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ABS Funktion der ersten 1200er

Erstellt von kl2311, 24.02.2016, 08:03 Uhr · 20 Antworten · 2.120 Aufrufe

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    Standard ABS Funktion der ersten 1200er

    #1
    Hallo liebe GS Gemeinde
    Ich habe vor kurzem eine gebrauchte GS erworben (Bj. 2005). Jetzt lese ich hier im Forum, dass das Hinterrad, trotz ABS blockieren kann. Könnte mir jemand mit einfachen Worten erklären, wie das Teilintegral ABS genau funktioniert? Das das ABS das Blockieren der Räder verhindern soll weiss ich. Aber wonach entscheidet sich die Bremsverteilung von vorne und hinten? WAs passiert wenn ich zusätzlich die Fussbremse trete? Und was passiert bei ausgeschaltetem ABS mit der Integralbremsfunktion?
    Was mich auch interessiert ist, wie ich meine Fahrweise darauf einstellen muss.

    Grüße
    Klaus

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    #2
    Zitat Zitat von kl2311 Beitrag anzeigen
    ... Jetzt lese ich hier im Forum, dass das Hinterrad, trotz ABS blockieren kann. ...
    mMn solltest du nicht von einem einzelfall auf eine regel schließen.

    ich habe das baugleiche system in der 1150 und bremse damit genau wie sonst auch, nur dass ich nicht beide hebel gleichzeitig benutze.
    normalbremsung: nur hebel am lenker
    voller anker: nur hebel am lenker
    hinten bremse ich nur dann, wenn ich separat das hinterrad verzögern will.

    abs funktion
    abs-bremsverteilung



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    #3
    Hi
    Mache ich so wie Larsi. Wobei es theoretisch besser verzögert wenn man auch hinten draufsteigt. Der praktische Unterschied liegt bei wahrscheinlich 1 cm kürzerem Bremsweg weil die hintere Bremse 30 cm früher mit dem (Mit-)Bremsen beginnt. Das aber erreichen 90 % aller Fahrer wesentlich einfacher wenn sie von vorn herein mitdenken, gleich beherzt zugreifen und nicht erst herumzaudern.
    Viele sind mehr mit Apps/Mäusekino beschäftigt oder mit lauschen mit quasi geschlossenen Augen der 5-ten von Beethoven aus der Soundanlage.
    Die Nebelscheinwerfer und die Warnweste denken nicht :-).
    gerd

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    #4
    Bisher war ich immer ohne ABS und Bremsassistent unterwegs. Ich habe mir im Laufe der Jahre die Fähigkeit erworben, auch bei ambitionierter Kurvenräuberei meine Bremsen effektiv zu benutzen, ohne dass ich mich auf die Nase lege. Das ganze jetzt dem Bordcomputer zu überlassen macht mir Angst. Ich weiß, der kann das vermutlich schneller ausrechnen als das meine Sinne wahrnehmen können, aber trotzdem ...
    Wenn ich die hintere Bremse mitbenutze, bedeutet das denn mehr Bremswirkung auf dem Hinterrad oder ist das dann wurscht?

    Grüße
    Klaus

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    #5
    [QUOTE=kl2311;1717862] Ich habe mir im Laufe der Jahre die Fähigkeit erworben, auch bei ambitionierter Kurvenräuberei meine Bremsen effektiv zu benutzen, ohne dass ich mich auf die Nase lege.

    Halte ich für eine trügerische Sicherheit! Unter klinischen Bedingungen (z.B. auf der Rennstrecke) kann man durchaus eine bessere Bremsleistung ohne als mit ABS erreichen. Im schnöden Motorradalltag möchte ich auf ABS aber nicht mehr verzichten. Hier tauchen doch ständig unvorhergesehene "Probleme" und "Situationen" auf (schlechter Straßenbelag, Dreck, verstrahlte Autofahrer etc.). Die Fähigkeit all diese Situation ohne ABS zu meistern, kann man aus meiner Sicht nie erwerben. Bin im übrigen sonst kein Freund von dem ständig schlimmer werdenden Technikhype im gesamten Fahrzeugbereich. Aber ABS ist eine absolut sinnvolle und wichtige Erfindung.

