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Einstellung Öhlins-Fahrwerk: Hilfe erbeten

Erstellt von guenniguenzbert, 25.05.2009, 18:51 Uhr · 16 Antworten · 6.487 Aufrufe

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    Frage Einstellung Öhlins-Fahrwerk: Hilfe erbeten

    #1
    Liebe Kollegen,

    ich hab mir nach all den guten Berichten und knapp 40tsd Km auf der Uhr meiner 04er GS ein Öhlins-Fahrwerk einbauen lassen (Zupin).

    Die grobe Voreinstellung (Federvorspannung hinten und vorne sowie Zugstufendämpfungen) inklusive Probefahrten vom Meister himself und von mir wurde bei Zupin erledigt.

    Aber irgendwie denke ich mir, ich hätte bei Zupin doch etwas mehr Zeit mitbringen sollen, um das Fahrwerk optimal nach meinen Bedürfnissen abzustimmen...

    Im Kurzurlaub am Gardasee habe ich erfolgreich (glaub ich) mit der Zugstufendämpfung gespielt, so dass die Fahrt mit Koffer und Gepäck, aber solo, eine angenehme Erfahrung war. Gullideckel und Kopfsteinpflaster hatten ihren Schrecken verloren, allerdings waren Bodenwellen auf der ABahn manchmal von Nachschwingern begleitet. Bin mir daher nicht ganz sicher, ob sie nicht zu weich war...
    Einstellung: Federvorspannung hinten ca. 2mm hoch gedreht, Zugstufe hinten auf ~20 Klicks, vorne auf ~15 Klicks.

    Leider bekomme ich die Einstellung für den Solo-Betrieb nicht wirklich gut hin. Irgendwie sind die Schläge von Gullideckeln und Bordsteinkanten noch zu heftig, bei weicherer Einstellung schwingt die Gute dann etwas zu stark nach.
    Einstellung: Federvorspannung ganz auf 0, Zugstufe hinten ~22 Klicks, vorne ~15 Klicks.


    Hinten ist eine 140N/mm Feder eingebaut, vorne eine 65er (glaub ich, die Standardgröße halt), es handelt sich um die Federbeine

    • 436 (hinten, hydraulische Federvorspannung und Zugstufendämpfung)

    und

    • 437 (vorne, nur Zugstufendämpfung).

    Die Federvorspannungen vorne und hinten stimmen (geschätzt) mit den Angaben im Handbuch (leider nur auf englisch) überein. Jeweils ca. 3cm Eintauchen bei Belastung durch den Fahrer (ja ich weiß: ich sollte nochmal genau nachmessen ); Zupin hat das ja auch nach meiner Gewichtsangabe eingestellt.

    Probleme macht anscheinend die Zugstufendämpfung: Beim Originalfederbein konnte man die ja auch einstellen, aber die Funktion war irgendwie anders. Wenn man die Schraube in eine Endstellung brachte, so konnte man die Geschwindigkeit des AUSFEDERNS einstellen, also wie schnell das Heck wieder hochkommt, wenn man es vorher belastet hatte.

    Beim Öhlins-Beinchen ist es so, dass man mit dem Klickrädchen eher die Druckstufe einstellen, also die Gegenkraft beim EINFEDERN
    Am Anschlag (0 Klicks) ist das Teil hart wie (lassen wir das lieber ), bei 40 und mehr Klicks eher weich. Einen Endanschlag gibts anscheinend nicht beim Öffnen der Dämpfung: ich hab locker bis 50 Klicks gezählt, bis mir die Kraft ausgegangen ist.


    Habt ihr vielleicht ein paar Tips, wie man hier am besten vorgehen sollte?


    Gruß
    Günni

    P.S:
    Bin ca. 186cm groß und wiege fahrfertig um die 90Kg, also eher ein "Normalo"

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    #2
    Zitat Zitat von guenniguenzbert Beitrag anzeigen
    Einstellung: Federvorspannung hinten ca. 2mm hoch gedreht, Zugstufe hinten auf ~20 Klicks, vorne auf ~15 Klicks.
    beim einstellen moeglichst immer die selbe strecke mit der selben geschwindigkeit
    abfahren. dann merkt man die aenderung recht gut.

    vollstaendiges gullischlucken *und* kein nachschwingen ist vermutlich
    nicht drin, da spiel ich mich auch seit ner zeit damit. ich lebe damit, dass
    ich von gullis und fraeskanten ein klein wenig mitbekomme, dafuer schingt
    die karre nicht mehr nach wie doof.

    vorne 15 (standard) und hinten 18 (+- 2 klicks) war bei mir eigentlich das
    beste ergebnis. vorspannung 0 und bei beladung (koffer und co) auf 100%.

