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Instabilität durch Lenkererhöhung beim Kurvenfahren?

Erstellt von friemens, 18.06.2016, 06:42 Uhr · 69 Antworten · 6.197 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    #11
    "friemens"

    ich bin die ersten 10tkm mit org. lenker gefahren, musste aber mit der zeit feststellen das spez. bei sehr langen etappen ich immer wieder schulterproblme bekommen hatte.

    kurzum nach anbau einer lenkererhöhung war das problem für mich gelöst, keine schmerzen kein ziehen mehr.

    das die stabilität beim kurvenfahren durch eine lenkererhöhung leidet ist sicherlich nicht ganz richtig, was leider immer wieder falsch gemacht wird das die lenkstange (sagt es ja auch schon und ist keine festhaltestange) viel zu sehr umklammert wird und letztendlich viel unruhe ins fahrverhalten bringt, das liegt einzig und allein am fahrer selbst, beim kurven fahren gehören die hände prinzip. locker auf den lenker gelegt und mit lenkimpuls und einer leichten nach vorne bewegung des oberkörpers in die jeweilige kurven, diese dann eingeleitet.

    beim stummellenker ist es etwas einfacher weil ich den oberkörper ja schon relativ weit nach vorne/unten habe und ich mir dadurch das einleiten bzw. bewegen in die kurve leichter fällt.

    hat aber auch nachteile, in den bergen bekomme ich durch die nach vorne geneigte haltung viel mehr druck auf den oberkörper (spez. beim bergabfahren) was sich dann beim kurvenfahren wiederum negativ auswirkt und ich da viel mehr körpereinsatz haben muss.

    wenn es dir von der sitzhaltung/position viel angenehmer ist als mit dem org., würde ich es auch lassen, das dran gewöhnen kurvenräubern kommt dann schon mit der zeit.

  2. SLK
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    #12
    Zitat Zitat von gerd_ Beitrag anzeigen
    Hi
    Sieht man mal vom Bremsen ab, braucht man auf der Strasse theoretisch keinen Lenker. Physikalisch erfolgt die Lenkung nur durch Gewichtsverlagerung. Wer da an der Stange turnt und dabei Muskeln bekommt, arbeitet nur gegen die Physik.
    gerd
    'n Abend,

    ich glaube, dass man in Bayern dazu Schmarrn sagt.

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    #13
    Zitat Zitat von nordmann1 Beitrag anzeigen
    Bei mir liegt der Stein des Anstoßes im Wort "verbaut", da hat sich jemand etwas verbaut, nämlich den Fahrkomfort.

    Die Ingenieure in München haben ein Motorrad für die Standardgröße der Fahrer gebaut und da bedarf es im Alltagsbetrieb keiner Änderung. Die müssen erst erfolgen, wenn der Fahrer von der Größe deutlich nach oben oder unten abweicht und dann ist das nie der Idealfall, sondern ein Kompromiss. Oder wenn das Motorrad für einen bestimmten Zweck benutzt wird, zB. längere Offroadstrecken u.ä.

    Es wäre interessant, warum du eine Lenkererhöhung angebaut hast?
    Ich bin 1,97m groß und da hab ich eine Lenkererhöhung installiert aufgrund der Empfehlungen hier im Forum.

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    #14
    Zitat Zitat von RoGe Beitrag anzeigen
    das die stabilität beim kurvenfahren durch eine lenkererhöhung leidet ist sicherlich nicht ganz richtig, was leider immer wieder falsch gemacht wird das die lenkstange (sagt es ja auch schon und ist keine festhaltestange) viel zu sehr umklammert wird und letztendlich viel unruhe ins fahrverhalten bringt, das liegt einzig und allein am fahrer selbst, beim kurven fahren gehören die hände prinzip. locker auf den lenker gelegt und mit lenkimpuls und einer leichten nach vorne bewegung des oberkörpers in die jeweilige kurven, diese dann eingeleitet.
    Mir ist noch ein weiterer Punkt beim Durchlesen dieses Beitrags eingefallen:
    Wenn ich mich also beim Kurvenfahren nach vorne lehne und trotzdem den Lenker nicht zum Festhalten missbrauche, muß ich mich automatisch mehr mit den Oberschenkeln an der Machine festhalten.
    Dies wirkt sich mit Sicherheit auch positiv auf die Stabilität aus gegenüber einem "einfachen Draufsitzen" auf dem Bock.

