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Anlasserstrommessung

Erstellt von Salem, 28.03.2011, 14:23 Uhr · 7 Antworten · 8.514 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard Anlasserstrommessung

    #1
    Hi :-)
    Ich möchte bei meinem Anlasser den Strom beim Starten messen. Nicht, das ich davon ausgehe das er defekt ist, ich will einfach nur verstehen wie es praktisch gemacht wird (und ausprobieren, just for fun).

    Auf powerboxer.de hab ich das hier gefunden: http://www.powerboxer.de/Anlasser-Strommessung.html

    Leider bin ich elektrisch nur mäßig begabt und hab das ganze nicht wirklich begriffen.

    Ich hab ein digitales Multimeter und würde den Plus-Pol von der Batterie abklemmen und an den einen Anschluß des Messgerätes legen. Vom zweiten Anschluß des Messgerätes wieder an den Pluspol und los gehts. Ich würde das Messgerät sozusagen in die Plusleitung legen, damit gemessen wird, was durchfließt.

    Meine Frage: Ist das so richtig? Können die Leitungen (Kabel) des Messgerätes die Stromaufnahme ab, oder bilden die einen zu hohen Widerstand?

    Wenns Blödsinn ist, wäre es toll, wenn einer von euch mir das mal für Nichtelektriker erklären könnte.

  2. Registriert seit
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    #2
    Hi Olaf,

    tu das nicht. Ein gutes Multimeter hat eine elektronische Sicherung und wird garnichts anzeigen. Ansonsten raucht Dir das Teil bei der Last einfach ab. Kannst ja mal nur zum Spaß ein Stück Kabel in der Stärke des Multimeterkabels auf die von Dir beschriebene Art dazwischen klemmen, und Du kannst sehr anschulich sehen, wie das durchbrennt.

    Spaß beiseite, ließ nochmal genau was unter dem von Dir zitierten Link steht, dann funktioniert´s auch.

    Grüße
    Christian

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    #3
    Hi,
    um so hohe Ströme zu messen gibt es zwei varianten:
    1.Stromzange (einfache Messung)
    Dabei wird eine "Zange " um das Kabel gelegt in dem der zu messende Strom Fließt.
    Fließender Strom erzeugt Magnetfeld-> Magnetfeld erzeugt Spannung. Das wird dan umgerechnet und angezeigt. Einfach, weil nur die Zange über das Kabel gestülpt wird.
    2. Wiederstandsbrücke
    Dazu wird ein Leitungsstück mit genau definiertem (geringen) Wiederstand eingebaut. Frei nach U=R*I lässt sich der Strom errechnen der fließt.

    Der Strom der beim Anlassen fließ (ca.100A) reicht aus um ordentlich Funken zu werfen, und die Kabeldicke des Anlasserkabel ist auch nicht um sonst so ausgelegt.

  4. Registriert seit
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    #4
    Hi Olaf
    Prinzipiell ist die Methode wie Du das Multimeter anschliessen würdest korrekt.
    Schau' aber mal auf die Spezifikation Deines Multimeters. Da wirst Du lesen, dass es (schätzungsweise) 8...10A verträgt. Normalerweise steht das sogar an der betreffenden Anschlussbuchse.
    Der Anlasser zieht um die 100A. Falls das Instrument ungesichert ist und relativ grosszügig bemessene Anschlüsse hätte (hat es nicht), würde Dir das Gehäuse sehr schnell durch die Finger tropfen.
    Stromzangen für Gleichströme sind zu teuer um sie sich für 1 Mal Anlasserstrom messen zu kaufen.
    Also entweder die indirekte Messung an einem (selbstgebauten) Shunt oder bei jemandem der eine geeignete Zange hat
    gerd

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    #5
    Hi :-)
    Danke für eure Hilfe. Man gut, dass ich gefragt habe. Ich war nämich schon drauf und dran mein Multimeter auf die von mir beschriebene Weise anzuklemmen. Das wäre dann ja wohl gründlich in die Hose gegangen. (Ich habs nämlich im Winter schon gebracht, mein Multimeter auf Strommessung zu stellen und die Klemmen des Multimeters stumpf auf den Plus und Minuspol der Batterie zu halten. War nicht gut, mehr möchte ich dazu nicht sagen. Wahrscheinlich ist meine Batterie deswegen auch ein wenig schlapp.)

