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Fernreisetauglichkeit Eurer GS/ADV 1200

Erstellt von FENNEC, 01.04.2013, 18:35 Uhr · 32 Antworten · 4.766 Aufrufe

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    Standard Fernreisetauglichkeit Eurer GS/ADV 1200

    #1
    Ich darf mal ein neues Thema anschneiden, an dem mir viel liegt.

    Wir hatten gerade eine lange Diskussion in anderen Threats über den neuen "rollenden Computer", nämlich die 1200 LC. Ganz richtig wurde eingeworfen, dass man die gleichen Diskussionen bereits 2004 mit der Einführung der 1200 GS geführt hatte und von der Reisetauglichkeit dieser überzüchteten Motorräder nicht überzeugt war. "Überzüchtet" heisst viel Elektronik, relativ starken Motor und den Bedarf an qualitativ sehr gutem Treibstoff.

    Das alles spielt in Europa weniger eine Rolle, als vielmehr in fernen Ländern, wo es schon mal böses Klingelwasser oder nur Wasser im Tank gibt, wo Staub und Sand überall hinkommen, und Ersatzteile und Experten so gut wie gar nicht zu finden sind.

    Nicht umsonst stehen ja heute noch die R 80 GS oder R 100 GS oder Africa Twin hoch im Kurs, denn die verdauen alles und die Vergaser lassen sich jederzeit zerlegen und ausputzen. Ich selbst bin 80 GS, Ténéré 600 und Honda 600 XL problemlos im afrikanischen Busch gefahren. Aber wie ist das heute mit der GS 1200? Ist sie genauso brauchbar und zuverlässig?

    Prospekte des Herstellers mit Stunts den Kiesberg rauf und runter, wilde Ritte durch die Savanne, Durchqueren des Dschungels mit der neuen LC...ok, das ist Marketing. Mir wäre meine eigene LC zu schade dafür, ein Sturz zu teuer und ausserdem ist das Ding im Geröll schwer und unhandlich (ich sattle da auf etwas Spezifischeres um), aber das Image der GS als Geländemaschine muss ja gepflegt werden. Verstehen wir alle.

    Also: wer war schon mal mit einer GS 1200 auf Weltreise oder in Asien oder quer durch Afrika? Geht das, was nimmt man an Ersatzteilen mit? Bitte schreibt von Eueren Erfahrungen!

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    #2
    Hallo
    Viele fahren auch mit den alten Motorrädern,
    da sie dafür weniger zu hinterlegende Sicherheitsgelder für das Carnet hinterlegen müssen.
    Entweder in Bar, Bankbürgschaft oder teurer Versicherung.

    Das sind für Afrika mal so locker 150 % des Motorradwertes
    in Kenia, Nigeria, Libyen, Nah und Fernost 200 %
    für Ägypten sogar 800 %,
    Iran,Indien,Pakistan, Nepal, Sri Lanka 500 %
    Südamerika 300 %
    ( alle Angaben aus Rober Wicks Buch Abenteuertouren mit dem Motorrad)
    Ich weiß also nicht ob die Prozentangaben heute noch richtig sind da das Buch von 2009 ist.

    Das sind doch wohl sehr ausschlaggebende Argumente mit einer älteren Maschine zu fahren.
    Und wenn schon mit was Neuerem, dann würde ich eindeutig die F 800 GS vorziehen.
    Nicht so schwer, geländegängiger, 21 Zoll Vorderrad für geeignete Bereifung, und auch im Busch zu reparierender Kettenantrieb.

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    #3
    Hallo,
    ich kenne mich mit den Notwendigkeiten für eine Fernreise nicht aus und deshalb folgende Frage:

    Werden die Sicherheitsgelder zurückgezahlt wenn man aus den Ländern ausreist?
    Wenn nicht....wer kann denn in Ägypten lockere 40.000€ für ein 5000€Moped hinlegen?

