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Kapitale Reparatur ohne BMW Werkstatt ist auch für Köche möglich

Erstellt von Omega47, 08.05.2014, 02:49 Uhr · 10 Antworten · 2.671 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard Kapitale Reparatur ohne BMW Werkstatt ist auch für Köche möglich

    #1
    Moin Leute,
    Ich bins, der Rolf mit seiner R 1200 GSA "GuddiKuh". Ich hab mein Babe Ende August erstanden und seit Bestehen der Fahrerlaubnis am 2.9.13 von Kilometerstand 57450 auf 71920 hochgedreht. Und da ich ab Mitte April 2 Wochen Urlaub hatte, wollte ich mir mal eure Reiseempfehlungen in Deutschland ansehen. Also von Bocholt, NRW, ab nach Wolfsburg, um von dort aus den Harz, das Siegerland, den Westerwald, Hinterland, Taunus, die Eifel, Sauerland und Teuteburger Wald zu erfahren.
    Soweit so gut! Doch es geht mir um den Schaden, der sich bei meinem Schatz abzeichnete. Denn schon an 2. Tag fing zunächst der 5. Gang an zu rutschen, kurz danach der 4., dann der 6. und der 3. auch noch. Die ersten beiden Gänge haben bis zum Schluss (2200 KM später) gezogen.
    Per Handy hab ich natürlich schon Rat eingeholt, was denn wohl los ist mit der GuddiKuh. Mein guter Kumpel Klaus sagte direkt: "Die Kupplung ist auf!" Dann hab ich meine Werkstatt angerufen, welche der Dealer meines Vertrauens ist und dem auch eine BMW Vertragswerkstatt angehört. Teile kosten, wenn nur der Automat + Lamelle
    auf sind bei BMW 720,-€ plus 3 Satz Bremsbeläge, weil der Austausch stand auch ganz oben auf der to do Liste, noch mal +/- 180,-€ zusammen gut 900 Euro. Dazu noch 8 - 10 Arbeitsstunden a´85,-€ also Komplett ca. 1750,-€!
    Das muss auch anders gehen! Klar! Ich könnte mein Sweethart abstoßen. NIX DA!
    Also Klaus angerufen, welcher ein gelernter KFZi aber schon seit 25 Jahren aus dem Beruf ist aber immer schon Mopedschrauber aus Leidenschaft war, und gefragt, ob er mir helfen kann. Und da ich ihm letztes Jahr ne 84ér Suzuki 400 GS, welche seit 13 Jahren stand, geschenkt hatte, sagte er: "Kein Ding, Mann!"
    Also ab, ein Reparaturbuch "wie helf ich mir selbst" gekauft, Werkzeug raus und auf meinem Bruder`s Bauernhof in einer freien Scheune DRAN!
    Da wir nicht genau wussten, was alles defekt war, und ich noch nen Smart zum Weiterfahren habe, haben wir zunächst die Q zerlegt.
    Wie vermutet war die Lamelle auf Schuhkarton dicke runter, und beide Aufnahmeflächen stark gebläut und leicht rissig. Außerdem ist Klaus der zustand meiner Bremsen sofort aufgefallen: vorne links 20%, vorne rechts 2%, hinten 5% Restbelag. Die Bremsscheiben sind noch gut genug in Schuss.
    Bestellt haben wir dann bei Bikerdeals in Rinteln, Kompetent und alles auf Lager: 2 Druckplatten, die Lamelle mit Sinter verstärkt, alles von Sachs und drei Satz Sinter verstärkte Bremsbeläge von Lucas, dazu einen Gaszug zum linken Zylinder und eine Muffe für die Zapfverbindung zur Kadernwelle, alles in Erstausrüsterqualität für 580,-€ sowie Kleinkram wie Schlauchschellen und Kabelbinder für ca. 20,-€. Also da schon 300 Euro gespart.
    Und das Gefühl, wenn man alles wieder zusammen gebaut hat, die Maschine startet und promt Anspringt, die erste Probefahrt macht und man feststellt, dass nicht nur alles funktioniert, sondern DEUTLICH besser funktioniert, als man es je bei der GuddiKuh kannte, ist fast besser als Geschlechtsverkehr!
    Abgesehen davon habe ich bei der gesamten Aktion über 1000,-€ gespart
    Ok! Ich war der HiWi und hab unter Anleitung geschraubt. Aber man entwickelt ein ganz anderes Verständnis und Verhältnis zu seiner Maschine.
    Und obwohl die GuddiKuh fährt und alle Schrauben und Teile verbaut sind, fahre ich morgen erstmal zur BMW Werkstatt um die Arbeit prüfen zu lassen und den Fehlerspeicher auslesen zu lassen.
    Hab auch schon gefragt, ob´s klar geht. Da ich ja im Moment auf 2 Inspektionen pro Jahr komme und die Jungs mir letztens schon bei ner defekten Benzinpumpenelektronik Geld abgenommen haben, ist das kein Problem!
    Denn Sicher ist Sicher!

