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Wo kommt das Öl hin?

Erstellt von AMGaida, 18.07.2006, 19:07 Uhr · 8 Antworten · 2.393 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Frage Wo kommt das Öl hin?

    #1
    Tag zusammen,

    es wurde ja schon oft besprochen, dass die GS etwas Öl braucht. Meine Frage ist aber: wo und wann braucht sie das? In welchen Fahrsituationen wird üblicherweise Öl verbraucht?

    Ich erinnere mich dass auf meiner Slowenientour ein Freund meinte bei Passabfahrten mit eingelegtem Gang wären schon mal gelegentlich kleine "Wölkchen" aus dem Auspuff gekommen. Gerade auf der Autobahn (35°C, pralle Sonne, FID auf 6 Balken) meinte meine Freundin (fuhr hinter mir her) eine Wolke beim Schalten vom 5. in den 6. Gang aus meinem Auspuff gesehen zu haben. Ist das alles normal bzw. ok?

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    #2
    Hallo Andreas.

    Jeder Verbrennungsmotor verbraucht Öl. Der eine mehr, der andere weniger. Das liegt zum einen an der Serienstreuung, wird aber wesentlich auch durch das Einfahren mitbestimmt. Das Öl wird im Verbrennungsraum verbrannt. Es gelangt entweder an den Kolbenringen / Ölabstreifringen vorbei, oder auch über die Ventilschaftführungen dort hin. Mit zunehmendem Spiel nimmt der Verbrauch zu (Kilometerleistung). Beim Bergabfahren im Schiebebetrieb "läuft" das Öl meist über die Ventilschäfte in den Verbrennungsraum und wird dann beim erneuten gasgeben mit einer blauen Wolke verbrannt. Früher war das ein Zeichen für verschlissene Ventilschaftdichtungen, die aber heute - glaube ich - gar nicht mehr verbaut werden. Dafür sind die Führungen heute genauer gefertigt und haben einen bestimmten Schliff.

    Die Wölkchen bei den Gangwechseln im oberen Drehzahlbereich deuten auf Verschleiß der Kolbenringe / Ölabstreifringe hin.

    Mit zunehmender Laufleistung wird also auch der Ölverbrauch zunehmen. Viele Kaltstarts, hohe Drehzahlen bei kaltem Motor oder auch das zu hohe Drehen während der Einfahrphase wirken sich hier negativ aus.

    Ich denke, bis zu einem Liter auf 1000 Km ist hier als normal anzusehen. Der Ölverbrauch wird genauso wie der Benzinverbrauch in erster Linie von der Gashand bestimmt.

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    #3
    Hallo
    Wolfgang

    Interessanter Beitrag!

    >Mit zunehmender Laufleistung wird also auch der Ölverbrauch zunehmen. Viele Kaltstarts, hohe Drehzahlen bei kaltem Motor oder auch das zu hohe Drehen während der Einfahrphase wirken sich hier negativ aus.<

    Wie kommt es denn aber das die BMW Motoren in der Regel mit zunehmender Laufleistung weniger Öl verbrauchen?
    Ich weis jetzt nicht ob sich das auch auf die Boxer Motoren so auswirkt,bei den K Motoren war bzw.ist das aber so. Meine alte K100 verbrauchte mit zunehmender Laufleistung immer weniger zumindest bei den ersten 30Tkm. dann habe ich sie verkauft.
    Das lag wohl meines Wissens an dem einschleifen der Kolben?

    Gruß
    Schneuzer

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    #4
    Hallo Schneuzer!

    Zitat Zitat von Schneuzer
    Meine alte K100 verbrauchte mit zunehmender Laufleistung immer weniger zumindest bei den ersten 30Tkm. dann habe ich sie verkauft.
    Mit 30.000 km sind die BMWs ja auch gerade mal eingefahren. Mit zunehmender Laufleistung dachte ich an 150.000 bis 200.000 Kilometer. Es soll allerdings auch Leute geben, bei denen die Q bereits bei 20.000 Kilometern aus dem letzten Loch pfeift. Das sind meist die Fahrer, bei denen der Gasgriff nur zwei Stellungen kennt: Anschlag vorne oder Anschlag hinten.

  5. wop
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    #5
    Heutzutage haben fast alle Motoren Zylinder aus Leichtmetalllegierungen (Alu, Magnesium). Damit die Zylinderbohrungen (in denen die Kolben auf- und ab- sausen) nicht innerhalb kurzer Zeit verschleißen, müssen sie hauchdünn mit Hartmetall (z. B. Nicasil) beschichtet werden.
    Diese Hartmetallbeschichtung hat einen kleinen Nachteil - die Einfahrzeit verlängert sich von ein paar 100 km bei Graugußzylinder auf ein paar tausend km bei hartmetallbeschichtete Leichtmetallzylinder.

