Seite 3 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte
Ergebnis 21 bis 30 von 34

Radschrauben lose

Erstellt von GS-Benny, 22.06.2015, 23:35 Uhr · 33 Antworten · 4.824 Aufrufe

  1. Registriert seit
    24.08.2009
    Beiträge
    65

    Standard

    #21
    Hallo Leute
    Ich möchte zu diesem, schon etwas älteren Thema, bitte auch meinen Senf geben.
    Ich war letzte Woche unterwegs nach Spanien. Am 2. Tag der Reise, bei Lyon, Radschrauben lose, Rad abgefallen, riesen Glück gehabt daß ich nicht gestürzt bin.
    Was war die Ursache??
    1. Kurz vor der Reise ließ ich die Reifen wechseln. Die haben das bei mir schon öfter gemacht. Ich war immer zufrieden.
    Auch diesmal war ich dabei. Es wurde sauber gearbeitet,ausgewuchtet und mit Drehmoment angezogen. Da kann man eigentlich nix falsch machen.

    2. Hat jemand in der Tiefgarage während der Nacht die Schrauben gelockert?? Das kann ich nicht glauben.

    3. Die Witterung. Das Reifen wechseln geschah bei einer Temp. von ca.15°C. Wir fuhren eine lange Strecke am Dienstag, 26.4. bei ca. 130km bei 2° - 5°C und Regen.
    Ich habe mal gegoogelt. Die Radnabe besteht aus Aluminium, die Radschrauben aus Stahl. Alu hat einen Wärmeausdehnungsfaktor von 23,1, Stahl von 11,5.
    Die Zahlen weichen je nach Legierung geringfügig ab. Aber man erkennt, dass der Wert von Alu doppelt so groß ist.
    Das heißt: Lt. Faktor dehnt sich Alu bei gleicher Temp.-Erhöhung doppelt soviel aus, zieht sich aber beim Abkühlen auch doppelt soviel zusammen als Stahl.
    Die Radschrauben wurden bei 15° angezogen, vielleicht war's in der Halle auch etwas wärmer. Während der Fahrt kühlten sowohl Schrauben, als auch Alugehäuse der Nabe stark ab.
    Damit verlieren die Schrauben ihre Druckkraft auf die Nabe. Sie werden etwas lockerer. Bei dieser Längenänderung reden wir über nur einige hundertstel mm.
    Dazu kommen dann während der Fahrt Vibrationen und die unterschiedlichsten Kräfte.
    Bei der GS 1150 ist das Rad "links" montiert. Wenn man nun die Drehbewegung betrachtet, dreht die Felge die Radschrauben auf.
    Spätere Modelle, GS 1200, haben das Rad "rechts" montiert.


    Aber, Leute, alles nurTheorie. Ich weiß es nicht. Vielleicht hat jemandnoch eine andere Idee??
    Es wäre sehr interessant was Gerd dazu sagt. Vielen Dank für eure Meinungen.
    Gruß Jürgen

  2. Registriert seit
    17.04.2015
    Beiträge
    571

    Standard

    #22
    Nach 50 Kilometer (mit Drehmomentschlüssel) nachziehen ... soll helfen und hat mir auch schon lose Schrauben beschert! Ansonsten ist in dieser schlechtesten aller Welten das Rad los schrauben nicht auszuschließen

    Beste Grüße
    Hannes

  3. Registriert seit
    13.07.2010
    Beiträge
    2.797

    Standard

    #23
    nur Kontrolle nach warmfahren und abkühlen hilft ansonsten ggf. Drahtsicherung hilft noch.