    Grüße
    Frank

  5. Registriert seit
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    #15
    Zitat Zitat von friemens Beitrag anzeigen
    Mir ist noch ein weiterer Punkt beim Durchlesen ...
    Dies wirkt sich mit Sicherheit auch positiv auf die Stabilität aus gegenüber einem "einfachen Draufsitzen" auf dem Bock.
    Mir fällt auch etwas auf, ich bin jetzt viele Jahre und 100.000ende von Kilometern falsch gefahren, weil ich mich einfach nur draufgesetzt habe.

    Ihr solltet weniger theoretisieren, sondern einfach fahren. Einige dagegen sollten gar nicht theoretisieren, aber auch nicht fahren, denn sie haben offensichtlich von beiden ....... :-0)

  6. Registriert seit
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    #16
    Nordmann, du wirst es kaum glauben, aber es gibt Menschen auf dieser Erde, die nicht mit mehreren 100tkm Fahrpraxis geboren werden und nicht zu 100% dem BMW-Ingenieur-Ideal-Standard entsprechen. Traurig, aber wahr.
    Und diese Menschen dürfen fragen, theoretisieren und nachdenken - auch laut oder in einem Forum.

  7. Registriert seit
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    #17
    Entgegen diverser Voten hat Gerd recht! Genau so ist es! Es liegt nicht an der Lenkererhöhung. Habe auch eine +3cm und keinerlei Probleme!

    Wer Mühe hat beim Kurvenfahren, macht irgendwas anderes falsch. Ohne es zu sehen, kann man es aber schwer beurteilen.

    Aus nem Fahrsicherheitstraining hab ich das hier und mir jedenfalls hat es sehr geholfen!

    Kurven Fahren

    0. Prüfe Deine Reifen und den richtigen Reifendruck. Diese sollten genügend Profil haben und rund sein. Ich meine damit nicht das Rad, das in der Regel immer rund ist, sondern den Querschnitt. Sprich, es sollte kein platt gefahrener Mittelstreifen vorliegen.

    1. VOR der Kurve bremsen und runterschalten. Fahre so langsam, dass Du Lust auf die Kurve hast und nicht Angst vor der Kurve.

    Zweiter oder dritter Gang reicht völlig. Erster Gang ist in der Regel selbst bei Haarnadelkurven zu langsam, kann aber bei ganz engen Kurven bergauf sinnvoll sein.

    2. Je enger die Kurve, umso tiefer die Einfahrtsgeschwindigkeit, umso instabiler das Motorrad, umso mehr muss ich die Maschine bei senkrechtem Oberkörper drücken, statt mit dem Oberkörper in die Kurve zu liegen. Je mehr die Maschine gedrückt wird, umso enger der Radius und umso stärker die Fliehkraft, was das Motorrad trotz tiefer Geschwindigkeit wieder stabilisiert.

    Das Drücken übt man am besten mit weitem und dann immer engerem Slalomfahren erstmal auf einem ebenen Parkplatz... je enger der Slalom, umso mehr muss ich die Maschine drücken und den Oberkörper in der Senkrechten lassen, damit ich um die Pilonen rumfahren kann. Klassisches Beispiel fürs Drücken ist ein plötzliches Ausweichmanöver.

    Setz Dich weit nach vorne zum Tank. Leg Deine Knie fest an den Tank. Lass die Schultern locker hängen. Dein Kopf sollte frei drehbar und neigbar sein. Die Arme locker lassen. Den Lenker locker halten. Glaub mir: Du kannst noch so sehr Deinen Händedruck erhöhen, Du wirst Lenkstange nicht zerdrücken können, aldo LASS LOCKER! Es soll sich das Motorrad mit Deinem Hintern hin und her bewegen. Oben bleibt Dein Oberkörper locker und zentriert. Bleib insgesamt locker. Kurvenfahren ist ein Spiel mit der Maschine, kein Kampf!

