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Fahrwerk für Dummies

Erstellt von Yirga, 26.06.2015, 11:37 Uhr · 14 Antworten · 2.726 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    449

    Standard

    #11
    Mal ein bisschen meine Erfahrung hier kundtun.

    Das Federbein altert sowohl als auch. Es wird "ausgelutscht" wenn man viele Kilometer fährt und das Fahrwerk dementsprechend fordert. Die Öle und Dichtungen altern unabhängig von der Belastung auch über die Zeit.

    Wenn du, wie schon erwähnt, so um die 80kg wiegst und einen eher ruhigen Fahrstil hast, wirst du mit dem Serienfahrwerk in der "Grundstellung" gut klarkommen. Es ist halt für einen Fahrer und breitem Spektrum ausgelegt. Es kann alles, aber nichts so wirklich gut.

    Wenn du jetzt mehr Anspruch an das Fahrwerk hast, dann kommt das Originale sehr schnell an seine Grenzen.
    Ich habe mein Federbein überarbeiten lassen und eine stärkere Feder einbauen lassen. Angepasst an mein Gewicht und meinen Fahrstil/Fahrprofil. Unterschied wie Tag und Nacht. Jetzt noch die Grundeinstellung gemacht und es fährt sich schon ausgezeichnet. Wenn man jetzt noch die Sozia und das Gepäck draufpackt braucht es natürlich andere Einstellungen. Das ganze bezog sich jetzt auf die Federvorspannung.

    Alles andere (Zug-/Druckstufe (Wobei die Kuh nur ne Druckstufe hat (schraube unten))) musst du wirklich ausprobieren.
    Fahr deine Hausstrecke und schaue wie sich das Heck verhält, so wie Larsi es schon geschrieben hat. Wippt es zuviel dann richtung "+" wippt es gar nicht dann richtung "-".

    Das Problem mit dem Fahrwerk ist, dass jeder etwas anderes bervorzugt. Bestes Beispiel sind hier die Rennfahrer. Wenn das FW ein/zwei Klicks von dem abweicht was sie wollen fehlen sofort zehntel auf der Runde.

    Bei der Kuh kannst vorne eh nur die "Grundeinstellung" machen. (siehe Larsis Post) und dann sich auf die Hinterhand konzentrieren.

    Wenn du nach diversen Fahrten mit der Kuh nicht endgültig zufrieden bist (bezüglich Fahrwerk) dann bleibt dir nur noch ein Zubehörfahrwerk von Wilbers, Öhlins und Konsorten.

    Achso, und nicht wundern. Wenn du deine Einstellung gefunden hast dann heist das nicht dass diese EInstellung für alle Zeiten das Gelbe vom Ei ist. Du gewöhnst dich zum einen dran und dein Fahrstil ändert sich mit der Zeit. Heist also, nur wenn du jetzt zufrieden bist heist das nciht dass du es am Ende der Saison immer noch bist...

    Gruß aus IN

  2. Registriert seit
    26.02.2011
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    7.108

    Standard

    #12
    Zitat Zitat von Yirga Beitrag anzeigen
    Ich vergaß zu erwähnen: Die Maschine hat nur 12.000 km gemacht in den 9 Jahren. Spielt das eine Rolle oder nicht? Altert das Federbein unabhängig von der Laufleistung?
    :-) Dirk

    Natürlich altert alles um dich herum , denke mal an die Temperaturunterschiede Winter - 20 crad und Sommer 40 crad und mehr zb Motorwärme und das Jahr ein Jahr aus ,da werden die Dichtringe bestimmt einige Weichmacher verlieren und zb das Stickstoff kann austreten ,vom Oel mal ganz abgesehen ....besser wirds nicht mehr .

  3. ChristianS Gast

    Standard

    #13
    Ich versuchs mal am Beispiel meiner ehemaligen R zu beschreiben. Die hatte im Gegensatz zur jetzigen GS kein ESA.

    Vorne ließ sich nichts einstellen - hinten mit Handrad und Schraube.
    Heißt: Referenz ist vorne.

    1.
    Man stellt das hintere Federbein gem Bedienungsanleitung auf "Standard" (Handrad + Schraube) -> lt. BMW sind das 85kg

    2.
    Man setzt sich drauf (Füße auf den Boden) und lässt sich immer wieder auf den Sitz plumpsen.

    Nun spürt man, wie weit es vorne einferdert.
    Das hintere Federbein sollte beim Plumpsen ebenso weit einfedern.

