeigen was geht.
    Natürlich hätte ich es genauso wie Frank machen können, rechts ran und alle vorbeiwinken.

    Aber da schlagen zwei Herzen in meiner Brust.


    Das Eine würde nie und nimmer einen anderen freiwillig vorbei lassen. Außerdem bestand die Gefahr, dass eben doch alle Erzählungen übertrieben waren und ich dann unbekannte Schnarchnasen vor mir habe, die nie und nimmer jemanden freiwillig vorbei lassen.


    Das andere Herz will immer, aber auch wirklich immer das Maximum. Hier geht es nicht darum der Schnellste zu sein oder irgendeinen imaginären Preis zu gewinnen. Nein, ich fahre auch alleine schnell. Mir geht es immer darum das zur Verfügung stehende Material auszunutzen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ich will immer wissen wo die Grenzen sind, und dafür brauche ich keine Gegner. Die machen die ganze Sache zwar Interessanter, der Adrenalinpegel geht noch einen Tick höher, aber brauchen? Nein, brauchen tu ich die nicht.

    So, jetzt hatte ich alles was ich am ersten Tag auf der ersten Tour auf jeden Fall vermeiden wollte: eine wilde Horde hinter mir, den Willen das Maximum zu geben und die unbändige und mit Worten nicht zu erklärende Lust diesen Pass hochzuballern.

    Kuhjote blieb dran. Ich merkte recht schnell, dass sonst niemand folgte, aber er blieb dran.
    Die Strecke ist zu Beginn sehr flüssig, schön abwechselnd lange und engere Kurven. Nach dem ersten Anstieg folgen mehrere Rechts-Links-Kombinationen. Alles recht zügig durchzuwedeln.
    Der erste wirkliche Bremspunkt kommt bei einer Felsendurchfahrt. Das geht dann schon eng her, ist sehr unübersichtlich aber geil zu fahren. Kurz anbremsend links reinstechen, die Q nach rechts umwerfen und unter kräftigem zug am Gas links umwerfend aus dem Durchgang heraus auf eine Fast-Gerade bis zur ersten Gallerie. Auf diesem Teilstück sah ich den Scheinwerfer der „Gelben“ immer kleiner werden. Die angezeigte Geschwindigkeit der Warntafel war zu vernachlässigen, sollte mir aber in den folgenden Tagen einen gehörigen Schrecken einjagen. Aber dazu später.


    Wir hatten einen sehr unterschiedlichen Fahrstil: Kuhjote bremst wie ein Berserker, er wirft regelrecht den Anker auf der letzten Rille und nutzt den BKV reichlich aus. Die reine Kurvengeschwindigkeit ist nicht so berauschend, dafür hängt er sehr früh wieder am Gas und beschleunigt was der Boxer hergibt.
    Mein Motto ist zwar auch: Wer später bremst ist länger schnell. Aber insgesamt fahre ich höhere Kurvengeschwindigkeiten und mehr Schräglage.
    Und das war auch wirklich der einzige Unterschied bei uns. Aber dadurch gewann ich in fast jeder Kurve ein paar Meter.

    In Bschlabs war er wieder dran, da ich sehr gemütlich Richtung Ortseingang fuhr. Wie immer in Ortschaften hielten wir uns auch hier an die vorgeschriebene Geschwindigkeit.
    Danach kam wieder ein sehr schönes Geschlängel den Berg entlang. Beim Abbiegen nach Imst wartete ich kurz auf Kuhjote und wir fuhren gemeinsam die Serpentinen nach Pfafflar hoch. Auch hier galt es wieder die Geschwindigkeit von 30 km/h einzuhalten.
    Die dann folgenden paar Kurven bis zur Passhöhe waren flüssig und zügig durchgefahren. Einzig die EINE Kurve nach den 180°-Kehren, die eine Rechtskurve, die sich so heimtückisch hinter einer anderen Rechtskurve versteckt, diese war schon was besonderes. Die musste ich mir merken für zukünftige Aufstiege hier hoch. Doch auch dazu später mehr.

