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Wieso eigentlich 1-N-2-3-4-5-6 ?

Erstellt von Doc, 13.09.2005, 18:15 Uhr · 5 Antworten · 2.218 Aufrufe

  1. Doc
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    Standard Wieso eigentlich 1-N-2-3-4-5-6 ?

    #1
    Hi,
    bin am Wochenende mal wieder in den Bergen unterwegs gewesen, mit viel rauf und runter und entsprechend häufiger Schalterei in den kleineren Gängen, vor allem immer wieder hin und her zwischen dem 1. und dem 2. Gang.
    Zwar keinerlei Probleme damit; doch kam mir dabei die Frage in den Sinn, wieso eigentlich die Schaltfolge bei allen (mir bekannten) Motorrädern 1-N-2-3-4 etc. ist, und nicht etwa N-1-2-3-4 etc.
    Die durch die Schaltstufe N deutlich verlängerte, und wie mir scheint auch den eigentlichen Schaltvorgang mechanisch verkomplizierende Schaltstrecke zwischen dem 1. und dem 2. Gang, hätte man sich doch dadurch vereinfachen können, indem man die Stufe N an den ersten Platz der Schaltfolge gelegt hätte, oder?

    Hängt womöglich diese spezielle Schaltfolge beim Motorrad mit einem früher vielleicht notwendigen Geben von "Zwischengas" beim Runterschalten vom 2. in den 1. Gang zusammen, ist also angesichts heutiger Synchrongetriebe nur noch Tradition; oder macht 1-N-2-3-4 etc. weiterhin Sinn, weil ein kurzes Zwischengas vielleicht auch heute noch für das Getriebe besser ist, als einfach den Schalthebel "krach-klonck" von zwei auf eins runterzutreten?

    Gruß,
    Doc
    R1200GS rotgrau

  2. Registriert seit
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    Standard Re: Wieso eigentlich 1-N-2-3-4-5-6 ?

    #2
    Hi,

    ich vermute einen anderen historischen Grund:

    Heutzutage geht der Schalthebel nach jedem Schaltvorgang in seine
    Ausgangsstellung zurück.

    Bei vielen frühen Motorrädern mit Fußschaltung blieb der Schalthebel nach
    dem Schaltvorgang in seiner neuen Position stehen. Bei meiner 1955er
    DKW RT125 (Dreigang Fußschaltung) war das auch noch so. Hinzu kam:
    Je höher der Gang desto länger der Schaltweg. Anders herum
    ausgedrückt: Je niedriger der Gang desto kürzer der Schaltweg, also
    beim ersten Gang am kürzesten. Wenn nun der erste Gang in die Richtung
    geschaltet würde wie alle anderen, würde man den ersten Gang mit
    seinem kurzen Schaltweg schnell versehentlich überspringen und gleich
    im zweiten Gang landen. Deshalb 1-N-2-3. Ein angenehmer Nebeneffekt
    dieser Anordnung: Die Schaltwege (1+n)-(2)-(3) waren in etwa gleich lang.

    Das Prinzip wurde von den Japanern übernommen, die ja damals europäische
    Moppeds einfach nachbauten. Damit war es als Quasi-Standart eingeführt.

  3. Registriert seit
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    Standard

    #3
    Ich habe da auch eine Theorie: Noch früher hatten Motorräder nur zwei Gänge. Da ist es dann logisch den Leerlauf dazwischen zu haben.
    Vielleicht gibt es hier jemand der Kontakte zu einem Motorradmuseum hat. Da könnte man mal nachfragen.
    Gruß Manfred

  4. Doc
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    Standard

    #4
    Hi,
    habe gerade im englischen UKGS'er.com das Thema/Thread "R1200GS - GP shift Pattern ?" gelesen.
    Da möchte sich jemand aus den USA gerne eine R1200GS fürs tägliche Fahren kaufen, erkundigt sich aber etwas zweifelnd, ob man die Gangschaltung der 12er vom (für mich zumindest) normalen 1. runter - dann N rauf - dann 2. etc. rauf, auf 1. rauf - dann N runter - dann 2. etc. runter umstellen, also die Schaltrichtung von vorher hauptsächlich nach oben, auf dann hauptsächlich nach unten umdrehen könnte.
    Er habe sich auf seiner derzeitigen Renn-Maschine an diese GP-Schaltfolge gewöhnt, und könne/wolle sich "bloß um eine (12er) zu haben" nicht umstellen; in einer der Antworten wird sogar vermutet, daß auch die BMW Boxer-Cup Maschinen so eine von-oben-nach-unten "GP-Schaltfolge" haben.
    Alle Gänge mit Ausnahme des ersten nach unten schalten zu können, bringt demnach im Rennbetrieb Vorteile; warum nicht auch im "Normalbetrieb" ?
    Bemerkenswert, daß auch bei dieser (umgekehrten) Schaltfolge der erste Gang weiterhin von allen anderen durch den N-Schritt getrennt ist; auch da muß also was Sinnvolles dran sein - any comments?
    Gruß
    Doc

  5. Ron
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    Standard

    #5
    Die umgekehrte Schaltfolge hat allein den Vorteil,
    daß anders ein Hochschalten beim Beschleunigen
    aus der Kurve heraus nicht möglich wäre, weil man
    bei extremer Schräglage schlichtweg den Fuß nicht
    unter den Schalthebel kriegen würde.

    Weitere technische Vorteile sind mir nicht bekannt.

    Gruß Ron

  6. Registriert seit
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    Standard

    #6
    Recht hat der Ron , ich komme aus der Art von Sport und es ist der einzigste Vorteil den man dadurch hat. Probiers doch mal, gute Schräglage und dazu "GS bedingt" noch dicke Stiefel. Da könnte selbst auf der hohen GS das Schalten zum Problem werden. Es sei denn, Du hast Schuhgröße <32 .

    Gruß.


 

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