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Bremsenfunktion

Erstellt von Karl-Heinz, 16.07.2007, 09:07 Uhr · 13 Antworten · 1.812 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Frage Bremsenfunktion

    #1
    Hallo Leute

    Die Handbremse wirkt auf Vorder- und Hinterrad. Dabei wird automatisch die Bremskraft optimal verteilt. Eigentlich benötigt man die Fußbremse ja nur, wenn man z. B. in einer Kurve und plötzlichen Sandbelag auf der Fahrbahn ganz leicht anbremsen möchte/muß, und diese Bremswirkung verständlicherweise ausschließlich dem Hinterrad überlassen möchte.



    Wie verhält sich diese automatische Verteilung, wenn man zusätzlich zu Handbremse die Fußbremse betätigt, gleichzeitig?
    a) bei normaler, also leichter bis mittleren Bremsung

    b) bei Vollbremsung


    Eigentlich müsste man bei einer Vollbremsung, wenn man die Automatik und das ABS optimal nützen möchte, ausschließlich die Handbremse betätigen, denn diese verteilt die Bremskraft dann automatisch optimal.


    Aus Gewohnheit trete ich zumindest aber immer, zumindest bei einer Vollbremsung auch gleichzeitig die Fußbremse, die dann ja zusätzlich auf das Hinterrad wirkt und die optimale Bremsverteilung dann gestört ist.
    Ist das so?
    LG
    Karl

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    #2
    Servus!

    Also bei mir spricht das ABS vom Hinterrad schon bei "normalen" Betätigen der Hinterbremse an. Man muss sich dran gewöhnen nur die Handbremse zu benutzen.

  3. Registriert seit
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    #3
    Di GS(A) hat TEILINTEGRAL ABS

    Das bedeutet, die sog. Integralfunktion, also das gleichzeitige Bremsen auf beiden Rädern bei optimierter Bremsverteilung, funktioniert nur mit dem Handbramshebel. Die Fußbrema wirkt ausschließlich aufs hinterrad. (Andere BMW mit Vollintegral haben die funktion auf beiden Bremshebeln).

    Lt. diverser Gerüchte soll man je nach Beladungszustand einmal in den regelbereich bremsen, damit sich das ABS "justiert"... weis ich aber nicht genau...

    Bei den meisten Fahrsicherheitstrainigs wird einem gesagt, das man immer beide Bremsen betätigen soll. 1.) weil dadurch ggf. reaktionszeit gewonnen wird 2.) soll der Druck sich im System schenller aufbauen wenn beide betätigt werden 3.) gewöhnt man sich keinen Luxus an, den man auf nem anderen Mopped eventuell nicht hat... das kann bei kurzem Moppetentausch gefährlich enden.
    Im Standverkehr, so wurd mir auf nem FaSi gesagt, nimmt man nur die Hinterrad bremse. Wer sich angewöhnt damit ausrecihend zum stehen zu kommen, hat mit der Vorderradbremse noch so enorme reservern, das ein Crash quasi nicht mehr möglich ist...

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    #4
    Das mit dem Justieren ist ein Märchen hat mir der Mechaniker meines Vertrauens gesagt.

    Beim zusätzlichen Bremsen mit der Fußbremse wird das Hinterrad eher überbremst und neigt somit auch eher zum Blockieren. Also nur Handbremse auch im Notfall. Am besten mal auf freier Strecke einige Notbremsungen simulieren und schauen was die Q macht und vergleichen ob das mit der Fußbremse was bringt (tut es nämlich nicht außer das Hinterrad blockiert eher was durch das ABS nicht so auffällt).
    Doof dabei ist nur das man sich daran gewöhnt und wenn man dann auf einen Bock ohne Teilintegral ABS umsteigt erstmal ohne Hinterradbremse unterwegs ist.

