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Schwachpunkt oder Sollbruchstelle?

Erstellt von Chefe, 15.05.2007, 09:46 Uhr · 14 Antworten · 2.711 Aufrufe

  1. Chefe Gast

    Ausrufezeichen Schwachpunkt oder Sollbruchstelle?

    #1
    Jeden erwischt der böse Mann einmal und bei mir war's auf dem Heimweg von Sardinien so weit: wirft er mir in einer Kehre eine Hand voll Sand unter das Vorderrad, das Rad rutscht ein wenig nach aussen, der Koffer hängt mit einer Ecke ein, hebt das Hinterrad an und für den Rest der Kurve war Gleiten auf dem Kofferdeckel angesagt. Passiert ist nicht viel, die Karre hat ein paar Kampfspuren mehr und einen Spiegel weniger.
    Aber jetzt kommt's:
    der Lenker ist offensichtlich rechtwinklig auf die Strasse geknallt, er wurde in den Klemmen bis zur ersten Krümmung seitlich verschoben (für seitliches Halten das sind die Klemmen ja auch nicht expliziert ausgelegt und selbst bei geringen Geschwindigkeiten kommt ganz schön Dampf auf das Lenkerende). Dabei wurde der anstehende Klemmbock der Lenkerkrümmung entsprechend gekippt und hat die Schrauben aus dem Gewinde gerissen. Nicht die Schrauben, sondern das Gewinde in der Gabelbrücke hat versagt. Die Schrauben gehen etwa 10 mm in das Gewinde, was an sich ja für M8 ausreichend wäre. Bei Alu-Bauteilen hätte ich aber erwartet, dass die einfach zu wechselnde Schraube und nicht die aufwändig zu tauschende und sackteure Gabelbrücke nachgibt. Zum weiterfahren hab ich dann zwei längere Inbusschrauben organisiert und in das verbleibende, unbeschädigte Gewinde (noch mal etwa 10mm) gedreht. Mein war reichlich entsetzt und wusste auch nix dazu zu sagen, zumal die meisten Ausrutscher mit eingeschlagenem Lenker auf dem Handschutz enden. Die Lenkerbefestigung war mir ja immer schon sehr suspekt, wenn ich sehe, was für Drehmomente bei schweren Fahrern, die richtig in die Eisen langen an den Klemmen ankommen und ich hab schon Lenker gesehen, die trotz vorschriftsmässigem Anzugsmoment durch Verdrehen und wieder Zurückdrehen im Schüttel-Gelände so eingekerbt waren, dass ein wenig Druck ausgereicht hat, sie zu brechen... Erinnert mich irgendwie an die Billigheimer-Vorbauten aus Mountainbike-Zeiten.
    Leichtbau hat meines Erachtens auch seine Grenzen...

  2. Registriert seit
    17.04.2004
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    Standard

    #2
    Hi
    Man könnte drüber philosophieren ob ein bisschen längere Schrauben.....(7 Gewindegänge Überdeckung bei Stahl in Stahl genügen).
    Ansonsten gibt der Schwächere nach. Und das ist nun mal AL. Wenn aber das Gewinde ausgerissen ist, dann kam die Kraft ziemlich sicher nicht (nur) in Richtung des Lenkerrohrs, sondern quer dazu.
    Alulenker haben das Einkerbproblem ganz ausgeprägt. Deshalb steht es auch immer dabei wenn man so ein Ding kauft. Nicht umsonst fahren viele Crosser Stahllenker. Doch wenn das Mopped eben leichter werden soll, muss man den Tank klein machen, das Werkzeug weglassen, eine Spielzeugbatterie verbauen und eben auch sonst überall geizen :-)
    gerd

  3. Registriert seit
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    Standard

    #3
    Hallo Gerd,
    welche Crosser fahren denn Stahllenker? Habe ich ja seit Jahren nicht mehr gesehen, seit dem es die konifizierten Renthal und Konsorten gibt.

