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Schraubensicherung

Erstellt von Andi#87, 30.12.2010, 17:17 Uhr · 13 Antworten · 4.015 Aufrufe

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    Standard Schraubensicherung

    #1
    Moin @ all,

    bei der Domontage einger Tankverkleidungen und des forderen Schutzbleches ist mir aufgefallen, das sich die Schrauben teilweise extrem schlecht ausdrehen lassen. Fast so wie, als wäre flüssige Schrauensicherung benutzt worden. Das Gewinde der Schrauben ist aber eher gräulich, sieht aus wie Korrosion

    Weis jemand, ob BMW bei der Montage div. Schrauben, flüssige Schraubensicherung verwendet (Vibrationen!!) oder ob die Blechsschrauben an exponierten Stellen schon nach 6 Monaten festgammeln

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    #2
    Hi
    BMW verwendet sowohl flüssige Sicherungen wie auch Schrauben mit mikroverkapselten Klebern. Gerade an den beschriebenen Stellen kann ich mir das vorstellen. Sind das nicht die Teile die anfänglich gerne mal davonflogen?
    http://www.powerboxer.de/Schraubensi...t-Klebern.html
    gerd

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    #3
    Tja....Was mich halt wundert: Im WHB ist oft davon keine Rede. Denn entweder müssten dann ja die Schrauben erneuert werden respektive das Gewinde gesäubert und mit neuer Schraubensicherung versehen werden.

    Anyway...Loctite is ja genug vorhanden

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    #4
    Hi
    Ich hab' nicht gesagt dass alle Schrauben derart gesichert sind.
    BMW setzt voraus dass "BMW-Schrauben" verwendet werden und erwähnt natürlich nur dann "Schrauben sichern", wenn es für "unbedingt" gehalten wird. Auch lassen sich "mikroverkapselte" Schrauben auch mehrmals verwenden wenn es nicht ausdrücklich anders gefordert ist.
    Und: An manchen Stellen gammelt es eben tatsächlich
    gerd

  5. 1200erter-GSler Gast

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    #5
    Zitat Zitat von gerd_ Beitrag anzeigen
    Und: An manchen Stellen gammelt es eben tatsächlich
    gerd
    Und das nennt man dann selbstsichernd ...

    Mit Boxergruß

    Roland

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    #6
    Nach Aussage meines Werkstattmeisters ist die flüssige Schraubensicherung von BMW ausdrücklich zum Lösen unter Erwärmung vorgesehen. Er hat mir davon abgeraten, Loctite zu verwenden (Zumindest bei den kleineren Schrauben). Mit der Schraubensicherung von BMW und Erwärmung soll die Schraube wesentlich leichter herausgehen, als Loctite mittelfest, obwohl das BMW-Zeug bei Normaltemperatur stärker sichert. Schont die Schrauben. Soo teuer ist das BMW-Zeug auch nicht...

    Gruß
    Berndt

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    #7
    Ich tausche seit dem ich BMW fahre grundsätzlich alle original BMW Schrauben gegen solche aus Edelstahl.

    Die OEM Blechschrauben gammeln schon im Laden

    Ich bin von der GT die Benutzung von Schraubensicherung nicht gewohnt (und von meinen Hondas davor dito.)

    Deswegen war ich halt überrascht. Sinn macht es Teilweise. Und bei der Verwendung von Edelstahl in Guss oder Blech (Halteklammern) ist eh entweder die Verwendung von Keramikpaste oder eben mittelfester Schraubensicherung angesagt.

    (Wusste eigentlich jemand, das die Verwendung von Nagellack im Gewinde zum selben Ergebniss führt? Zu 1/10tel des Preises)

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    #8
    Zitat Zitat von Andi#87 Beitrag anzeigen
    ...Und bei der Verwendung von Edelstahl in Guss oder Blech (Halteklammern) ist eh entweder die Verwendung von Keramikpaste oder eben mittelfester Schraubensicherung angesagt.
    Ich glaube, Du verwechselst hier zwei Anwendungen:

    Keramikpaste (genau wie Kupferpaste oder silikonbasierte Pasten - je nach Anwendungsgebiet) sollen Korrosion verhindern, die immer dann besonders stark Auftritt, wenn zwei unterschiedlich (edle) Metalle Kontakt haben.
    Deswegen sind diese Pasten bei Verwendung von Edelstahlschrauben (die nicht in Edelstahlgewinden stecken) angeraten.
    -> Die Schrauben lassen sich leichter lösen - ggf. eben auch ungewollt .

    Schraubensicherung stellt eine mechnisch feste Verbindung zwischen Schraube und Gewinde her. Hier reicht i.d.R. auch ein Tröpfchen. Eine elektrische Isolation oder Feuchtigkeitsschutz wird damit so nicht erreicht.
    -> Die Schrauben sitzen fest - wenn sie korrodieren sogar noch fester .

