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Anzugsmomente am Hinterrad

Erstellt von Beny, 25.05.2015, 19:29 Uhr · 11 Antworten · 1.531 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard Anzugsmomente am Hinterrad

    #1
    Hallo Gemeinde,
    letzten Freitag habe ich meinem Baby R 1100 GS neue Schuhe gegönnt. Wir, mein Schrauber und ich, haben uns schon beim abnehmen der Pellen gewundert dass die Schrauben so gar nicht fest angezogen waren. Wir haben sie dann nach Angabe aus dem Büchli mit 105nm wieder angezogen. Nach 3 Tagen schleift irgendwas und ich stelle nach einigem Suchen fest dass die Schrauben am Hinterrad total locker sind???? Ich hatte kurzfristig einen ziemlichen Adrenalinschub und habe sie von Hand jetzt fester angezogen. Habe ich mich mit den 105 nm verlesen oder was habe ich falsch gemacht bzw was kann ich besser machen? Ich brauche das nicht noch ein mal.
    Beny neuhier.

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    Standard

    #2
    105Nm ist richtig.

    bitte nimm das rad noch mal ab und kontrolliere die gewinde von schraube und flansch und säubere die anlageflächen zwischen rad und flansch.

    gewinde und schraubenkopf NICHT einfetten!!
    mit öligem lappen abwischen ist als schmierung gerade noch ok ... mehr nicht.

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    #3
    Hallo.
    Nach dem ersten Fahren sollte halt immer eine Anzugkontrolle über Kreuz erfolgen, wenn du 110NM anziehst ist es mMn nach auch noch ok.
    Ich habe mir Striche rangemacht die alle zur Naben Mitte zeigen, dann hast du immer die Kontrolle ob alles fest ist. Zumindest optisch.
    Ideal wäre Schrauben am 6 Kant ( viel Spass die sind hart) anbohren und ein Sicherungsdraht durch alle.
    Wie früher im Flugmotorenbau? für Ängstliche.

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    #4
    Einfachere Lösung zur rein optischen Kontrolle:

    Einen fetten, farblich sich vom Untergrund & Schraube abhebenden Punkt mit einem dicken Edding o.ä. SO an die Schraube setzen, dass Schraubenkopf und Untergrund miteinander markiert sind. Wird auch bei Bremsscheiben so gemacht...

    Ermöglicht eine optische Kontrolle in Sekunden da die geringste Lockerung des Schraubenkopfes sofort sichtbar wird.

    Grusse
    Jan

  5. Registriert seit
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    #5
    Ich kann mich Lars anschließen. Zwar neige ich auch dazu immer alles schmieren und fetten zu wollen, bei Schraubverbindungen dieser Größenordnung ist das aber Fehl am Platz.

    Eine Schraube sichert sich durch Anzugmoment und Reibung. Ein bischen fett verringert die Reibung gern um das 10 fache.

    Und nebenbei: Achte beim Anziehen auf die POSITION des Rades. Es darf nicht verkanten oder ähnliches - wenn es sich setzt ist das Drehmoment weg. Ist gern ein Fehler beim Auto-Radwechsel.

  6. Registriert seit
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    #6
    Nach ca. 50-100 gefahrenen KM nochmals das Rad nachziehen schadet nie. Steht auch bei vielen Werkstätten auf der Rechnung drauf.

  7. Registriert seit
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    #7
    kontrollieren mit 105 NM, nicht unbedingt " nachziehen"

  8. Registriert seit
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    #8
    Länge der Schrauben, Tiefe der Gewindebohrungen, mal kontrolliert?!?

