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Gebrauchtmotorradkauf - Checkliste

Erstellt von ChiemgauQtreiber, 16.04.2009, 10:10 Uhr · 3 Antworten · 2.604 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard Gebrauchtmotorradkauf - Checkliste

    #1
    Hallo zusammen,

    da ich mir eine gebrauchte Q (R 1150 GS oder vielleicht erlaubt mein Regierung doch nur eine R 1100 GS) kaufen möchte, aber als Wiedereinsteiger über keinerlei Erfahrung verfüge und auch keinen Q-fizierten Bekannten verfüge, der die typischen Leiden einer Q kennt, bin ich auf der suche möglichst nach einer Liste der typischen Schwachpunkte, die man beim erwerb prüfen sollte, gibts denn sowas
    ich denke schon, find nur nix

    Danke im voraus,

    PS: bittet der ADAC auch gebr. Fahrzeugbewertungen für Motorräder an?

  2. Registriert seit
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    Standard

    #2
    Wenn du bei einem privaten Anbieter ein Objekt deiner Begierde gefunden hast, kannst du ja die Probefahrt zu einem BMW Vertreter in der dortigen Nähe machen. Das wäre die sicherste Möglichkeit.
    Beim Händler hast du ja in dem Fall eine sichere Absicherung im Falle von Schäden. Das zahlt man natürlich mit.
    Also ich hatte auch eine 1150 von privat gekauft und absolut keine Mängel dran. Kannte mich auch nicht groß mit BMWs aus.
    Bin vom Allgemeinzustand ausgegangen und der war super. Serviceheft war vorbildlich und der Verkäufer wohnte nur 300 Meter von mir entfernt. :-)

  3. Registriert seit
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    Standard

    #3
    Tach !

    Ich hab mein Schnabeltier noch nicht so lange - Nov. 2008 gekauft, bislang ca. 4000 km gefahren. Insofern kann ich nur einige Hinweise geben.

    Der erste ist, Dich durch die Beiträge in den entsprechenden Abteilungen dieses Forums zu klicken. Gerade in letzter Zeit stand diesbezüglich einiges interessantes hier zu lesen.

    Zweitens ist derzeit das Gebrauchtkauf-Spezial-Heft von MOTORRAD im Handel, das zumindest einen gewissen schnellen Überblick auch über Marktsituation und die Konkurrenz bietet.

    Generell sind mir spezifische Schwachstellen der 1150er, so wie sie die 1100er der ersten Baujahre aufwiesen, nicht bekannt. Es handelt sich um ein solides, ausgereiftes Modell.

    In den letzten beiden Produktionsjahren (2003 und 2004) hat die 1150er, die zuvor mit dem bewährten ABS II ausgestattet worden ist, daß neue Integral-ABS III mit Bremskraftverstärker bekommen, daß für viel Diskussionen in der Motorradpresse gesorgt hat, nachdem es bei Sicherheitstrainings zu einigen Ausfällen und Stürzen gekommen war. BMW hat zunächst an dem System auch bei den übrigen Modellen festgehalten, aber es dann doch recht schnell durch das aktuelle ABS IV ersetzt.

    Meine 2002er hat noch ABS II und ich persönlich bin eigentlich froh drum. Aber auch darüber kann man geteilter Meinung sein. Es gibt auch hier wohl etliche, die mit Bremskraftverstärker und Integralfunktion (Fußbremse bremst eine Scheibe vorne mit) sehr zufrieden sind.

    Ebenso kam - ich glaube auch 2003 - die Doppelzündung hinzu, die einerseits das Konstantfahrruckeln reduzieren und andererseits den höheren Abgasnormen besser entsprechen sollte.

    Es scheiden sich also die älteren und jüngeren Jahrgänge. Welche man nun bevorzugt, ist eine subjektive Frage - und eine des Geldbeutels.

    Meine Meinung zu BMW-Motorrädern allgemein ist die:

    Wenn sie vernünftig gewartet und konzeptgerecht gefahren werden, erreichen sie regelmässig Laufleistungen wie ein Mittelklasse-PKW. Nur lassen sich diese Bedingungen - Wartung, konzeptgerechte Fahrweise - regelmässig nur schwer bei Erstbesichtigung und Probefahrt zuverlässig feststellen - erst recht für einen Laien. Geländeeinsätze beanspruchen natürlich das Material enorm, und senken die Lebensdauer. Wenn man zuverlässig sagen kann, daß ein ins Auge gefasstes Motorrad ein reines Strassenmoped war, ist das schon mal einiges wert.

