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LC auf dem Leistungsprüfstand

Erstellt von GSTroll, 24.08.2013, 18:11 Uhr · 153 Antworten · 26.942 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    #61
    ...ist es denn so wichtig, ob 121,3 / 124,187 oder 126,8 PS

    Völlig überbewertet !!! Mehr PS helfen nicht über Fahrerschwächen hinweg.

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    #62
    nicht wichtig, aber wenn wir schonmal drüber reden..... außerdem hätte ich dann gerne lieber 126 statt 121 PS...nur so wegen dem Gefühl
    kein Motorrad hilft so gut über Fahrerschwächen hinweg, wie die GS

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    #63
    Jungs, was überhaupt noch nicht bedacht wurde, dass Leistungsmessungen auf einem Rollenprüfstand mit extremer Vorsicht zu behandeln sind. Die Dinger sind alles andere als genau. Streuungen von 5% in beide Richtungen sind eher die Regel, als die Ausnahme. Ich würde also mal sagen, dass Angaben bei der GS um die 10PS daneben liegen können.
    Ganz kurios wird es, wenn Messungen an verschiedenen Tagen durchgeführt und dann miteinander verglichen werden. Das ist dann schon nahe an unseriös. Und 2 verschiedene Prüfstände zu vergleichen, dann kann man auch gleich schätzen.

    Solche Rollenprüfstande sind NICHT dafür gemacht, die richtige Leistung zu ermitteln. Glaubt mir, das geht in die Hose. Mit den Dingern kann man einen Auspuff und einen PCIII oder was auch immer abstimmen. Zudem wird man solche "Schätzeisen" nicht im wirklich professionellem Umfeld finden.

    Eine seriöse Leistungsbestimmung geht nur auf einem Prüfstand bei AUSGEBAUTEM Motor. Alles andere dient zur Unterhaltung von Leuten, die sich nicht auskennen. Auch wenn Prüfstandbesitzer jetzt gross aufschreiben werden. Leute spart euer Geld und geht davon ein Eis essen....oder ins Kino, da ist es auch spannend... Aber das Moped auf die Rolle zu stellen und dann mit Messprotokollen um sich zu wedeln, führt bei echten Messtechnikern zu einem heftigen Schmunzeln

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    #64
    aber natürlich wurde das bedacht und es ist auch vollkommen egal, wenn, wie ich schon schrub, mehrere Mopeds unter gleichen Bedingungen auf dem gleichen Prüfstand getestet wurden.
    Die Aussagekraft eines Rollenprüfstandes bezieht sich auch nicht rein auf den ermittelten Meßwert (wie gesagt dürfen Prüfstände +- 5% zur tatsächlichen Leistung anzeigen) sondern auf die Vergleichbarkeit. Da ist es nämlich egal, ob ein Motorrad 128 oder 130 PS, wenn das zweite 125PS hat, dann ist es eben leistungsschwächer als das erste.
    Außerdem variieren Messungen auf einem Prüfstand nicht einmal nach unten und das nächste Mal nach oben, sondern es gibt Tendenzen. Wenn ein Prüfstand, sagen wir generell 5% zuviel anzeigt (zur tatsächlichen Leistung) dann wird er das bei jeder Messung machen und nicht bei BMW zuviel und Triumph zu wenig anzeigen.

    isofern -> fo(u)ck schmunzelnde Meßtechniker

    wenn ein Prüfstand so ein Schätzeisen wäre, wie du es versuchst darzustellen, müßte man sie Belustigungsstände nennen

  5. Registriert seit
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    #65
    Radleistung + Schleppleistung = Motorleistung + Din70020 Korrektur Wird auf Diagrammen als P/M Norm nach Din 70020 ausgewiesen


    Din70020 Korrektur
    Die Messung wird korrigiert von dem in der Umgebung gemessenen (Klimabox) Wert, auf den Wert 1013 mbar, 20°C und 0% Feuchte hoch oder heruntergerechnet. Damit ist ein Ergebnis vergleichbar, egal ob Heini Meier in Flensburg oder Joschi Jogurt im Garmisch misst.

    Motorleistung
    Die Leistung wird damit gemäß DIN 70020 am Schwungrad gemessen und in PS (DIN-PS) angegeben.






    Das hier hat jetzt nichts mit den Messungen am TDD zu tun. Dort sind an dem morgen die Messungen für alle gleich.

    Aber ihr beide habt in einer gewissen Weise Recht.

    Ganz wichtig!

    Natürlich gibt es unterschiedliche Messverfahren. Die angegebene Leistung, die in der ABE der Fahrzeuge angegeben ist, Ist nach EWG Messung angegeben.