    3. Die Augen bleiben in der Kurve stets in der Waagerechten, das heisst ich muss den Kopf entgegen der Kurvenneigung neigen. Das nimmt die Angst vor der Schräglage! Zugleich muss ich den Kopf zum richtigen Blickpunkt drehen (5.).

    4. Kurven werden GANZ AUSSEN ca. 40 cm vom Strassenrand oder der Mittellinie angefahren und die Maschine wird frühestens in die Kurve geneigt, wenn das Motorrad die Höhe des Scheitelpunktes erreicht hat. Gesteuert wird das mit der richtigen Blicktechnik.

    5. Die Kurve darf nicht zu eng gefahren werden, damit in Linkskurven der Oberkörper nicht im Gegenverkehr hängt oder Dein Kopf in Rechtskurven nicht im Popo irgendeines Fahrradfahrers steckt. Das Motorrad wird nur etwas zum Kurveninnenrand gelenkt, "berührt" den Kurveninnenrand aber NACH dem Scheitelpunkt, d.h. erst an dem Punkt, wo die Kurve sich wieder zu öffnen beginnt. Man stelle sich am Kurveninnenrand, nach dem Scheitelpunkt, dort wo die Kurve sich wieder öffnet einen Pfosten vor, den man mit der Schulter berührt. Für den Beginn ist das ein taugliches Hilfsmittel. Später sollte man versuchen, in den Kurven mit den Reifen konstant Aussen zu bleiben, d.h. dort wo auch die äusseren PW-Reifen wären. Den Blick darf man aber NIE zum Aussenrand richten.

    6. Der richtige Blick geht auf einen imaginären Punkt in der Mitte DEINER Fahrbahn. Dieser Punkt und damit Dein Blick WANDERN in der Kurve. Der Punkt befindet sich IMMER MINDESTENS ca. bei 3/4 der noch verbleibenden Kurve. Hilfreich ist es, zu schauen, wo die Kurve von Deiner momentanen Position aus betrachtet wieder gerade zu werden scheint. Genau auf diesen wandernden Punkt schaust Du KONSTANT hin, bis Du den Kurvenausgang und damit die Gerade wieder siehst. Dann wandert Dein Blick zum Aussenrand der nächsten Kurve, wo alles wieder von Vorne beginnt.
    Siehst Du den Punkt nicht (Bäume, Büsche usw.), schaue mit Supermans Röntgenblick durch das Hindernis und stell ihn Dir vor!
    Bei Haarnadelkurven geht Dein Blick nach Erreichen des Aussenrandes direkt zur gegenüberliegenden Seite, d.h. 180° oder zur gegenüberliegenden Seite eines Kreises. Meist blickst Du dabei nach Hinten, weil Du das Motorrad erst nach dem Kurvenscheitelpunkt in die Kurve neigst.

    7. In der Kurve wird NICHT gebremst, NICHT ausgekuppelt, NICHT geschaltet und NICHT beschleunigt. Alle diese Handlungen können bei Schräglage zu einem Wegrutschen führen (Bitumenstreifen, Rollsplitt, nasses Laub, sonst rutschiger Fahrbelag usw.) Der Motor soll aber am Gas "hängen", d.h. Zug haben. Jedoch solltest Du bis zum Kurvenausgang nicht beschleunigen. Der ziehende aber nicht beschleunigende Motor stabilisiert die Fuhre.

    8. Am Kurvenausgang, wenn Du die Gerade siehst oder die nächste Kurve, wird das Motorrad wieder langsam beschleunigt.

    9. Beginne langsam. Schneller wirst Du von Alleine...überprüfe diese Checkliste und arbeite an den Punkten, die Du noch nicht so handhabst.

    10. Versuche allenfalls ein anderes Motorrad. Enduros mit breiter Lenkstange eignen sich besser, als Rennmaschinen mit Stummelgriffen...