    Ebenso ist ein Nachweis der ordnungsgemässen Wartung wichtig. Dabei sagt allerdings das lückenlos geführte Check-Heft nur soviel aus, wie die Werkstätten taugen, die ihre Stempel dort hinterlassen haben. Meine GS stammt von meinem "Freundlichen", der sie an den einzigen Vorbesitzer neu verkauft hatte, der nach 20.000 km auf eine vom selben "Freundlichen" neu verkaufte F 800 GS umgestiegen ist. Die bisherigen Wartungen wurden ebenfalls von meinem "Freundlichen" vorgenommen, dessen Werkstatt ich in 4-jähriger Geschäftsbeziehung als nicht gerade billig, aber reel, kompetent und zuverlässig schätzen gelernt habe.

    Ich glaube, die Bedingungen dieses Kaufs waren optimal gewesen. Der Preis war durchschnittlich. Nicht besonders günstig, aber auch nicht überteuert. Insbesondere wurde auch meine frühere Suzi DL 650 sehr günstig in Zahlung genommen. Die ersten 10-15.000 km werden auch durch eine Händlergarantie abgesichert, so daß da nicht mehr viel passieren kann.

    Generell sind die ersten 30.000 km eines Boxers wohl kritisch - wenn ein Produktionsfehler vorliegt, zeigt er sich in diesem Zeitraum, habe ich mal irgendwo gelesen. Von daher ist die Händlergarantie schon recht bedeutsam - erst recht für den technischen Laien.

    Ab 50.000 km fallen dann wieder Verschleißteile an, die teuer werden. Es handelt sich insbesondere um das Fahrwerk, die Bremsscheiben und die Kupplung. Wann all diese Teile fällig werden, hängt sehr stark von der Beanspruchung ab. Ein Spätbremser schleift seine Scheiben halt eher ab. Unter einem Spargeltarzan und auf Asphalt hält ein Fahrwerk natürlich länger, als unter einem Rubens-Paar im Geländeritt. Insbesondere teuer ist die Kupplung, weil das Motorrad bis zur Motorausgangswelle von hinten auseinandergenommen werden muß.

    Last not least sollte man darauf achten, welche Entfernung zur nächsten großen Inspektion und zum Reifenwechsel anstehen. Meine 1150er hatte die 20.000er-Inspektion gerade hinter sich und ihre Reifen waren noch nicht einmal richtig eingefahren. Auch das sprach für den deal. Steht eine große Inspektion und/oder ein Reifenwechsel, sind das auch nochmal jeweils um die 400 €, die einkalkuliert werden müssen - aber auch als Verhandlungsargument dienen können.

    Das wars soweit von mir.

    Gruß

    Kroni

  4. Registriert seit
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    6.602

    Standard

    #4
    Ich habe meine 2005 auch gebraucht von privat gekauft. Ich hab in erster Linie auf den Besitzer, dessen Umgebung und den Zustand der Maschine geguckt. Das wirkte alles so gut, dass ich mir noch die Lenkanschläge, den Faltenbalg am Kardan und die seitlichen Teile wie Sturzbügel, Rasten, Handprotektoren und Spiegel angesehen habe. Alles makellos, ich konnte mein Glück kaum fassen, bin alibi-halber ne Proberunde gefahren und hab dann ganz schnell unterschrieben. Hab´s bis jetzt nicht bereut.

    Im Ernst, achte auf die Angaben des Verkäufers und den Zustand der Maschine, kann das sein, sind die Infos stimmig? Gibt es eine nachvollziehbare Historie? Mich persönlich schreckt ein "die hab ich immer selbst gepflegt, der Werkstatt vertraue ich nicht" eher ab, ich mag Stempel im Scheckheft und Rechnungen.

    Ansonsten gucken, ob die Batterie frisch ist, oder evlt. die ABS-Lampe blinkt nach dem Start. Dann würde ich mir den Kardan ansehe, ob irgendwo Öl rauskommt, den Reifen- und Bremszustand checken und ins Verhältnis zum Preis setzen.


 

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