    Der eine FaSi sagt das der nächste was anderes, meine Meinung ist wenn man ohne Teilintegral unterwegs ist immer mit Fußbremse bremsen, dann geht das so weit in Fleisch und Blut über, dass man das dann auch im Notfall drauf hat. Richtig verwendet kann das Hinterrad bis zu 30% an Bremsleistung übernehmen, dass kann sich lohnen!

  5. Registriert seit
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    #5
    Hi
    Dann sollte der Mechanikus Deines geringsten Misstrauens mal auf eine Fortbildung gehen. Zumindest beim Bremsservounterstützten I-ABS scheint er etwas wenig Ahnung zu haben.
    Ob man hand- oder fussbremst ist beim Teilintegral in Bezug auf die hintere Bremse egal. Wird es überbremst, fängt das ABS an zu regeln. Ansonsten ist da eine Grundverteilung eingestellt die sich "korrigiert" sobald man das erste Mal (nach jedem "Zünung ON") in den Regelbereich kommt.
    Wie eine hintere Bremse bei einer Vollbremsung 30% Bremskraft übernehmen soll, ist mir nicht ganz klar. Das macht es vielleicht für Sekundenbruchteile, dann ist das Hinterrad in der Luft! Räder in der Luft können aber nicht bremsen! Hat das ABS System den Eindruck das Rad wäre nun lange genug in der Luft gewesen (zeitabhängige Progammierung), löst es auch die vordere Bremse kurz um einen Überschlag zu verhindern. Da kann man streiten: Die Einen möchten sich lieber überschlagen aber bremsen, die Anderen lieber leicht ungebremst einschlagen. Typhus oder Cholera ist die Frage, zumal dieses ABS standardmässig nicht für Rennen programmiert ist und auch der Freundliche nichts daran ändern kann.
    4V ABS III I-Integral
    4V ABS III I-Integral Bremsverteilungsdiagramm
    gerd

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    #6
    Kleines RTFM Problem?
    Also doch ein Märchen, das ABS wird nicht justiert, sondern die Bremslastverteilung, wenn ich die Diagramme des zweiten Links richtig deute (die Achsenbezeichnung F/mg irritiert mich etwas, was bedeutet mg , Milligramm?) dann ist die Verteilung sowohl beim Solobetrieb als auch im Soziusbetrieb sogar höher als 30% zu gunsten des Hinterrades. Die Überschlagsverhinderung des I-ABS soll ja dafür sorgen, dass das Hinterrad am Boden bleibt und weiter mit Bremsen kann.