    Zitat Zitat von gerd_ Beitrag anzeigen
    Hi Olaf
    Prinzipiell ist die Methode wie Du das Multimeter anschliessen würdest korrekt.
    Schau' aber mal auf die Spezifikation Deines Multimeters. Da wirst Du lesen, dass es (schätzungsweise) 8...10A verträgt. Normalerweise steht das sogar an der betreffenden Anschlussbuchse.
    Der Anlasser zieht um die 100A. Falls das Instrument ungesichert ist und relativ grosszügig bemessene Anschlüsse hätte (hat es nicht), würde Dir das Gehäuse sehr schnell durch die Finger tropfen.
    Stromzangen für Gleichströme sind zu teuer um sie sich für 1 Mal Anlasserstrom messen zu kaufen.
    Also entweder die indirekte Messung an einem (selbstgebauten) Shunt oder bei jemandem der eine geeignete Zange hat
    gerd
    Gerd, Du hast recht. Mein Multimeter kann max. nur 20A messen. Steht sogar drauf, hätte ich natürlich auch schon selbst drauf kommen können. Was ich an der Anleitung auf Deiner Seite nicht verstehe ist, wo ich die Klemmen des Multimeters anschließen soll. Das Rechnen ist mir schon klar. Aber wenn die Klemmen am Anfang und Ende des Verlängerungstückes angeschlossen werden, was kann ich dann messen. Wieso sollte irgend ein Spannungsanfall angezeigt werden? Der Strom hat doch gar keinen Grund durchs Multimeter zu fließen. Und wo soll dann ein Potentialunterschied herkommen, bzw.umgekehrt (ohne Potentialunterschied kann ja kein Strom fließen, hab ich so in der Erinnerung). Vielleicht könnt ihr mir ja noch mal helfen.

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    #6
    Zitat Zitat von gerd_ Beitrag anzeigen
    ...
    Stromzangen für Gleichströme sind zu teuer um sie sich für 1 Mal Anlasserstrom messen zu kaufen.
    ...
    ansichtssache ...

    reichelt hat eine stromzange für unter 40€
    sicher viel für eine einzige messung, aber für den gelegenheitsschrauber nicht übel, zumal ein multimeter integriert ist.
    ich hab sie und bin zufrieden.

    klick mich

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    #7
    Zitat Zitat von Salem Beitrag anzeigen
    ... Und wo soll dann ein Potentialunterschied herkommen, ...
    du misst den spannungsabfall in dem zusätzlich eingebauten kabel. da der widerstand des kabels sehr gering ist, ist der abfall auch sehr gering.
    der liegt im millivoltbereich und bei anlasserbetätigung schwankt die spannung auch stark, daher wird die messung nicht allzu genau.

    wenn du gerne amperemessungen machst, dann rate ich dir zur stromzange aus meinem link im vorherigen beitrag.

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    #8
    Hi
    Larsi 99 sagt es: Man macht das was auch ein Amperemeter macht. Die messen alle nur den Spannungsabfall über einem (eingebauten) Widerstand.
    Die zusätzliche Leitung ist nichts weiter als ein kleiner Widerstand mit hoher Leistungsverträglichkeit. Das Ganze nennt sich "Messbereichserweiterung mit Shunt" und zu Zeiten meiner Berufsausbildung gab es dafür genau definierte Widerstände damit man nicht rechnen sondern den angezeigten wert nur um ein paar Kommastellen verschieben musste.
    Strommesszangen gab's noch nicht und so wurde eben konventionell gemessen. Den definierten Widerstand hätte man auch in's Gehäuse des Instrumentes integrieren können wenn es dadurch nicht unpraktisch gross geworden wäre.

    Die Messung wird so genau wie Dein Messinstrument geht. Die schwankende Anlasserspannung muss auch die Messzange verarbeiten. Das Problem haben also beide Methoden.
    gerd