    11. Vertraue dem Gummi. Er hält meist viel länger/schräger, als Du meinst.



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    #18
    Ja mei Alex, da hast du schön erklärt, wie man eine handelsübliche, gemütliche Kurve mit Minimalaufwand durchschleicht.
    Aber mit Popowackeln ist es beim beherzten Kurvenwetzen oder wenn man in der Kurve korrigieren muss, relativ schnell vorbei.
    Dann hilft nur Druck am kurveninneren Lenkerende oder Zug am kurvenäusseren.
    Das kannst jetzt glauben oder nicht, ist aber so.

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    #19
    Hi
    Versucht die von mir beschriebene Methode laut Physik mal mit dem Fahrrad. Da klappt das einwandfrei. Zugegeben, inzwischen habe ich damit keine Übung mehr, doch früher sind wir so auch enge Slaloms gefahren.
    Und jetzt erklärt mir bitte jemand den (grundlegend physikalischen!) Unterschied zwischen Fahrrad und Mopped. Logisch ist am Mopped alles träger und das Ding will, aufgrund der Reifenbreite nicht richtig in die Kurve, etc. Unterschiede in der Grundphysik sind das aber nicht.
    Der vielbesungene Impuls lässt sich beim Fahrrad sogar beobachten. Kippt man beispielsweise nach rechts, dreht sich der Lenker nach links. Tritt man dann etwas nin die Pedale richtet sich das Radl auf und der Lenker geht nach rechts. Selbst wenn man es nur am Sattel hält und schiebt ist das zu sehen.
    Natürlich kann man bewusst einen Lenkimpuls nach links geben um ein Mopped nach rechts kippen zu lassen (ich kenne das Buch auch) aber einfacher ist es sich nach rechts "fallen" zu lassen und nicht zu versuchen den -automatisch erfolgenden- Impuls nach links zu verhindern. Mit nach "rechts fallen" meine ich nicht "vom Mopped gleiten", sondern das Ding zwischen den Beinen einzuklemmen und gemeinsam mit ihm kippen. Von mir aus auch mit dem linken Knie drücken oder auf die rechte Raste steigen.
    Auch wenn Psychologen Bücher schreiben sollten sie nicht Ursache und Wirkung verwechseln, haben aber in so fern Recht wenn sie erklären, dass der Impuls notwendig ist. Das bewusste Einleiten erleichtert vielleicht Einigen den Umgang mit einem Zweirad.
    gerd

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    #20
    Zitat Zitat von alex37 Beitrag anzeigen
    Entgegen diverser Voten hat Gerd recht! Genau so ist es!
    Hallo Alex,

    es geht eigentlich nicht darum, für irgendetwas zu votieren (sind ja nicht beim Songcontest ).
    Es geht darum, die verschiedenen naturwissenschaftlichen Grundlagen für unser Hobby in geordneter Form darzustellen.

    Dass sich zwei Räder durch Kreiselkräfte stabilisieren und aufrecht fahren ist die erste Grundlage.

    Die zweite ist, dass die wir durch den Lenkimpuls die Kräfte gezielt stören und so bestimmen können, wohin die Fuhre geht.
    Sollte dein Vorderrad nicht über ein Lenkopflager mit dem Rahmen verbunden sein sondern wäre es starr angebracht, würde eine Gewichtsverlagerung lediglich zum Sturz führen. Wer das weiß, kann bis auf weiteres auch auf "Turnübungen" verzichten. Die kann er wieder aufnehmen, wenn er weiß in welcher Situation ein "Hanging Off" sinnvoll ist.

    Die dritte Grundlage ist der Kamm´sche Kreis. Er beschreibt bis zu welcher Geschwindigkeit und Schräglage wir verletzungsfrei von A nach B kommen. Haben wir den einigermaßen verinnerlicht, könnten wir über Gewichtsverlagerungen (Hanging Off) die Physik bis zuletzt ausreizen.

    Als vierte Grundlage kommt dann alles das, was du und Gerd völlig richtig als gute Kurvenfahrtechnik beschrieben habt. Damit bleibt man sicher auf dem Asphalt und vermeidet Kollisionen mit dem Gegenverkehr.

    Alles zusammen genommen macht dann Spaß. Und eine Lenkererhöhung macht einem 198er Menschen wie mir dann noch zusätzlich Freude, so rein ergonomisch.


 
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