    Der Ölverbrauch ist anfangs etwas höher, weil die Hartmetallbeschichtung etwas rau ist und so bei jedem Arbeitstakt des Motors klitzekleine Mengen Öl verbrannt werden. Nach ein paar tausend km haben Kolben und Kolbenringe die Zylinder-Hartmetallbeschichtung soweit geglättet, dass jetzt eine optimale Passform gegeben ist - der Ölverbrauch sinkt (es wird immer noch Öl verbrannt, aber weniger).

    Beim Schalten und beim Schiebebetrieb sieht man manchmal Ölwölkchen, weil
    Zylinderbohrungen und Kolben werden ständig mit einem Motorölfilm geschmiert. Solange der Motor Leistung liefert und zündet, wird der Zylinderölfilm oberhalb der runtersausenden Kolben größtenteils verbrannt.
    Im Schiebebetrieb findet diese Ölverbrennung nicht statt, sondern geringste Mengen des Zylinderölfilms gelangen in den Auslaßtrakt und verlassen den Endschalldämpfer als Ölwolke.
    Außerdem,
    der Kolben hat einen Ölabstreifring. Je nach dem wie der Motor Eingefahren ist, aber auch vom Hersteller konstruiert und letztlich gefertigt ist, passen die Ölabstreifringe besser oder schlechter, der Motor wird im Schiebebetrieb etwas mehr oder weniger bläuen.

    Warum manche Motoren kein Öl verbrauchen?
    Überhaupt kein Öl verbrauchen gibts IMO nicht, der Ölverbrauch ist meist nur so gering dass zwischen den Ölwechseln nichts nachgefüllt werden muß.
    Bei Großkolbenmotoren, wie bei ner Q, ist der Ölverbrauch immer größer als bei einem Vierzylinder.

    Auch der Motorinnendruck, Zylinderdruckverlust, Ventilschaftabdichtung, und hundert andere konstruktions- und verschleißbedingte Merkmale spielen eine Rolle beim Ölverbrauch..

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    #6
    Das Thema "Einfahren", wie von Wolfgang angeschnitten, interresiert mich auch. Ich habe meine Q nach Vorschrift eingefahren, es gibt aber auch die Meinung, dass ein "Hard Break In" langfristig besser waere (siehe z. B. http://www.mototuneusa.com/break_in_secrets.htm und http://mototuneusa.com/circular_logic.htm). Wie sehr Ihr das?

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    #7
    Meine GS ist ein Ölsäufer !!
    Das war sie schon seit ich sie mit 5000km Laufleistung gekauft habe.
    Auf den letzten 3200 km Urlaubsfahrt hat sie fast einen Liter weggezogen.
    Wie oben schon beschrieben wurde ist auch bei mir der Öl-Verbrauch bei gleichmäßiger Leistungsabgabe (Autobahn) fast nicht meßbar,
    sobald es aber in die Berge geht kommen die blauen Wölkchen und der Ölverbrauch steigt.
    Ich habe schon verschiedene Ölsporten probiert, große Änderungen im Ölverbrauch habe ich nicht festgestellt.
    Auf den 50.000km die ich jetzt mit der GS abgespult habe ist der Ölverbrauch zwar hoch, aber konstant.
    Ich gehen mal einfach von miesen Fertigungstolleranzen aus.
    Nachfragen bei etlichen 1150er Fahrern ergaben unterschiedlichste Verbrauchsangaben für das Motoröl
    Es geht von <Gar nichts nachfüllen zwischen den Intervallen> bis <fast einen Liter auf 1000km>

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    #8
    Vielen Dank für die interessanten Kommentare.

    Meine Q verbraucht zwischen 0,15 und 0,3l auf 1000 km. Wie sie eingefahren wurde weiß ich nicht, seit 2800 km fahre ich sie und das bisher 13000 km weit. Seitdem kann ich mit Sicherheit von schonendem Warmfahren, kaum Kurzstrecke und insgesamt bester Motorbehandlung ausgehen.

    Aus Euren Aussagen entnehme ich, dass genau diese Situationen (Schaltvorgang bei höheren Drehzahlen und Schiebebetrieb) typisch sind und nichts besorgniserregendes?

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    #9
    Zitat Zitat von AMGaida

    Meine Q verbraucht zwischen 0,15 und 0,3l auf 1000 km.

    Aus Euren Aussagen entnehme ich, dass genau diese Situationen (Schaltvorgang bei höheren Drehzahlen und Schiebebetrieb) typisch sind und nichts besorgniserregendes?
    Genau so ist es, Andreas! Und bei Deinem Verbrauch würde ich mir überhaupt keine Gedanken machen. Wie schon angemerkt - erst mit 20 bis 30 Tkm sind unsere Kühe eingefahren. Da kann sich der Verbrauch noch nach unten entwickeln. 1 Liter auf tausend schmerzt, wenn das Öl 32 Euro plus MwSt pro Liter kostet. Mein Öl kostet 12,99 Euro pro 5 Liter und die Märchensteuer ist auch schon drin.


 

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