    Gruss
    Michael

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    #4
    Hallo,
    Ja das Geld gibt es sofern die Sicherheitshinterlegung in Bar bezahlt wurde zurück.
    Du musst das Mopped jedoch aus dem Land ausführen.

    Die meisten machen das mit Bankbürgschaft oder Versicherung.
    Das Carnet ist eine internationale Garantie dafür,
    dass alle Zölle und Steuern an die Regierung dieses Landes gezahlt werden,
    falls du das Fahrzeug nicht wieder ausführst.
    Nähere Info´s und das Carnet de Passage ( Zollbegleitschein) gibt es beim ADAC
    und ohne den gibt es in besagten Länder keine Einreise.
    Es gibt Leute die hatten auch Glück an der Grenze und
    wurden nicht danach gefragt ( Unwissenheit mancher Zollgrenzbeamten)
    Wenn du auffliegst gibt es mächtig Ärger und viele sitzen dann schon mal im Knast.
    Für Südamerika unbedingt empfehlenswert, da wird oft und genau kontrolliert.

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    #5
    Zitat Zitat von petitprince Beitrag anzeigen
    Also: wer war schon mal mit einer GS 1200 auf Weltreise oder in Asien oder quer durch Afrika? Geht das, was nimmt man an Ersatzteilen mit? Bitte schreibt von Eueren Erfahrungen!
    Hi,

    also fuer Afrika kann ich nicht sprechen aber Suedostasien ist "sowohl-als-auch". Einerseits haben Singapore, Malaysia, Thailand und sicher auch Indonesien BMW-Motorradhaendler, die weiterhelfen. Anderseits gibt es die nur in den Hauptstaedten. Aber ich schrieb schon mal: Wer hier Big Bikes faehrt sollte 500 Eu cash haben, um sich jederzeit mit einem Kleinlaster ein paar Hundert km zum naechsten Freundlichen fahren zu lassen. Ist meine private Meinung aber ohne so ein Polster wuerde ich hier nicht fahren (Irgendwie sollte man sowieso eine potente Kreditkarte fuer gute medizinische Versorgung haben).

    Ein ganz anderer Aspekt ist die Route: Die Adventure, die ich fahre, ist okay fuer zweit oder drittklassige Landstrassen aber sie ist fuer mich ungeeignet fuer lange Etapen auf losem Untergrund. Solange Du Dich in Malaysia,Thailand oder Vietnam auf Fernlandstrassen bewegst gibt es keine Probleme und es geht gut voran aber falls es rauer wird (hatte CNY 2012 eine weggespuelte Landstrasse vor mir) komme ich sehr schnell an Grenzen und glaube auch, dass evtl. Stuerze oder Abtauchungen deutliche Spuren an der ADV hinterlassen.

    Wenn ich einige tausend km hier fahre habe ich ein Reifenreparaturkit, Werkzeug und Oel (15-W40 Standardbruehe) mit und natuerlich mein GS911 mit Notebook. Meine Bremsbelaege halten 15Tkm und meine (Strassen-) Reifen 7500 bis 8000 km und das reicht fuer normale Touren. Futter gibt es fuer die Q wie fuer mich local, d.h. in Thailand 95-er E10 maximal fuer sie und Grilled Beef Salad fuer mich. Funktioniert fuer uns beide.

    Wir planen fuer August gerade eine Tour nach Nordthailand auf ADV und Hyper und kaempfen gerade mit dem Problem, dass man ein Motorrad aus Singapore nicht unbegleitet nach Bangkok schicken kann, da es mit dem Visum zusammen im Pass eingetragen wird. Arbeite noch an einer Loesung.

    Aber irgendwie gehoert das alles mehr in die Reiserubrik.