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    #6
    Ser's,

    ich bin fast 10 Jahre mit einer 2005er GS durch die Gegend gedüst.

    Das Integral-Bremssystem (das ist allgemein) funktioniert folgendermaßen:

    Vollintegral: Das Betätigen eines der Bremshebels betätigt die Bremsen an beiden Rädern (also vorne und hinten). Je nach Auslegung wird beim Fußbremshebel die vordere Bremse mehr oder weniger mitbetätigt.
    Im Extremfall ist es so, dass Hand- und Fußbremshebel gleiches bewirken.

    Teilintegral: Das Betätigen der Handbremse löst auch eine Betätigung der hinteren Bremse aus. Die Betätigung der hinteren Bremse löst vorne gar nix aus.

    Und jetzt zur 2005er GS:
    Teilintegral mit Bremskraftunterstützung (also die mit dem Surren beim Bremshebelbetätigen), auch Bremskraftverstärker (BKV) genannt:
    Vordere Bremse löst eine Betätigung der hinteren Bremse aus, und zwar Radlastabhängig - das bedeutet, dass die hintere Bremse um so weniger bremst, je mehr die Radlast beim Bremsen nach vorne geht.
    Das heisst aber auch, dass das hintere Rad nicht blockiert (dank ABS).

    Zusätzlich greift noch die Überschlagserkennung, die bei anhebendem Hinterrad die Bremsleistung vorne verringert. (also Stoppies gehen definitiv nicht!!)

    Sobald du den Fußbremshebel betätigst, wird (zusätzlich zur durch die Handbremse bereits vorhandenen Bremswirkung) noch zusätzlich gebremst (also im System Bremsdruck beaufschlagt) Das ABS verhindert weiterhin zusätzlich ein Blockieren.
    Konkret bedeutet das, dass dein "hinten bremsen" bis zur Wirkungslosigkeit weggeregelt wird.


    Bei Ausgeschaltetem ABS bleibt die Teilintegralfunktion erhalten, damit bringst du das Hinterrad natürlich zum Blockieren, da du ja zusätzlich zur schon von vorne ausgelösten Bremskraft, noch mit dem Fuß etwas dazugibst.

    Soviel zur Theorie!

    In der Praxis (in der ja meist keine Blockiergefahr besteht, da man ja nicht dauernd Vollbremsungen hinlegt), wird das zusätzliche Bremsen mit der Fußbremse genau das gleiche auslösen, wie wenn du kein Teilintegralsystem hättest. Man spürt das nicht wirklich.
    Damit kann man die Fußbremse, so wie gewohnt, als Zusatz oder als "Korrekturbremse" (zB in der Kurve) verwendet werden.

    Du kannst deine Fahrweise beibehalten und musst dich nicht fürchten, dass der Bordcomputer (!?!) dich abzuwerfen versucht.
    Auch das in der Kurve Bremsen bleibt gleich gefährlich wie ohne Teilintegral oder ABS, denn die Physik wird ja nicht geändert. (Ist ja kein Kurven-ABS, das außer Raddrehzahl noch andere Parameter mitmisst).

    Auch mit ausgeschaltetem ABS bemerkt man die Teilintegralfunktion eher nicht, außer bei einer Vollbremsung, da dann das Hiinterrad recht früh blockiert (so wie ohne Teilintegral auch).