    Oben angekommen stand ich schon ein paar Sekunden als Kuhjote kam. Er zündete sich direkt eine Zigarette an. Gelohnt hat sich das nicht, denn schon kam Siggi und wedelte mit den Armen zum Zeichen das es weiter ginge.

    Gesittet ging es nach Imst, dann zur Piller Höhe, die erste Pause mit sensationeller Aussicht in das Inn-Tal.




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    Standard Vorschriftsmäßig

    Was mir sehr gut gefällt, ist die Tatsache, dass sich offenbar alle deine Figuren an die Verkehrsregeln halten. So muss es sein. Weiter so...

    M.

  3. ED
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    Standard

    Wo blieb den NERO ab? Verfahren?

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    Standard

    Wo blieb den NERO ab? Verfahren?
    Geduld.... seine Rolle kommt noch!

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    Standard

    Zitat Zitat von Kuhjote Beitrag anzeigen
    Was mir sehr gut gefällt, ist die Tatsache, dass sich offenbar alle deine Figuren an die Verkehrsregeln halten. So muss es sein. Weiter so...

    M.
    Wie erwähnt, eine völlig frei erfundene Geschichte...

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    Standard Hi Markus...

    was hältst du davon...morgen am heiligen Sonntag so gegen 14.00 Uhr ein kleines AEW-GS-Bikerprosa-Team-Treffen im "Landhaus Fuchs" abzuhalten. Wenn sich auch noch ein paar Kollegen einfinden sollten, wäre das sicherlich kein Nachteil.

    M.

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    Standard

    14 Uhr ist sehr spät... ich muß spätestens um 15 Uhr zu Hause sein.

    Wie wärs mit 10 Uhr??

  8. Registriert seit
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    Standard

    allerdings habe ich Rufbereitschaft.... kann also passieren daß ich im Notfall anhalten muß um einige Server zu bearbeiten!

  9. Registriert seit
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    Standard Klarstellung

    Nachdem in dieser Geschichte ein Frank vorkommt, und ich ja nun bekanntlich auch Frank heisse, habe ich mich mal bemüht mich in diesen fiktiven, frei erfundenen Frank hineinzuversetzen. Was also könnte dieser Frank gedacht, getan oder empfunden haben?

    Ich stelle mir das so vor:

    Als ich mich für die AEW angemeldet habe war mir bereits ein leichtes Gefühl von Unbehaben zu eigen. Die Aussicht, mit Gleichgesinnten ein paar schöne Tage auf der Kuh zu verbringen, das machte mich an. Andererseits waren da aber die wilden Geschichten von Kuhjote und seiner Gelben... An diese fahrerische Klasse, diesen Wagemut und die permanente Verachtung aller Gefahr - daran käme ich im Leben nicht heran. Das war mir klar. Würde mir da nicht nur die Rolle des einsam hinterherfahrenden Weicheis bleiben, verkrampft auf dem Kübel hockend und mühsam die rote Laterne hinter mir her zerrend? Egal, auch wer wagt verliert oder so ähnlich und angemeldet.

    Der Kuh noch frische Reifen und Stahlflex spendiert und auf ins Gefecht! Das Vorgeplänkel hatte ich ja nun allein auf der Anreise zu bewältigen und siehe da: Es lief ganz ordentlich. Einige schöne Kurven gingen mir locker von der Hand, Klara machte ihre Sache sehr routiniert. Ein kurze Inspektion während eines Zwischenstopps ergab: Der Angststreifen der neuen Bereifung hatte sich auf ein erträgliches Mass reduziert. Fast schon blühte in mir ein zartes Gefühl von Zuversicht gegenüber den Herausforderungen der kommenden Woche auf... zumindest was den mit dem Motorrad zu fahrenden Teil anging...