  9. Registriert seit
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    #9
    Hi
    Zitat Zitat von FP91 Beitrag anzeigen
    Ein bischen fett verringert die Reibung gern um das 10 fache.
    Tut mir leid aber das ist Unfug.
    Falsche Reibung verhindert, dass eine Schraube korrekt angezogen wird. Es sollen sich die Gewindegänge gegeneinander verspannen. Grob gesagt könnte man Sand in's Gewinde streuen und so die Reibung steigern (wo bitte ist der Unterschied zwischen Sand und Rost mit ungestimmter Korngrösse?)
    Natürlich kann man darüber philosophieren was Reibung ist. Betrachtet man sie als Verzahnung von Rauhigkeiten, dann kommt man leicht zu dem Schluss, dass es egal ist wie rauh die Oberfläche ist, Hauptsache sie verzahnt sich.
    Wendet man aber einen Teil der Kraft (des Dremos) dafür auf Rauhigkeiten übereinander zu würgen weil die Reibungspartner nicht übereinander gleiten fehlt dieser Anteil zum Verspannen.
    Daneben kann man sich vorstellen dass die Rauhigkeiten nicht symmetrisch sind. Würgt man also einen "Berg" über einen zweiten in ein "Tal" dann ist dieses nicht unbedingt formschlüssig. Folglich können sich die beiden Teile gegeneinander bewegen. Je grösser die Raugigheit ist, desto grösser/breiter sind "Berge" und "Täler" und desto weiter können die Teile gegeneinander "wackeln".
    Beim Schmieren gilt "viel hilft NICHT viel" und sinnvoll ist im Zweifelsfall die mechanische Reinigung mit einer Bürste (und erst dann eine "Spur" Fett oder Öl.
    Korrekt ist allerdings, dass eine geschmierte Schraube bei gleichem Anzugsdrehmoment höher belastet ist als eine ungeschmierte. Dies gilt für Schrauben in optimalem Zustand. Eine gebrauchte, notgedrungen leicht angegammelte Schraube wird bei gleichem Drehmoment zwar erst mal gleich fest sein, sich aber schneller/einfacher lösen (wenn sie keine Zeit hat festzugammeln ;-)).
    Kann man leicht probieren: Eine neue Schraube entfetten, in ein entfettetes neues Gewinde einschrauben und mit einem Drehmo nach DIN festziehen. 10 Minuten warten und dann das Drehmoment zum Lösen messen. Nachdem nicht Alle ein Messgerät haben: Einen zweiten Drehmo auf "linksrum", 20% unter dem Anzugsmoment einstellen und dann in %-Schritten "härter" stellen und versuchen die Schraube zu lösen.
    Danach den gleichen Versuch mit neuen Teile und etwas "Schmiere" wiederholen. Die ungeschmierte Verschraubung lässt sich leichter lösen, hat also weniger Haltekraft (war Teil einer Semesterarbeit). Man kann natürlich erst die beiden "Versuchspaarungen" mit einem DreMo anziehen und diesen dann auch zum Lösen verwenden. Wichtig ist mit absolut gleicher Einstellung anzuziehen und die Fehler bei der Wiederholgenauigkeit auszuschliessen
    Ganz nebenbei: Wenn man nachrechnet stellt man fest, dass die Verschraubung des Hinterrades ist (bewusst) vollkommen überdimensioniert ist. Ich bin schon 3000 km mit nur 2 Radschrauben gefahren (weil ich nach Hause wollte).
    Zentrisch an der Nabe gehalten wird das Rad durch den kleinen Bund. Die Schrauben pressen das Rad "nur" gegen die Nabe. Die Übertragung der Rotationskraft erfolgt ausschliesslich durch Reibung zwischen Rad und Nabe. Wer glaubt die Schrauben seien quasi "Mitnehmer" (damit auf Scherung belastet) irrt. Das hiesse dass sich das festgeschraubte Rad gegenüber der Nabe verdreht bis es an zumindest einem Schraubenhals anliegt. DAS aber wäre fatal weil es sich beim Bremsen dann in die andere Richtung verdrehen würde. Die Bremsen haben schliesslich eine höhere Leistung als der Motor!!
    gerd

  10. X-Moderator
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    Standard

    #10
    20Nm Vorzug - dann 105Nm ... beides über Kreuz


 
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