    Bin ca. 186cm groß und wiege fahrfertig um die 90Kg, also eher ein "Normalo"
    hungerhaken.....

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    #3
    Zitat Zitat von philofax Beitrag anzeigen
    beim einstellen moeglichst immer die selbe strecke mit der selben geschwindigkeit
    abfahren. dann merkt man die aenderung recht gut.

    vollstaendiges gullischlucken *und* kein nachschwingen ist vermutlich
    nicht drin, da spiel ich mich auch seit ner zeit damit. ich lebe damit, dass
    ich von gullis und fraeskanten ein klein wenig mitbekomme, dafuer schingt
    die karre nicht mehr nach wie doof.

    vorne 15 (standard) und hinten 18 (+- 2 klicks) war bei mir eigentlich das
    beste ergebnis. vorspannung 0 und bei beladung (koffer und co) auf 100%.



    hungerhaken.....
    Ich kann Philofax Einstellung grundsdätzlich bestätigen (bei mir 105kg fahrfertig). Vorn lassen wie es ist: bei mir 16 Klicks und hinten 16 +- 2 Klicks. Solo keine Vorspannung und sonst je nach Beladungszustand.

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    #4
    Zitat Zitat von Hessi James Beitrag anzeigen
    bei mir 16 Klicks und hinten 16 +- 2 Klicks
    16 Klicks . Ich hab jetzt 25 eingestellt, und es gefällt mir (momentan) so.

    Für alle, die es interessiert: hier ein paar nett geschriebene Seiten über den Einbau (in ne 1150er) und anschließende Abstimmung der Federbeine: klicki Zwar in Englisch, aber immerhin...

    Werd mich die Tage mal genau nach der Anleitung halten um die Beinchen einzustellen. Nicht dass meine Feder mit 140N für mich "Hungerhaken" ( Philo) zu hart ist.


    Gruß
    Günni

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    #5
    Mal ne blöde Frage zur Einstellung der Federvorspannung, über welche das Öhlins-Handbuch leider nicht viel hergibt:

    Wie muss die Dämpfung für das Ausmessen der Feder/Eintauchtiefe eingestellt sein?

    Im von mir oben verlinkten Dokument heißt es auf Seite 25 (Part III Step 2):
    "Ohlins doesn´t adress this, but if it were me, I would back off ALL the rebound damping (and write down where it was set so we don´t get confused) and bounce it up and down a few times"
    Wenn ich das richtig verstehe, dann wird die Dämpfung vor der Einstellung der Federvorspannung voll auf "weich" rausgedreht (hinten 40 Klicks, vorne 25)? Würde ja auch Sinn machen...

    Wie handhabt ihr das?


    Gruß
    Günni

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    #7
    Danke, Gerd. Hatte deine Seite schon früher studiert.

    Ist ein komplexes Thema. Auch als technisch versierter Mensch tu ich mich noch etwas schwer, alles nachzuvollziehen.

    Was ist beispielsweise, wenn in einer Kurve bei Schräglage eine Unebenheit daherkommt und das Fahrzeug etwas springt? Müsste dann eigentlich zu hart sein, sprich: zu wenig bedämpft. Komisch ist, dass ich diese Situation bei 25 Klicks, also eher "komfortabel" eingestellt, erlebte

    Was mich immer noch verwirrt ist die Tatsache, dass bei weniger als 20 Klicks das Fahrzeug spürbar höher und auch beim Einfedern (Draufsetzen) härter ist. Wie oben geschrieben war das beim originale Federbein anders. Vielleicht verstehe ich den Ausdruck "Zugstufendämpfung" ja falsch...


    Gruß
    Günni

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    #8
    Zitat Zitat von guenniguenzbert Beitrag anzeigen
    ... Beim Öhlins-Beinchen ist es so, dass man mit dem Klickrädchen eher die Druckstufe einstellen, also die Gegenkraft beim EINFEDERN ...
    Ich hab zwar Wilbers beine drin, von der Funktion her ist das aber das gleiche.

    Erstens solst du die Federvorspannung genau einstellen, also statische (unbeladen) und dynamische (nur fahrer) Negativfederweg.
    Dass lässt sich in den Ohlins Gebrauchsanleitungen finden.

    Dann sollte doch deutlich sein, du hast Federbeine gekauft mit Zugstufenregelung, das heisst du kannst nur die Dämpfung des Ausfederns regeln.