    Freu mich über Euer Feedback!

    Danke für´s Lesen...

  2. Registriert seit
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    1.858

    Standard

    #2
    faszinierend....nicht original teile sind also günstiger als originale bmw teile ... wer hätte das gedacht ?
    und wenn der mechaniker kein geld verlangt wirds auch billiger ? jetzt hör aber auf...das glaub ich so nicht...

  3. Registriert seit
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    Standard

    #3
    Super Bericht! Schön geschrieben Danke dafür

    Ob man selber schraubt, sofern man die Möglichkeit hat (Wissen, Können, Platz, Werkzeug, Vorrichtungen, etc.), ist halt eine Frage der Zeit die man dafür aufwenden kann und will. Die kann schnell mal sehr teuer sein auch wenn man dafür niemandem eine Rechnung zahlen muss. Dass Teile von BMW teurer sind als Nicht-BMW-Teile, das ist ja auch keine neue Entdeckung...

    Dafür kennst du deine Maschine jetzt auch von Innen.

  4. Registriert seit
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    Standard

    #4
    Zitat Zitat von Omega47 Beitrag anzeigen
    Freu mich über Euer Feedback!
    1. Schön, dass Du Geld sparen konntest.
    2. Gutes Sache, wenn man Einblick in sein Motorrad bekommt.
    3. Schlechte Sache, wenn man schlußendlich ein schelchtes Gefühl hat und die getane Arbeit noch mal kontrollieren lassen will/muss.
    4. Du musst schlechten Geschlechtsverkehr haben.

  5. Registriert seit
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    #5
    Mich freut Deine Begeisterung, behalte sie bei

    Die Zeiten scheinen sich geändert zu haben, die Technik ist komplizierter geworden und die Hersteller verbauen immer mehr "Black-Boxes", meistens elektronische Einheiten, deren Funktionen ohne Spezialgeräte (Diagnosecomputer) ein Buch mit sieben Siegel sind.

    Trotzdem, für mich gehört seit meinem ersten Motorrad (1970) beides untrennbar zusammen, das Fahren und das Schrauben!
    Wenn man sich die nötige Zeit nehmen kann, ruhig und überlegt zu schrauben, also qualitativ anspruchvoll zu arbeiten, kann das schon glücklich machen.
    Wenn Du das nachempfinden kannst, dann empfehle ich Dir das Buch:
    "Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten"
    Ich habe es schon drei mal gelesen

    Bleib dran!

    /Othello

  6. Registriert seit
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    #6
    Moin Leute,
    das ging Schnell!
    @ Libertineanke! Das war mir auch zu vor klar, dass BMW ne Apotheke ist, aber viele denken halt immer noch "müssen Orginalteile rein!" Und dabei nicht wissen, dass die meisten Teile sowieso von Zulieferern kommen. Bei der 650 GS kommet der Motor aus China! Aber schön, dass du Humor hast.
    @ Rubberduckxi: Danke! Bei einigen ist es aber auch so, dass sie sich einfach nicht trauen, sowas in die eigenen Hände zu nehmen. Hat mich auch Überwindung gekostet. Grade die Späteinsteiger unter uns, wie ich (40 J), lassen lieber schrauben, weil es halt eine komplexe Maschine ist, mit der man ja ein nicht ungefährliches Hobby ausübt. Da kommt der Sicherheitsgedanke von vorne herein schon mit.
    @GSMän: Zu 3. War meine erste große OP! Da geh ich halt lieber noch mal zur Nachuntersuchung. Und ich lasse die Guddi ja nicht nochmal zerlegen, sondern lasse nur einen Blick vom Fachman drauf werfen. Dafür sind sie ja Fachleute.
    Zu 4. Jep! Zur Zeit definitiv. Da ist leider noch Handbetrieb angesagt seit ich Witwer wurde letztes Jahr. Und ich bin kein Typ für eine Nacht... ich bin schon nach ner dreiviertel Stunde fertig!!! Doch daran arbeit ich auch.
    @ Othello: Einfach nur Danke!