  4. Registriert seit
    13.07.2010
    Beiträge
    2.797

    Standard

    #24
    so zB:

  5. Registriert seit
    22.01.2012
    Beiträge
    887

    Standard

    #25
    Hallo Hannes,
    so ist es, mit Bordwerkzeug ab und zu mal nachziehen, kann nicht schaden.
    Interessante Theorien, die Du da aufstellst, bei mir war es wohl die schlechte Welt.
    Allzeit gute Fahrt, mit angezogenen Schrauben (überall).
    Benny

  6. Registriert seit
    10.07.2007
    Beiträge
    19.768

    Standard

    #26
    Zitat Zitat von Juergey Beitrag anzeigen
    ...
    Ich habe mal gegoogelt. Die Radnabe besteht aus Aluminium, die Radschrauben aus Stahl. Alu hat einen Wärmeausdehnungsfaktor von 23,1, Stahl von 11,5.
    ...
    mMn ist die nabe bei der 11x0 aus stahl (teil des tellerrades).
    das würde deine theorie über den haufen werfen ...

    wo hast du das mit alu gefunden?

  7. Registriert seit
    10.05.2012
    Beiträge
    14

    Standard

    #27
    Hallo in die Runde.

    Schrauben sind Spannelemente. Die Vorspannkraft zum maximalen elastischen Dehnen einer Schraube (womit zwei Körper zusammengedrückt und somit befestigt werden) wird erreicht, wenn mit dem vorgeschriebenen Drehmoment bei einem bekannten Reibwert, der durchaus variieren kann (Material, Gewindeformungsverfahren, Größe), angezogen wird. Da Befestigungsgewinde selbsthemmend sind, geht die Gewindeverbindung nach dem Zusammenschrauben nicht auf - wenn die Körper nicht übermäßigen seitlichen Kräften oder Vibrationen ausgesetzt sind.
    Aufgehen könnte aber auch nach einiger Zeit passieren, wenn sich die Verbindung noch setzt, d.h. die beiden zusammengeschraubten Teile geben unter dem Druck nach.

    Es kann sein, dass sich eine Schraubenverbindung löst, obwohl sie mit dem richtigen Drehmoment angezogen wurde, wenn der Reibwert in der Schraubverbindung zu hoch ist. Denn das Drehmoment ist das Produkt aus Reibwert und Montagevorspannkraft. Ein hoher Reibwert heißt höherer Reibungsverlust. Somit ist die Schraube nicht ausreichend angezogen und kann sich lockern. Der Reibungsverlust bei einer Verschraubung kann bis zu 90% betragen, 40% im Gewinde und 50% aufgrund der Kopfreibung. Kopfreibung hat man also auch bei einer Radschraube, nur ist dort ein Konus (oder es ist eine kugelige Aufnahme) anstelle einer geraden Auflagefläche, dieser dient zur Zentrierung des Rades auf der Nabe.
    Aber würde das bedeuten, dass man Schrauben schmieren soll? Googelt doch einfach mal nach Schraubenpaste.
    Schraubenpasten beinhalten immer Festschmierstoffe (im Gegensatz zu Ölen und normalen Mehrzweckfetten). Die gebräuchlichsten sind Kupfer, Keramik und Aluminium mit geringen Partikelgrößen. Das hat den Vorteil, dass die sich in den Rautiefen der Metalloberfläche einlagern, eine Trennwirkung haben und beim Öffnen der Verbindung wieder schmieren, ein Fressen wird verhindert. Wenn die angeknallten Winterräder am Auto geöffnet werden und es knallt... das war Kaltverschweissen. Es gibt Riefen an den Kegeln der Felgen, Oberflächen werden rau und narbig.
    Geschmierte Schrauben gehen leicht auf, weil das Losbrechmoment nur ca doppelt bis dreifach zum Anzugsmoment ist.
    Es gibt noch eine andere Form des Schraubenschmierens, die bei Radschrauben angewendet wird: Gleitlack (mit PTFE und oder Graphit) oder Zinklamellen-Beschichtungen. Deshalb werden die nicht mit Pasten geschmiert. Diese Schichten werden aber beim wiederholten Öffnen und Schliessen in Mitleidenschaft gezogen und somit schlechter, der Reibwert steigt.
    Gute Pasten haben im Datenblatt eine Angabe des Reibwertes. Da erkennt man dann auch Unterschiede zu Montagepasten, die häufig MoS2 beinhalten. Deren Reibwert liegt je nach Typ unter 0,09 (Reibwertfenster zwischen 0,09 und 0,14µ) und dann sollte man diese keinesfalls für Schrauben einsetzen, ausser der Drehmomentwert wird korrigiert.
    Es gibt also Leute, die ihre Radschrauben mit Paste schmieren. Wer das macht, prüft nach geraumer Zeit nochmal mit dem Drehmomentschlüssel auf korrekte Werte nach. Leute, die das Schmieren ablehnen, sollen gar nicht überzeugt werden.