    Auf Prüfständen gemessene Leistungen von Verbrennungsmotoren müssen auf Normbedingungen zurück gerechnet werden. Nach DIN 70020 sind das 1013 hPa, 20 °C und 0 % Feuchte, nach EWG 80/1269 sind das 990 hPa und 25 °C.

    Wer sich mit Physik oder Verbrennungsmotoren auskennt, der weiß, dass die Leistung eines nicht aufgeladenen Verbrennungsmotors proportional zur Dichte der Luft ist. Die Luftdichte ist proportional zum Luftdruck und reziprok-proportional zur Temperatur in Kelvin (0 °C = 273 K). Dies folgt aus der Zustandsgleichung für Gase (p * V = R * T => p/T = R/V = prop. Dichte). Ein physikalisch korrekter Korrekturfaktor für Umgebungsbedingungen (P Norm = k * P Mess) wäre daher:


    DIN: k = (1013 hPa/p) * (T/293 K)
    EWG: k = (990 hPa/p) * (T/298 K)


    Die DIN 70020 versucht nun durch ein festgelegtes willkürliches aber auf falscher physikalischer Betrachtung basierendes Einsetzen einer Wurzel in der Temperaturkorrektur, wenigstens physikalische Exaktheit vorzutäuschen:
    DIN 70020: k = (1013 hPa/p) * (T/293 K)^0,5


    Dies versucht die EWG 80/1269 erst gar nicht und führt so schicke, aber auch bereits auf den ersten Blick für den Laien völlig unphysikalische Exponenten 1,2 und 0,6 ein:
    EWG 80/1269: k = (990 hPa/p)^1,2 * (T/298 K)^0,6


    Ergebnis ist, dass eine Messung bei tiefen Temperaturen ein wesentlich besseres korrigiertes Ergebnis bringt als bei Normbedingungen.
    Also kommen die cracks, die unbedingt den Pokal oder den Orden für die beste Motorleistung früh am Morgen zum TDD.
    Bei korrekten Formeln wäre das egal.


    Beispiel mit auf/ abrunden

    Ein Saugmotor hat auf einem Prüfstand gemessene 125 PS bei 1013 hPa und 20 °C (P DIN = P Mess = 125 PS). Auf dem identischen Prüfstand wird der Motor nun in der folgenden Nacht bei 1013 hPa und 5 ° C gemessen. Es resultiert P Mess = 125 PS * (293 K/278 K [1,054]) = 132 PS. Der Rollenprüfstand errechnet dann per (physikalisch falscher) DIN-Korrektur P Norm = 125 PS * (278 K/293 K)^0,5 = 128 PS !! Also 3 PS mehr und dies völlig ohne bei den Messungen zu schummeln und DIN-konform. Da die Leistung der Motoren heute jedoch gemäß EWG angegeben werden, steht in den Papieren dieses Aggregates als Leistung 125 PS * (990 hPa/1013 hPa) * (293 K / 298 K) = 120 PS


    Ein Ergebnis ohne schummeln:
    Ein Motor hat 120 PS gemäß Zulassungsbescheinigung (EWG). Dieser Motor hat 125 PS nach DIN, die aber nirgends mehr in den Papieren auftauchen. Er wird bei 5 ° C auf einem Prüfstand gemessen und hat anschließend völlig ohne Schummeln 128 PS nach DIN. Auf diese Art zeigen die Tuner ein völlig legals Balzverhalten, frei nach dem Motto, wer hat den längsten - dicksten- schönsten.

    Grundsätzlich gilt für alle, eingeschlossen meine Person, wer misst. misst Mist.

    Geschummelte Messungen erkennt man z.B. an überhöhten Ansaugtemperaturen. Ist es z.B. 20 °C warm, nun positioniert der Bediener den Fühler der Klimabox etwas in Richting hin, wo es warm ist (die Orte gibt es, ist ja schließlich ein Verbrennungsmotor und der anwesende Laie weiss ja meistens gar nicht was in der Messkabine geschieht) und dieser misst jetzt durch die Lageveränderung 65 ° C , so korrigiert die Software des Prüfstandes mit diesen 65 ° C, obwohl der Motor 20 °C warme Luft atmet. Aus 125 PS werden dann per DIN schnell 125PS * (338/293)^(0,5) = 134 PS. Natürlich könnte durch den Bediener der Messanlage die Schummelei noch beliebig ausgeweitet werden (Luftdruck-Sensor) oder auch mit den Fehlern der DIN kombiniert werden (Messung bei tiefen Temperaturen).