    Gruesse Andreas
    www.akhzander.de

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    #6
    Zitat Zitat von Super Mario Beitrag anzeigen
    Hallo
    Viele fahren auch mit den alten Motorrädern,
    da sie dafür weniger zu hinterlegende Sicherheitsgelder für das Carnet hinterlegen müssen.
    Entweder in Bar, Bankbürgschaft oder teurer Versicherung.
    Gerade weil man ein Carnet ATA mitführt brauccht man KEINE Sicherheitsleistung hinterlegen.
    Ich glaube da hast was falsch verstanden.

    Wir haben das Carnet immer gebraucht wenn wir mit den nicht zugelassenen Rennmaschinen nach Kroatien (keine EU) auf den Ring gefahren sind.
    Das Papier bekommt man in seiner Heimatgemeinde und garantiert dass man die Ware wieder aus dem bereisten Land ausführt.
    Dieses Papier ist eine Grauzone,weil es eigentlich nur für Gewerbetreibende gemacht wurde.Bei Privatpersonen nur bedingt gültig ist.

    Wenn heute ein Weltreisender mit seinem 250000 Euro Unicat LKW Ägypten bereist,wird er wohl kaum 20000000 Euro hinterlegen.

  7. Registriert seit
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    #7
    Hi
    für Alle die es wirklich Interessiert was es mit dem Carnet de Passage auf sich hat.
    Des Weiteren gibt es wirklich Gute Infos auf der ADAC Seite mit allem was man braucht.

    Gruß RHGS

  8. Registriert seit
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    #8
    wie war nochmal das Thema?
    je schwieriger die zu befahrenden Straßen, desto leichter und "leistungsschwächer" würde ich mir das Moped aussuchen. Es mag zwar im Fernsehen gut kommen, eine mit vollem Ornat behängte 1150er GS (ca 350kg) bis nach Magadan zu treiben, Sinn macht es keinen.
    Für alles innerhalb Europas und und angrenzende Länder geht es bis auch Landstraßen dritter Ordnung gut mit der GS, darüber hinaus wollte ich einen Einzylinder, leicht zu warten und vor allem leicht zu fahren haben. der Unterschied zwischen 170kg vollgetankt und 240kg ist enorm.

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    #9
    Zitat Zitat von RHGS Beitrag anzeigen
    Hi
    für Alle die es wirklich Interessiert was es mit dem Carnet de Passage auf sich hat.
    Des Weiteren gibt es wirklich Gute Infos auf der ADAC Seite mit allem was man braucht.

    Gruß RHGS
    Habs nochmal nachgelesen beim ADAC.
    Offenbar ist es für Afrika etwas anders als für Europa.

  10. Registriert seit
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    #10
    Bei diesem Thema wirst du ähnlich wie bei "Welcher Reifen ist der richtige für mich?" nie zu einer finalen und allgemeingültigen Lösung kommen. Das ultimative Bike gibt es nicht!
    Natürlich ist auch die LC ein Motorrad mit dem man die Welt umrunden kann. Warum auch nicht?
    Wie oben erwähnt würden mich hohe Einfuhrzölle eher davon abhalten mit ihr in spezielle Länder zu reisen als der Gedanke daran dass sie mit einem irreparablen Schaden irgendwo liegen bleibt. Diebstahlwahrscheinlichkeit ist auch so eine Sache.

    Wir hatten schon in Marokko teilweise eine rechte Plörre bekommen, hielt man aber den Ball flach und drehte nicht wie irre am Gashahn, dann kamen alle Bikes, egal ob Einspritzer oder Vergaser, mehr oder weniger gut damit zurecht. Natürlich konnte man das Beschleunigungsklingeln provozieren, doch wer dezenter (ohne Rallyambitionen) unterwegs war hatte keinen Schmerz damit. Zumindest meine 1150GS hat keinen bleibenden Schaden davongetragen.

