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Ungleichmässiger Bremsbelagverschleiß vorn

Erstellt von Spätzünder, 01.08.2006, 18:21 Uhr · 8 Antworten · 1.109 Aufrufe

  1. Spätzünder Gast

    Standard Ungleichmässiger Bremsbelagverschleiß vorn

    #1
    Hallo GS - Gemeinde !

    Habe heute beim Öl nachfüllen und Reifen checken mir mal die Bremsbeläge vorne angesehen und Schreck lass nach !

    Die inneren Beläge (zur Radnabe hin) sind beide gleichmäßig runter bis kurz vor der Trägerplatte und die äußeren sehen noch aus wie fast neu, so noch ca. 4 - 5 mm Belagstärke.

    Ist das auch ein typischen BMW Phänomen ?? Komisch, erscheint mir, daß es auf beiden Seiten gleichmässig ist.

    Bin ich der einzige oder hatte das jemand von Euch auch schon ?

    R1150 GSA 05/2002

    Vielen Dank und ...

  2. wop
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    #2
    Die Q, und fast alle modernen Mopeds u. Autos, hat schwimmend gelagerte Bremssättel. Etwas asymetrische Abnutzung der Beläge ist normal, aber innen verschlissen und außen fast neu deutet auf schwergängige/verdreckte Gleitflächen hin.

    Schwimmsättel sparen zusätzliche Baubreite auf der inneren (der Felge zugewandten) Seite des Rades, weil sie dort keine Kolben tragen, der Belag liegt direkt in der Zange. Der Bremssattel ist auf zwei Bolzen «schwimmend» gelagert, er kann sich seitlich gegenüber der Scheibe verschieben. Wenn der Kolben über den Belag auf die äussere Scheibenseite Druck macht, zieht er über den Sattel den auf der inneren Zangenseite montierten Belag mit derselben Kraft gegen die Scheiben-innenseite.

    Beim Bremsbelagwechsel muß man die Bremssättel inklusive Führungen mit einem Bremsenreiniger Reinigen, dann trocknen, und dann mit Kupferpaste die Gleitflächen dünn einfetten.

  3. Registriert seit
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    #3
    Hi
    Da sind schätzungsweise die äusseren Kolben schwergängiger als die inneren. Reinigen ist der richtige Tip, aber Schwimmsattel vorne ist Nonsens. Das sind 4-Kolben-Festsättel. Für hinten wäre es korrekt.
    Etwas ungleichmässig ist zwar auch nicht geplant :-), aber normal
    gerd

  4. wop
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    Standard

    #4
    Zitat Zitat von gerd_
    ... aber Schwimmsattel vorne ist Nonsens. Das sind 4-Kolben-Festsättel. Für hinten wäre es korrekt.
    ...
    Richtig!

  5. Spätzünder Gast

    Lächeln

    #5
    Danke für die Tips ! Werde es am WE erst mal mit peniblen Reinigen, Kupferpaste und neuen Belägen probieren.

    Leider sagen die Reparaturdokumentationen ja wenig über das Hydrauliksystem des Bremskreises aus. Ist das bei dem Modell mit dem ABS Kult die Bremsflüssigkeit zu wechseln und die ganze Anlage zu entlüften ? Bei einer "normalen" Bremsanlage kein Problem, da hatte ich alles was ich bisher gefahren habe mit Stahlflex ausgestattet und neu befülll und entlüftet. Hier siehts mir aber etwas komplizierter aus.

    Frage nur vorsichtshalber, falls mir einer von den Kolben herausrutschen sollte. Dann hab ich höchstwahrscheinlich richtig Stress.

    Danke Euch und ...

  6. wop
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    Standard

    #6
    Nachdem ich mir weiter oben eine blutige Nase geholt habe (bisher gabs an meiner Q nichts zu schrauben, nur ab u. zu putzen) bin ich jetzt vorsichtiger mit meinen Ratschlägen.

    Grundsätzlich ist es beim Krad so:
    Auf keinen Fall die alte Bremsflüssigkeit erst rauspumpen, das anschließende Entlüften artet dann in stundenlanges gepumpe aus!

