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Schwingenbolzen links sitzt fest

Erstellt von progetto, 03.07.2014, 19:07 Uhr · 9 Antworten · 1.326 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard Schwingenbolzen links sitzt fest

    #1
    Hallo Damen und Herren, vorab auf die Schnelle und der Höflichkeit wegen, mein Name ist Jürgen, 52 Jahre, ich wohne im Bereich Landau. Nach 27 Jahren Moto Guzzi, und 2 Jahren BMW 1100 S, habe ich mir nun vor kurzem eine gebrauchte 1200 GS, EZ 2004, angeschafft. Preis und Ausstattung waren für mich ok, die Maschine fährt auch sehr gut, ich bin zufrieden, genau das was ich wollte. Beim Kauf hatte ich festgestellt, daß der Faltenbalg zwischen Getriebe und Schwinge einen ca. 2 cm langen Riß hat. Den Faltenbalg will ich nun wechseln. An und für sich keine große Aktion. Jedoch läßt sich der linke Schwingenbolzen nicht ausdrehen. Die Überwurfmutter ging locker herunter, der Schwingenbolzen ließ sich dann auch ca. 1 Umdrehung öffnen, dann blockierte er aber. Ich habe dann etwas Rostlöser eingesprüht und auch Wärme eingesetzt, das Teil bewegt sich jedoch nicht weiter. Ich wollte jetzt auch keine Verlängerungen einsetzen, weil das muß ja einen Grund haben, das sich das Ding nicht drehen will. Kann das sein, daß der Bolzen, ich denke der war noch nie auf (Laufleistung 32000 km),mit der Lagerschale des Schwingenlagers zusammengerostet/korrodiert ist und diese etwa eine Umdrehung genau gereicht hat bis zum Anschlag an den Rahmen? Weiter drehen, wird sich schon lösen...? Hat das schon mal jemand genauso wie ich erlebt. Gibt es da vieleicht einige Tricks? Einfach über Nacht einweichen, noch mehr Wärme? Wäre schön wenn mir jemand weiterhelfen könnte. Gruss Jürgen

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    #2
    Hallo
    bei einem neuen Motorrad gleich viel Arbeit. Habe so eine Reparatur noch nie gemacht aber mal in der Rep.Anleitung nachgeschaut. Eigentlich braucht man dafür auch Spezialwerkzeug. Federbein ausbauen. Linkes Lager. Kontermutter mit Spezialnuss lösen( bei der Nuss kann man/muß man mit einem Imbusschlüssel das Lager gegenhalten) und Lager mit Imbusschlüssel lösen und ausdrehen. Lager beim einbauen 7Nm, Überwurf 145Nm.(beim festziehen mit Spezialnuss, Lager mit Imbus gegenhalten).
    Rechte Seite Mittlere und die 3 anderen Schrauben ausdrehen. Lager mit Spezialwerkzeug "Zugstange" mit Schlaggewicht in der mittleren Bohrung verschrauben. Schwinge anheben und Lagerzapfen ausziehen. Kardan kann eingebaut bleiben.



    Auszug Reparaturanleitung Bucheli .
    Keine Haftung für Fehler nur eine evtl. Unterstützung.

    Viel Erfolg.

    Gruß Boxerklang.

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    #3
    Hallo Boxerklang,

    der Weg war mir schon klar. das ist ja in den meisten Rep-Anleitungen gut beschrieben und wenn man vor dem Motorrad steht ist das auch einleuchtend. Mir gings nur drum, ob schon mal jemand einen solchen blockierten Lagerbolzen hatte. Ich denke ich werde den Faltenbalg so wechseln wie das der Kollege fralind hier in einem fred beschrieben hat (Danke übrigens dafür!!), da kann ich dann so wie es aussieht die Schwinge drinnen lassen. Aber irgendwann will ich dem Phänomen mal auf den Grund gehen. Aus dem Grund meine Frage nach Gleichgesinnten. Gruss

  4. X-Moderator
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    #4
    Hallo Jürgen,
    Die Schwinge auszubauen stellt tatsächlich kein großes Problem dar.
    Normalerweise muss dieser bolzen rauszudrehen sein. Ich würde nochmal Röstlöser verwenden, wärme eher nicht da zufiele unterschiedliche Werkstoffe vorhanden sind. Ich würde da beherzt auch mit einer Verlängerung rangehen. Ansonsten kannst du gerne nach Karlsruhe kommen, ich habe das originale BMW Werkzeug für diese arbeit da ich selber schonmal dort was wechseln musste. Gruß Andreas

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    #5
    Zitat Zitat von progetto Beitrag anzeigen
    Hallo Boxerklang,

    der Weg war mir schon klar. das ist ja in den meisten Rep-Anleitungen gut beschrieben und wenn man vor dem Motorrad steht ist das auch einleuchtend.
    wußte nicht das Du die hast und hab gedacht schreib mal.
    Gruß

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    #6
    Moin moin progetto,

    ich hatte dieses Jahr auch schon das vergnügen kurz nach erwerb basteln zu dürfen. Bei mir war es allerdings die Kupplung.