    Ohne spektakuläre Vorkomnisse erreichte ich das Hotel. Einchecken und dann erst mal die Lage peilen: Es ergab sich ein überaus erfreuliches Bild. Auf der sonnigen Terasse hingen bereits zwei Gestalten mit Kaltgetränken ab. Nach kurzem Zögern fasste ich mir ein Herz (Ich bin von Natur aus eher schüchtern und zurückhaltend) und erbat mir ein Plätzchen in der geselligen Runde. Wie sich herausstellte war Markus der noch fehlende Mitfahrer der AEW, bei Oliver handelte es sich um einen Hotelgast. Man stelle sich meine Erleichterung vor beim Anblick von Markus: Ein netter, absolut sympathisch wirkender Typ mittleren Alters, gesetzt, zurückhaltend und ganz sicher nicht über irgendwelche Stränge schlagen wollend. Das war doch genau das was mir gefehlt hatte: Ein mit einem kleinem Wohlstandsbäuchchen sowie rheinischem Humor gesegneter Mitstreiter. Ich war mir sicher, die rote Laterne war ich während der fahrerischen Aktivitäten los...
    Nur wenige Biere später waren wir ein Herz und eine Seele und überboten uns in gegenseitigen Versicherungen, kein Wässerchen trüben und kein Motorrad mit mehr als 30 km/h bewegen zu können... Mit uns als Teilnehmer der AEW würde die Sicherheit auf Tirols Strassen nachgerade ins Unermessliche steigen...
    Das zarte Plänzchen der Hoffnung und Zuversicht hatte mächtige Triebe ausgeschlagen und mit dem seeligen Gefühl der Erleichterung begab ich mich (übrigens noch allein) in mein Bett.

    Oh, trügerisches Seelenleben! Wie verschlungen und unergründlich sind Deine Pfade!

    Nach einer kurzen Einweisung am nächsten Morgen durch Siggi, unserem auf mich irgendwie seltsam und befremdlich wirkenden Guide, ging es dann los.
    Geplant war: Gemütliche Verbindungsfahrt zum Hahntennjoch, dann freies Fahren den Pass hoch...
    Geboten wurde: Eine irre Verfolgungsjagd hinter einem offensichtlich völlig durchgeknallten Guide her, der bar jeden Verantwortungsgefühls nur den sehnlichen Wunsch kannte, allein am Fusse des Pass anzukommen. Was mich betrifft, so wäre ihm das auch beinah gelungen. An meinem absolutem persönlichen Limit fahrend, konnte ich mich gerade noch so auf einer bockenden, um sich schlagenden und verzweifelt mit den Rädern scharrenden Klara halten. Wenn das die Überführung war, wollte ich das freie Fahren nicht wirklich kennenlernen...

    Mir blieb also nur eines: Wenn ich keine wilde Stampede abgedrehter Kühe mitsamt adrenalingeschwängerter Reiter im meinem Rücken haben wollte, musste ich diese Wahsinnigen vorbeilassen. Demütig die rote Laterne entgegennehmend reihte ich mich ganz hinten wieder ein.

    Tja, so kann man sich irren: Der nette Kerl Markus war gar nicht nett, der Mann war der absoluter Freak, eine Waffe auf zwei Rädern, die Mensch gewordene Verkörperung einer unkontrollierbaren, nicht zu bändigenden Aggression, rein und kalt. Alles was der für seinen Trip brauchte war ein vor ihm fahrendes Motorrad... "Lieber tot als zweiter" bekam hier für mich eine ganz unmittelbar erfahrbare Dimension...

    Eines war klar: an der Laterne würde ich noch schwer zu schleppen haben.

    Na, sowas in der Richtung wird er sich wohl gedacht haben, der Frank...

    Liebe Grüsse
    Frank

  10. Registriert seit
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    Standard

    Genial, Klasse, Literarischer Höhepunkt nach dem "Bikerhotel" von Kuhjote...



    "Lieber tot als zweiter" bekam hier für mich eine ganz unmittelbar erfahrbare Dimension...
    Kann ich so nicht stehenlassen! Ich kenne sehr wohl meine Grenzen, und am Leben hänge ich auch....


 
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