    1. Bremsklötze an einem Bremssattel rausnehmen.
    2. Den Bremssattel abschrauben (nicht die Bremsleitung lösen!) und reinigen, auch im Bereich der Kolben u. Gummimanschetten, erst dann die Kolben zurückdrücken.
    3. Bewegliche Teile und die Rückseite der Bremsklötze dünn mit Kupferpaste oder Bremsenpaste einstreichen und alles wieder zusammenbauen.
    4. Alles beim zweiten Sattel wiederholen.
    5. Bremsflüssigkeitsbehälter aufschrauben, Flüssigkeit absaugen und Behälter reinigen.
    6. Große Spritze außer Apotheke mit einem durchsichtigen Benzinschlauch oder Bremsenentlüftungsgerät vom Motorradzubehör mit neuer Bremsflüssigkeit füllen und auf die Entlüftungsschraube schieben und Entlüftungsschraube öffnen.
    7. Neue Bremsflüssigkeit reinpumpen, der Bremsflüssigkeitsbehälter füllt sich langsam, wenn er fast voll ist sollte sich auf einer Seite nur noch neue Bremsflüssigkeit in Leitungen u. Sattel befinden, wenn nötig zwischendurch den Behälter leeren.
    8. Bremsflüssigkeitsbehälter wieder leeren und andere Seite neue Bremsflüssigkeit durchpumpen.
    9. Zum Schluß nochmal Bremsflüssigkeitsbehälter leeren und neue reinkippen.
    10. Bremshebel ein paar mal betätigen bis die Beläge anliegen und der Druckpunkt stramm ist. Zwei Minuten warten, dann den Bremshebel wiederholt betätigen und darauf achten ob der Druckpunkt besser wird. Wird er besser ist das ein Zeichen dass noch Luft im System ist, dann muß man alles nochmal entlüften.
    11. Bremsflüssigkeit ist fast so aggresiv wie Abbeize, also nicht rumpanschen, und Tank, Felgen und andere gefährdete Teil mit alten Lappen abdecken. Bremsflüssigkeitsspritzer sofort trocken und dann mit einem nassen Lappen abwischen.

  7. Registriert seit
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    Standard

    #7
    Hi
    Ich hoffe es ist kein I-ABS.
    Dann könntest Du, so Du nach dieser Anleitung vorgehst, das Mopped mit einem Hänger zu jemandem bringen der es kann.
    Sorry wenn ich nichts weiter dazu sage, aber Anleitungen für I-ABS kann man nicht so kurz fassen, dass es hier darstellbar wäre
    gerd

  8. Spätzünder Gast

    Standard

    #8
    @wop, danke für Deine Tipps!

    @Gerd, danke auch Dir, wenn I-ABS einen Bremskraftverstärker benützt, dann ist das bei mir nicht verbaut. Ich habe keinen BKV. Es sieht aber so aus, als wenn Handhebelkreis ( ins ABS ? ) und Bremszangenkreis ( asu dem ABS ? ) getrennt sind, wobei, als ich die hinteren Beläge gewechselt habe, ist der Pegelstand im hinteren Ausgleichsbehälter wieder ordentlich bis zur Max. Marke angestiegen. Bei den abgefahrenen Belägen stand der Pegel ungefähr bei Min.

    und...

  9. Spätzünder Gast

    Standard

    #9
    Hab erst mal die Zangen und Kolben, soweit es ging, mit Bremsenreiniger gereinigt und die Beläge gewechselt. Mal sehen, ob es was gebracht hat. Die vom Anschluß der Bremsleitung am entferntest liegenden Kolben gingen selbstredend auch am schwersten. Zum Glück ist keiner herausgeflutscht.

    So wie es aussieht. lassen sich die Kolben und Zangen aber höchstwahrscheinlich nur richtig reinigen, in dem man sie komplett zerlegt. Teilweise ging der auf den Kolbengleitflächen abgelagerte "Zunder" nur schwer ab ( entfernt natürlich ohne herumkratzen ). Die Kolben gleiten nach dem Reinigen doch noch relativ schwer in ihren Dichtungen.

    Schönes WE an alle und ...


 

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