  7. Registriert seit
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    #7
    Hi
    Überschläge verhindern oder Rad so am Boden lassen, dass eine Kraftübertragung zum Bremsen möglich ist sind zwei getrennte Probleme.
    Das Rad geht auch mit I-ABS hoch. das kannst Du bei jedem Sicherheitstraining und auch in Hechlingen beobachten. Nur soll es eben nicht "unendlich" hochgehen. Es schützt auch keine Funktion gegen ein seitliches Ausbrechen des Hinterrades, zumindest nicht beim ersten (Voll-) Bremsakt.
    Wenn ein System den Bremsdruck so beeinflussen würde, dass die physikalisch bedingte Radlastverteilung auf das Vorderrad so beeinflusst werden würde, dass das Hinterrad immer 30% Bremsleistung übertrüge, dann würde Bremsweg "ohne Ende" verschenkt.
    Es ist nun mal so, dass bei einer Vollbremsung sich das komplette Gewicht scheinbar auf das Vorderrad verlagert weil der Fahrzeugschwerpunkt höher "liegt" als die Reifenaufstandsfläche. Somit versucht der Schwerpunkt seine Geschwindigkeit beizubehalten während beide Reifen mal kurz Bremskräfte übertragen. Nachdem das Vorderrad langsamer werden, der Schwerpunkt aber gleich schnell bleiben möchte, versucht sich letzterer in Richtung Aufstandspunkt zu verschieben.
    Also bleibt dem Schwerpunkt nur der Ausweg sich auf einer Kreisbahn um den Aufstandspunkt des Vorderrads zu bewegen. Dabei hat er zuerst den Negativfederweg der HA zur Verfügung. Ist der aufgebraucht, dann geht das Hinterrad hoch und bewegt sich mit einem Abstand der etwa dem Radstand entspricht um den Aufstandpunkt des Vorderrads. Dieser Abstand ist aber halbwegs konstant, da die Rahmen recht stabil sind.
    Sitzt auf dem Mopped ein Hänfling und langt das ABS bei der Bremskraftverteilung gemäss seiner Wissensbasis zu, dann blockiert das Hinterrad früher als es das bei voller Beladung und damit nach hinten verlagertem Schwerpunkt tun würde. Aus dem ersten Stehen (Blockieren) des Hinterrads und der Info bei wieviel weniger Bremsdruck es sich wieder dreht errechnet das ABS die momentane Last, merkt sich diese in Form einer anderen Lastkurve bis man die Zündung ausschaltet. Ob Du dazu "justieren" oder sonst was sagst ist egal.
    "Sieht" das ABS nun, dass auch bei minimalem Bremsdruck das hintere Rad steht, schliesst es messerscharf, dass es in der Luft ist.
    Jetzt rechnet das ABS verzweifelt und versucht aus der Drehzahl (und der neg. Beschleunigung) des Vorderrads und seiner "Wissensbasis" zu berechnen wie viel Druck es nachlassen kann, damit das Hinterrad (Drehzahl =Null) das Vorderrad nicht "obenherum" überholt aber trotzdem noch möglichst viel Bremsdruck am Vorderrad bleibt (als Alternative könnte es komplett aufmachen).
    Ist es der Meinung, dass die Geschwindigkeit so gering ist, dass ein Aufmachen gar nix mehr bringt, weil das Vorderrad ohnehin gleich stehen wird, legt es sich hin. Ist es der Auffassung, dass es noch zu schnell ist, macht es (wieder) mal kurz auf und versucht so das Hinterrad nach unten zu bringen.
    gerd

  8. Registriert seit
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    #8
    Hallo Karl-Heinz.

    Wenn Du nur mit der Handbremse eine Vollbremsung machst geht das Hinterrad hoch.
    Verhindert wird dass nur wenn Du auch mit der Fussbremmse bremst.
    Nur mit der Hinterradbremse wird die Ueberschlagfunktion aktiviert.
    Habe das bei einem Fahrertraining selber ausprobiert.
    Bei einer Vollbremsung mit 100 km/h und nur Handbremse fünf Meter auf Vorderrad gefahren. Das gleiche zusätzlich mit Fussbremse, da blieb das Hinterrad am Boden. Aber der Bremsweg wurde etwas länger, da die Regelung die Bremse vom Vorderrad wieder etwas aufmacht.
    Seitdem versuch ich immer beide Bremsen gleichzeitig zu benutzen.

    Gruss,
    Benze

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    #9
    Moin,

    auch wenn du dies bei einem Fahrtraining selbst probiert hast, muß es nicht stimmen.
    Zitat Zitat von Benze
    Nur mit der Hinterradbremse wird die Ueberschlagfunktion aktiviert.
    Gruß

  10. Registriert seit
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    #10
    Hi
    Beim alten I-ABS ist diese Aussage falsch. Ich schliesse mich da Qtreiber an. Es kann sein, dass es aus irgendeinem Grund bei Dir so war.
    Es ist möglich, dass das ABS nach den ersten Regeleinsatz eine andere Bremsverteilungskurve wählte.
    Im Normalfall ist dem Ding vollkommen egal warum ein Rad überbremst wird. Der Bremsdruck wird immer vom Modulator aufgebaut. Ob das "I" des ABS oder der Fussbremszylinder den Steuerdruck aufbaut ist ihm vollkommen egal.
    Beim neuen Conti-I-ABS kann es anderes sein, wäre aber auch dort komisch.
    gerd


 
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