    Das A und O ist eine gute Vorbereitung, je länger die Tour ist und umso entfernter das Ziel desto wichtiger ist es, sich, die Ausrüstung und das Bike zu präparieren. Es sollte alles möglichst ohne allzu große Kompromisse auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt sein. Das geht nicht immer, meist ist der finanzielle Rahmen der ausschlaggebende Punkt, aber man sollte sich klar darüber sein was einem selbst als wichtig(er) erscheint.
    Wenn ich hauptsächlich onroad und nur durch Europa toure ist die GS ganz klarer Favorit, in Summe gesehen gibt es kein besseres Töff. Bei 20% und mehr Offroadanteil wäre meine XCountry oder auch eine DRZ erste Wahl, leider mit Abstrichen beim Komfort, besonders auf Langstrecke. Den Frosch würde ich jedoch schlucken weil ich weiß dass jedes Kilo Kampfgewicht eines zu viel ist wenn es auf unbefestigten Wegen richtig Spaß machen soll und es nicht nur ums bloße Vorankommen geht. Da denkt aber jeder anders drüber...
    Egal welches Modell, egal wie alt, das Teil muss 100% einsatzfähig dastehen wenn man abreist. Das sehen aber viele (so meine Erfahrung) gar nicht als Selbstverständichkeit an, warum ist mir schleierhaft. Bei manchen reicht es noch nicht einmal dazu die Kettenspannung auf ein gesundes Maß einzustellen, da kommen bei mir ernsthafte Zweifel auf ob so jemand es sich vor 100 Jahren getraut hätte auch nur die Alpen zu überqueren, geschweige denn noch weiter weg zu reisen. Viele würden jämmerlich eingehen wenn es den gut organisierten (Massen)Tourismus nicht gäbe. Es ist teilweise lustig, teilweise auch erschreckend zuzusehen welch Pimpfe sich heutzutage selbst in die entlegensten Winkel dieser Erde trauen ohne einen Gedanken daran zu verschwenden was sinnvoll, vernünftig oder angemessen ist, bzw. was gar nicht geht, gegen Brauch und Sitte verstößt oder gar hochgradig gefährlich ist. Die anderen werden es schon richten, so zumindest die Denke derjenigen.

    Fernreisen sind komplexer als Tagestouren durchs Erzgebirge oder ein kurzer, knackiger Ritt durch den heimischen Steinbruch.
    Die Kompetenz des Fahrers ist gefragt, je beschränkter die Mittel und umso widriger die äußeren Umstände sind, desto mehr Flexibilität ist von Nöten. Daran scheitern viele schon kläglich, die Schuld wird dann aber eher beim Hersteller gesucht als bei sich selbst.
    Das Material ist erst in 2. Instanz wichtig, wobei die Fahrerei natürlich umso leichter geht und deutlich mehr Spaß bereitet je individueller es auf den Benutzer und das Einsatzgebiet zugeschnitten ist.
    Ich wollte nicht ernsthaft mit einer Enfield oder Ural um die Welt tingeln, dafür sind mir diese Schüsseln zu rustikal.
    Ob ich es mich jedoch trauen würde? Gewiss! Genauso wie mit einer G(/)S, TT, AT, EXC, XCh,...... Je länger man unterwegs ist umso höher ist die Ausfallwahrscheinlichkeit, irgendwas ist immer. Das gehört dazu! Sind wir doch mal ganz ehrlich: Was ist eine zünftige Tour ohne peinlichen Umfaller oder Ausrutscher, ohne einen Platten oder gerissenen Kupplungszug, einem verlorengegangenen Zündschlüssel oder kapitalen Verfahrer in eine komplett verkehrte Richtung? Langweilig, stink langweilig!
    Es gibt nichts schlimmeres als daheim angekommen zu sein und nichts aufregendes erlebt zu haben. Da kann ich mir gleich auf dem Sofa sitzend das Traumschiff reinziehen und muss mir keinen Kopf über das evtl. richtige Moped machen.

    (Auch wenn es nicht immer genau zutrifft) Alles kann - niGS muss!


 
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