    Die gleichzeitige Verwendung von Paste und Schraubensicherung ist jedoch nicht möglich.
    Wo möglich, kann man Paste für das Gewinde und Sprengringe, etc. gegen lösen verwenden.

    Ich verwende Schraubensicherung auch nur ganz selten. Wenn Schrauben verloren gehen, meist, weil ich vergessen habe sie richtig fest zu ziehen .
    Paste verwende ich aber auch nur selten - bisschen Korrosion ist auch eine gute Schraubensicherung .

  9. Registriert seit
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    #9
    Hi
    Paste ist jedenfalls eine Sorte Schmiermittel die u.U. auch noch den Zutritt von Wasser verhindert (weil eben nichts dahin kann wo schon etwas Anderes ist).
    Sowohl Cu wie auch Keramikpaste bestehen, grob gesagt, aus einem Träger (flüssig/schmierig) und einer Füllung (Keramik. oder Cu-Staub).
    Im Falle von Bremsen füllt die Paste kleine Ritzen etc. und hindert den Bremsbelag am Schwingen (dämpft) und somit am Qietschen.
    Cu ist in der elektrochemischen Spannungsreihe immer in Kombiantion mit den anderen Metallen zu sehen. Mit manchen anderen Elementen ergibt sich eben eine Spannung (wie z.B. bei einer Zn-C Batterie), somit rostet es und die Verbindung wird eher fest. Rostfreier Stahl ist eine Sonderform weil der an der Oberfläche inaktiviert ist (dewegen heisst das Zeug "INOX"). Das eventuell "auf der anderen Seite" befindliche Al reagiert umso lieber mit dem Cu, also rostet's eben auch. Rost braucht meist mehr Volumen als das ursprügliche Metall. Folglich "wächst" auch eine Verbindung Edelstahl /Al einfach zu. Al+Stahl+Cu-Paste+Feuchtigkeit wird bombenfest!
    Ich weiss es aus eigener Erfahrung. Bei der Alpine A110 ist das Al-Gehäuse der hinteren Bremszylinder zwischen zwei, nicht mal fingerdicke, Stahlprofilchen eingesetzt. "Dank" Cu-Paste wuchs da eine Schicht die die Zylinderbohrung um 0,3mm (das ist eine Welt!!) oval gedrückt hat.
    Mit "nix" dazwischen blühte das Al auch, wurde aber längst nicht so fest. Seitdem es harteloxiert ist bleibt's locker.
    Beide Pasten sind für langsame Bewegungen vorgesehen bei der man die Nachteile in Kauf nimmt. Cu reagiert mit den Nachbarmaterialien, Keramik schmiert (in diesem Hochlastbereich!!) weit weniger gut.

    Die bei BMW verwendeten Schmierpasten könnten von Klüber/München sein. Zumindest beim Giessen der Zylinderkopfdeckel sind deren Produkte beteiligt und das weisse Zeug an den Gelenk- und Zahnwellen kommt mir bekannt vor :-). Klüber ist der Hersteller von Staburags

    Schraubensicherungen sind anäerobe Kleber. Auf deutsch: Sie härten unter Luftabschluss und sind wasserfest. Sorgt man also dafür, dass die Hohlräume einer Gewindeverbindung mit derartigem Zeug ausgefüllt sind, kann dort kein Wasser rein. Wo kein Wasser und kein Sauerstoff, da kein Rost. Zumindest in der Mehrzahl der Fälle.
    Wie stark ein Sicherungsmittel klebt ist ja wählbar. Das beginnt bei POST-IT und führt über Epoxikleber zu den Zyanacrylaten.
    Nachdem BMW seine Schraubensicherungsflüssigkeiten nicht selbst herstellt, Die beschichteten Schrauben ebenfalls zukauft, und in Publikationen ausdrücklich Loctite als Sicherungsmittel nennt, wird in der Produktion und den Vertragswerkstätten "natürlich, ganz sicher" etwas Anderes verwendet (weil die Erde eine Scheibe ist)

    Somit haben besagte Pasten und Sicherungsmittel eines gemeinsam: Sie werden bei Schraubverbindeungen benutzt. Allerdings nicht gemeinsam
    gerd

  10. Registriert seit
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    #10
    Zitat Zitat von gerd_ Beitrag anzeigen
    ...
    Na, sag ich doch
    Aber so detailgenau hätte ich es nicht beschreiben können.

    Dennoch gilt für die Motorradschrauberei: Kein Mensch "füllt die Hohlräume einer Gewindeverbindung" mit Schraubensicherung aus. Ausgenommen sind Kaliber, die an der Q z.B. für Lenkergewichte genutzt werden oder Verbindungen wo das Gewinde relativ kurz ist.
    Sonst kann diese Schraube wohl nie wieder gelöst werden oder man kann/will später mit einem Schlagschrauber auf das Ding losgehen.

    Ein paar Tropfen Loctite mittelfest zuviel auf einer M6 "Blechschraube" und man kann gleich zum Bohrer greifen...

    Carsten


 
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