    Der Reibwert kann auch Reibungskoeffizient oder Reibzahl heissen.

    Viele Grüße

    Fossie

  8. Registriert seit
    09.04.2008
    Beiträge
    2.771

    Standard

    #28
    Zitat Zitat von teileklaus Beitrag anzeigen
    so zB:

    Paranoia?!

  9. Registriert seit
    17.04.2004
    Beiträge
    12.705

    Standard

    #29
    Hi
    Schraubverbindungen sind sehr komplex und man kann sich wissenschaftlich austoben.
    Ganz am Anfang:
    Ich bin -ohne zu rechnen- davon überzeugt, dass ein Rad auch mit 3 Schrauben hält. Nicht deshalb weil ein 2CV ohnehin nie mehr hatte oder ich mit einem voll besetzten VW "auf drei Radschrauben knapp 2000 km fuhr (die anderen waren ausgerissen und meine Erfahrung zu "nach fest kommt ab").
    Und:
    Meine Radschrauben werden immer geputzt (Drahtbürste) und leicht geölt (jeweils 1 Tropfen auf das Gewinde und der Unterkopf mit einem schmierigen Finger abgewischt). Egal was der Hersteller in der Betriebsanleitung schreibt und dabei neue Räder, neue Innengewinde und neue Schrauben voraussetzt.
    Aber:
    Es kommt kein Fett ran und schon gar keine CU-Paste oder Ähnliches. Es sind keine Auspuffschrauben die man ohne Never-Seeze o.Ä. nicht mehr aufbekommt.

    Erst vor einer Woche habe ich am Auto einer Bekannten die Räder gewechselt. Es hatte einer CU-Paste draufgeschmiert nach dem Motto "viel hilft viel". Und zwar so viel, dass sie auch auf die Bremsscheiben abgeschleudert wurde.
    Die Anlageflächen der Al-Räder hatten Weissrost (also Al_oxid) und zwar dort wo sie durch das viele Fett hätten geschützt sein müssen.
    Auch auf den Schrauben waren dort wo sie durch die Radnabe gehen, weisse halbharte Rückstände im Fett.

    Im vorliegenden Fall vermute ich schlicht und ergreifend, dass der Drehmo des Mechanikers nicht richtig eingestellt war.
    gerd

  10. Registriert seit
    24.08.2009
    Beiträge
    65

    Standard

    #30
    Hallo nochmal
    Habe mal in die Wartungsanleitung geschaut. Dort steht bei Anziehdrehmoment Radschrauben:
    Vorspanndrehmoment 72Nm
    Anziehdrehmoment 105Nm
    Versteh ich das richtig? Die 4 Schrauben werden zuerst mit 75Nm angezogen, danach nochmal mit 105Nm???
    Danke für's schlauermachen.
    Jürgen


 
Seite 3 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. GS-Neuling mit Problemen (Tankanzeige/loses Teil)
    Von Mambi im Forum R 1200 GS und R 1200 GS Adventure
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 29.07.2009, 14:14
  2. Spiegelscheiben lose im Gehäuse
    Von 9-er im Forum R 1200 GS und R 1200 GS Adventure
    Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 16.05.2008, 13:39
  3. Ventil an Gabelklemmfast lose..
    Von Blubber im Forum HP2 Enduro und HP2 Megamoto
    Antworten: 15
    Letzter Beitrag: 12.05.2008, 19:46
  4. Hauptständer lose ????????????
    Von IamI im Forum R 1200 GS und R 1200 GS Adventure
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 04.10.2007, 18:13
  5. Anlasser defekt (Magnete lose?)
    Von palmstrollo im Forum R 850 GS und R 1100 GS
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 10.04.2007, 19:56