    Ich habe das Problem auf folgendem Wege gelöst:

    - Sämtliche Schrauben lösen die vor der Abedeckung sitzen (soweit bist du ja schon)
    - Dann lies sich die Überwurfmutter mit "etwas" gutem Zureden lösen.
    - Den Zapfen an sich haben wir mit einem Zughammer (an den haben wir eine passende Schraube angepunktet) aus dem KFZ-Karosserie Zubehör entfernt.
    - Den Zusammenbau habe ich in umgekehrter Reihenfolge gemacht. Nur das anziehen der Überwurfmutter, bei gleichzeitigem festahlten der Zentralen Schraube, mit dem richtgen Drehmoment wurde von der NL gemacht, da musste die Q eh auf dem Trailer hin. (Wegen BKV entlüften)

  7. Registriert seit
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    #7
    Hi
    Genügend Wärme eingesetzt? Das Ding muss mehr als 150°C haben. Rostlöser hilft nicht gegen Loctite. Festrosten kann es eigentlich gar nicht, das der Bolzendurchmesser kleiner ist als der des Lagers (trägt nur ringförmig an einem Konus).
    gerd

  8. Registriert seit
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    #8
    Nachdem ich nun über eine Woche, mit Unterbrechungen, am Werk war, habe ich nun beide Bolzen demontiert, aber....

    Der linke Loslagerzapfen ließ sich auch nicht mit extremer Wärme bewegen. Auch eine Verlängerung von fast einem Meter Länge brachte nichts. Ich habe mich dann erst einmal um den rechten Festlagerzapfen gekümmert. Auch der war nicht Willens sich zu bewegen. Ich habe dann einen Gleithammer mit Gewinde M6 benutzt, das einzige was jedoch geschah, war daß sich das Gewinde im Bolzen verabschiedete, es ist einfach herausgerissen. Jetzt könnte man das ja auf meine grobmotorischen Fähigkeiten schieben. Aber auch der befreundete BMW-Händler wußte da keinen Rat mehr. Also hab ich den Bolzen auf M8 aufgebhrt und Ge winde geschnitten um mehr Kraft aufbringen zu können. Den Gleihammer habe ich zur Seite gelegt. Mit einer angefertigten Hülse, die genau über den Rahmenausschnitt paßt und einem aufgelegten dicken Blech mit mittiger Bohrung konnte ich eine hochfeste Schraube in den Bolzen eindrehen und das Teil somit mit großer Mühe langsam und gleichmäßig herausziehen. Auch hier war sehr viel Kraft nowendig. Dann wandte ich mich wieder dem linken Zapfen zu. Da sich das Teil absolut nicht drehen ließ bohrte ich mittig mit einem 16er Bohrer den Bolzen komplett durch. Dann konnte ich zumindest die Schwinge abnehmen. Der Bolzen saß jedoch immer noch fest wie verschweißt. Festgerostet konnte das Teil nicht sein, da es sich bei dem Rahmen um Stahl, bei dem Bolzen um Alu handelt. Also habe ich den verbleibenden Rest nach und nach immer weiter aufgebohrt, bis ich fast auf dem Gewinde war. Dann zwei Querschnitte mit der Eisensäge und ich konnte einen Teil des im Gewinde steckenden Bolzen heraus meißeln. Danach ließ sich auch der Rest entfernen. Das Gewinde im Rahmen war arg mitgenommen. Also noch einen Gewindebohrer in 24 x 1,25 gekauft (hatte ich gerade nicht zufällig in der Werkzeugkiste) und das Gewinde war wieder vorhanden. Die Ursache: Einer der Gewindegänge hatte sich vom Bolzen gelöst und verklemmte sich bei dem Versuch ihn herauszudrehen im Gewinde. Die aufgebrachte Hitze tat ihr Übriges und das Ganze war wie verschweißt. Von Außen jedoch nicht zu sehen. Der rechte Zapfen saß nur dermaßen unverschämt fest, daß er nicht mit normalem Werkzeug zu lösen war. Da ich zwischenzeitlich schon zwei neue Bolzen besorgt hatte, brauchte ich für den Zusammenbau des Ganzen noch eine gemütliche knappe Stunde.
    Eigentlich dachte ich nach etwa 30 Jahren Moto Guzzi Schrauberei hätte sich das mit einer BMW erledigt.......

    Gruss Jürgen

  9. Registriert seit
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    #9
    Hi
    Noch nie von einem vergleichbaren Fall gehört. Es muss eine Spezialversion für ehemalige Guzziisten sein :-(
    Gewindebohrer M24x1,25, auch nicht gerade das was man "günstig" nennt. Ganz nebenbei: Die Bolzen sind nicht aus AL.
    gerd

  10. Registriert seit
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    Standard

    #10
    Und einfach wäre gewesen:

    Rad ab
    ABS Sensor aus HAG
    HAG abgeklappt
    Kardanwelle von Getriebeausgangswelle heruntergehebelt und nach hinten ein Stück zum HAG zurückgezogen
    Faltenbalg ern. (zur Schwinge einklicken, zum Getriebe mit Kabelbinder festziehen)

    In Reihenfolge zusamenbauen.

    (in einem direkt das HAG Öl mit wechseln)



    Aufwand rund 30 Minuten


 

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