    Das mit den 10mm in der Gabelbrücke finde ich auch ganz schön wenig. Zumal die Gewinde ja tiefer vorhanden sind.

    Haben wir mal eine Fachaussage hier, wie die Gewinde-Schraube Verbindung bei Alu Bauteilen und M8 Stahlschraube sein muß?

    Gruss, ziro

  4. simon-markus Gast

    Standard

    #4
    Moin,
    bei Stahl reicht der 1-fache Gewindedurchmesser, bei Alu der 1,5-fache. Also bei M8 in St 8mm Einschraubtiefe, in Al 12mm.

  5. Registriert seit
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    #5
    Dann verstehe ich das richtig, dass die vorhandenen 10mm ein bissl wenig sind...oder?
    Gruss, ziro

  6. Registriert seit
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    Standard

    #6
    Hi
    Hab' grade noch mal nachgesehen. In Büchern aus meiner Studienzeit steht 7 Gewindelängen (Faustwert Gewindedurchmesser) bei Stahl. Bei M8 wären das 8,75 bzw 8 mm. Kommt ja bei Stahl hin. Die Aussage bezieht sich auf jeden Fall auf tragende Gewindelänge, also nicht den Bereich wo noch die Senkung vom Anschnitt ist. Kalkuliert man dann noch, dass ein halber Gewindegang vom "geneigten Schrauber" verdaddelt sein könnte, ist 10 mm bei Alu schon ein recht optimistischer Wert, selbst wenn man die Sicherheitszuschläge weg lässt.
    gerd

  7. Chefe Gast

    Standard

    #7
    Nicht, dass da was falsch verstanden wird: auch die Schraube ist aus Aluminium! Bei Stahlschraube in Alu ist es eher logisch, dass das Alu nachgibt, bei Alu in Alu kommt es wohl auf die verwendeten Legierungen an, was nachgibt..
    Zitat Zitat von gerd
    Wenn aber das Gewinde ausgerissen ist, dann kam die Kraft ziemlich sicher nicht (nur) in Richtung des Lenkerrohrs, sondern quer dazu.
    War ja auch so, der Lenker hat an der Krümmung den Klemmbock nach oben und seitlich weggedrückt.

  8. Registriert seit
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    1.418

    Standard

    #8
    Bei der Festigkeitsbetrachtung muß man allerdings bedenken, dass im KfZ Bereich oft andere Grundlagen zur Auslegung herangezogen werden, sprich die einschlägigen Normen der Konstruktionslehre für die Industrie haben nicht grundsätzlich Gültigkeit beim Bau eines KfZ.
    Beispiel, jedes Produkt in Europa muß ein CE Zeichen führen, KfZ nicht! Es muß also nicht unbedingt ein Konstruktionsfehler im Sinne der Normen, auf die sich solche Konstruktionsbücher beziehen, vorliegen.
    Ändert aber nichts daran, daß längere Schrauben evtl. sinnvoller gewesen wären oder aber der Konstrukteur hat sich was anderes dabei gedacht (was auch immer) aber wahrscheinlich hing ihm ein Controller im Nacken...

  9. simon-markus Gast

    Standard

    #9
    Zitat Zitat von Chefe
    Nicht, dass da was falsch verstanden wird: auch die Schraube ist aus Aluminium!
    Schraube aus Alu !!??
    Da fliegt Dir doch das Blech, äh die Schraube, weg.
    Wie bei dieser Materialpaarung die Richtlinien sind weiss ich nicht. Studium und erst recht die Ausbildung sind schon soooo lange her.

  10. Chefe Gast

    Standard Kommando zurück...

    #10
    Hab gerade mit einem Schraubenrest beim Schlosser meines Vertrauens um Aufklärung gebeten. Tatsächlich ist die Schraube aus einem Schraubenstahl (wahrscheinlich 10.9) mit behandelter Oberflläche. Seiner Einschätzung nach sollte sie in einem Alugewinde mindestens zwei mal den Durchmesser eingeschraubt sein (bei M8 also 16mm)...


 
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