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    #66
    Zitat Zitat von fralind Beitrag anzeigen
    Radleistung + Schleppleistung = Motorleistung + Din70020 Korrektur Wird auf Diagrammen als P/M Norm nach Din 70020 ausgewiesen
    sag ich doch, auf dem Diagramm ist die korrigierte Leistung angegeben, da wird nix mehr dazugerechnet.

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    #67
    Das ist leider mit einem guten Schuss Halbwissen geschrieben. Du kannst auch zwei Mopeds hintereinander drauf stellen und bekommst trotzdem keine wirklich echten und damit vergleichbaren Werte. Ich will jetzt hier nicht zu tief einsteigen, aber einfach mal ein paar Gedanken, die man während des Studiums so mitbekommt:


    1. Reifentyp und Reifendruck
    Der verwendete Reifentyp sowie dessen Luftdruck beeinflussen die Radverlustleistung zwischen Prüfrolle und Reifen. Durch einen hohen Reifendruck z.B. wird die Verlustleistung künstlich herabgesetzt, da die Auflagefläche geringer wird. Gleichzeitig sinkt aber auch die Traktion, was wiederum zu Messfehlern führen kann.
    2. Befestigung des Fahrzeugs
    Die Befestigung des Fahrzeugs auf dem Prüfstand ist bei hohen Leistungen unerlässlich, um die Traktion und Sicherheit zu gewährleisten. Der dadurch aber künstlich erhöhte Anpressdruck auf die Rolle erhöht die Verlustleistung.
    3. Traktion auf der Rolle
    Je nach Beschaffenheit der Prüfrolle und Reifen ist die Traktion eines der größten Probleme, um große Leistungen korrekt zu messen. Ein Traktionsabriss kann auch unbemerkt vonstatten gehen.
    4. Ansauglufttemperatur
    Die Ansauglufttemperatur wird in der Ansaugbrücke gemessen und spielt für die erzeugte Leistung eine maßgebliche Rolle. Die Ansauglufttemperatur liegt i.d.R. deutlich über der Umgebungstemperatur und hängt auch nicht linear von dieser ab. Faktoren wie Hitzestau spielen hier eine große Rolle. Als Faustformel kann man sagen, dass man durch
    die veränderte Dichte von warmer gegenüber kalter Luft pro 3,3°C je 1% Leistung gewinnt oder verliert. Eine gute Telemetrieauswertung während der Messung ist somit unterlässlich.
    5. Kühlwassertemperatur
    Auch die Kühlwassertemperatur hat großen Einfluss auf die erzeugteLeistung. Abweichungen von bis zu 7% können bei Turbomotoren bei ansonsten identischen Bedingungen hier beobachtet werden. Aber das haben wir ja bei der GS nicht...

    aber diese ganzen Fakten oben summiert, können beim gleichen Messstand und beim GLEICHEN Motorrad auch mal 5-6 PS ausmachen, wenn man einige der o.a. Parameter ändert


    ..also ein Moped runter und das nächste rauf, geht so wie Du es beschrieben hast, sehr wahrscheinlich in die Hose

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    #68
    Mal im Ernst:
    Es ist interessant, was heute alles messbar ist und wie genau die Werte sind.

    So als 'Normalo' ist es aber doch schon so, dass 5PS nicht der Grund sind, wenn andere mir wegfahren, oder?
    Und wenn ich einfach mal 10kg abnehmen würde, dann hilft das auch noch beim Spritverbrauch.
    Für mich ist schön zu sehen, dass BMW anscheinend die Leistung des Motors korrekt angibt.

    Ich verstehe, wenn jemand den esd tauscht wegen der Optik oder Sound. Aber Leistung und Gewicht? Das ist doch nur relevant bei Leistungssport.

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    #69
    Nicht ganz, es wurde nur bis zur Abriegeldrehzahl gefahren und dann die Kupplung gezogen. Die Schleppleistung wird ( bis jetzt war es jedenfalls so wenn ich auf dem Prüfstand P4 in der Boxergarage abstimme) ermittelt, indem man abwartet bis die ermittelte Leistung im kleinen Feld angezeigt wird, dann schaltet man einen Gang mit gezogener Kupplung herunter und lässt die Kupplung schlagartig kommen, entsprechend der Abbremsung durch den Motor dann den nächsten tieferen Gang und dann wieder den nächst tieferen Gang.


    übrigens, dass sind Ergebnisse auserhalb des Studiums, also aus der Praxis.

  10. X-Moderator
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    #70
    Sind jetzt an dem gleichen Tag weitere LC's gemessen worden? Wie war das Ergebnis?


 
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