    Die durch das Teilintegral zusätzlich beaufschlagte Bremskraft hinten ist in der Praxis fast nicht spürbar (mit oder ohne ABS). (da muss man schon den Vergleich mit einem Mopped ohne Teilintegral direkt machen - also unmittelbar hintereinander)

    Ich halte die Bremse der 2005er GS für die beste Bremse, die es gibt (also zumindest die ich gefahren bin), auch neuere Bremssysteme sind nicht so toll, wie die mit dem Bremskraftverstärker

    Liebe Grüße
    Wolfgang

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    Standard

    #7
    Zitat Zitat von GS`ler Beitrag anzeigen

    Zitat Zitat von kl2311 Beitrag anzeigen
    Ich habe mir im Laufe der Jahre die Fähigkeit erworben, auch bei ambitionierter Kurvenräuberei meine Bremsen effektiv zu benutzen, ohne dass ich mich auf die Nase lege. .
    Halte ich für eine trügerische Sicherheit! Unter klinischen Bedingungen (z.B. auf der Rennstrecke) kann man durchaus eine bessere Bremsleistung ohne als mit ABS erreichen. Im schnöden Motorradalltag möchte ich auf ABS aber nicht mehr verzichten. Hier tauchen doch ständig unvorhergesehene "Probleme" und "Situationen" auf (schlechter Straßenbelag, Dreck, verstrahlte Autofahrer etc.). Die Fähigkeit all diese Situation ohne ABS zu meistern, kann man aus meiner Sicht nie erwerben. Bin im übrigen sonst kein Freund von dem ständig schlimmer werdenden Technikhype im gesamten Fahrzeugbereich. Aber ABS ist eine absolut sinnvolle und wichtige Erfindung.
    Ser's,

    ich halte das für absolut nicht trügerisch, sich zuzutrauen, die Bremsen effektiv zu nutzen.

    Ich hoffe vilmeehr, dass das alle Moppedfahrer gelernt haben.

    Es wird ja auch nicht behauptet, eine bessere Bremsleistung zu erzielen. Nur, dass der TE seine Bremse so beherrscht, dass er nicht dauernd hinfliegt.

    Die Predigt für ABS ist hier nicht angesagt, da der TE das BS ja nicht in Frage stellt, sondern nur wissen will wie sich ein Teilintegral auswirkt

    Liebe Grüße
    Wolfgang

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    #8
    Schöne Beiträge Wolfgang, denen ich zustimmen kann. Lediglich eine Kleinigkeit beurteile ich subjektiv anders:

    Zitat Zitat von IamI Beitrag anzeigen
    ...

    Ich halte die Bremse der 2005er GS für die beste Bremse, die es gibt (also zumindest die ich gefahren bin), auch neuere Bremssysteme sind nicht so toll, wie die mit dem Bremskraftverstärker

    Liebe Grüße
    Wolfgang
    Ich nenne es nicht die beste Bremse, sondern die brutalste. Für mich ist eine Bremse mit mehr Gefühl und mehr nötiger Handkraft angenehmer.

  9. Registriert seit
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    #9
    Hallo Klaus,

    ich hab meine GS damals 2006 gekauft und fahre sie noch heute.
    Mit dem gleichen Bremssystem, wie in Deiner '05er.

    Ich kann nur sagen, dass ich in diesen fast 10 Jahren und über 110tkm nicht ein Problem mit der Bremse hatte.

    Den einzigen Nachteil ist der teurere, weil aufwendigere Wechsel der Bremsflüssigkeit.

    Gruß,
    Carsten

  10. Registriert seit
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    #10
    Ich fahre auch eine 2006er mit dem surrenden BKV, ja, die Bremse ist wirklich anfangs ungewohnt brutal. Was ich nicht verstehe das Dir viele erklären brauchst nur die vordere Bremse, Fußbremse kannste weglassen. Auch bei einer Vollbremsung nehme ich die hintere Bremse mit. Betätigst Du nur die vordere Bremse wirst Du Dich erschrecken wie hoch das Hinterrad in die Luft geht. Nimmst Du die hintere Bremse mit bleibt der Effekt deutlich milder. Zudem möchte ich mir auch das "klassische" Fahren nicht abgewöhnen, die Reflexe habe ich mir mühsam erarbeitet.


 
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