    Bei der Dämpfungsregelung geht es im wesentlichen um 3 Sachen : Komfort, StraBenlage, Kontrolle.
    Wenn du die Regelrädern komplett offen drehst (siehe Ohlins Anleitung), bekommst du ein sehr komfortables Bike, das schwierig kontrollierbar ist, und eine miese StraBenlage hat (fast standard BMW - entschuldige ! ).
    Drehst du die Regelung komplett zu, dann wird die Federung steinhart (Komfort = 0). Das bike geht bei jede Unebenheit immer niederiger in die Federung, und die Kontrolle über das Bike und die StraBenlage sind im Eimer.

    Der Regel ist also : so offen wie möglich, so hart wie nötig. Fängst du an bei komplet offen, dan wird das Bike bei jeden klick richtung hart ein bisschen unkomfortabler, aber es wird weniger schwammig, und es gibt ein riesengewinn an Kontrolle und StraBenlage/Fahrvergnügen. Ab einer bestimmten Klick richtung hart verlierst du Kontrolle und StraBenlage weil die Federung nicht genügend Zeit hat aus zu federn. Aber das solltest du auch spüren, denn Komfort gibt's dann schon lange nicht mehr.

    Es hängt teils vom persönlichen Geschmack ab wie sanft oder hart du deine Federung haben möchtest. Bei der Dämpfungsregelung kommen aber auch StraBenbelag und Zuladung in betracht.
    Fährst du auf sehr ebene StraBen, dann kann die Federung etwas härter gedämpft sein - aber wer fährt ständig über perfekte StraBen ?
    Hast du einen Beifahrer oder viel Gepäck dabei, solltest du die Dämpfung auch ändern. Dass du dann vorher die Federvorspannung angepasst hast ist ja selbstverständlich.

    Ich habe das ganze erst mal ohne Gepäck/Beifahrer ausgesucht auf StraBen die ich normalerweise fahre, und als ich alles verstanden habe, bin ich zu zweit fahren gegangen. Der Unterschied zu der Originalfederung ist jedenfalls riesig. Ich habe den Kauf nicht bereut.

    Ich wünsche viel Erfolg - SpaB haben wirst du jedenfalls !
    MfG,
    GSband

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    #9
    Vielleicht hilft Dir das ein wenig weiter, ist ziemlich gut erklärt:

    http://www.bikerpeters.de/Startseite...html#Grundkurs

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    #10
    Hallo GSband,

    erstmal danke für die Ausführung.

    Mein Problem war ein grundsätzliches: Ich dachte, mehr Klicks (ausgehend von Dämpfung ganz zu) wäre "weicher".
    Hierzu ist die BA ja auch nicht gerade aufschlussreich (Stichwort "im Uhrzeigersinn aufdrehen", wobei "Uhrzeigersinn" von unten gesehen bedeutet. Sehr verwirrend.

    Dass sich das Bike bei geschlossener Dämpfung (=0 Klicks) so hart anfühlte, lag, wie von dir geschrieben daran, dass die Feder einfederte aber nicht mehr ausfedern konnte. Hab ich dann auch irgendwann gemerkt

    Ich hab mich jetzt erst mal an die Anleitung gehalten (und das von mir oben verlinkte Dokument) und die Vorspannung kontrolliert bzw. ausgemessen.
    Alsdann die Zugstufendämpfung auf Werkseinstellung gesetzt (hinten 14 Klicks, vorne 18).

    Das Ergebnis war schon mal sehr ansprechend, wenn auch ein bißchen "bequem". Bei schnell gefahrenen Kurven mit Schlagloch/-löchern) hats mich öfters versetzt.

    So: nach meinem Dafürhalten müsste ich jetzt mehr Klicks geben, damit das Hinterrad schneller reagieren kann. Da bin ich noch am austesten, um einen gesunden Mittelwert zwischen "bequem genug" und "stabil genug" zu finden.

    Zwei fragen bleiben jedoch noch:
    1. Wenn du von "härter" sprichst: was ist gemeint? Mehr Klicks, sprich weniger Dämpfung? Denn eigentlich ist das Bike ja bei weniger Klicks eher härter, da die Feder nicht schnell genug wieder hochkommt Allerdings ist weniger Klicks = bequem. Beisst sich irgendwie.

    2. Wenn ich mit Gepäck und/oder Sozia fahre, so passe ich die Federvorspannung entsprechend an. Soweit, so gut. Wie muss ich dann die Zugstufendämpfung anpassen? Mehr oder weniger Klicks

    Gruß
    Günni

    P.S:
    Peco, vielen Dank. Werd mir das ganze mal in Ruhe durchlesen.


 
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