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    #7
    Moin Rolf,
    ich finde Deinen Bericht auch prima und ermutigend ,auch mal selber zu schrauben (hab ich als Ingenieur und mit 35 Jahren Schraubererfahrung seit Mofazeiten eh keine Problem mit).

    Die Königsklasse solcher Berichte sind natürlich die Fotodokumentationen/Fotostrecken, wo die entsprechende Arbeit auch noch Schritt für Schritt mit allen notwendigen Teilen aufgeführt und über die Bebilderung anschaulich erklärt ist.

    Für einige Arbeiten an der Q gibts sowas (heerrlich) , für einen Kupplungswechsel hab ichs noch nicht gefunden.

    Wenn es also mal wieder jemand macht und die zusätzliche Mühe von 20-30 Fotos auf sich nimmt, ...es wäre toll!!

    Reichlich Grüße

    RunNRG (Frank)

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    #8
    Es gibt natürlich auch noch eine weitere Alternative: freier BMW-Schrauber.

    CU
    Jonni

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    #9
    Zitat Zitat von RunNRG Beitrag anzeigen
    Moin Rolf,
    ich finde Deinen Bericht auch prima und ermutigend ,auch mal selber zu schrauben (hab ich als Ingenieur und mit 35 Jahren Schraubererfahrung seit Mofazeiten eh keine Problem mit).

    Die Königsklasse solcher Berichte sind natürlich die Fotodokumentationen/Fotostrecken, wo die entsprechende Arbeit auch noch Schritt für Schritt mit allen notwendigen Teilen aufgeführt und über die Bebilderung anschaulich erklärt ist.

    Für einige Arbeiten an der Q gibts sowas (heerrlich) , für einen Kupplungswechsel hab ichs noch nicht gefunden.

    Wenn es also mal wieder jemand macht und die zusätzliche Mühe von 20-30 Fotos auf sich nimmt, ...es wäre toll!!

    Reichlich Grüße

    RunNRG (Frank)
    Hi Frank,
    hab zwar keine geschlossene Fotostrecke, aber dennoch einige Bildchen meiner ausgeweideten Q:
    033.jpg034.jpg035.jpg036.jpg037.jpg038.jpg039.jpg040.jpg041.jpg042.jpg057.jpg058.jpg059.jpg061.jpg062.jpg063.jpg064.jpg
    Im Großen und Ganzen wird man daraus zwa auch nicht schlau, wenn man sich die Fotos ansieht. Aber man sollte sich Zeit nehmen, Platz haben und logische Schlüsse ziehen. Z. B. Genug 850ml Dosen o. Ä. und Zettel haben um für jeden Arbeitsschritt alle Schrauben und Kleinteile, die man abbaut, sicher zu verwaren mit einer Notiz, wo man es abgeschraubt hat. Dann ist der Zusammenbau fast doppelt so schnell getan wie das Zerlegen.
    Wie man sieht, haben Wir den Tank gelassen, wo er war und auch die Schwinge nicht abgebaut sondern den Rahmen auseinander geschraubt. Erschien uns am einfachsten. Dafür sollte man aber wirklich Hilfe haben, denn da muss einer wuchten und der andere führen.
    Im Prinzip kann man sagen, um Atze Schröder zu zitieren, ist ein BMW Boxermotorrad ein Meilenstein deutscher Ingenieurskunst. Also Logisch und Vernunftvoll gestaltet.

    Säckeweise Grüße zurück!

    Omega47 (Rolf)

  10. Registriert seit
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    #10
    Zitat Zitat von Jonni Beitrag anzeigen
    Es gibt natürlich auch noch eine weitere Alternative: freier BMW-Schrauber.

    CU
    Jonni
    Moin Jonni,
    guter Vorschlag. Da gibt´s bei uns in Bocholt sogar einen, Bayern Bikes nennt er sich. Glaub ich. Aber 1. der macht solch eine OP auch nicht für´s "Danke schön". Wahrscheinlich aber deutlich unter dem Kurs der Werkstatt und für jeden eine Alternative, der grad keinen Klaus zur Hand hat. Und 2., was viel entscheidender ist, man würde sich um eine echte Erfahrung bringen!

    Aber Danke dennoch. Sehe dich auch!


 
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