    3.
    Federt es hinten mehr ein als vorne, Handrad solange Richtung Plus drehen, bis es gleich federt. (= Fahrer schwerer als 85kg)
    Federt es hinten weniger ein als vorne, Handrad solange Richtung Minus drehen, bis es gleich federt (= Fahrer leichter als 85kg)

    Federt es vorne/hinten gleich, widmet man sich nun der Schraube.
    Diese ist dazu da, um einzustellen, wie schnell es hinten wieder ausfedern soll. Die Ausfederung sollte genauso schnell oder langsam vonstatten gehen, wie vorne.
    Bin mir jetzt unsicher, glaube aber, Richtung Minus gehts schneller und Richtung Plus langsamer.

    4.
    Testfahrt über ein- und dieselbe schlechte Straße.
    Hüpft sie, federt sie zu schnell aus -> mittels Schraube Richtung langsamer verstellen.
    Isse schwammig -> das Gegenteil.
    Natürlich spielen hier die eigenen Vorlieben ebenfalls noch eine Rolle.
    Manche mögens softer, manche mögens "sportlicher" (= härter).

    Hat man die passende Schraubeneinstellung gefunden, braucht man an ihr nie wieder was zu verstellen (außer sie verstellt sich von selbst)

    Das Handrad braucht man ab jetzt nur noch, wenn man mit Sozius und/oder Gepäck fährt.

    Hab ich was vergessen?
    Ach ja....natürlich Tank voll und Fahrerlebendgewicht

  4. Registriert seit
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    Beiträge
    138

    Standard

    #14
    Vielen Dank für eure Statements, v.a. @-Larsi- und @ChristianS, aber auch die anderen - das hat mir super weitergeholfen.
    Ich hab's genau so gemacht: Erst die Vorspannung angepasst, dann die Dämpfung schrittweise, dabei immer eine bestimmte Holperpiste hin und her (zum Glück gibt's da keine Anwohner, die hätten sicher böse geguckt).
    War sehr erhellend, wie viel nur eine halbe Umdrehung an der Schraube ausmacht. Ich hatte vorher sowohl Feder als auch Dämpfung tendenziell zu weich eingestellt, jetzt liegt die Karre noch mal ne ganze Ecke ruhiger, fährt sich noch mal einen Tacken sicherer.
    Und ich sehe auch, was ihr mit ausgelutschter Feder meint: Viel in Richtung Vorspannung ist da nicht mehr drin, schon mit mir allein. Mal sehen, wann ich das Projekt Fahrwerktuning angehe...
    Dirk

  5. Registriert seit
    19.07.2014
    Beiträge
    677

    Standard

    #15
    Tach zusammen,
    ich habe mich nun auch endlich mal mit meinem FW auseinandergesetzt. 1150GS Bj. 2000, einer der Vorbesitzer war so nett ein Öhlins-Federbein zu montieren- allerdings habe ich keine Unterlagen oder Anleitung dafür. Auf dem FB steht eine Nummer: 629, mit der Schieblehre habe ich 13,3mm Federstärke gemessen. Habe mir einige Videos und Gerds Seiten angesehen und habe Folgendes gemacht:
    1) max. Federweg bestimmt (Hauptständer, leicht aufs Heck gedrückt)
    2) draufgesetzt, und mit dem Handrad so eingestellt, dass ca, 5,5cm eingedrückt werden.
    3) versucht(!) darauf zu achten, dass Gabel und FB gleich weit eintauchen und gleich schnell ausfedern (mit der Zugstufe)
    Bei mir 75kg habe ich nun am Handrad 13 Umdrehungen (von ganz zu=bretthart nach soft) und an der Zugstufe bin ich ziemlich in der MItte bei 20 Klicks gelandet (zunächst ganz soft und später ganz zugedreht, um die Einstellung anhand der KLicks bis ganz zu zählen zu können)
    Mit Sozia komme ich mit 8 Umdrehungen weniger auch auf eine Einfederung von 5,5 cm, allerdings habe ich die Zugstufe diesbezüglich noch nicht angepaßt: hier eine Verständnisfrage: Druckstufe erhöhe ich mit Sozia, aber die Zugstufe muss ich dann doch in Richtung soft verändern (damit schneller ausgefedert wird), oder?
    Ich denke, dass diese Grundeinstellung nicht so ganz daneben ist- habe heute nur eine kurze Runde gedreht.
    Hat jemand noch Tipps für mich?
    VG Thomas


 
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